Bund Future: Rein theoretisch kann er noch 1500 BP steigen

Was macht der Markt ?

Er verkauft Anleihen, wenn er der Meinung ist, dass die Zinsen zukünftig steigen werden und er kauft Anleihen, wenn er der Meinung ist, dass die Zinsen zukünftig fallen werden.

Und meine Meinung ?

Jede 100 BP die der Bund-Future steigt oder fällt stehen für 0,1 % in der 10-jährigen Zinsstruktur. Sprich - wenn wir derzeit von 2,5 % reden, so haben wir noch gute 1,5 % Luft bis zum Zielzins 1 % - was beim Bund-Future noch 1500 BP ausmachen würde bzw. einen maximalen Kurs von 147.

Jeder Monat und jedes Jahr in dem sich nichts an den Leitzinsen verändert, lässt auch die Renditen für Staatsanleihen fallen.

Nichts anderes sehen wir in den letzten Monaten.

Es scheint scheinbar sehr schwer zu sein, endlich zu begreifen, dass tatsächlich die Finanzierung des Staates durch die Notenbanken begonnen hat.

Und es wird rein Verschuldungstechnisch betrachtet keinen Weg mehr zurück geben.

Geschrieben von F am
tantan
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12 Jahre 7 Monate

@ limitup [#31]

Kommt drauf an was du mit Marktzins meinst. Wenn der risikolose Zins auf 3-Monatsbasis 1% ist und die 10 jährige Bundesanleihe auch 1% rentiert, ist der Spread zwischen Futures und Anleihe (teoretisch) null.

limitup
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ tantan [#32]

Hallo,

ich meine mit Marktzins die Yield der 10 y Bundesanleihen.Also wenn die jetztige CTD zu 1% rentieren würde

Die Berechnung der theroretischen Preise(Wo steht FGBL wenn Yield =1%) kann nur über die CTD anleihe Erfolgen.

Insoweit ist die Berechnungsmethode aus #1 falsch

tomxy
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ limitup [#33]

Nur zum besseren Verständnis. Ist die von mir getroffene Aussage,

die Berechnung des Bund-Future, zum Verfallstag, entspricht einer 6%igen Anleihe mit glatten 10 Jahren Restlaufzeit,

generell falsch oder vernachlässigt sie nur die Arbitragemöglichkeiten, die sich aus der CTD Anleihe ergeben können?

Der Konversionsfaktor einer solchen hypthetischen Anleihe wäre doch genau 1 oder irre ich mich da?

Noch etwas. Wenn du die derzeitige CTD Anleihe für die Berechnung verwendest, könnte das nicht zu Differenzen beim Kursniveau führen? Ich weiß ja nicht, ob du das getan hast, aber eigentlich müsste man doch die Anleihe nehmen, die beim angestrebten Renditeniveau CTD wäre, was ggf. von der heutigen Situation abweichen kann.

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ tomxy [#34]

Der Kurs des Bundfutures wird bestimmt von Angebot und Nachfrage (auch am Verfall). Durch Arbitage sollte der Kurs in der Nähe des theoretischen Wert liegen. Je weiter der Kurse entfernt ist, je mehr Arbitageure werden angezogen.
Der theoretische Wert am Verfall ist die billigste, verfügbare, andienbare Anleihe mal den Konvertierungsfaktor.

tomxy
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ tantan [#35]

Der theoretische Wert am Verfall ist die billigste, verfügbare, andienbare Anleihe mal den Konvertierungsfaktor.

Nicht ganz. M.E. müsstest du noch die Stückzinsen dieser Anleihe mit berücksichtigen, ansonsten gebe ich dir recht.

Immerhin sind wir bei der Berechnung in diesem Thread auf eine nicht unerhebliche Differenz des Kursnivaus gestoßen (145,47 vs. ca. 147), dafür muss es ja eine Ursache geben....

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ tomxy [#36]

Warum sollten die Stückzinsen berücksichtigt werden. Die Stückzinsen werden immer separat berechnet. Das heist der Anleihekurs und der Futureskurs sind ohne Stückzins. Wer die Anleihe angedient bekommt muß zusätzlich noch die Stückzinsen zahlen. Die Stückzinsen sind doch auch kostenneutral. Das heist die Rendite wirkt auch auf die Stückzinsen. Nur die Anlagesumme erhöt sich. Oder liege ich da etwa falsch?

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ benedikt54 [#9]

Irgendwann muss mal einmal Farbe bekennen und eine Strategie umsetzen und ich tue das bei 133.00 im Sept Bund.

