Schweinepreise für 36./37. KW (Do, 04. bis Mi,10.Sep.)
Die ISN-Internetbörse am Di, 02. Sep. 2014 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,68 €/kg (+1 ct/kg) bei einer Spannbreite von 1,65 bis 1,69 €/kg geführt. Von den 3.390 angebotenen Schweinen wurden 10,2 % nicht verkauft.
Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:
Die Marktlage ist in den EU-Ländern sehr unterschiedlich. Niedrige Schlachtzahlen sind in Italien für den Bedarf noch zu hoch. In Frankreich überfordern steigende Schlachtzahlen die Absatzmöglichkeiten. Zunehmende Schlachtzahlen in Deutschland können im Markt zu unveränderten Preisen abgesetzt werden. Insgesamt steigen die Schlachtzahlen leicht an. Selten geeignetes Wetter setzt angesichts der mittlerweile auslaufenden Grillsaison den Absatzmöglichkeiten in dieser Sparte enge Grenzen. Zu Ende gehende Ferien- und Urlaubszeit, langsam ansteigende Aktivitäten in Verarbeitungsunternehmen und das russische Einfuhrverbot haben per Saldo zu keinem nennenswert steigenden Absatzgeschäft beigetragen.
Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:
Dänemark: Dänische Schweinepreise wurden in der 36. KW unverändert gelassen. Die Schlachtzahlen bleiben weiter mit - 2,9 % hinter den Vorjahreswerten zurück. Für die kommende 37. KW (08. bis 13.Sept.) wird der Basispreis unverändert beibehalten.
In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (01.09.) – 1,2 ct/kg bei zurückgesetzten Angebotsmengen gezahlt. Beim Donnerstagmarkt (2. August 14) wurden -0,2 ct/kg bei fallendem Angebot bezahlt. Die gemeldeten Schlachtzahlen in ganz Frankreich liegen im oberen Durchschnittsbereich.
Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 36. KW von -2 bis + 1 ct/kg gezahlt. Die Schlachtzahlen liegen über dem Durchschnitt. Die Preise für die 37. KW sollen von unverändert bis - 1 ct/kg betragen
Belgien: Die Schweinepreise in der 36. KW wurden bei gestiegenen Angebotsmengen um + 1 ct/kg erhöht. Die Schlachtzahlen haben sich wieder auf Durchschnittsniveau eingependelt. Die Notierungen der Schlachtunternehmen für die 37. KW werden um -1 ct/kg zurückgesetzt.
Deutschland: Die gemeldeten Schlachtzahlen der Vorwoche fielen mit rd. 989.429 Stück (Vorwoche 985.410 Vorjahreswoche: 949.964) wieder stärker aus. Für die kommende Periode von Donnerstag 04. bis Mittwoch 10.Sep. (36./37. KW) wurde der Vereinigungspreis bei 1,65 € je kg bzw. Indexpunkt stehen gelassen. Die Spanne reicht von 1,65 bis 1,65 €/kg. Die angekündigten Liefermengen der kommenden Woche bewegen sich mit 233.400 Stück im oberen Feld.
Der in Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 35./36. KW wurde unverändert gelassen. Die Notierung für die kommende 36./37. KW bleibt ebenfalls unverändert.
Die Schweinepreise in Spanien (04.Sept. 2014) sind um -2,2 ct/kg vermindert worden.
In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 36. KW am Montag (01.09..), in Milano und Modena um – 2 bis -3,5 ct/kg gesenkt. Am Dienstag (02.09.) wurde in Reggio Emilia von – 2 in den leichteren bis -3,5 ct/kg in den schweren Gewichtsklassen notiert. Die gemeldeten Schlachtzahlen liegen deutlich unter 40.000, sind aber für den Absatz noch zu groß. Insbesondere die schweren Klassen haben Absatzprobleme.
Aussichten: Spätsommerwetter und weitere zu Ende gehende Urlaubs-/Ferientermine könnten sich zu Antriebskräften für einen steigenden Absatz entwickeln. Andererseits zeigen die Schlachtzahlen saisonbedingt wieder nach oben. Die erweiterte russische Importsperre bleibt ein Handicap für die weitere Preisentwicklung.
Bei einem knapp versorgten internationalen Schweinefleischhandel steigert die russische Suche nach Ersatzlieferungen das Preisniveau in den nicht gesperrten Ausfuhrländern.
Die US-Terminnotierungen bei den Lean Hogs haben sich nach einem rapiden Preisrückgang im August jetzt Anfang September wieder knapp an 1,70 €/kg heranbewegt. Bei der Umrechnung spielen der saisonale Angebotsrückgang und der schwache Euro eine Rolle. Der Höhepunkt der PEDv-bedingten Schlachtausfälle sollte überschritten sein. Das unterdurchschnittliche Rindfleischaufkommen trägt zur Knappheit im Rotfleischbereich bei.
Die Wirtschaftlichkeit der chinesischen Schweinefleischerzeugung verbessert sich infolge steigender Schweinepreise und fallender Futterkosten. Chinas Sauenbestände seit dem Frühjahr sind um rd. 9 % gefallen. Die chinesischen Preise notieren zwischen 2,40 bis 2,50 € je kg.
Die steigende Importnachfrage Südkoreas und der Philippinen sind eine Chance für EU-Ausfuhren. Im 1. Halbjahr lagen die EU-Ausfuhren bei einer Zunahme von 85 bis 78 % bzw. jeweils + 40.000 t.
Russische Schweinepreise stehen wieder auf dem Niveau von 3,30 €/kg SG. Bei fallenden Futterkosten verbessert sich die Rentabilität der russischen Schweinemast. Um aber den Importausfall an Fleisch zu decken, bedarf es großer Investitionen, die erst auf mittelfristige Sicht Wirkung zeigen. Dabei bremst das ungelöste Problem der Afrikanischen Schweinepest und die kurze Dauer der Importsperre von 1 Jahr die Investitionsbereitschaft.
Brasilianische Schweinepreise haben sich infolge der Freigabe von 90 Schlachtereien für den Russland-Import in Richtung 1,80 €/kg entwickelt. In Brasilien erwartet man ein großes Russlandgeschäft, obwohl das Steigerungspotenzial bei weitem nicht reicht, den russischen Fehlbedarf auch nur annähernd auszugleichen. Änderungen der brasilianischen Währungsverhältnisse spielen ebenfalls eine Rolle.
ZMP Live Expertenmeinung
Die Schweinefleischpreise befinden sich schon seit längerer Zeit in einer wochenlangen Seitwärtsbewegung. Ein grundlegender Wandel steht nicht in Aussicht. Die russischen Importsperren deckeln grundsätzlich das Preisniveau nach oben. Eine mögliche Belebung der Nachfrage nach der Urlaubs/Ferienperiode wird durch steigende Schlachtzahlen möglicherweise wieder ausgeglichen. Wenig veränderte Notierungen sollten in den nächsten Wochen häufiger auftreten.