Altervorsorge auf TMW
Ich schätze dieses Forum wegen der großen Kompetenz der meisten Mitglieder und der teils enormen Hilfsbereitschaft. Im Augenblick beschäftige ich mich mit dem Thema "private Altersvorsorge" - denn das bei vielen Versorgungslücken auftreten, wenn nicht privat vorgesorgt wird, ist ja bekannt.
Meine Idee ist, das hier in dem Thread Ideen und Hinweise auf u.U. sinnvolle Produkte oder Ranglisten solcher zusammengetragen werden sowie auf den Unsinn einiger Produkte, die vielleicht "lieschen Müller" für unverzichtbar hält.
Was haltet Ihr davon?
Du kennst ja den Thread:
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=85498&CP=0&F=47
Hinsichtlich der meisten privaten Altersvorsorgemodelle (z. B. Rürup)
denke ich, dass ein großer Teil der staatlich gewährten finanziellen Unterstützungen (z. B. Steuervorteile)
von den Versicherungsunternehmen abgegriffen werden.
Wir sind ja in einem Thread, da darf ich (ausnahmsweise) auch mal polemisieren:
Ich halte viele Varianten privater Altersvorsorge in Deutschland für ein bewusst von staatlicher Seite veranlasstes Konjunkturprogramm für die Versicherungswirtschaft.
Herr Rürup hat meiner Meinung nach genau gewusst, was er gemacht hat und seine Vergütung dafür erhalten!
Ich wäre auch sehr daran interessiert hier einen (nicht all zu polemischen) Gedankenaustausch zu diesem Thema zu erhalten.
- eine Form wären ein paar gut erzogene Kinder denen es selbst wirtschaftlich gut geht und die nicht allzuweit verstreut/verteilt wohnen... aber nicht planbar, also keine direkte Option
- ein Haus, groß genug das notfalls auch eine private Pflegekraft darin mit wohnen kann, das ist planbar und gehört auch bei mir dazu. Für die "Lage" gibt es auch ein paar Regeln: Nicht in Küstennähe, nicht an Flüssen, nicht in Bergtälern und nicht im (Hoch)gebirge. In der Nähe eines kleinen Binnensee am Rand einer mittleren bis kleineren Stadt in einer Hochebene steht so ein Haus als Alterssitz am sichersten.
- bevor ich an Geld denke, denke ich lieber noch an ein zweites Haus, nur eben nicht in Deutschland sondern lieber im Ausland. Solange die noch Leute rein lassen, ist Norwegen zumindest aus meiner Sicht einen Grundstückskauf wert.
- Geld... am besten lebt es sich wenn man so wenig wie möglich davon braucht! Daraus folgt, das es sich durchaus rechnen kann, wenn man stat maximal zu sparen sein Geld lieber sinnvoll in seine größtmögliche Unabhängigkeit investiert... also z.B. mehrere autarke Vollheizsysteme (Erdwärme+Solar+Holz) und noch ein paar Solarzellen für etwas eigene Elektrizität für die Wärmepumpe. Und ganz ehrlich, an die Umwelt denke ich hierbei NICHT. Bei der Erdwärmebohrung fällt auch noch ein eigener Brunnen ab und ein großes Loch für einen großen Regenwassertank als Brauchwasserspeicher gibt es auch.
So, jetzt sitzen wir trocken, haben es warm und hell und können auch planschen. Wenn wir jetzt noch etwas gegen die Einsamkeit gefunden haben, was bis dahin nicht verloren geht, dann bleibt noch die Sache mit der Pflege, die notfalls eben mit im Haus wohnen kann und so auch selbst versorgt ist.
=> Geld... wozu eigentlich? OK wenn man was hat kann man es sich gut gehen lassen und verreisen, aber ich werde alles dafür tun, das mein ruhiger Lebensabend sowenig wie möglich vom Geld abhängt. Gesundheit wäre noch ein Thema, nur auch die kann man sich nicht kaufen wenn es zu spät ist. Also lieber so früh wie möglich alles reparieren lassen...