Bild entfernt.

tomxy
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12 Jahre 7 Monate

@ tantan [#37]

Wer die Anleihe angedient bekommt muß zusätzlich noch die Stückzinsen zahlen. Die Stückzinsen sind doch auch kostenneutral.

Ja, da hast du recht. Trotzdem ist mir noch nicht klar geworden, warum die Differenz, der unterschiedlichen Berechnungsansätze so hoch ausfällt (145,47 vs. ca. 147). Ich war immer der Meinung die Konversionsfaktoren sollten genau dies verhindern.

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ tomxy [#39]

Ein Renditerechner hat mit dem Konvertierungsfaktor nichts zu tun. Der Konvertierungsfaktor ist das Bindeglied zwischen Theorie und Praxis. In #38 hat Herr Ebert einen Chart der bis 124 die Rendite angibt. Wenn es zwei Berechnungen gibt die unterschiedliche Ergebnisse anzeigen, wird mindestens eine falsch sein.

Global_2
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

Um den Thread weiter interessant zu machen:

Kennt jemand vielleicht eine empfehlenswerte Quelle im Web, mit der ich grob die Entwicklung der Staatsanleihenrendite der PIIGS-Staaten verfolgen kann? Griechenland (G) interessiert mich gar nicht so sehr, aber Italien (I) fände ich schon interessanter.

Mich würde interessieren, ob es die fallenden Renditen auch in Ländern wie Italien gibt. Vielleicht fallen dort die Anleihekurse sogar, während die der Bundesanleihen steigen.

Dass im FGBL Trendfolge und eine inverse Korrelation zu den Aktienmärkten gespielt wird, ist ziemlich klar. Wie immer weiß man dabei aber nie, ob die Großadressen am Markt dies aus fundamentaler Überzeugung tun oder eben primär der Trendfolge wegen ("der Trend ist so wie er ist, also müssen wir mit"). Und vielleicht trifft bei ihnen sogar beides zu, es muss sich ja nicht ausschließen.

sbendel
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate
Global_2
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ sbendel [#42]

aber die sind trotzdem schon mal gut und bringen uns weiter. FGBL laut CFD-Indikation jetzt aktuell bei 133,77

Germany 10y
http://www.bloomberg.com/apps/quote?ticker=GDBR10:IND

Gast

@ tomxy [#36]
@ tomxy [#39]

Ganz ehrlich, bei den offiziellen theoretischen Berechnungsmodellen kennen sich einige hier viel besser aus wie ich.

Meine rein praktischen Berechnungsmethoden für das "FairValue" Problem beim BUND-Future lösen die Sache über einen Trick: Als Basis werden nicht nur die (theoretischen) Bundesanleihen mit Laufzeit X zum Zinssatz Y (+Kosten) genommen. Die Globalisierung bedingt, das real über sonst mögliche Arbitage per Anleihenrating und Währungskorrelation von USD/EUR auch die T-Bonds "in EUR" hier zu berücksichtigen sind.

Die mir bekannte aktuelle (noch sehr gut funktionierende:) Berechnungsformel, welche meines Wissens nach auch von einigen größeren Playern verwendet wird, kann und darf ich hier nicht genauer beschreiben.

Die theoretischen Grenzen des FGBL sind also sicher richtig, nur hängt sein (noch mögliches) Tickdelta pro Anleihenprozent "nicht nur" an den Renditelevels hier in D...

xforce
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ TimeTrade [#44]

Die Globalisierung bedingt, das real über sonst mögliche Arbitage per Anleihenrating und Währungskorrelation von USD/EUR auch die T-Bonds "in EUR" hier zu berücksichtigen sind.

Hallo TimeTrade,

diesen Satz verstehe ich nicht ganz. Der Bund korreliert positiv mit dem T-Note. Mal ist der Bund stärker, mal das T-Note und umgekehrt. Je nachdem was die Märkte gerade spielen, zb Griechenland oder US Rezession. Der EUR/USD Kurs spielt dabei natürlich auch noch eine Rolle. Aber welches Anleiherating meinst du genau? Das Rating von Bundesanleihen ändert sich doch nicht.

Gast

@ xforce [#45]

..."Mal ist der Bund stärker, mal das T-Note und umgekehrt"...
eben wie du es schreibts, nur ändert sich das Rating der Anleihen eben doch! Nicht offiziell auf dem Papier per Fixing, aber im Bid/Ask-Spread sowie der Size der jeweils angebotenen verfügbaren Konditionen.

Vergleiche es mal bildlich mit einer Dreiecksbeziehung... Der geometrische Mittelpunkt muss nicht der "mechanische" Schwerpunkt sein. Euro-Belastung durch die Griechen hin, US-Rezession her, es gibt theoretisch unendlich viele zweit & dritt Märkte.

