23.
01.15
EU-Fritten global gefragt

Kartoffeln Cockpit, 23.01.2015

Bullish
  • Export in Richtung Osten und Südosten hält Kurs
  • Viele Vorräte sind aus Qualitätsgründen schon anderweitig verwertet worden
  • Frittenfabriken arbeiten wieder auf Hochtouren
  • Produktabsatz in Drittländer läuft sehr gut, kaum Konkurrenz aus USA
  • Auslagerungsdruck wegen geringer Haltbarkeit zwar noch vorhanden aber schwächer
Bearish
  • 60,2 Mio. t Kartoffeln aus der EU, fast 8,8 Mio. t mehr als im Vorjahr
  • Vorräte an Verarbeitungsstoff insbesondere in Frankreich immer noch sehr groß
  • Vertragsmengen können Bedarf weitgehend decken – kein Markt für freie Partien
  • Kaum alternative Absatzmöglichkeiten für Fritten- und Chipskartoffeln

23 % mehr Drittlandsexporte aus den Niederland, Belgien und Deutschland

(AMI) Der Frittenabsatz am Weltmarkt war auch im November 2015 wieder umfangreich, wie jüngst die EU-Statistik Eurostat auswies. Aus den Ländern Niederlande, Belgien und Deutschland summierten sich die Ausfuhren im 5. Monat des aktuellen Wirtschaftsjahres auf 82.000 t und erhöhten damit den Saisonstand auf 394.000 t. Damit wuchs der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr weiter. Er lag Ende November bei 23% oder 74.000 t Fritten. Aus Belgien flossen bis November im globalen Geschäft die meisten Fritten nach Brasilien (32.000 t). Es folgen Saudi-Arabien (23.000 t), Chile (15.000 t), Malaysia (8.000 t) und Japan (6.000 t). Für die Niederländer lief das Geschäft gut in Saudi-Arabien (37.000 t), Brasilien (32.000 t), Russland (11.000 t), Peru (9.000 t), Kuwait (8.000 t) und Chile (2.000 t) gut. Auch für Deutschland gehören Brasilien (6.000 t) und Chile (4.000 t) zu den mengenmäßig wichtigsten Bestimmungen, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten (1.600 t). Der Frittenabsatz innerhalb der EU ist viel größer als das Weltmarktgeschäft. Er dürfte sich in den ersten 5 Monaten des Wirtschaftsjahres auf rund 1,0 Mio. t summiert haben. Die Steigerungsraten in den beiden Vorjahre waren relativ klein: 1,3 % und 0,2 %.

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Die Kartoffelanbaufläche in Deutschland muss kleiner werden. 10 % wären sicherlich für Jahre mit mindestens durchschnittlichen Erträgen gut, um keine Überschüsse mit zu niedrigen Preisen zu haben. Klar, dass die Reaktionen auf die Übermengen des Vorjahres je nach Verwertungsrichtung unterschiedlich ausfallen müssen. Einem steigenden Rohstoffbedarf der Hersteller von Fritten und Chips steht zudem ein Schwund bei den Einkäufen privater Haushalte gegenüber. Appelle, sich richtig auf die Marktbedürfnisse einzustellen, gibt es viele. Was sie aber bewirken, ist offen. Ganz Schlaue wittern schon Morgenluft für einen noch größeren Anbau auf ihrem Hof. Schließlich soll ja der Nachbar den Anbau zurückfahren. Auch günstiges Pflanzgut und weniger einzelbetriebliche Alternativen bei den Sommerkulturen könnten dazu führen, das der Anbau weniger stark zurückgeht als es vielleicht nötig wäre. Vor diesem Hintergrund bieten Verträge Preis- und Absatzsicherheit. Sie schränken aber den freien Markt ein, von dem die Bewertung der nicht fest bepreisten Vertragsmengen abgeleitet wird. Wie jede Absicherung hat das nicht kalkulierbare Vor- und Nachteile. Einen sicheren Hedgepreis bietet der Terminmarkt.

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