(z.B. lieber schon heute ein paar Implantatanker für's spätere Gebiss im Kiefer, statt dann ein großes Gebiss am Gaumen, oder doch regelmäßig immer gute Brillengläser, oder für sportlich faule eine Fettabsaugung / Magenverkleinerung selbst bezahlen, aber nicht wegen der "Schönheit", es ist auf Dauer besser für den Kreislauf)
Leider decken sich meine/solche Planungen überhaupt nicht mit den staatlichen Förderprogrammen. Trotzdem lieber investiere ich mein normal verteuertes Einkommen in solche Dinge, als das ich steuermindernd versuche reines Geldvermögen anzusparen. Und es geht mir auch nicht um Inflation, denn mit einem Haufen Gold kann man direkt auch wenig anfangen und muss für alles was man ständig braucht und nicht selbst hat regelmäßig zahlen...
Muss aber jeder selber wissen und meine Überlegungen sind nicht "massentauglich", da reicht schlicht der Platz nicht. Größtmögliche Unabhängigkeit ist heute mein Luxus und mir diesen zu erhalten, das ist das Ziel meiner Altersvorsorge.
Die aus meiner Sicht einzige wichtige Versicherung ist eine gute Krankenversicherung in jungen Jahren. Je jünger man bei Privaten anfängt um so besser, denn dann wird und bleibt es relativ preiswert. Bei größerer Familienplanung aber lieber nur eine private Zusatzversicherung, sonst kann es sehr teuer werden. Anstelle externer Vollpflege setze ich lieber auf privat organisierte "häusliche Pflege im Angestelltenverhältnis". Da reicht sogar das, was die normale Pflegeversicherung derzeit hergibt. Wer in ein privates Sanatorium mit 7x24h Service will, der soll eben dafür vorsorgen, meine Prioritäten liegen anders.
Ich lasse mich von MLP beraten - und fühle mich gut beraten.
@ peterg [#2]
"... meisten privaten Altersvorsorgemodelle (z. B. Rürup) denke ich, dass ein großer Teil der staatlich gewährten finanziellen Unterstützungen (z. B. Steuervorteile) von den Versicherungsunternehmen abgegriffen werden."
Kann ich nicht bestätigen. Meine Steuerersparnis ist wesentlich größer als Gebühren und Provision.
@ JRM [#1]
Die Faustregel bei MLP (ist nur eine Faustregel, natürlich ist das stark abhängig von der Situation des Einzelnen) lautet:
Riester > Rürup > Lebensversicherung
D.h. für die meisten Leute ist Riester das Rentabelste. Die Förderung hängt vom Einkommen ab. Wenn das Einkommen einigermaßen groß ist, ist es ziemlich schwer, mit anderen Anlageformen die Nachsteuerrendite von Riester zu schlagen.
@ TimeTrade [#3]
Coole Überlegungen. Thanks for sharing.
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Eines würde ich aber gerne korrigieren: "Die aus meiner Sicht einzige wichtige Versicherung ist eine gute Krankenversicherung in jungen Jahren."
Eine Privathaftpflicht ist (neben den Zwangsversicherungen) die erste, wichtigste Versicherung. Über alle anderen kann man diskutieren, darüber nicht.
@ Asamat [#5]
... das mit der privaten Haftpflicht ist akzeptiert und auch so gemacht, denn für den Fall das meine Faust mal unabsichtlich im Auge eines anderen landet, will ich ja den Rest nicht ungewollt riskieren:)
Trotzdem bleibe ich dabei, die Krankenversicherung ist die wichtigste Versicherung!
- Ohne Haftpflicht hebt man im Fall der Fälle die Hand und nach 6Jahren Privatinsolvenz ist man alles los und kann bei NULL anfangen.
- Ohne Krankenversicherung oder ohne Anspruch auf bestimmte Leistungen lebt es sich sehr schlecht und qualvoll. Es gibt Selbständige oder Hausfrauen, die sparen hier am falschen Platz und kommen da in Situationen die man in D eigentlich nicht für möglich hält
=> im Notfall riskiere ich lieber mein Vermögen als meine Gesundheit... Vermögen & Geld ist immer ersetzbar, aber die Medizin kann nachträglich nicht alles wieder richten !!!
