Seemanöver: Konflikt zwischen China und Vietnam verschärft sich
Hanoi 13.06.2011 (<a href="http://www.emfis.com/">http://www.emfis.com</a>) Der Konflikt um mehrere Inselgruppen in der südchinessichen See hat eine neue Ebene erreicht.
Die vietnamesische Marine begann heute mit Seemanövern in den von mehreren Ländern beanspruchten Gewässern. Dabei soll auch scharfe Munition abgefeuert worden sein. Offizielle in Vietnam bezeichneten das Manöver zuvor als "Routineübung", das in keinem Zusammenhang mit den jüngsten Streitigkeiten mit der Volkrepublik China stehe.
Zuletzt war es in diesen Gewässern zu einem weiteren Zusammestoß gekommen, der von chinesischer und vietnamesischer Seite jeweils unterschiedlich geschildert wird. Die vietnamesische Seite behauptet, chinesische Boote hätten versucht, mehrere Unterseekabel zu zerstören, mit denen Vietnam in seinen hoheitlichen Gewässern seismische Messungen habe durchführen wollen. Die chinesische Version lautet dagegen, dass es sich bei den chinesischen Schiffen um Fischerboote gehandelt habe, die ohne Not und gegen geltendes Recht von der vietnamesischen Marine aufgebracht worden seien.
Anti-chinesische Demonstrationen
Neben dem vietnamesischen Manöver könnte sich China auch durch neuerliche anti-chinesische Demonstrationen provoziert fühlen, die am Wochenende in Hanoi und Saigon stattfanden. Die Proteste der Bevölkerung genießen offenbar die Billigung der dortigen Regierung, die gegen Demonstrationszüge ansonsten rasch vorgeht.
US-Vermittlung nicht erwünscht
Bei den umstrittenen Inseln handelt es sich unter anderem um die Spratly-Inselgruppe, die als sehr fischreich gilt, und wo große Ölvorkommen vermutet werden. Die Inseln werden von mehreren Anrainerstaaten für sich beansprucht. Die USA hatten sich im vergangenen Jahr besorgt zu dem Konflikt geäußert, und ihre Vermittlung angeboten. Dies wurde von chinesischer Seite allerdings brüsk zurückgewiesen.