Kobban
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Aktienkultur: Die Börse ist zum Casino verkommen ?

Aktienkultur - die Börse ist zum Casino verkommen - viele Anleger haben von der Börse die Nase voll - sie halten sie für ein Casino

Von Michael Höfling und Frank Stocker

Berliner Morgenpost ( 25.01.09) - Zwei fulminante Börsencrashs binnen einer Dekade haben den Glauben an die Überlegenheit der Aktie als Anlageinstrument erschüttert. Richtig anfreunden konnten sich die Deutschen nie mit der Börse. Einige wenige Aktienbesitzer sind noch übrig. Auf der Spur einer aussterbenden Spezies.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article1021725/Die_Boerse_ist_zum_Casino_verkommen.html)

Geschrieben von Kobban am
wuelle
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Die Börse ist kein Kasino, sondern ein Selbstbedienungsladen für die Angestellten. Jüngstes Beispiel sind die 450 Mio Dollar Bonuszahlungen der AIG, an ebenjene 400 Mitarbeiter, die dafür georgt haben, dass der amerikanische Staat sich genötigt sah, den Versicherungsriesen durch die Bereitstellung von 150 Mrd US Dollar vor dem Untergang zu bewahren.

Was man verspricht, das sollst du rein genießen,
Dir wird davon nichts abgezwackt.
Mephisto, Faust I

Nach Aussagen der Firma AIG möchte man diese Experten für Credit Default Swaps (CFD) mit den Sonderzahlungen ans Unternehmen binden.

CFD = Cash für Dummies

Kobban
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@ wuelle [#2]

Maln paar provokative Sätze, wie Sanktionieren u. Nichtsanktionieren in "normalen" Zeiten gehandhabt werden (falls man unter Bonuszahlungsverweigerung eine Sanktion verstehen will):

Der Vollzug von Sanktionen hat seine eigenen dysfunktionalen Folgen. Weil Sanktionen formal sind, macht ihre Durchführung die Fehler publik, und das oft sehr detailliert. Das kann dem Ansehen der Person, ihrer weiteren Verwendbarkeit, vor allem aber dem Ansehen der ganzen Organisation schaden (falls der Ruf noch nicht restlos ruiniert), und zwar sowohl bei den eigenen Mitgliedern als auch bei Nichtmitgliedern.

Aus solchem Grunde besteht in recht vielen formal organisierten Systemen eine begreifliche Zurückhaltung bei der Sanktionierung von Mitgliedern, die Entscheidungsträger sind. Sanktionen können falsche Personalentscheidungen offenlegen, (damals eigentlich richtige) Sachentscheidungen der Vergangenheit nachträglich diskreditieren, die innere Disziplin beeinträchtigen und das Gesamtbild der Organisation beflecken (wäre ja ne Selbstbefleckung!), für das die entscheidenden "Statusträger" im besonderem Maße repräsentativ sind.

Daher befinden sich in so vielen Systemen Versager, die nicht als solche behandelt werden. Werden nun Sanktionen ganz unvermeidlich, so versucht man sie in eine Form zu kleiden, die es erlaubt, so zu tun, als ob sie gar nicht stattgefunden hätten. : in freiwilliges Ausscheiden, Versetzungen, Kompetenzänderungen oder sogar auch Beförderungen.

Doch auch der umgekehrte Fall ist natürlich denkbar: dass nämlich barbarische Zeremonielle von öffentlichen Gerichtsverfahren, welche die Masken zerstören, um eine gerechte Strafe zu produzieren, die einzige Möglichkeit ist, das System/die Organisation von Fehlern zu distanzieren, die begangen worden sind.. Jetzt werden Fehler als persönliche Schuld dargestellt und der streng juristische Argumentationsstil begrenzt dabei die Relevanz der Verteidigungsmittel dergestalt, dass der Beschuldigte nicht in der Lage ist, auszupacken und Hintergründe auszubeleuchten. Er wird daran durch ein komplizenhaftes Zusammenspiel von Ankläger und Gericht gehindert, das ihm wie eine heimlich verabredete Konspiration erscheinen mag.

Ob die Taktik unsichtbarer Korrekturen oder förmlicher Sanktionsverfahren angewandt wird, hängt von einer Reihe verschiedenster Umstände ab - vor allem doch davon, ob und wie detailliert der Fehler schon bekannt ist und ob er überhaupt juristisch isolierbar ist.

Im Schatten des Legitimitätsmonopols sind die Halb- und Viertelillegalitäten aufgezogen worden und die einflußreichen Cliquen handelten ja unökomomisch, wenn sie freiwillig das aufgäben, was sie mit schlechtem oder ohne Gewissen lukkrativ weiterbetreiben können.

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