@ TimeTrade [#6]
Bin komplett einverstanden, sehe ich alles auch so. Darum schrieb ich ja "neben den Zwangsversicherungen", denn die meisten Leute haben nicht die Wahl, sich nicht krankenversichern zu lassen. Wenn man die Wahl hat - da hast Du recht - ist es die wichtigste Versicherung (solange das Vermögen nicht im neunstelligen Bereich liegt).
Die Invaliditäts und Berufsunfähigkeitsversicherung taucht hier nirgends auf. Jeder junge Mensch sollte darüber nachdenken.
TimeTrade, Asamat & Co haben wahrscheinlich Anwartschaften aus Firmenvereinbarungen oder Miet/Zinseinkünfte. Aber ein Youngster fängt hier bei null an.
Wir wissen ja alle wie die Sache mit den schwarzen Schwänen verlaufen kann....
MfG
hw
Seid ihr alle Versicherungsvertreter oder was -? :-)
"Die aus meiner Sicht einzige wichtige Versicherung ist eine gute Krankenversicherung in jungen Jahren."
1. Wenn Du nicht ein gewisses Einkommen erreichst bleiben Dir private KV verschlossen. Dann kannst Du höchstens eine Zusatzversicherung machen.
2. Was bezeichnest Du als "gut". Manche der besonders preisgünstigen privaten KV sind mittlerweile berühmt berüchtigt dafür Leistungserstattung zu verwehren. Das läuft dann so ab, dass sie die Arztrechnung mit teilweise nicht nachvollziehbaren Begründungen nicht erstatten. Auf den Kosten bleibt dann entweder der Patient oder der Arzt sitzen (denn wer klagt schon gegen die KK).
3. Natürlich sind die Prämien bei einer privaten KK im jungen Alter niedriger. Nur, wie sich diese weiter entwickeln, ob Dein Tarif nicht vielleicht von der Versicherung irgendwann geschlossen wird etc. weißt Du nicht.
Gesetzlich KK + private Zusatzversicherung für bestimmte Leistungen ist sicher ein sinnvoller, viel begangener Weg.
"Kann ich nicht bestätigen. Meine Steuerersparnis ist wesentlich größer als Gebühren und Provision."
Wenn es um Basisrente geht, kannst Du natürlich recht haben, wenn Du:
a. ein älterer Jahrgang bist
b. viel verdienst (hohe Steuerlast hast)
c. damit rechnest (statistisch) nicht sehr alt zu werden.
Ansonsten: Rechne das Ganze nochmals nach-!
Hast Du berücksichtigt, dass Du in der Auszahlungsphase bei Rürup Steuern zahlen musst ?
Hast Du berücksichtigt, dass Du Gebühren und Provisionen meistens gleich zahlen musst Steuern aber erst anschließend sparst ?
"Die Faustregel bei MLP (ist nur eine Faustregel, natürlich ist das stark abhängig von der Situation des Einzelnen) lautet:
Riester > Rürup > Lebensversicherung"
Wenn Du z. B. selbständig bist, kannst Du keinen Riestervertrag machen. Somit bleibt sinnvollerweise als staatlich geförderte Altersvorsorge nur Rürup.
Sicher bietet MLP aber doch auch Sparplanmodelle als Altersvorsorge an oder ?
Falls nicht, hast Du Dir mal überlegt, warum nicht?
@ hardworker [#8]
sorry, das mit "Invaliditäts und Berufsunfähigkeitsversicherung" sehe ich anders...
Gerade in jungen Jahren hat man nur begrenztes Einkommen, also ausgeben für was: Bildung, AnsparRente, Wohneigentum, Ausbildung der Kinder,...
Die "Invaliditäts und Berufsunfähigkeitsversicherung" gehört leider zu den teuersten Versicherungen. Ich ordne diese persönlich unter normales "Lebensrisiko" ein, was im WorstCase Prinzip auch schon durch die Pflegeversicherung mit abgedeckt wird. Muss aber jeder selbst wissen. Trotzdem, ich behaupte die Statistik gibt mir recht und ich kann das Geld, was mich die Absicherung dieses Risikos kosten würde, selbst besser investieren.
