Asset Allocation: Wie soll ich mein Depot aufteilen ?

Hallo

Ich habe eine Frage bezüglich meines Portfolios und wäre für Verbesserungsvorschläge dankbar, da ich nicht die passende Software habe und auch andere Gedanken hören wollte.

Das Portfolio als solches ist als spekulativ zu bezeichnen und das Ziel ist ganz klar Wachstum über einen Zeitraum von 10-20 Jahren. Aktuell sieht die Aufteilung folgendermaßen aus:

45% Aktienfonds
15% Immobilienfonds
15% Hedge Fonds
20% Eigenes Trading (Währungen)
5% Festgeld

Die Aktienfonds Anteil besteht aus gleichen Anteilen in Baring Hong Kong China, Lingohr Systematic, HSBC Indian Equity, MLIFF Emerging Europe, MLIFF World Mining.

Immobilenfonds habe ich noch keinen da ich nicht sicher bin ob ich einen hinzufügen soll.

Der Hedgefond Anteil ist auf 2 Hedgefonds aufgeteilt FRM Credit Alpha, BH Macro

Wie könnte man diese Portfolio verbessern, und macht es Sinn zu der festen Summe einen Sparplan für die Fonds anzulegen?

Wäre sehr dankbar für Antworten

Mfg

beni

Geschrieben von Gast (nicht überprüft) am
Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ beni [#1]

Ich denke ein Depot bzw. Vermögen zu struktuieren ist für erfahrene Anleger etwas, in das Dritte nicht reinreden sollten. Selbstverständlich darf aber jeder gerne auf Ihren Beitrag antworten.

Mein einzigeg Vorschlag ist, das Eigentrading mit Währungen nicht in ein Wachstumsdepot mit langfristigem Ziel zu integrieren und gesondert davon zu führen. Damit würde der Anteil der Aktienfonds auf rund 56 % steigen.

Gast

Natürlich ist es jedem seine eigene Angelegenheit.

Allerdings wäre ich für Tipps und einen Erfahrungsaustausch sehr dankbar.

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ peterg

Sie haben sich mit den Fragen der Depotaufteilung auch beschäftigt. Ihre Meinung zu obigem Depot ?

@ beni [#3]

Wenn ich denn gezwungen würde, eine Meinung zu äußern:

- Immobilienfonds und Hedgefonds raus, da Chancen-Risiko-Verhältnis nicht gut genug.
- Aktienanteil 50 bis 75 %, nur Standardwerte.
- Rest Festgeld.
- Keinerlei Papiere mit Hebelwirkung.
- Euro-Anleihen erst wenn die Renditen bei 8 % liegen, was utopisch klingt und dann die Hebelwirkung niedriger Bonds nutzen.

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ beni
Ich würde auf alle Fälle Duration aufnehmen . Da aber das Risikopotential recht hoch ist wohl gehebelt über Bund/Bobl oder Schatz Kontrakte.
Duration ist in den letzten 40 Jahren sicher die effizienteste Anlageform gewesen.

@ Richard Ebert

"Euro-Anleihen erst wenn die Renditen bei 8 % liegen, was utopisch klingt und dann die Hebelwirkung niedriger Bonds nutzen."

Was ist die Hebelwirkung niedriger Bonds ?

Grüsse

dhp05
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ autokor [#5]

@beni

R. Eberts Gedanken hab ich auf Anhieb auch nicht verstanden.

Das Anfangskapital (woher auch immer) und die Möglichkeit monatlicher Sparraten (die dann ja wohl aus dem angeknapsten monatlichem Einkommen)würde ich eingenintiativ immer investieren wie ein Lebensversicherungsverein die investiert!

Um den Kreis zu schließen. Ein guter Lebensversicherungsverein denkt in autokor's Richtung.

select
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ autokor [#5]

"über Bund/Bobl oder Schatz Kontrakte."

Und wie Gewichte ich die "Drei" für die "effizienteste Anlageform"? Eine festes Drittel? Wohl kaum. Oder?

Danke für eine Antwort.

