Bauer Bernie
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Ebermast: Was kommt ?

Dieses Thema ließ mich seither ziemlich kalt. Wenn es denn sein muß wird man sich eben damit arrangieren.
Wenn man sich näher damit befasst sieht man das ganze differenzierter.
(Auszüge eines Vortrags von Professor Dr. Branscheid MRI Kulmbach)

Laut Experten bringen Eber in den jetzigen Masken wegen besserer Futterverwertung, magerer Bäuche, generell weniger Fett ca 7 % mehr Geld. Wunderbar.
Täuschen wir uns aber nicht, die Masken und Abrechnungen werden mit Sicherheit geändert.
Na ja, wenn unterm Strich alles beim alten bleibt, was soll´s.

Gott sei Dank sind Eber wie man jetzt weiß nicht stressempfindlicher als Börge, leider wird wegen des höheren Anteils an ungesättigten Fettsäuren die Wurst schneller ranzig und das Eberfett ist deshalb weniger brauchbar. Egal Fett ist sowieso ungesund, nehmen wir´s als Schmierstoff.

Wo liegt dann das Problem ??

Anders als z.B. Ami´s oder Engländer schmeckt der und nochmehr die "Deutsche", Skatol(das ist der Hauptverantwortliche Stinkstoff) stärker. Unser Verbraucher ist also empfindlicher. Im Gegensatz zum anderen mitverantwortlichen Ebergeruchsstoff, dem Androstenon, den die einen mehr und die anderen weniger schmecken mögen, mag Skatol keiner, denn Schei... schmeckt eben nach Schei...

Wie kann man Skatolgehalte senken ?

Versuche laufen derzeit mit Impfungen als Ferkel und mit 80 kg LG die sog, Immunokastration. Dass es trotzdem Stinker gibt ist nicht auszuschließen.
Den Gehalt kann man mit Inulinfütterung, z.B. in Rübenschnitzel enthalten, 8 Tage vor der Schlachtung absenken. Nach dem Schlachten kann man das Fleisch hitzebehandeln mariniern mischen oder verdünnen um den Gestank zu mildern.
Vor Jahren wurde großspurig verkündet man könne Skatol und Androstenon technisch bestimmen. Nun musste man kleinlaut zugeben, daß man nicht zu 100 % die Stinker detektieren kann.

Man stelle sich vor ein halbes Prozent der richtigen "Männer" wird nicht gefunden und geht in die Theken. Mal sehen wie schnell die Hähnchenbranche den verlorenen pro Kopf-Verbrauch an Schweinefleisch ausgleichen wird.

Anderes Problem: Bei angenommenen 20 Mio Ebern pro Jahr weiß man daß 10 % ungenießbar sind. Das wären 200 000 Tiere produziert für den Müll.
Oder möchten vielleicht die Kastrationsgegner die uns diese Suppe eingebrockt haben dieses Fleisch als Delikatesse verspeisen.
Tierschutz sieht anders aus !!!

Gespaltene Meinungen der Schlachtbranche:

Tönnies schlachtet derzeit 400 Eber täglich und will richtig puschen. Die Konkurrenten Westfleisch, Vion usw. werden dadurch gereizt bis auf´s Blut und können fast nicht länger zuschauen wie der Konkurent auf Tierschutz macht und Pioniergewinne einstreicht.
Wenn er die 400 Tiere ins Hackfleisch größzügig vermengt ist mit Sicherheit keine Geschmacksabweichung mehr feststellbar, war er doch auch der Erste der in großem Stil Altsauen hochprofitabel schlachten und vermarkten konnte.

Was wäre die Alternative ?

Untersuchungen haben ergeben, daß Schmerzmittel wie z.B. Metoxicam das Schmerzempfinden bei der Kastration um ca. 80 % reduzieren. Nach 28 Stunden ist die Empfindung der Tiere wie vor der Kastration, also kein Schmerzempfinden mehr messbar.

Fazit: Ebermast ist mit Sicherheit für die deutsche Schweine und Nahrungsmittelbranche nicht die beste Lösung.
Wir machen damit die hohe deutsche Schweinefleischqualität zur Sau, auf die wir als mittlerweile Exporteur so dringend angewiesen sind.

Hier müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um diesen schon fahrenden Zug noch zu stoppen. Hier kann der DBV was richtig sinnvolles für seine Mitglieder tun.

Mfg
BB

Geschrieben von Bauer Bernie am
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