Wie gesagt, die genaue Theorie kenne und verstehe ich auch nicht vollständig. Aber als grobes Beispiel seien mal die Auswirkungen von Bestandsveränderungen in US-Anleihen bezogen auf China & Japan genannt.
Obwohl sich hier nichts am Rating der Staaten ändert, kannst du dir bei Boomberg oder Reuters mal die zeitgleichen Charts der Bundesanleihen und des Bundfutures ("in USD", denn nur so international vergleichbar) ziehen... Oh Schreck: die Anleihen sind da nominal plötzlich volatiler wie der Future?!
Ergo: Der Future impliziert in seinem vergleichsweise frei gehandeltem Kurs als "FairValue" eben schon genau diese Umstände. Ich habe selbst keine Ahnung wie man diesen Fakt sonstwie nutzen könnte, ich kenne hier zufällig einfach nur ein paar Fakten und die dafür entsprechend angepassten Berechnungsmodelle die ich mal in anderem Zusammenhang mit auswerten musste.

tomxy
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12 Jahre 7 Monate

@ xforce [#45]

Das Rating von Bundesanleihen ändert sich doch nicht.

Anscheinend so schnell nicht, auch wenn dies in der letzten Zeit häufig andiskutiert wurde. Der Bund nahm dann stets die andere Richtung ;-)

@ TimeTrade [#44]

Hört sich interessant an, werde mal darüber nachdenken.

limitup
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12 Jahre 7 Monate

@ Paljusevic, Franjo [#14]

Hallo Franjo,

von welcher Geldmenge sprichst Du eigentlich..

Wie hier zu sehen ist fallen die Wachstumsraten der Geldmengen in den USA seit 2008/2009 DRAMATISCH

http://www.shadowstats.com/alternate_data/money-supply-charts

Und wenn Du schon von Geschwafel redest,möchte ich nur auf das Inflationsgeschwafel das uns nun seit mindestens 10 Jahren verfolgt hinweisen. Schau in die Zeitungen und Bücherregale alles voll von Inflationswarnungen und das uns allen die Hosen ausgezogen werden. Und seit 10 Jahren haste mit Aktien NIX gerissen (Buy and Hold)

Die Deflationsgefahr(auf die ich ja hier bekannterweise schon seit mehreren Monaten hinweise), sind sehr groß auch wenn es vielleicht nur vorrübergehend ist.

Wann kommt nun eigentlich die Hyperinflartion

2006 sollte sie 2007 kommen
2007 sollte sie 2008 kommen
2009 sollte sie 2010 kommen
2010 soll sie nun 2011 kommen

Und Edelmetalle taugen als Inflationsindiaktor kein bisschen wie man an der Goldpreisentwicklung und der Entwicklung der Goldaktien in den 30 iger Jahren sehen kann.

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pullPUSH
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ benedikt54 [#11]

Hallo Benedikt54,

die 134,00 im Bund hat´s heute ja gerissen - denke dennoch das ein short angebracht ist. Hierbei gilt für den GBL, ZN oder EUR/JPY, EUR/USD, etc. das deutlich mehr Puffer benötigt erscheint. Das was wir jetzt an den Märkten sehen hat NICHTS aber auch gar NICHTS mit der tatsächlichen Wirtschaftsleistung zu tun. Die EU Betriebe laufen gut - eine Zinserhöhung und das betone ich mit Nachdruck scheint angebracht.

Mir dünkt gegenwärtig das sich ein Paradigmenwechsel vollzieht - die erlauchten ehrbaren Manager geben ihr Handwerkszeug ab an jüngere Generationen - und selbige "schieben" die Märkte an den Rand des "machbaren".

Meine Accounts (SmallCaps EUR sowie EUR/JPY) hats wieder einmal zerrissen - bin selbst auf Nachschüsse angewiesen. Dennoch behalte ich die ursprüngliche Richtung bei. D.h. long SP500 USD, ESTX50 EUR - short ZN USD, long EUR/USD, long CL USD, long NG USD - Zielhorizont auf ca. DEZ/JAN 2011.

Hab p.a. noch ca. 30% Gewinnpuffer - kann mir den Spass insofern "noch" leisten. Der Presse glaube ich wie "immer" kein Wort.

Grüße pullPUSH

tomxy
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

Ich glaube man muss sich einfach von dem Gedanken lösen, dass etwas was stark steigt genau so schnell zurück kommt. Wie häufig gibt es diesen Fall? Ist nicht nach einem starken Anstieg eine Seitwärtsphase, die dann vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt in eine Abwärtsphase mündet viel wahrscheinlicher?

