Bonuszahlungen: Wieder einmal "Neiddebatte" und "Populismus"
Da kann einem ja schon der Kragen platzen, nicht ?
2,9 Millionen Euro - oder 0,0029 % von einer Milliarde
Wenn dieser Bonus nicht gezahlt worden wäre, hätte man die Bank auf einen Schlag saniert, oder wie soll man das verstehen ?
Ist das die gleiche Logik, die man vor einigen Jahren an den Tag legte, als oftmals Firmen den Mitarbeitern normales "weisses" Druckerpapier vorenthalten hatte und stattdessen das graue "Umweltpapier" zur Benutzung stellte, weil man ja Geld sparen musste.
Als ob man die Firma durch die Einsparung beim Druckerpapier sanieren könnte.
Die sollen endlich einmal den Laden zum laufen bringen und Geld erwirtschaften, als andauernd im "Kleinigkeiten-einsparen-Sumpf" herumzuwaten und damit die wertvolle Zeit zu vergeuden.
@ Paljusevic, Franjo [#8]
Eben, die sollen den Laden zum laufen bringen und Profit auf der operativen Ebene schaffen.
Nur dazu sind sie nämlich zu dämlich.
Andererseits wird die Dämlichkeit dieser Leute fürstlich honoriert, wie soll man denn sowas anders verstehen als mit Wut und Zorn.
Ich denke diese Zahlungen waren vertraglich geregelt. Hier hat sich wohl niemand einfach so "bedient".
Also unabhängig von dem Grad der Dämlichkeit der entsprechenden Person muss der Vertrag erfüllt und dann ein Strich drunter gesetzt werden.
Aufregung hin oder her.
Es liegt nun an den aktuell für die HSH Verantwortlichen, kompetente Führungspersonen zu engagieren.
Die werden ja wohl zu finden sein. Aber für die Auswahl solcher Personen braucht es eben auch eine gewisse Sachkenntnis und Hintergrundwissen.
@ Paljusevic, Franjo [#3]
Das Problem bei Landesbanken ist, daß sie als Spielwiesen der Lokalpolitiker halt keine "kompetenten Führungspersonen" rekrutieren (können), sondern die Posten von der Politik besetzt werden. Rein nach Sachverstand natürlich. Den gleichen Sachverstand haben wir im Aufsichtrat der IKB bewundern dürfen.
Und da sich im Endeffekt niemand von der Bevölkerung dafür interessieren würde, liesse man es seinen Gang gehen und die Problematik versickerte wie leichter Regen im trockenen Sand.
@ Paljusevic, Franjo [#8]
2,9 Millionen Euro - oder 0,0029 % von einer Milliarde
Hammerharter Rechenfehler. Da würde der Bonus auf jeden Fall gestrichen!
Absolut :o)
Ich habe das vorhin auch schon gemerkt und war gespannt, wem es zuerst auffallen würde. Die zwei Nullen sollten natürlich nicht hinter dem Komma stehen.....
Ein Beweis dafür, dass die Leser auf Terminmarktwelt gut beobachten.
Und genau diese Beobachtungsgabe bzw. Fehlererkennung fehlt meines Erachtens in vielen Bereichen der Wirtschaft.
Wieso bekommt ein Bankvorstand Bonus wenn die Bank Verluste macht?
Im Prinzip kann das doch garnicht sein. Wo ist denn dabei die Logik? (erfolgsabhänge Zahlungen unabhängig vom Erfolg also quasi irgendwie hinterhergeworfen)
Meiner Meinung nach liegt das an einer um sich greifenden unfassbaren Verblödung hinreichend großer Teile der Menschheit,die garnicht mehr kapieren, was eigentlich los ist.
@ Tinkywinky [#8]
Bei den Verträgen handelt es sich nicht um leistungsabhängige Bezahlung, sondern um sogenannte Dienstleistungsverträge.
Diese beinhalten auch die Regelung einer Bonuszahlung.
Seitwann wird denn in der Finanzbranche nach Leistung bezahlt? Wo kommen wir denn da hin? -)))
Die Verträge handeln die Vorstände aus in Verbindung mit den AR.
Da heisst es dann, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.
Und letzendlich heisst es dann
pacta sunt servanda.
Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus und deshalb gibt es auch in der Politbranche Bezahlung ohne Leistung. Wer arbeitet ist der Depp, die Menschen an der Spitze und am unteren Ende müssen dies für ihren Lebensunterhalt nicht tun.
So, lassen wir also die Neiddebatte weiter brodeln.
Ich weiß gar nicht mehr wo ich hinlaufen soll, um mit den Füßen abzustimmen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,719418,00.html
@ gautama2 [#10]
"Ich weiß gar nicht mehr wo ich hinlaufen soll, um mit den Füßen abzustimmen."
Es ist also nicht ideal und die beste aller Welten hier. Aber ist es denn so schlecht? 95% der übrigen Menschheit würden gerne hier leben, daher kann es so ganz verkehrt auch nicht sein.
