Unveränderte Schweinepreise für 46./47. KW (Do, 13. bis Mi, 19.Nov.)
Die ISN-Internetbörse am Di, 11. Nov. 2014 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,45 €/kg (unverändert gegenüber der Freitagsversteigerung) bei einer Spannbreite von 1,44 bis 1,46 €/kg geführt. Von den 3.050 angebotenen Schweinen wurden 9 % nicht verkauft.
Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:
Die Schlachtzahlen in Deutschland NL, B/L und DK bleiben auf hohem Niveau. In Italien, Österreich und Frankreich bewegen sich die Angebotszahlen im unteren Durchschnitt. Die spanischen Schweinepreise sind seit Sept. 2014 um 0,50 €/kg gefallen. Verstärkte spanische Drittlandexporte entlasten den Markt. Die industrielle Verarbeitung läuft Mitte November voll auf Vorweihnachtskurs. Der Frischfleischhandel bleibt eng an den Absatzgrenzen des In- und Auslandgeschäfts. Bei einer Bedarfsdeckung im Ganzen besteht nur vereinzelt regionaler Mehrbedarf.
Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:
Dänemark: Dänische Schweinepreise wurden in der 46. KW unverändert gelassen. Die Schlachtzahlen sind zwar wieder etwas gestiegen, bleiben weiter mit - 2,2 % hinter den Vorjahreswerten zurück. Für die kommende 47. KW (17. bis 21.Nov.) wird der Basispreis unverändert beibehalten
In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (10.11.) unverändert bei durchschnittlichen Angebotsmengen gezahlt. Beim Donnerstagmarkt 13. Okt. 14) wurden +0,3 ct/kg bei rückläufigen Lebendangebot bezahlt. Die gemeldeten Schlachtzahlen in ganz Frankreich liegen wieder im oberen Mittelfeld.
Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 46. KW zwischen unverändert bis + 2 ct/kg gezahlt. Die Schlachtzahlen liegen im Durchschnitt der letzten Wochen. Die Preise für die 47. KW sollen zwischen unverändert bis -1 ct/kg betragen
Belgien: Die Schweinepreise in der 46. KW wurden bei etwas abnehmenden Angebotsmengen unverändert bezahlt. Die Schlachtzahlen liegen im guten Durchschnittsniveau. Die Notierungen der Schlachtunternehmen für die 47. KW bleiben unverändert.
Deutschland: Die gemeldeten Schlachtzahlen der Vorwoche haben mit 1. 053.066 (Vorwoche 1.023.936 Vorvorwoche 1.057.657) Stück wieder deutlich zugenommen. Für die kommende Periode von Donnerstag 13. bis Mittwoch 19.Nov. (46./47. KW) wurde der Vereinigungspreis mit 1,40 € je kg bzw. Indexpunkt unverändert beibehalten. Die Spanne reicht von 1,40 bis 1,43 €/kg. Die angekündigten Liefermengen der kommenden Woche bewegen sich mit 230.200 (Vorwoche 235.000) Stück im Mittelfeld.
Der in Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 45./46. KW wurde um +2 ct angehoben. Die Notierung für die kommende 46./47. KW ist unverändert geblieben.
Die Schweinepreise in Spanien (13. Nov. 2014) sollen unverändert bleiben.
In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 46. KW am Montag (10.11.) in Modena unverändert, am Dienstag (11.11.) in Reggio Emilia ebenfalls unverändert notiert. Die gemeldeten Schlachtzahlen bewegen sich weiter auf unterdurchschnittlichen 43.186 Stück, dennoch etwas höher als in der Vorwoche.
Ausblick: Der Angebotsdruck scheint regional in Süddeutschland, Österreich und Italien weniger groß zu sein. In den übrigen Gebieten bleiben die Anlieferungen auf hohem Niveau. Die Voranmeldungen bewegen sich auf Durchschnittswerten. Verarbeitungsware für das Vorweihnachtsgeschäft sorgt weiterhin für eine lebhafte Geschäftstätigkeit, ohne jedoch für einen Preisauftrieb ausreichend zu sein. Mit weiteren Preisrückgängen wird vorerst nicht gerechnet, Preisanhebungen sind vorerst nicht begründbar.
Die US-Terminnotierungen bei den Lean Hogs sind angesichts der einsetzenden Kältewelle wieder knapp unter 1,60 € je kg gestiegen, wobei der wechselnde Eurokurs zu Verzerrungen führt. Die gefallenen wöchentlichen PEDv-Fälle haben wieder leicht zugenommen, ohne jedoch bedrohlich zu sein. Aber die kalte Jahreszeit bleibt ein nicht unerhebliches Infektions- und Verbreitungsrisiko. Für 2015 korrigiert das USDA die Schweinefleischerzeugung von +5 % auf 4,3 %. Das knappe und zukünftig noch fallende Rindfleischangebot sorgt für stabile US-Schweinepreise auf erhöhtem Niveau.
Die chinesischen Schweinepreise notieren mit 2,45 € je kg wieder im durchschnittlichen Bereich. Für das neue Jahr 2015 prognostiziert das USDA verstärkte chinesische Schweinefleischimporte auf 1,36 Mio. t bzw. +17 %. Es sollte für die EU etwas dabei sein.
Russische Schweinepreise sind wieder unter das Niveau von 3 € /kg gefallen. Es geht auf die saisonal schwache Winterperiode zu
Brasilianische Schweinepreise bleiben aufgrund der Russland-Nachfrage bei 2 €/kg, mit Verschiebungen durch Währungseinflüsse. Bei fallenden Futterkosten erwarten die Brasilianer ein dickes Geschäft im Schweinebereich, der Export soll 2015 um 20 % auf 700.000 t steigen.
ZMP Live Expertenmeinung
Das Niedrigpreisniveau etabliert sich schon in der 7. Woche. Bei den üblich hohen Schlachtzahlen im IV. Quartal ist eine Preiserholung ohne das Russlandgeschäft nicht zu erwarten. Die Lieferungen in Richtung Asien bringen zwar etwas Entlastung, ohne jedoch auch nur annähernd ein ausreichendes Volumen zum Ausgleich der gesperrten Russlandexporte zu erreichen. Auch das Vorweihnachtsgeschäft reicht gerade zur Preisstabilisierung. Die Aussichten für die Weihnachtsfeiertage und danach sind wenig erfreulich. Die EU-Kommission schätzt bei leicht steigendem Angebot für das I. Quartal 2015 Durchschnittspreise von 1,38 €/kg für die Klasse E. Die Jan.-15-Kurse dürften erfahrungsgemäß darunter liegen.