RWE-Chef warnt vor Folgen des beschleunigten Atomausstiegs - SZ
DJ RWE-Chef warnt vor Folgen des beschleunigten Atomausstiegs - SZ
MÜNCHEN (Dow Jones)--Der RWE-Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann hat vor den Folgen des beschleunigten Atomausstiegs gewarnt. So gerate die Branche der Energieerzeuger zunehmend unter Druck. "Der Wertverlust unserer Aktie macht mir Sorge", sagte Großmann mit Blick auf den Essener Konzern im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ - Freitagsausgabe). Die Gefahr einer feindlichen Übernahme wachse - zumal der Konsolidierungsdruck in Europa weiter steige.
Das zunehmende Risiko von Stromausfällen in Deutschland nannte Großmann eine reale Gefahr und rief die Bundesregierung auf, eine Möglichkeit zur nachträglichen Anpassung der Ausstiegsbeschlüsse zu schaffen. "Warum soll nicht 2018 oder 2019 überprüft werden, ob wir mit der geplanten Wende im richtigen Korridor sind? Schaffen wir den Ausstieg 2022 wirklich?", so Großmann. Ihm als Unternehmer bereiteten Worte wie "alternativlos" oder "unumkehrbar" Sorgen.
Darüber hinaus kündigte Großmann neue Klagen wegen des Atomausstiegs an. "Die Brennelementesteuer ist aus verfassungsrechtlicher und EU-rechtlicher Sicht bedenklich und angreifbar", sagte Großmann. Es würden deutlich mehr Gründe für eine Klage als dagegen sprechen. Auch Schadenersatzforderungen seien möglich, denn dem DAX-Konzern entgingen Milliardeneinnahmen.
DJG/brb/bam (END) Dow Jones Newswires
June 09, 2011 13:04 ET (17:04 GMT)
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