Sicher, man kann auch mit "VollKaskoMentalität" versuchen alles bestmöglich abzusichern, nur dann beraubt man sich aus meiner Sicht der Möglichkeiten für eigene Ziele. (und finanziert Versicherungen, die für mich nichts weiter wie "Einweg-Sparkassen" sind und mit denen ich sowenig wie möglich zu tun haben will)
Erst mal: finde ich sehr erfreulich, das der Thread "lebt" - also verdiente Mitglieder Meinungen äußern.
@ Asamat: wenn Du MLP lobst, können die so schlecht nicht sein. Bist ja als überdurchschnittlich verdienender Akademiker auch deren Zielgruppe.
Ich lasse jetzt mal die "Hosen runter" (bitte kurz Augen schließen) und gebe etwas tieferen Einblick in meine Situation:
- männlich, 33 Jahre alt, kaum Vermögen, eher bescheidener Lohn mit Aussicht auf max. 200 € Rücklage / Monat .
Für mich stellt sich die Frage nach der privaten Rentenversicherung - dort müssen nur 18% der Auszahlungen versteuert werden. Gibt es dazu Meinungen?
@ TimeTrade [#10]
Kfz und Krankenversicherung sind sowieso Pflicht.
Ich bleibe dabei, das nächstwichtige Risiko ist U und I.
Schon in jungen Jahren ist für meinen Geschmack eine Kapital-LV zu teuer und wohl jeder hier im chat glaubt, daß er den 2/3-Kapitalbildungsanteil bei privater Geldanlage übertreffen kann. Aber den Risikoanteil (ca. 1/3 der KLV-Prämie)kann man nicht kalkulieren. Es kann Dich morgen treffen , aber auch 90 jahre gut gehen. Eine BUZ geht meines Wissens nur als Zusatz zur Risiko-LV. Also für den 20-Jährigen Mini-RLV und 1000 Euro BUZ als mtl. Rente. Dürfte unter 200 Euro pa zu haben sein. Wenn Du heute mit 30 Jahren durch schwerer MS oä Pflegefall wirst, brauchst die gewiß die 1000 zusätzlich zu den Leistungen aus der gesetzlichen Pflegevers. um Deinen Lebensstandard und vor allem auch Deiner Frau und der 2 kleinen Kinder nicht zu dramatisch zu verschlechetrn.Wenn Du erst mit 32 einsteigst, kostet die Versicherung schon viel mehr.
Weil für den 20-jährigen die Chance auf Unfall(Tod oder Inval.) höher ist als an Herz-Kreislauf-oder Alterserkr. zu sterben oder eingeschränkt zu werden, kann er mit 100 Tsd Unfallvers. unter 100 Euro pa eine hohe Summe absichern. Es gibt bei manchen Vers. die Möglichkeit, bei Mini-Invalidität (zB kleiner Finger weg) nur kl. Entschädigungen zu erhalten und bei zB über 50% (Verlust eines Auges oder Beines oä) die 5 fache Summe zu erhalten. Natürlich kann man nicht alles versichern, aber gemessen an den Prämien deckt man hier recht große Summen ab.
Und wenn alles gut geht und Du bis 50 gesund bist und 1500 Euro Mieteinahmen hast, kannst Du ja die genannten Vers. wieder kündigen.
Übrigens meine ich gelesen zu haben, daß es auch einen Selbständigen-Riester gibt.
MfG
hw
@ JRM [#11]
Altersvorsorge ist in letzer Konsequenz nichts anderes als ein Anlageproblem.
Nicht mehr und nicht weniger.
Bisher war es doch so das die private Altersvorsorge letztendlich für viele Anleger die darauf gebaut haben, insbesondere Australien, USA zu einem Groschengrab geworden ist und man kann dabei alles verlieren.
Man kann bei diesem Thema Seiten um Seiten füllen.
Die Lebensversicherung dürfen Sie in Deutschland als legalen Betrug bezeichnen und das sagt doch schon alles.
Es ist in der Tat so das eine solide Beratung wirklich auf die individuelle Situation des einzelnen abgestimmt sein muss, das hört sich abgedroschen an, ist aber so.
Ich habe seit den 80er Jahren Aufgrund einer Empfehlung eines alten Hasens monaltlich einen Krügerrand gekauft. Eine Anlageform die mir bis vor wenigen Jahren auch keine Freude bereitet hat.
