Überwiegend stabile Schweinepreise für 51./52. KW (Do, 18.12. bis Mi, 30.Dez.)
Die ISN-Internetbörse am Di, 16. Dez. 2014 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,35 €/kg (0 ct/kg) zur Freitagsversteigerung bei einer Spannbreite von 1,34 bis 1,36 €/kg geführt. Von den 2.410 angebotenen Schweinen wurden 3,7 % nicht verkauft.
Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:
Die Schlachtzahlen in Deutschland, NL, und B/L bleiben auf hohem Niveau. Auch in Italien Frankreich sind die Angebotszahlen deutlich erhöht worden. Die industrielle Verarbeitung geht langsam ihrem Ende vor den feiertagsbedingten Betriebsferien zu. Der Frischfleischhandel orientiert sich am lebhaften Vorweihnachtsgeschäft mit Edelteilstücken.
Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:
Dänemark: Dänische Schweinepreise wurden in der 51. KW um -5,4 % ct/kg gekürzt.. Die Schlachtzahlen sind wieder gesunken, bleiben weiter mit - 2 % hinter den Vorjahreswerten zurück. Für die kommende 52. KW2014 und 1.KW 2015 wird der Basispreis um rd. -5,4 ct/kg gekürzt
In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (15.12.) - 0,1 ct/kg bei steigenden Angebotsmengen weniger gezahlt. Beim Donnerstagmarkt 18. Dez. 14) wurden +0,1 ct/kg bezahlt. Die gemeldeten Schlachtzahlen in ganz Frankreich sind kräftig gestiegen.
Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 51. KW unverändert ausgezahlt. Die Schlachtzahlen sind gestiegen. Die Preise für die 52. KW sollen unverändert bleiben
Belgien: Die Schweinepreise in der 51. KW wurden bei steigenden Angebotsmengen unverändert gelassen. Die Notierungen der Schlachtunternehmen für die 52. KW bleiben unverändert.
Deutschland: Die gemeldeten Schlachtzahlen der Vorwoche haben mit 1.109.175 (Vorwoche 1.101.584, Vorvorwoche 1.099.041) Stück nochmal deutlich zugenommen. Für die kommende Periode von Donnerstag 18. bis Mittwoch 30.Dez.. (51./51. KW) wurde der Vereinigungspreis mit 1,32 € je kg bzw. Indexpunkt unverändert beibehalten. Eine Spanne wurde nicht veröffentlicht. Die angekündigten Liefermengen der kommenden Woche bewegen sich mit 227.000 (Vorwoche 245.400) Stück auf ermäßigtem Niveau.
Der in Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 49./50. KW wurde unverändert beibehalten. Die Notierung für den Basispreis wurde für die Zeit vom 11. Dez bis 31. Dez. um – 5 ct/kg durchgehend festgelegt.
Die Schweinepreise in Spanien (18. Dez. 2014) sollen nochmal um - 0,2 ct/kg nachgeben.
In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 51. KW am Mo, 15.12. in Milano -3 ct/kg, in Modena -2 ct/kg und am Di in Reggio Emilia um -2,5 ct/kg notiert. Schwere Schweine über 110 kg SG hatten Abschläge um -3 ct/kg Die gemeldeten Schlachtzahlen sind um 6,6 % auf 46.335 Stück gestiegen.
Ausblick: Steigende Angebotsmengen in fast allen Ländern stoßen auf ein reges Vorweihnachtsgeschäft mit Frischware, während die Nachfrage nach Verarbeitungsware mit der letzten Vorweihnachtswoche spürbar abnimmt. Große Hoffnungen werden auf nachlassendes Lebendangebot in der Weihnachtszeit gesetzt.
Die US-Terminnotierungen bei den Lean Hogs tendieren in Richtung 1,40 € je kg, wobei der wechselnde Eurokurs zu Verzerrungen führt. Die PEDv-Fälle haben in der einsetzenden Winterzeit bisher nur wenig zugenommen. Die russischen Importausfälle drücken auf die übrigen Märkte. Für 2015 soll die US-Schweinefleischerzeugung um +4,3 % wachsen.
Die chinesischen Schweinepreise notieren mit 2,45 € je kg wieder im durchschnittlichen Bereich. Für das neue Jahr 2015 prognostiziert das USDA verstärkte chinesische Schweinefleischimporte auf 1,36 Mio. t bzw. +17 % einschl. Hongkong.
Der russische Schweinemarkt wird preislich in dreifacher Weise getrieben: (1) Hohe Transportkosten aus Überseelieferungen, (2) nachfragebedingt steigende Einstandspreise in den Lieferländern und (3) ein dramatischer Verlust der Kaufkraft des Rubel. Die Einfuhren brechen regelrecht ein. Politische Statements mit Hinweis auf die steigenden Selbstversorgungsgrade (?) sollen die Meinungen beruhigen. Die russische Seele ist leidensfähig.
Brasilianische Schweine liegen aufgrund der schwindenden Russland-Nachfrage bei 1,75 €/kg mit fallender Tendenz.
ZMP Live Expertenmeinung
Überwiegend stabile Schweinepreise bis zum Jahresende könnten ein erstes Weihnachtsgeschenksein, allerdings will keine rechte die Freude darüber angesichts des niedrigen Niveaus aufkommen. Im neuen Jahr wird man weitersehen. Insbesondere die Entwicklungen in Russland (Rubelkursverfall) verspricht keine erfreulichen Perspektiven, denn selbst brasilianische Ersatzimporte werden zu teuer. Brasiliens Exporte drücken daher in andere Märkte hinein und engen die Absatzspielräume für andere Anbieter mit der Folge von Preisdruck in allen Exportländern.
Eine denkbare russische Grenzöffnung verspricht wenig Hoffnung angesichts der schwachen Kaufkraft des Russischen Rubels.