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ select [#7]

Benis bisheriges Portfolio lässt daruf schliessen dass er durchaus bereit ist eine Volatilität von 25-30 in Kauf zu nehmen. Emerging Market Fonds liegen wahrscheinlich bei einer 40-50er Vola, Rohstoffe ebenfalls in dem Bereich und bei Immofonds sind vermutlich auch Fonds die sich in Spanien,Osteuropa etc engagiert haben. Also im Prinzip stark korrelierte Risiken. Ob das Risiko so gewollt ist kann nur Beni beantworten.

Ausgehend vom angestrebten Risiko und dem zur Verfügung stehenden Kapital kann man jetzt mischen. Dax hat vielleicht eine Vola von 30 und REXP von 3. Der beste Proxy für den REXP ist der BOBL. Man wird also auf alle Fälle unter einer Gesamtvola von 30 bleiben wenn man mit der Hälfte des Anlagekapitals in den Dax investiert und den zehnfachen Nomianlbetrag mittels Bobl abbildet.

Also besipielsweise bei einem Betrag von 20000 € sollte er für 10000 € Dax kaufen und einen Boblfuture (ca. 100 000 €). Damit hätte er ein Portfolio das in etwa das Risiko des ersten hätte aber mit erheblich besserem Erwartungswert.

Grüsse

select
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ autokor [#8]

Vielen Dank!

Global_2
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ beni [#1]
- die hohe Gewichtung von Emerging Markets ist vor der Hintergrund der Anlagedauer nicht schlecht, zumal jetzt gerade mehrere Märkte deutlich korrigiert haben. Zudem gibt es auch an europäischen Börsen Blue-Chip Companies, die rund die Hälfte ihrer Earnings in den Emerging Markets generieren (Zementhersteller). Auch die notieren aktuell attraktiv und können quasi als diversifizierte Emerging Markets-Anlage aufgefasst werden.

- MLIFF World Mining. Rohstoffe waren DAS Thema der letzen Jahre. Es besteht durchaus die Gefahr, dass sie in den nächsten Jahren wieder auf Normalniveau zurückkommen. Warum willst Du diesen Bereich noch gesondert gewichten? Er ist in den Emerging Markets Fonds bereits drin. Z.B. sind in Brasilien die "Vale" und Petrobras Schwergewichte, auch Osteuropa (Russland) ist sehr rohstofflasting (wobei Russland derzeit günstig notiert, Aktien wie Mechel (NYSE: MTL) haben ein KGV von nur 4 und verkraften insofern auch Rückschläge bei den Kohlepreisen, zumal ihre Zukunftsperspektive gut ist.).

- Lingohr Systematic. Ist ok, wird rein quantitativ gemanaged, er achtet auf den cash flow der Unternehmen. Man muss bei Lingohr keine Angst haben, dass er ein Lineal an die Charts anlegt und dann im DAX den VW Stämmen nachjagt, weil die ja aktuell so super relative Stärke zeigten.

Global_2
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Global_2 [#10]

Warum willst Du diesen Bereich noch gesondert gewichten? Er ist in den Emerging Markets Fonds bereits drin. Z.B. sind in Brasilien die "Vale" und Petrobras Schwergewichte,

sind nicht doppelt drin, denn ich habe übersehen, dass bei den in [#1] genannten Fonds kein Fonds dabei ist, der Lateinamerika abdeckt. Ok, dann kann man das mit "World Mining" so machen, vielleicht diesen Fonds aber auch durch einen globalen Emerging Market Fund ersetzen.

In einem alten Factsheet von 2005 war die brasilianische Vale mit 10% im World Mining Fund gewichtet, deshalb mein Hinweis in [#10]. Die Website zu den MLIIF-Funds kenne ich leider nicht, ist es http://www.blackrockinvestments.de? Heisst der Fonds jetzt "BGF World Mining Fund"? Den würde ich nicht mehr kaufen: Er enthält Blue-Chip Aktien aus dem Mining-Bereich, von denen jedoch mehrere ausgereizt erscheinen und erstmal für einige Zeit konsolidieren müssen.