Mittlerweile sehe ich das anders.
Offen gestanden traue ich Anlageformen die vom Staat subventioniert werden nicht. Für mich sind das Konstruktionen bei denen man jetzt noch gutes Geld in schlechtes Geld tauscht.
Überlegen sie mal wie sich die Schuldensituation in den letzen Jahren entwickelt hat. Was glauben Sie werden die Gelder in 20 Jahren noch für Kaufkraft haben?
Vielleicht haben wir in wenigen Jahren schon eine Einheitsrente, wer weis.
Ich verzichte auf Subventionen von denen man erst am Ende was hat und lege meine Kohle liquide an und kaufe mir übersicihtliche Immobilien.
Das ist ein Markt der derzeit noch Tod ist, zumindest bei uns hier in der Gegend.
Wie gesagt schwierig einen Rat zu geben, nur trauen Sie niemals Konzepten des Staates.
@ benedikt54 [#13]
Grundsätzlich Zustimmung zur Skepsis.
Aber wer kann schon für mtl. 1000 DM und inzwischen sogar über 1000 Euro Goldmünzen kaufen?
Wie oft kaufst Du Immobilien und in welcher Preisklasse? Viele von uns schaffen so ca. alle 300 Jahre eine 100Tsd Euro ETW.
Wie schaffst Du Deine Vorgaben?
MfG
hw
@ hardworker [#14]
Also primär kaufe ich keine Krügerrand mehr, eigentlich schon nicht mehr als wir auf Euro Basis die 900 überschritten haben und die Edelmetalle immer bullisher bewertet wurden.
Ich kaufe mir Grundstücke und Wohnungen aus Versteigerungen.
Da ist viel Scheiss dabei, aber von 10 Angeboten klappt mal eines.
Mein Finanzierungsangteil liegt max bei 40%. Ich finanziere die gesamte Laufzeit des Objekts.
Es ist sogar so, das ich einen kleinen Teil der Goldmünzen für die Finanzierung verkaufe.
Objekte kaufe ich stets vor Ort, also die Region wo ich mich auskenne. Objekte irgendwo interessieren mich nicht. Ich muss in relativ kurzer Zeit die Immobilie erreichen können.
Ich bin überzeugt das auch die Wiederauferstehung der Immobilie kommen wird, obwohl derzeit wenig dafür spricht, aber auch bei einem Goldpreis von 250 Dollar hat wenig für steigende Kurse gesprochen.
Wichtig bei jeder Anlage ist aber das man sich nie in Zugzwang bringen darf.
Ich frage mich wirklich wie man bei exponentiellen Geldwachstum wirklich glauben kann, das man dies wieder auf normalen Weg bereinigen kann.
Ich denke, das es eine Rente geben wird die der der Einheitsrente sehr nahe kommt, und für den Rest ist jeder selbst veranwortlich.
willst Du uns noch verraten, was Du beruflich machst?
MfG
hw
@ hardworker [#16]
Wie nennt man denn jemand der überall ein wenig mitspielen will und der keine Vorgesetzen will?
Hätte ich keine Familie dann könnten sie mich sowieso schon lange.
Deine Antwort ist kryptisch und paßt auf viele erfolgreiche Leute, aber auch auf Pleitiers.
Es gibt viele selbständige Berufe.
Kannst ja mal die Branche nennen oder Dich als Jim Rogers outen.
Vielleicht hast Du's ja früher schon mal geschrieben und ich hab nicht aufgepaßt.
MfG
hw
@ hardworker [#18]
Komme aus dem Bankensektor.
bin gelernter Bankkaufmann
@ benedikt54 [#15]
Ich spiele leider nicht in der Liga, mir solche Dinge leisten zu können, nicht einmal eine selbstfinanzierte Immobilie ist drin.
Lebensversicherung "legaler Betrug"? Das bezieht sich wohl auf das Verhältnis von Auszahlung zu stillen Reserven, die die Konzerne für sich behalten. Fakt ist aber, eine gewisse Rendite ist mir sicher, was nun mal bei Aktienanlagen nicht der Fall ist.
