Richard Ebert
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Basiswissen Rohstoff Index

Basiswissen

von Miriam Kraus

Rohstoff Daily (31.10.07) - Sie alle kennen Indizes! Ob DAX, Dow Jones, SMI, S&P oder Hang Seng, Aktienindizes sind praktisch jedem Bürger, der sich nicht gänzlich den Medien entzieht ein Begriff. Nachrichtenmeldungen werden meist unter dem Oberbegriff Börse oder Wirtschaft mit der aktuellen Entwicklung eines Index abgeschlossen.

Als Rohstoffanleger oder – interessierter wird man sein Augenmerk allerdings auch auf Rohstoffindizes richten. Von diesen gibt es ebenfalls mehr als einen Index. Sie bilden je nach Gewichtung verschiedene Rohstofffutures ab. Überdies gibt es natürlich auch Rohstoffindizes die die Entwicklung der Aktien verschiedener Rohstoffproduzenten abbilden.

Doch heute möchte ich mich zunächst den Rohstofffuture-Indizes widmen.

Basiswissen zum Verständnis eines Rohstoff-Index

Wenn Sie in der Zeitung oder im Fernsehen die Rohstoffpreise verfolgen, dann stellen Sie schnell fest, dass hier immer wieder die „Spot-Preise“ dargestellt werden. Dies bedeutet, dass immer der aktuelle Preis für den Rohstoff betrachtet wird. Als Indikation für den Preisverlauf der Rohstoffe ist das sicher auch ausreichend. Aber leider muss sich der interessierte Anleger noch etwas eingehender mit der Materie beschäftigen.

Da sich die bekannten Rohstoffindizes auf die an den Rohstoffbörsen handelbaren Terminkontrakte beziehen, heißt das sich zunächst noch einmal mit den Begriffen Rollover, Contango und Backwardation vertraut zu machen. Ich habe zwar schon öfter davon berichtet, doch an dieser Stelle noch einmal eine kleine Zusammenfassung:

Rollover

Da Sie als Anleger wohl eher nicht an der physischen Lieferung dieser Rohstoffe interessiert sind, müssen Sie, beziehungsweise der Anbieter von Zertifikaten (dazu später mehr) die auslaufenden Futures im aktuellen Liefermonat, kurz vor Ende des Handels in den nächsten Liefermonat rollen.

Contango und Backwardation

Dieser so genannte „rollover“ kann die Rendite für einen Anleger erhöhen, sofern der Preis für den Rohstoff für den in der Zukunft liegenden Liefertermin günstiger ist als der Preis für den aktuellen Liefermonat. Diese Situation wird als „Backwardation“ bezeichnet. Bei gehebelten Future -Zertifikaten erhöht sich in einer solchen Situation die Partizipationsrate.

Umgekehrt kann der „rollover“ aber auch negativ auf die Rendite durchschlagen, wenn der Preis für den nächsten Liefertermin höher liegt als der aktuelle Preis. Das nennt man dann „Contango“ und dieser führt bei den Future-Zertifikaten zu einem Rückgang der Partizipationsrate.

Generell können Sie als Anleger daher nur Indizes investieren, die diesen „rollover“ berücksichtigen.

Ausser den „rollover“ Kosten/Erträgen müssen Sie als Rohstoffanleger jedoch einen weiteren wesentlichen Unterschied berücksichtigen, nämlich die Zinserträge.

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Die Unterscheidung der Rohstoff-Index Modelle

von Miriam Kraus

Generell liegt der Vorteil bei einer Investition in einen Index dabei, sich nicht nur auf einen einzelnen Wert zu verlassen, sondern gleich in die Abbildung eines ganzen Marktes (wie zum Beispiel bei Indizes auf die größten Aktien eines Landes) oder eines Sektors anzulegen.

Bei Rohstoffindizes investiert man meist, wie gesagt, in die Abbildung verschiedener Rohstofffutures, um die Lagerhaltungskosten zu vermeiden.

