Schweinepreise gehalten für 27./28. KW - 2015
Die ISN-Internetbörse am Di, 02. Juli 2015 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,44 €/kg (-0 ct/kg zur Vorversteigerung) bei einer Spannbreite von 1,42 bis 1,46 €/kg geführt. Von den 3.220 angebotenen Schweinen wurden 55,3 % nicht verkauft.
Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:
Die Schlachtzahlen in Deutschland in der Vorwoche bleiben deutlich unter der 1 Mio. Stück-Marke. Die Schlachtmengen in den übrigen Regionen der EU sind unterschiedlich ausgefallen. Italien und Frankreich melden ebenfalls knapp durchschnittliche Zahlen. Die unterdurchschnittlichen Voranmeldungen lassen auf kleinere Schlachtzahlen schließen. Das grundlegende Problem ist neben dem notwendigen Drittlandexport das ungewöhnlich gemäßigte Nachfrageverhalten in einer Grillsaison.
Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:
Dänemark: Dänische Schweinepreise wurden in der 27. KW um -2,7 ct/kg gesenkt. Die Schlachtzahlen sind etwas größer ausgefallen. Für die kommende 28. KW (06.07 bis 11. Juli) wird der Basispreis um weiter -2,7 ct/kg gesenkt.
In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (29.06.) -0, ct/kg weniger gezahlt (durchschnittliche Angebotsmengen). Beim Donnerstagmarkt (25.06) fallen die Kurse um …. ct/kg. Die gemeldeten Schlachtzahlen für ganz Frankreich liegen mit (Vorwoche 357.788 Vorvorwoche 368.397 ) Stück wieder unter Durchschnitt.
Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 27. KW zwischen -5 bis -8 ct/kg weniger ausgezahlt. Die Schlachtzahlen waren durchschnittlich. Für die 28. KW sollen . . . ct /kg gezahlt werden (Nachtrag folgt)
Belgien: Die Schweinepreise in der 27. KW wurden bei gut durchschnittlichen Angebotsmengen um -6 ct/kg heruntergesetzt. Die Notierungen der Schlachtunternehmen sollen sich für die 28. KW um ………ct/kg verändern (Nachtrag folgt)
Deutschland: Die gemeldeten Schlachtzahlen der zurückliegenden Woche sind auf 967.074 (Vorwoche 975.407 Vorvorwoche 970.178) leicht zurückgegangen. Für die kommende Periode von Donnerstag 02. bis Mittwoch 08. Juli (27./28. KW) wurde der Vereinigungspreis auf 1,40 € je kg bzw. Indexpunkt unverändert beibehalten. Die Spanne reicht von 1,40 bis 1,40 €/kg. Die angekündigten Liefermengen der kommenden Woche fallen mit 220.050 (Vorwoche 221.400 VorVorwoche 224.200) Stück ähnlich niedrig aus wie in den Vorwochen.
Der in Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 26./27. KW wurde um -8 ct/kg gesenkt. Die Notierung für den Basispreis für die 27./28. KW bleibt unverändert.
Die Schweinepreise in Spanien wurden am Do, 25. Juni um + 0,3 ct/kg erhöht. Am 02. Juli sollen die Preise gehalten werden.
In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 27. KW am Mo, 29. Juni in Modena mit +1,1 ct/kg, am Di in Reggio Emilia mit 1,0 ct/kg und am Mi, in Cremona mit 0,5 ct/kg verändert. Die gemeldeten Schlachtzahlen liegen mit 39.233 (Vorwoche 37.752 Vorvorwoche 44.355) Stück unter den letzten Durchschnittswerten.
Ausblick: Knapp durchschnittliche Schlachtzahlen, Aussichten auf anhaltendes Grillwetter und unterdurchschnittliche Voranmeldungen konnten angesichts der ungewöhnlichen Nachfrage gerade das bestehende Preisniveau halten. Die kommende Schlachtwoche bietet wenig überzeugende Verbesserungen der Marktsituation.
Die US-Notierungen bei den Lean Hogs zeigen mit 1,40 € je kg deutliche Abwärtstendenzen. Die Barbecue-Saison läuft zwar, aber die hohen Fleischvorräte in den Kühlhäusern drücken auf die Kurse. Die Kaufzurückhaltung infolge der Geflügelgrippe steuert ebenfalls etwas bei. Der wieder schwächere Dollarkurs könnte sich noch nicht auf den Export auswirken. Nach der Grillsaison wird die US-Marktlage 2015 kritischer beurteilt. Die Herbstkurse deuten Größenordnungen von unter 130 € je kg an. Ein stark gestiegenes US-Schweineangebot profitiert dennoch vom teurem Rindfleisch und der Vogelgrippe-Epidemie, der mittlerweile in 185 Fällen 50 Mio. Tiere (vor allem Legehennen und Puten) zum Opfer gefallen sind. .
Die chinesischen Schweinepreise zeigen Aufwärtsbewegungen. Chinesische Spitzenpreise in diesem Jahr sollen über die 3 €/kg Grenze hinausgehen. Die jüngste Viehzählung vom April 2015 stellt von eine erhebliche Minderung der chinesischen Schweinefleischerzeugung fest. Der Inlandsverbrauch steigt um unterdurchschnittliche 0,75 %. Die chinesischen Einfuhren werden auf +5 % auf 0,8 Mio. t plus 0,36 Mio. t für Hongkong geschätzt Der europäische Importanteil nimmt zu; allerdings nur mit weniger wertvollen Teilstücken. Die Konkurrenz ist wieder gewachsen.
Die russischen Schweinepreise bleiben mit umgerechneten 2,69 €/kg auf erhöhten Durchschnittsniveau. Der russische Schweinefleischkonsum wird nach USDA-Schätzungen um -9 % zurückfallen. Die Schweinefleischimporte werden von 2012 mit rd. 1 Mio. t über 2014 mit 0,5 Mio. t auf 0,2 Mio. t im Jahre 2015 veranschlagt. Fehlende russische Importe und beachtliche Exportüberhänge in den USA und der EU werden zum prägenden Merkmal für den internationalen Schweinefleischmarkt des Jahres 2015.
Brasilianische Schweine sind weiter auf durchschnittliche 1,17 €/kg in der Südwestregion gefallen.Der erwartete Exportboom bleibt weiterhin aus.Für 2015 werden mit 530.000 t Ausfuhren noch weniger erwartet als im Jahre 2014. Der erhoffte Absatz nach Russland spielt kaum noch eine Rolle.
ZMP Live Expertenmeinung
Trotz moderatem Lebendangebot reichen die verfügbaren Mengen in den Frostern und aus der laufenden Schlachtung aus, die ungewöhnlich mäßige Nachfrage in einer Grillsasion zu bedienen.
Das Exportgeschäft liefert ebenfalls kaum nennenswerte Impulse zur Preisaufbesserung. Die Konkurrenz im Drittlandexport durch die USA, Kanada (rd 1,40 € je kg) und Brasilien (unter 1,20 €kg) setzt enge Preisgrenzen beim Auslandsverkauf. Die Aussichten auf eine grundlegende Besserung sind zurzeit wenig vielversprechend.