Lustig in dem Zusammenhang, wie das Ende der Lebensversicherung in den letzten Atemzügen des Bullenmarktes 1999 hinausposaunt wurde.
Gibt es denn Empfehlungen für Kleinbürger / - sparer wie mich bezüglich seriöser Berater? MLP ist ja auch eher für gehobene Klientel.
@ JRM [#20]
Was ist denn ein seriöser Berater in Ihren Augen?
Ich habs ja schon geschrieben, eine seriöse Beratung passt sich an Ihren Bedürfnissen an.
Ein seriöser Berater wird die Produkte verkaufen welche Ihnen den grössten Vorteil bringen und nicht dem Verkäufer.
An Ihrer Stelle würde ich einfach Liquidität ansammeln und wenn genügend vorhanden auf die eine oder andere Anlageform ausweichen.
Börse ist die Suche nach aussergewöhnlichen Situationen, und die gibt es immer in gewissen Zeitabständen.
Nur ist ein positives Stimmungsumfeld für eine Anlage nie ein besonders guter Zeitpunkt zum investieren.
@ peterg [#9]
" "Kann ich nicht bestätigen. Meine Steuerersparnis ist wesentlich größer als Gebühren und Provision." Wenn es um Basisrente geht, kannst Du natürlich recht haben, wenn Du:
a. ein älterer Jahrgang bist
b. viel verdienst (hohe Steuerlast hast)
c. damit rechnest (statistisch) nicht sehr alt zu werden.
a) bin 45 (nicht Jahrgang :-))
b) yup
c) tja, also dreistellig sollte es schon werden ...
"Ansonsten: Rechne das Ganze nochmals nach-!"
Jetzt hast Du mich neugierig gemacht. Kannst Du Punkt c mal näher erläutern?
Generell gilt: jeder muß sich das für seine Situation durchrechnen (oder durchrechnen lassen lassen). Es hängt stark von den Lebensumständen ab. Bei mir kommt es z.B. bei diesen Produkten nicht auf Rendite, sondern auf Sicherheit an. Sie sind mein Netz unter dem Hochseil, damit ich etwas fürs Alter habe, falls ich mein Tradingkonto versenke.
"Hast Du berücksichtigt, dass Du in der Auszahlungsphase bei Rürup Steuern zahlen musst ?"
Da ich nicht Zumwinkel heiße: bei Rürup wie bei allen anderen Anlageformen auch. Worauf willst Du hinaus?
"Hast Du berücksichtigt, dass Du Gebühren und Provisionen meistens gleich zahlen musst Steuern aber erst anschließend sparst ?"
Nö, ich mach mir nicht so große Gedanken um Finanzsachen.
@ JRM [#11]
MLP sind Finanzberater, die vom Verkauf leben. Also ist deren Interesse und Dein Interesse nicht deckungsgleich. Wie immer bei allen Finanzangelegenheiten muß man sich also schlau machen, selber nachdenken und -rechnen, und vergleichen.
"MLP ist ja auch eher für gehobene Klientel."
Hast Du mal nachgefragt? Ich nehme nicht an, daß sie einen möglichen Kunden wegschicken. Laß es Dir ruhig durchrechnen und Dir Angebote machen. Beherzige allerdings die Skepsis von peterg: sie sind professionelle Verkäufer und verstehen als solche, ihre Sache gut darzustellen. Woraus nicht zangsläufig folgt, daß sie schlecht ist.
"... etwas tieferen Einblick in meine Situation ..."
"Für mich stellt sich die Frage nach der privaten Rentenversicherung - dort müssen nur 18% der Auszahlungen versteuert werden. Gibt es dazu Meinungen?"
Für eine vernünftige Beratung muß man mehr wissen, als Du hier erzählen kannst. Insbesondere ist auch die Lebensplanung wichtig: Familien und Kinder, usw. Ich weiß, das kann man mit 33 noch nicht unbedingt genau wissen, daher zählt Dein best guess bzw Deine Wünsche. Laß Dich professionell beraten. Es gibt auch unabhängig Berater, bei denen man Stundenlohn zahlt, und dafür erkauft, daß sie kein finanzielles Eigeninteresse bei der Empfehlung haben.