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ beni [#1]

Grüß Gott,

so etwa alle 2-3 Wochen findet man in Zeitschriften, Internet, etc. Vorschläge zur Aufteilung eines konservativen, spekulativen, dynamischen, wachstumsorientierten etc. pp. -Depot. Diese Vorschläge geben sicher interessante Hinweise

Wenn ich Ihre Vorgaben richtig interpretiere, beabsichtigen Sie das Depot 10-20 Jahre zu halten.
Aber diese Vorgabe ist doch eigentlich nicht vereinbar mit der Absicht Währungen zu handeln oder ?

Auch bei den Fonds, insbesondere Hedgefonds ist ein Zeithorizont von 10-20 Jahren etwas fragwürdig.
Vertrauen Sie den von Ihnen vorgeschlagenen Fonds mehr als Fonds welche passiv Abbildungen von z. B. Indices vornehmen also ETF´s (Siehe hierzu Thread ETF-Depot)? D. h. trauen Sie den Fonds zu über 10-20 Jahre einen passiv abgebildeten Index zu schlagen ? Berücksichtigen Sie die Fondgebühren über 10-20 Jahre ?

Mit Immobilienfonds kenne ich mich überhaupt nicht aus, deshalb kann ich dazu nichts sagen aber bedenken Sie insbesondere bei einer Langfristanlage folgendes: Sollten Sie eine Immobilie erwerben (10-20 Jahre sind eine lange Zeit) so wären möglicherweisen (ich kenne Ihre finanzielle Situation nicht) zusätzliche Immobilienfonds das, was man ein Klumpenrisiko bezeichnet.

Gruß
peterg

PS. Die Frage: Feste Summe anlegen oder/und Sparplan ist sicher gerade jetzt vor der kommenden Abgeltungssteuer wichtig.
D. h. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Anlagesumme unter anderem auch die steuerliche Situation 2008/2009.
Rürup-Verträge (z. B. "My Index satellite" von Fortis) könnten abhängig von Ihrer Verdienstsituation eine interessante Alternative zu einem Sparplan sein.

Gast

@all

Vielen Dank erst mal für die zahlreichen Antworten... Werde mal stark über die Fonds nachdenken und evtl. die meisten durch ETF ersetzen oder aber autokors Vorschlag umsetzten.

@autokor

Danke für den Vorschlag, ich denke das hört sich sehr gut an. Sie meinen also ich sollte 10.000€ in den Dax Future investieren und 100.000€ in den Bobelfuture richtig?
Sprich 1 Kontrakt Dax Future Long und ca. 1 Kontrakte Bobl Future Long sehe ich das richtig?
Oder habe ich Sie da missverstandenn. Hätten Sie mir evtl. auch genauere Daten über so eine Portfoliomischung?

Vielen Dank an alle die an dieser Diskussion teilnehmen

autokor
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Beni

Ein Dax Future hat etwa einen Kontraktwert von 130 000 € . Das wäre also zuviel da ja 10 % Aktien und 90 % Rexp eine gute Mischung wäre.

Angenommen Du hast 10000 €

Dann kaufst Du für 5000 € Eurostoxx ETFs
Und einen SCHATZ Kontrakt den Du von Fälligkeit zu Fälligkeit rollst

Angenommen Du hast 20000 €

Dann kaufst Du für 10000 € Eurostoxx ETFs
und rollst einen BOBL von Fälligkeit zu Fälligkeit

Bei 40 000 €

20000 in den Eurostoxx ETF
und einen Bund Future

Grüsse

Gast

@autokor

Ja ist klar! Vielen Dank, hatte mich mit dem Kontraktwert des Daxes vertan. Hast du evtl. noch historische Daten was ein solches Portfolio ca. an Rendite / Risikoparametern hat? Da man das nicht so gut aus Onvista oder anderen Quellen erfährt.

Vielen Dank

Global_2
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ autokor [#8]

"Also besipielsweise bei einem Betrag von 20000 € sollte er für 10000 € Dax kaufen und einen Boblfuture (ca. 100 000 €). Damit hätte er ein Portfolio das in etwa das Risiko des ersten hätte aber mit erheblich besserem Erwartungswert. "

Wie will man seriös den Erwartungswert (= ein Konzept aus der Stochastik) eines Investments berechnen können, wenn man nicht die zukünftige Dichtefunktion kennt?