Unser Führungspersonal verdient zu viel? Schauen wir mal in die Geschichte. Ein Ministerpräsident eines Bundeslandes entspricht etwa einem kleinen Fürsten früher. Vergleichen wir den Abstand im Reichtum zwischen Fürst und einem normalen Durchschnittsuntertanen, als einem Bauern. Wieviel mal größer war der Abstand früher, war es das Zehntausenfache oder nur das Hundertfache des heutigen Abstands?
Bei anderen Amtsträgern früher und heute sieht es für mein Gefühl ähnlich aus. Aufklärung und Demokratie haben sie zwar noch nicht ganz zu uns hinunter gezogen, aber 99% auf dem Weg zur Gleichheit sind offenbar geschafft. Der Abstand ist viel, viel kleiner geworden.
@ gautama2 [#10]
Eine andere Frage ist, ob es wünschenswert wäre, daß die Spitzenkräfte in Brüssel bloß so viel bekommen, wie wir Normalverdiener. Wenn dem so wäre, wäre der Anreiz, sich selbst zu bedienen, unwiederstehlich. In irgend einer Form müssen wir den Obulus offenbar bezahlen. Wieso also nicht offen dargelegt und nachvollziehbar?
Zustimmung zu Beitrag 11.
Zu 12
Bitte nicht vergessen, daß Bürokratievermehrung , nicht nur in Brüssel, zu den größten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gehört. Es stellt sich nur die Frage wie sinnvoll das ist. Und wie vorteilhaft für die betroffene Volkswirtschaft.
MfG
hw
Vielleicht könnte man ja all die Bürokraten in ein 'bad government' auslagern? Die Türkei will doch in die EU? Dann können wir den doch mal unsere Polikter für ein paar Jahre rüberschicken als Test...
zu 8
In den Verträgen wird ein minimaler und ein maximaler auszahlbarer Bonus festgesetzt.
@ Asamat [#12]
Schmeisst es ihnen in den Rachen, sie klauen es sich sonst.
Also die Logik kann ich nicht nachvollziehen.
@ gautama2 [#16]
Sei realistisch. Leute mit Macht haben sowieso die Möglichkeit dazu. Es ist ja nicht so, daß diese Summen die Staatengemeinschaft ruinieren.
@ Asamat [#12]
Eine andere Frage ist, ob es wünschenswert wäre, daß die Spitzenkräfte in Brüssel bloß so viel bekommen, wie wir Normalverdiener. Wenn dem so wäre, wäre der Anreiz, sich selbst zu bedienen, unwiderstehlich.
Mir erschließt sich diese Logik ebenfalls nicht. Da könnte ja auch die Supermarkt-Kassiererin kommen und ein hohes Gehalt einfordern, weil sonst der Anreiz, sich selbst in der Kasse zu bedienen, unwiderstehlich wäre.
Mich erinnert das an den Verdi-Bsirske, der damals - kaum daß er im Amt war - als erstes sein Gehalt erhöht hat, mit der Begründung, er könne sonst nicht mit Arbeitgeber-Vertretern auf Augenhöhe verhandeln. Ich bin der Meinung, wer Augenhöhe durch Gehaltshöhe herstellen muß, der wird sowieso schon zu gut bezahlt. Im Sinne von: Wer ein hohes Gehalt einfordert, damit er seine Macht nicht zu illegalen/kriminellen Zwecken mißbraucht, der hat auf einem solchen Posten gar nichts verloren.
Ihr habt ja recht, legitim ist das nicht. Allerdings ist es so, daß die Kassiererin wenig Möglichkeiten hat, sich schadlos zu halten; und wenn sie es tut, ist sie leicht und schnell zu bestrafen.
Ein Kommissar in Brüssel hat erstens viele Möglichkeiten, sich oder sein Umfeld finanziell zu bedenken, die nur schwer nachweisbar sind, bzw wo die Frage der Legitimität auch objektiv nicht so einfach entscheidbar ist. Natürlich klaut er nicht aus der Kasse, sondern macht Beratungsverträge mit der Firma der Frau seines Vetters. Und nun finde Du mal heraus, ob da eine angemessene Gegenleistung geflossen ist oder nicht.
Zweitens ist er selbst bei nachgewiesener Vetternwirtschaft schwer zu belangen, weil das ja immer eine politische Frage ist, solche Leute aus Ämtern zu entfernen.
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Vielleicht habe ich es etwas unglücklich formuliert. Natürlich ist es nicht ein platter Ablaßhandel: entweder ihr bezahlt mich gut oder ich klaue. Was ich sagen wollte, trifft vielmehr auch auf unsere Politiker und eigentlich alle Amtspersonen zu: je niedriger das Gehalt bei großer Macht, um so größer die Versuchung, Grauzonen auszuloten. Und je höher das Gehalt, um so mehr hat die Person durch Fehlverhalten zu verlieren und um so mehr wird sie daher Fehlverhalten zu vermeiden suchen.
Niemand will, daß beispielsweise die Kanzlerin oder der Verteidigungsminister bestechlich sind. Wenn deren Gehalt aber zu niedrig ist, steigt die Versuchung, sich mal einladen zu lassen, "Berater"-Verträge anzunehmen, usw. Und gleiches gilt verstärkt für die Kommissare, weil diese Ämter zwischen den Ländern ausgehandelt werden und daher - wie gesagt - nicht so leicht kontrolliert und neu verteilt werden können.