Alternative: trau Dich und mach es selbst, nicht mit Traden sondern mit ganz langfristigem Investieren. Steck das, was Du zurück legen willst, in x-Tracker auf den MSCI World, oder einen anderen, geeigneten Index. Verkauft wird erst, wenn Du 65 bist. Vermutlich erzielst Du damit ein ziemlich ähnliches Ergebnis wie die Profis, deren outperformance sie im Zweifel mit Gebühren wieder abschöpfen. Du hast die Vorteile:
- daß Du viel flexibler bleibst und alle paar Jahre den Plan anpassen kannst, und
- daß es Spaß macht, das selbst zu machen. Wenn Du in ein paar Jahren dick im Plus bist, wirst Du auch stolz darauf sein (und sein können!).
Zwei Nachteile:
- Du brauchst recht viel Disziplin, denn Du darfst es nicht schleifen lassen; und nicht in Versuchung kommen, zu verkaufen, wenn es fällt. Es darf kein Trading werden.
- Du kannst niemand anderem die Schuld geben, wenn es schief geht. Vielen Leute hilft das, wenn es auch am Ergebnis nichts ändert.
Letztlich wirst Du mit beiden Methoden kein wesentlich anderes Ergebnis erzielen: wenn die Börsen gut laufen, gehen sowohl Dein x-Tracker wie die Riester-, Rürup- und Renten-Sparpläne gut. Und falls sich Aktien in 30 Jahren tatsächlich nicht besser als eine Null nach Inflation entwickelt haben sollten, wird es genauso auch mit den Sparplänen und allen anderen Rentenversicherungen essig.
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Ist aber keine triviale Entscheidung. Wenn Du eher der grüblerische Typ bist, der sich gerne mal Sorgen macht, laß es lieber andere machen. Dann schläfst Du besser.
@ benedikt54
"Es ist in der Tat so das eine solide Beratung wirklich auf die individuelle Situation des einzelnen abgestimmt sein muss, das hört sich abgedroschen an, ist aber so."
Genau. Anders geht es nicht.
"Offen gestanden traue ich Anlageformen die vom Staat subventioniert werden nicht."
Verstehe ich nicht. Klar sind Subventionen an sich schlecht, aber wenn man sie selbst bekommt ...
:-)
Der Sozialstaat ist doch eine große Umverteilungsmaschine von Mittelschicht nach Mittelschicht. Da sollte man sich nicht zieren, seinen Anteil zu nehmen.
"Ich bin überzeugt das auch die Wiederauferstehung der Immobilie kommen wird, obwohl derzeit wenig dafür spricht, aber auch bei einem Goldpreis von 250 Dollar hat wenig für steigende Kurse gesprochen."
Immobilien in DE werden in den kommenden Jahrzehnten mit dem Gegenwind der Demographie kämpfen. Das ist für die meisten Standorte eine schwere Belastung. Ausnahme sicherlich alles, was geeignet für Senioren ist.
@ JRM [#20]
"Gibt es denn Empfehlungen für Kleinbürger / - sparer wie mich bezüglich seriöser Berater?"
Lege dir Kostolany-Bücher zu und studiere sie, bzw. gleiche seine Beschreibungen bez. der Börsenzyklen mit der heutigen Situation ab. Das hat nichts mit Trading zu tun sondern eher mit Anlegen. Ich bleibe dabei, Kostolanys Bücher sind die logischsten und lehrreichsten bez. Börse die ich je gelesen habe.
@ Teletrader [#25]
Ich stimme zu, daß man sie gut lesen kann. Aber was wäre denn eine konkrete Handlungsempfehlung, die man bzgl der heutigen Situation aus ihnen folgern kann? Eine einzige nur?
Für mein Gefühl ist das, was ich bei Kosto lese, so ähnlich wie Kursverläufe der Vergangenheit ansehen: man kann genau erklären, warum es so gekommen ist; es scheint geradezu unvermeidlich. Leider hilft das aber kein Stück, etwas über den Kurs von morgen oder nächsten Monat zu sagen.
@ Asamat [#22]
siehe:
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=85498&CP=0&F=47
hier in meiner Linksammlung (#3) unter: "Kritisches".
@ peterg [#27]
Zwei der Links gehen nicht mehr.