Ein DAX-Investment und ein Engagement in den Emerging Markets sind zwei völlig verschiedene "Paar Schuhe", auch wenn es gewisse Korrelationen aufgrund der zunehmenden Verzahnung der Weltwirtschaft gibt (z.B. sind auch westliche Firmen zunehmend in Emerging Markets aktiv, Schwellenländer exportieren in Industrieländer und die Kurse an vielen Schwellenbörsen werden von Foreign Investors beeinflusst). Letztendlich hängen die Zukunftsaussichten bei den Kursen in unterschiedlichen Regionen aber wesentlich von den Gewinnsteigerungen der Unternehmen und dem Bewertungsniveau zum Einstiegszeitpunkt ab. Wie will man daher mit einem Investment in DAX Companies ernsthaft die Gewinndynamik mancher Emerging-Markets Companies replizieren?

DAX ist effektiv über 10 Jahre seitwärts gegangen,wobei ein Neuanstieg NACH einer langen Seitwärtsphase jedoch gar nicht schlecht und oftmals viel kleverer als ein Neueinstieg nach einem bereits erfolgten drastischen Anstieg ist.

@ beni [#15]
Finde das sehr interessant, dass Du nun auf diese DAX/Bobl Idee aufspringts. Hast Du die denn überhaupt richtig verstanden? Ich jedenfalls nicht.

Tinkywinky
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Kann man sich auch einen Sack Reis kaufen und darauf hoffen, dass der Reispreis steigt?

Bei den vielen Chinesen muss doch Reis steigen?

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ autokor [#5]
@ dhp05 [#6]

Entschuldigung, das war unklar ausgedrückt. Ich meinte 10-jährige oder länger laufende Staats-Anleihen kaufen wenn diese im Kurs deutlich unter 100 notieren, die Rendite über 8 % liegt und die langfristigen Zinsen vermutlich wieder fallen.

Klingt heute utopisch, wäre aber nicht das erste Mal. Zuletzt Bund Futures in 1990, Kurs 80, Rendite 9,5 Prozent plus (damals !) steuerfreie Kursgewinne.

Bild entfernt.

dhp05
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Richard Ebert [#18]

Dachte ich mir schon so ähnlich.

Praktisch hieße dass dann bei der Portfolio-Gestaltung:

aktuell 20% Geduld aufbringen, und die nötigen Mittel bewahren, um zur rechten Zeit einzusteigen.

Unter der Maßgabe, dass bei euro-Zinsen der "schwarze Schwan" nicht auftaucht, also ein Kurs unter bspw. ~80 nicht taucht bzw. ein entsprechender Zins am Ende einer Fahnenstange angelangt, hat man dann Duration, bzw. das Zinsänderungsrisiko nur noch positiv, also ohne Gefahr, nur zu eigenen Gunsten.

Platt ausgedrückt: was nicht tiefer als 80 fallen kann, bei 80 gekauft, erspart einem den Durationsrechner aus dem Hause Gillardon.

Ich nehme mal an, dass sich autokors Vorschlag darauf bezieht, dass sich Aktienindexveränderung als Zinsänderung (und somit Zinsänderungsrisiko) darstellen läßt nicht anders wie sich Rentenindexveränderungen durch Zinsänderungen ergeben.

Beide auf diese Art vergleichbar gemacht kommt man ex post zu dem Ergebnis:

Der schnellere Anstieg der Renten geht einher im Wechselspiel mit dem langsameren Anstieg der Erträge auf Aktien. v.v.

Praktisch heißt dass dann. Bei hohen festverzinslichen fällt die Neigung zum Aktieninvestment und umgekehrt.

Und diese Erkenntnis als Annahme für weitere zukünftige Gültigkeit heißt dann:

Aktien sowohl als auch Renten long!

Zum optimieren dieser Handlungsweise nimmt man dann wieder die Finanzsoftware aus dem Hause Gillardon ;-) (Weil, Duration ist nur ein Wort. Ernst wird es erst, wenn man mit dem Rechnen anfängt ;-))

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