28.
11.14
Kartoffelerzeuger in Westeuropa sehen noch Marktchancen

Kartoffeln Cockpit, 28.11.2014

Bullish
  • Regional zunehmende Qualitätsprobleme lassen Vorräte schneller schrumpfen
  • Export in Richtung Osten und Südosten hat etwas an Fahrt aufgenommen
  • UWGs reichen nicht immer: Nicht alles was gewachsen ist kann auch genutzt werden
  • Lagerkapazitäten begrenzen Verfügbarkeit für Winter und Frühjahr
  • Produktabsatz nach Drittländern läuft sehr gut, kaum Konkurrenz aus USA
Bearish
  • Qualitätsprobleme drängen zu rascher Vermarktung. Angebotsdruck kurzfristig höher
  • 58,5 Mio. t Kartoffeln aus der EU, fast 4,3 Mio. t mehr als im Vorjahr
  • Reichlich Vertragsmengen verfügbar – kein Markt für freie Partien
  • Anbaurekord bei Veredelungskartoffeln in Deutschland, Frankreich, Belgien usw.
  • Verarbeiter können Läger mit Produkten aus teils sehr preiswertem Rohstoff füllen
  • Qualitätsprobleme halten Auslagerungs- und damit Angebotsdruck aufrecht

Pressemitteilung der NEPG soll etwas Zuversicht verbreiten

(AMI) Der Verband der Kartoffelanbauer aus Nordwest-Europa (NEPG) schätzt die Konsum-kartoffelernte, also ohne Pflanz-, Früh- oder Stärkekartoffeln, auf 28,6 Mio. t. Das wären 4,4 Mio. t mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs fußt auf einer größeren Anbaufläche und den extrem günstigen Wachstumsbedingungen in 2014, so der Verband in einer Pressemitteilung. Das Bild eines hohen Versorgungsgrades habe dazu geführt, dass die Preise verfallen sind. Trotz aktueller Marktmisere – oder gerade deswegen - hebt NEPG einige Aspekte hervor, die im weiteren Verlauf der Saison positiv auf den Wert des Verarbeitungsrohstoffs wirken könnten. Bisher schon wurden große Mengen Verarbeitungskartoffeln anderen Verwendungen wie der Stärkeherstellung, dem Futter oder der energetischen Verwertung zugeführt. Inzwischen ist der Export flotter in Gang gekommen und die weiteren Erwartungen daran sind in West- und Mitteleuropa groß. Es gibt in vielen Lägern Qualitätsprobleme. Größere Mengen an Rohstoff dürften für die Verarbeitung zu Fritten nicht geeignet sein. Das wird die künftige Verfügbarkeit weiter einschränken. Geringe Unterwassergewichte bedeuten geringere Ausbeuten, was den Rohstoffbedarf erhöht. Der Export von Fritten an den Weltmarkt hat sich im Benelux-Raum in den vergangenen 5 Jahren rasant entwickelt. Mit günstigen Rohstoffkosten und sehr guter Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Nordamerika werden die Verarbeiter daran anknüpfen können. Mehr Kartoffeln als in den Vorjahren sind als Ausgangsmaterial für TK-Fritten nötig.

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Die Marktlage ist bearish und das wird sie wohl auch noch eine Weile bleiben. Lagerhalter mit guten Qualitäten in der Scheune schöpfen aber wegen der vielen Probleme mit schlechten Qualitäten Hoffnung auf bessere Nachfrage und steigende Preise für das vierte Quartal des Wirtschaftsjahres. Rohstoffkäufer sehen das noch nicht, sonst würden sie sich wohl mehr am Terminmarkt engagieren. Dort bewegt sich seit Wochen weder das Open Interest noch der Kurs nennenswert in irgendeine eine Richtung.

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