Nochmaliger Rückgang der Schweinepreise für 49./50. KW (Do, 04.12. bis Mi, 10.Dez.)
Die ISN-Internetbörse am Di, 02. Dez. 2014 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,34 €/kg (- 4 ct/kg zur Freitagsversteigerung) bei einer Spannbreite von 1,335 bis 1,35 €/kg geführt. Von den 2.645 angebotenen Schweinen wurden 35 % nicht verkauft.
Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:
Die Schlachtzahlen in Deutschland, NL, und B/L bleiben auf hohem Niveau. In Italien, Österreich und Frankreich bewegen sich die Angebotszahlen eher im moderten Durchschnitt. Die industrielle Verarbeitung kann die steigenden Angebotsmengen kaum aufnehmen. Der Frischfleischhandel bleibt eng an den Absatzgrenzen des In- und Auslandgeschäfts.
Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:
Dänemark: Dänische Schweinepreise wurden in der 49. KW unverändert gelassen. Die Schlachtzahlen sind wieder etwas gefallen, bleiben weiter mit - 2 % hinter den Vorjahreswerten zurück. Für die kommende 50. KW (08. bis 13.Dez.) wird der Basispreis um rd. + 2,7 ct/kg angehoben.
In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (01.12.) -0,7 ct/kg bei steigenden Angebotsmengen weniger gezahlt. Beim Donnerstagmarkt 04. Dez. 14) wurden -1,7ct/kg bezahlt. Die gemeldeten Schlachtzahlen in ganz Frankreich liegen wieder im guten Durchschnitt.
Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 49. KW - 4 ct/kg gezahlt. Die Schlachtzahlen sind gestiegen. Die Preise für die 50. KW sollen nochmal um - 4 ct/kg fallen
Belgien: Die Schweinepreise in der 49. KW wurden bei steigenden Angebotsmengen – 3 bis - 4 ct/kg gesenkt. Die Notierungen der Schlachtunternehmen für die 50. KW werden um -3 ct/kg heruntergesetzt.
Deutschland: Die gemeldeten Schlachtzahlen der Vorwoche haben mit 1.099.041 (Vorwoche 1.070.986, Vorvorwoche 1. 053.066) Stück wieder deutlich zugenommen. Für die kommende Periode von Donnerstag 04. bis Mittwoch 10.Dez.. (49./50. KW) wurde der Vereinigungspreis mit 1,32 € je kg bzw. Indexpunkt um – 4 ct/kg gesenkt. Die Spanne reicht von 1,30 bis 1,36 €/kg. Die angekündigten Liefermengen der kommenden Woche bewegen sich mit 247.828 (Vorwoche 241.200) Stück wieder auf höherem Niveau.
Der in Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 48./49. KW wurde unverändert beibehalten. Die Notierung für die kommende 49./50. KW wurde unverändert beibehalten.
Die Schweinepreise in Spanien (04. Dez. 2014) sind um -2,5 ct/kg zurückgesetzt worden.
In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 49. KW am Mo, 01.12. in Modena -1 ct/kg, am Di, in Milano -2,2 ct/kg und Mi in Reggio Emilia um -3 ct/kg notiert. Die gemeldeten Schlachtzahlen sind weiter auf 43.462 Stück, geringfügig höher als in der Vorwoche gestiegen.
Ausblick: Die Angebotsmengen fallen in Österreich und Italien weniger groß aus. In den übrigen Gebieten bleiben die Anlieferungen auf hohem Niveau. Das Schlachtmengenangebot überfordert trotz Vorweihnachtsgeschäft die Absatzmöglichkeiten.
Die US-Terminnotierungen bei den Lean Hogs sind wieder knapp unter 1,55 € je kg gestiegen, wobei der wechselnde Eurokurs zu Verzerrungen führt. Die PEDv-Fälle haben in der einsetzenden Winterzeit nur wenig zugenommen. Für 2015 soll die US-Schweinefleischerzeugung um +4,3 % wachsen. Zurzeit läuft die Schweinezählung mit dem Stichtag 1 Dez. 2014. Das knappe und zukünftig noch fallende Rindfleischangebot treibt die Rindfleischpreise auf 5,50 € je kg und hält auch die US-Schweinepreise hoch.
Die chinesischen Schweinepreise notieren mit 2,45 € je kg wieder im durchschnittlichen Bereich. Für das neue Jahr 2015 prognostiziert das USDA verstärkte chinesische Schweinefleischimporte auf 1,36 Mio. t bzw. +17 % einschl. Hongkong.
Russische Schweinepreise sind in der saisonal schwachen Winterperiode wieder unter 2,50 €/kg gefallen. Politische Statements mit Hinweis auf die gefallenen Preise sollen die Meinung einer ausreichenden Versorgungslage verbreiten.
Brasilianische Schweinepreise bleiben aufgrund der Russland-Nachfrage bei 1,75 bis 1,80 €/kg, mit Verschiebungen durch Währungseinflüsse, der Export soll 2015 um 20 % auf 700.000 t steigen.
ZMP Live Expertenmeinung
Mehrere Wochen in Folge steigende Schlachtzahlen verursachen einen Angebotsstau, der nur zu erheblich fallenden Preisen im Markt und in den Frostern plaziert werden kann. Die Voranmeldungen für die kommende Woche signalisieren keinen nenneswerten Rückgang der Lebendangebote für die kommende Woche. Die Perspektiven für die Weihnachtsperiode sind wenig vielversprechend.