Kartoffeln: Anbaufläche erneut minus 2 % / Preisphantasie
Seit vier Jahren nimmt die Kartoffelanbaufläche in Deutschland stetig ab. Das statistische Bundesamt ermittelte in einer ersten Schätzung für 2003 nur noch 278.300 ha (minus 2 % zum Vorjahr oder minus 9,8 % zum Jahr 1999). Da besonders in den Zukaufregionen Baden-Württemberg (minus 12,1 % gegen Vorjahr) und Rheinland-Pfalz (minus 15,4 % gegen Vorjahr) die Gesamtanbaufläche deutlicher als im Bundesmittel zurückgenommen wurde, erhoffen sich nun die klassischen Versandregionen Niedersachsen, Bayern und Sachsen-Anhalt bessere Absatzchancen in der kommenden Vermarktungssaison.
Das hochsommerliche Wetter sorgt zudem für eine weitere Preisphantasie der Marktbeteiligten. Bei zu trockenem Wetter in grossen Teilen der Bundesrepublik setzen die Kartoffelstauden eine geringere Anzahl von Knollen, was sich massgeblich auf die Gesamternte auswirken dürfte. Die bullische Stimmung an der Börse rührt aber auch aus dem aktuellen Marktgeschehen. Frühkartoffeln bleiben zumindest bis Pfingsten knapp und sehr teuer. Anschliessend dürfte der jahreszeitlich übliche Preisverfall einsetzen, jedoch nicht so heftig, wie in anderen Jahren, denn auch in anderen Ländern Mitteleuropas fließt das Frühkartoffelangebot gut ab. In Frankreich und Belgien zum Beispiel, wo regional das Überangebot droht, zeigen sich rasch gute Exportmöglichkeiten nach Tschechien, Polen oder Skandinavien.
(Quelle: Statistisches Bundesamt / Tagesbericht Hansa Terminhandel)