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Deine Links sagen richtig zwei Dinge:
- wenn die mit einer anderen Anlage erzielte Rendite hoch ist, ist sie höher als bei Rürup mit Durchschnittslebensdauer,
- und wenn man schnell stirbt, ist es ein Verlustgeschäft.
So ist das bei einer Leibrente. Man kann es auch anders herum darstellen: Rürup komplementiert die anderen Anlageformen, indem es das Langlebigkeitsrisiko abdeckt. Wenn ich das Pech haben sollte, tatsächlich bis Hundertfünf zu leben, sind die Sparmethoden, die mit 65 eine Einmalsumme ausspucken, üblicherweise lange am Ende.
Wie mehrfach gesagt, entscheidend ist immer die eigene Situation. Welches ist das richtige Auto? Klar: das kommt darauf an. Genauso ist es, wenn man Finanzprodukte einkauft. Üblicherweise ist Otto Normalbürger zu faul, sich bei Finanzprodukten genauso intensiv zu informieren wie bei Autos oder seiner Digitalkamera. Bei den TMWlern ist das im Schnitt sicher besser. Daher: ich stimme mit peterg überein: macht Eure Hausaufgaben, genauso wie beim Auto- oder Hauskauf.
@ Asamat [#26]
Ich weiß ja nicht welche Ausgaben du gelesen hast aber für mich werden dort die Börsenzyklen erklärt mit allem was damit zusammenhängt. Diese wiederholen sich immer wieder.
Ziel ist es ja eben gerade nicht bestimmte Kurse für die Zukunft vorherzusagen sondern allgemeine Trends zu erkennen (mindestens auf Sicht von mehreren Monaten oder besser Jahren). Trader können daraus natürlich wenig brauchbares mitnehmen.
Es gibt wohl keinen Autor der von den Börsianern derart missverstanden wird.
@ Teletrader [#29]
An der Börse wiederholt sich immer alles jedoch ist jede Situation anders.
Habe Kosto schon in den 80er gelesen und auch mal ein Seminar besucht.
Alles witzig und amüsant vorgetragen und auch logisch begründet, aber das kann man bei jeder Bewegung im Nachhinein machen.
Der alte Schlüpferstürmer von Kosto, bei Donner kaufen, Schlaftabletten nehmen und viele Jahre später erlebt man eine positive Überraschung.
Solche Aussagen sind genauso Richtig, wie Sie Sinnfrei sind, fragen sie mal die Telekomaktionäre.
Ich sehe das so wie Asamat, wie kann man denn die Weisheiten eines Kosto akutell für sich an der Börse gewinnbringend umsetzen?
Vielleicht habe ich wirklich nichts verstanden und wäre deshalb für eine Anregung von Ihnen dankbar.
@ benedikt54 [#30]
von meiner Seite aus schlage ich das DU vor :-)
ich will hier nicht die Anlagephilosophie von Kosto verteidigen, für mich ist sie jedoch naheliegend bzw. sie spiegelt die Realität (auf Sicht von Jahren) wieder. Es geht doch gerade eben nicht darum vergangene Bewegungen im Nachhinhein nur zu begründen sondern sie untermauern den gesamten Ansatz.
" bei Donner kaufen, Schlaftabletten nehmen und viele Jahre später erlebt man eine positive Überraschung."
Genau auf diese Metapher wird die Aussagekraft seiner Bücher reduziert. Soweit ich weiß hat er die DTE 1994 bzw. 1995 empfohlen, zu entsprechenden Kursen und nicht bei 60, 80 oder 100 Euro (siehe Gastauftritt in der Harald Schmitt Show von 1997, zu sehen auf Youtube).
Wie man nun seine Definition des Börsenzyklus (Ei des Kostolany) in bare Münze verwerten kann?
Diese Zyklen sind in drei einzelne Phasen eingeteilt mit den jeweiligen Definitionen. Ich deute die Situation so das wir uns derzeit in der zweiten Phase der Hausse befinden und demnach kann man jetzt immer noch kaufen.
Es wäre zu mühsam auf alle Einzelheiten einzugehen, wenn du das / die Bücher kennst wirst du wissen worauf ich hinaus will.