Die Investition geschieht mit Hilfe von Zertifikaten.

Grundsätzliche Unterscheidung der Rohstoff-Index Modelle

Grundsätzlich müssen Sie zwischen zwei verschiedenen „Modellen“ unterscheiden. Dem Total Return Index und dem Excess Return Index.

Nur der Vollständigkeit halber: Es gibt natürlich auch noch den so genannten „Spot-Return Index“. Der Spot-Return Index zeigt immer den aktuellen Preis des Rohstoffs in seinem am nächsten liegenden Liefermonat an. Doch im Vergleich zu den anderen beiden verliert er an Bedeutung.

Widmen wir uns also dem Total Return und dem Excess Return.

Um die Unterscheidung der beiden Modelle verständlicher zu machen, möchte ich zunächst auf zwei Beispiele aus dem Aktienmarkt zurückgreifen:

Aktienindizes ohne Dividendenerträge

Neben der Kursentwicklung für eine Aktie spielen natürlich ebenfalls die Dividenden eine erhebliche Rolle für die Rendite eines Investors. Allerdings berücksichtigen nicht alle Aktienindizes die Dividendenerträge. Einen Index, der diese Dividenden nicht berücksichtigt nennt man Kurs- oder Preisindex. Der bekannteste Kursindex ist weltweit der Dow Jones Index. Vor allem langfristige Aktieninvestoren wissen aber wie wichtig Dividenden sind. Anleger, die noch nicht so lange im Aktienmarkt aktiv sind, neigen dazu nur auf die Kurse zu schauen und messen dem Wert der Dividenden einen viel zu geringen Wert bei. Das ist schade, denn historisch betrachtet stammt nämlich rund die Hälfte des Gesamtertrags aus einer Aktieninvestition aus den Dividenden.

Aktienindizes mit Dividendenerträgen

Aufgrund der Wichtigkeit der Dividenden gibt es natürlich auch Aktienindizes, welche die Dividenden mit berücksichtigen und in die Entwicklung des Index mit eingebaut werden. Diese Indizes heißen in der Fachsprache Performance Index. Der bekannteste Performance Index ist der DAX-Index. Natürlich werden bei den Rohstoffen keine Dividenden bezahlt. Dafür fallen aber erhebliche Guthabenzinsen an.

Total Return Rohstoffindex

Sie wissen vermutlich bereits, dass man um Rohstoffe zu handeln nicht den gesamten Wert des Rohstoffes hinterlegen muss. Die Terminbörsen verlangen relativ geringe „Margen“, die das Ziel haben die kurzfristige Preisbewegung eines Rohstoffes abzusichern. Wenn Sie also für 10.000 Euro ein ungehebeltes Kupferzertifikat kaufen, Sie kaufen also für 10.000 Euro Kupfer im Wert von 10.000 Euro, dann sitzt der Anbieter des Zertifikats auf einem erheblichen Bargeldbestand. Er kann dieses überschüssige Kapital also kurzfristig verzinsen lassen. Das steigert natürlich den Gesamtertrag der Kupferinvestition. In den Total Return Index fließen diese Mehreinnahmen in die Berechnung der Gesamtperformance ein.

Excess Return Rohstoffindex

Der Excess Return Index rollt den Rohstoff aus dem aktuellen Liefermonat kontinuierlich in den nächsten Liefermonat. „Contango“ und „Backwardation“ fließen also im Gegensatz zum „Spot-Index“ in die Entwicklung des Index ein. Soweit also kein Unterschied zum Total Return Index. Allerdings bleiben die Zinseinnahmen in diesem Index unberücksichtigt.

Der Excess Return Index ist also lediglich ein Kursindex.

So long liebe Leser…so viel einmal dazu, morgen mehr zu den verschiedenen Rohstoffindizes….einen schönen Abend und bis morgen wünscht

Ihre Miriam Kraus

(Quelle: http://www.Investor-Verlag.de)

Geschrieben von Richard Ebert am
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