Nochmals fallende Schweinepreise für 39./40. KW (Do, 25.09. bis Mi, 01.Okt.)
Die ISN-Internetbörse am Di, 23. Sep. 2014 hat zu einem Durchschnittspreis von 1,53 €/kg (- 1 ct/kg) bei einer Spannbreite von 1,525 bis 1,535 €/kg geführt. Von den 2.510 angebotenen Schweinen wurden 19,5 % nicht verkauft. Die zweite Internetversteigerung ist am Fr, 26. Sep. ab 11 Uhr morgens.
Allgemeine Markt- und Preisentwicklung:
Die Schlachtzahlen in ganz Europa nehmen signifikant zu. Das steigende Fleischangebot überfordert die Absatzmöglichkeiten des In- und Auslandsgeschäftes.
Aktuelle Marktlage in wichtigen Erzeugungsgebieten:
Dänemark: Dänische Schweinepreise wurden in der 39. KW um - 3 ct/kg gesenkt. Die Schlachtzahlen sind zwar wieder gestiegen, bleiben weiter mit - 2,8 % hinter den Vorjahreswerten zurück. Für die kommende 40. KW (29.09. bis 04.Okt.) wird der Basispreis um rd. – 5,3 ct/kg gesenkt.
In Frankreich/Bretagne wurden am kleinen Montagsmarkt (22.09.) – 1,1 ct/kg bei durchschnittlichen Angebotsmengen gezahlt. Beim Donnerstagmarkt 25. Sept. 14) wurden - 3,4 ct/kg bei steigendem Angebot bezahlt. Die gemeldeten Schlachtzahlen in ganz Frankreich liegen im oberen Segment.
Die niederländischen Schlachtunternehmen haben in der 39. KW von -10 bis - 12 ct/kg gezahlt. Die Schlachtzahlen liegen über dem Durchschnitt der letzten Wochen. Die Preise für die 40. KW sollen -3 bis - 4 ct/kg niedriger ausfallen
Belgien: Die Schweinepreise in der 39. KW wurden bei gestiegenen Angebotsmengen um - 7 bis -8 ct/kg zurückgesetzt. Die Schlachtzahlen liege wieder über Durchschnittsniveau. Die Notierungen der Schlachtunternehmen für die 40. KW wurden um -3 bis -4 ct/kg zurückgesetzt
Deutschland: Die gemeldeten Schlachtzahlen der Vorwoche fielen mit rd. 1.036.096 (Vorwoche 1.024.015 Vorvorwoche 1.011.393) Stück zum wiederholten Male stärker aus. Für die kommende Periode von Donnerstag 25.09. bis Mittwoch 01.Okt. (39./40. KW) wurde der Vereinigungspreis auf 1,46 € je kg bzw. Indexpunkt nochmals um - 4 ct/kg gedrückt. Die Spanne reicht von 1,45 bis 1,50 €/kg. Die angekündigten Liefermengen der kommenden Woche bewegen sich mit 251.522 (Vorwoche 256.804) Stück auf höchstem Niveau seit Monaten.
Der in Österreich geltende Mastschweine-Basispreis für die 38./39. KW wurde um - 10 ct/kg gesenkt. Die Notierung für die kommende 39./40. KW wurde in Anlehnung an die deutsche Vorgabe um - 4 ct/kg gesenkt
Die Schweinepreise in Spanien (25.Sept. 2014) sind um - 5,5 ct/kg (gesenkt worden
In (Ober-)Italien wurden Schweinepreise in der 39. KW am Montag (00.09..), in Modena um – 3,2 bis - 4 ct/kg gesenkt. Am Dienstag (23.09.) wurde in Reggio Emilia – 3 bis – 3,4 ct/kg notiert. Am Mi, 24.09. wurden in Cremona - 3 bis - 6 ct/kg gezahlt. Die gemeldeten Schlachtzahlen liegen wieder deutlich über 40.000 und sind für den Verkauf zu groß. Insbesondere die schweren Klassen oberhalb von 120 kg haben noch Absatzprobleme.
Der mittlerweile aufgebaute Absatzstau und die anhaltend hohen Voranmeldungen lassen auch für die kommende Woche nichts Gutes erahnen.
Die US-Terminnotierungen bei den Lean Hogs haben sich nach einem Preisrückgang im August im Monat September wieder zwischen 1,70 bis 1,75 €/kg festgesetzt. Die kommende Schweinezählung Ende der Woche dürfte neue Akzente setzen. Man erwartet wieder steigende Bestände!
Die chinesischen Preise notieren zwischen 2,40 bis 2,50 € je kg – wieder im knapp durchschnittliche Bereich.
Russische Schweinepreise stehen wieder auf dem Niveau von 3,40 €/kg SG. Die russische Fleischindustrie sitzt in der Zwickmühle zwischen gestiegenen Einstandspreisen und politisch gedeckelten niedrigen Verbraucherpreisen. Ein Aufbau der russischen Schweinefleischerzeugung kann nur funktionieren, wenn auf allen Ebenen der Vermarktung mitgezogen wird.
Brasilianische Schweinepreise haben aufgrund der Russland-Nachfrage mit 1,97 €/kg Rekordniveau erreicht. Bei fallenden Futterkosten erwarten die Brasilianer ein dickes Geschäft im Schweinebereich, zumindest so lange wie die russische Importsperre für die EU und Nordamerika gilt. Letzte Produktionsreserven werden mobilisiert, aber nur wenig gebaut. Ein Jahr russische Importsperre ist zu kurzfristig für Investitionen.
ZMP Live Expertenmeinung
Die niedrigen Schlachtzahlen um die 950.000 Stück je Woche während der Sommerperiode und die "bescheidene" Grillnachfrage haben zu Schweinepreisen geführt, die einen Selbstversorgungsgrad von 110 % und die russische Importsperre vorübergehend vergessen machten. Schlachtzahlen um und über 1 Mio. Stück über mehrere Wochen hinweg überfordern schlicht den Inlandsabsatz. Jetzt wäre dringend der Drittlandexport gefordert. Aber wo und wie sind 650.000 t ausfallende Russlandausfuhren alternativ unterzubringen? Der gesamte Asienexport der EU kommt gerade mal auf die Hälfte. Da noch draufsatteln?
Ein wenig hilfreich ist der schächelnde Eurokurs. Dauerhaft niedrige Preise sind da schon verlockender, aber für wen? Aus dem Stand heraus läßt sich ein neu aufzubauender vertraglich abgesicherter Drittlandsabsatz mit Liefer-,Transport-, Qualitäts- und Zahlungsgarantien nicht realisieren. Schon gar nicht im internationalen Geschäft ohne ausreichende Rückendeckung durch Gerichtsbarkeit und Klagerecht.