05.
06.15
Frühkartoffelpreise in Deutschland deutlich über Vorjahr

Kartoffeln Cockpit, 05.06.2015

Bullish
  • Feldbestände von frühem Frittenrohstoff gegenüber dem Vorjahr weit zurück
  • Trockenheit in vielen Gebieten noch nicht gemindert. Sommerwetter kommt
  • Anbau von Premiere in Belgien eingeschränkt. Fläche für Haupternte auch kleiner
  • Rasanter Abbau der Kartoffelvorräte in Westeuropa. Gute Backfarben fehlen
  • Frittenfabriken arbeiten weiterhin unter Volllast. Zusatzschichten im Juni
  • Produktabsatz läuft allgemein sehr gut
Bearish
  • Anbau der Haupternte in West- und Mitteleuropa kaum eingeschränkt

Gute zeitliche Erntestaffelung lässt auf langsamen Kursrückgang hoffen

(AMI) Der diesjährige Witterungsverlauf hat große regionale Unterschiede in der Entwicklung der Kartoffeln bewirkt. So melden das Rheinland und Niedersachsen eine Verspätung von bis zu 14 Tagen. Eine gute zeitliche Staffelung des Kartoffelangebotes aus Deutschland lässt derzeit die Marktteilnehmer auf eine Saison mit nicht so stark und rasch zurücklaufenden Preisen hoffen. In der Pfalz sind erste Maßnahmen zur Reifeförderung an-gelaufen. Für vermutlich zwei Discounter wird der Start mit deutscher Ware Ende der Kalenderwoche 25 liegen. Viele andere Ketten werden dann in der letzten Juniwoche folgen. Zunächst wird ihnen nur das Angebot aus dem Südwesten zur Verfügung stehen. Am 1. Juni 2015 ermittelte die AMI den ersten gewogenen Durchschnittspreis für Speisefrühkartoffeln aus deutschem Anbau der Saison 2015. Er lag mit 69,20 EUR/dt deutlich über dem des Vorjahres von 37,63 EUR/dt. Derzeit fließt nur Sackware in die Berechnung ein. Erst in der zweiten Hälfte der KW 25 wird wohl auch lose Ware, die an Abpacker geht, berücksichtigt werden können. Das wird dann zwar den mittleren Wert nach unten ziehen, vielleicht aber nicht so kräftig wie sonst. Derzeit werden für reifegeförderte, festschalige Speisefrühkartoffeln aus Deutschland von Seiten der Erzeuger sicherlich Preise frachtfrei Packer erwartet, die sich irgendwo zwischen denen für Israelis (55,00 EUR/dt) und Spaniern (65,00 EUR/dt) ansiedeln.

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Wer mit freien Verarbeitungskartoffeln bei der Vermarktung bis zuletzt gepokert hat, wird nun mit deutlich höheren Preisen belohnt. Wessen Kartoffeln zwischenzeitlich die Verarbeitungseignung verloren haben, sieht sich aber gestraft. So oder so, die Saison 2014/15 wird insgesamt kaum in ein besseres Licht gerückt, auch wenn jüngst die Preise kräftig gestiegen sind und die in der Vorwoche prognostizierte Luft nach oben ausgeschöpft wird. Da bald aufgrund des Qualitätsabbaus im Lager kein Rohstoff mehr zur Verfügung steht, bekommen Frühkartoffelanbauer in Westdeutschland in der zweiten Julihälfte wieder Gelegenheit, Geld zu verdienen. Dabei ist sicherlich hilfreich, dass das Angebot aus Deutschland und aus Belgien wahrscheinlich nacheinander an den Markt kommt und die Sommer- sowie die Haupternte deutlich verspätet sind. Es wird auch schon darauf spekuliert, dass bei Einkehr von sommerlichem Wetter ohne nennenswerte Niederschläge die Ernte 2015 klein bleiben könnte. Wer darauf am Terminmarkt wettet, muss vorsichtig sein. Schnell hat eine Woche Regen das Blatt wieder gewendet. So bleibt der Terminmarkt in den nächsten Wochen vor allem ein Wettermarkt.

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