Ausbildung zum Bankberater
Ich kann mich noch ganz gut an meine Bankausbildung erinnern.
Schön und gut, aber an zwei Tagen in der Woche war Berufsschule angesagt.
Wurde in dieser optimale Kundenberatung unterrichtet ?
Nebensächlich. Wichtig war eingepaukt zu bekommen, wie man "manuell" richtig auf T-Konten bucht, oder wie ein Wechsel und seine verschiedenen Formen aussahen.
Also viel langweilige Theorie, die mit der Alltags-Praxis eigentlich nicht viel zu tun hat, aber sicherlich wichtig für das Bestehen der IHK-Prüfung ist.
Dann ausgebildete und mit IHK-Brief ausgestattete Bankkaufleute kommen dann in das Berufsleben und werden unter anderem Kundenberater bei diversen Banken. Wiegesagt gut theoretisch ausgebildetet Bankkaufleute, die sich aber in ihrer Freizeit zum Grossteil nicht mit Börse beschäftigen.
Ich frage jetzt einmal in die Runde, weshalb kommt es denn dann zu Kundenbeschwerden ? Gut ausgebildet sind die Leute doch. Oder ?
Oder, wird nicht viel mehr Wert darauf gelegt irgendwelche jahrzehntelang vorgegebenen Bereiche kaufmännischer Theorie zu pauken und für die wirklich interessanten Dinge Scheuklappen zu haben ?
Leute die dann Verkäufer "hauseigener Produkte" werden und im Endeffekt nichts anderes als vermeintlich "gut ausgebildete" Marionetten der Geschäftsführung des jeweiligen Hauses sind.
Für diese langweiligen Berufsschul-Fächer hatte ich immer den Effecten-Spiegel und das Handelsblatt dabei. Kann mich auch noch an eine stellvertretende Filialleiterin erinnern, die mir irgendwann einmal "verboten" hat, während einer Leerlaufzeit -sie wusste nicht, dass ich gerade Mittagspause hatte- den Kursteil des Handelsblatts zu lesen.
Damals -1992- gab es ja noch kein Internet :o)
Der Kunde hat allerdings vom Bankkaufmann allgemein ein ganz anderes Bild. Er sieht eventuell eine Börsensendung im Fernsehen, also denkt er sich, dass seine Bank neben auch Ahnung vom Börsengeschehen hat.
Ich kann mich noch gut erinnern, als ich mit ungefähr 12 Jahren zu einer Raiffeisenbank ging und dort am Schalter Aktien kaufen wollte. Der Berater schaute erst etwas verdutzt, hat mich aber beraten, dass dafür ein Depot nötig wäre. Aha, schon etwas gelernt. Aktien kann man nicht bei der Bank kaufen und damit nach Hause gehen...... Also hatte ich mich damit zufrieden gegeben für die paar Mark Taschengeld Sorten zu kaufen. US-Dollar und jugoslawische Dinare waren meine ersten Spekulationsobjekte. Wobei die Dinar-Spekulation damals ein ziemlicher Griff ins Klo war :o)
Man soll von den freundlichen Mitarbeitern einer Bank, einer Versicherung oder eines sonstigen Finanzoptimierers nicht zu viel verlangen. Vom Konditormeister erwartet schließlich auch niemand eine gute Diätberatung.
„Fragen Sie nicht den Bankier um Rat!“ Herman Zickert (1885 – 1954)
@ Paljusevic, Franjo [#1]
Ich kann Ihren Erfahrungsschatz nur unterstreichen.
In den 80er Jahren war ich schon ein Freak als ich mir erlaubte ein paar Japanische Aktien zu kaufen.
Alles wichtige und alles relevante was die Börse angeht musste ich mir selbst erarbeiten und teils teuer bezahlen.
Ausbildung in Sachen Börse war totale Fehlanzeige.
Vermutlich wird es auch nicht gewünscht. Je mehr man sich damit befasst destomehr erkennt man mit welchen Mitteln in dem Geschäft operiert wird.