Das eigene Ego und der Wunsch nach Genialität spielt einem meiner Meinung nach hier viel zu oft einen Streich. Ich kann mich davon nicht freisprechen. Es ist halt ein geniales Gefühl zum Hochpunkt verkauft zu haben, wenn die Meisten noch von weiter steigenden Kursen träumen. Aber ist eine solche Handlungsweise profitabel? Gezieltes Streben nach Durchschnittlichkeit wäre wahrscheinlich deutlich besser. Ist aber schwieriger umzusetzen, da es der eigenen Psyche widerspricht. Der Mensch will gut oder schlecht sein, nur nicht durchschnittlich. Die Folge ist, kleine Gewinne werden nicht mitgenommen, da man große erzielen will, obwohl der Ansatz bei Übertreibungsphasen in den Markt zu gehen gar nicht so verkehrt ist. Nur wer erwischt denn schon genau eine Trendwende? Mir ist es einmal fast gelungen, beim Euro/US$. Das Low kam am nächsten Tag, ich konnte es live verfolgen und war mir sicher, dass dies der Tiefpunkt ist. Leider habe ich den Trade zur früh glattgestellt, er könnte heute noch laufen ;-)

F
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12 Jahre 7 Monate

@ limitup [#48]

Mich persönlich interessiert die Schuldenentwicklung und die Refinanzierung der schon bestehenden Schulden in den USA. Das ist für mich der wichtigste Indikator, auf dem ich meine Prognosen aufbaue.

Ich ziehe mir das Ganze ja nicht aus den Fingern.

Grundsätzlich habe ich seit der Beobachtung der fiskalischen Entwicklung in der SFR Jugoslawien in den 1980er und der dramatischen Verschlimmerung Anfang der 1990er Jahren ein Feingefühl für Abweichungen von bestehenden Stabilitätsgrundsätzen entwickelt, deren offensichtliche Verletzung wir seit gut vier Jahren in den USA aber auch seit kurzem in Europa erleben.

Wann die Hyperinflation genau eintritt weiss ich nicht. Ich bin nur der Meinung, dass wir auf dem besten Weg dahin sind.

Du meinst es wird Deflation geben ? Der ganze Papiergeld-Müll, der sich überall türmt also noch mehr wert werden wird ? Er wird mehr an Rohstoffen kaufen können ?

Ich bitte Dich.

Die USA, wie auch Europa haben die grössten Probleme ihre bestehenden Staatsschulden am Markt zu finanzieren, ohne dadurch Zinssteigerungen zu verursachen, ganz einfach deshalb, weil diese gewaltige Menge nicht unterzubringen ist.

Griechenland zeigt ganz deutlich was mit den Zinsen passiert, wenn keine Nachfrage seitens des Marktes nach Schuldtiteln besteht.

Die Federal Reserve kauft Staatsanleihen. Die EZB kauft Staatsanleihen. Die Nationalbank Jugoslawiens kaufte Staatsanleihen.

Alle drei Aktionen zielten bzw. zielen darauf hin, dem Staat nicht das Geld ausgehen zu lassen, damit er seine Funktion als Staat weiter stabil aufrechterhalten kann.

Bei einer Überschuldung, die allerdings und offensichtlich gegeben ist, wird -und da bin ich grundsätzlich anderer Meinung als Du- dieses in einer starken Geldentwertung enden.

Meines Erachtens wären Leute, die mit Staatsanleihen gute Gewinne machen gut beraten, diese desöfteren mitzunehmen und direkt in gute Aktien anzulegen (wirklich Aktien und keine Aktienderivate kaufen).

FGBL wird wie ich meine seinen Weg Richtung Rendite 1 % weiter fortsetzen, da ich keinerlei Zinserhöhungsgefahr -schon aus Rücksicht auf die Zinsbelastung der stark angespannten Staatshaushalte- sehe.

Lassen wir uns überraschen.

Sicherlich, Dein Standpunkt ist gut überlegt und fundiert. Allerdings basiert dieser auf einem Fundament, das "normale" Bedingungen -sprich keine Interventionen und sonstiger Schmu der Zentralbanken- vorgibt.

Wir haben aber diesbezüglich -wie ich meine- keine normalen Umstände mehr und daher muss man sich diesen "veränderten Umständen" entsprechend anpassen.

Die Mehrheit des Marktes tut dies allerdings immer noch nicht und verramschen Aktien ausgehend durch eine meines Erachtens total unbegründete Angst einer "Deflationsgefahr".

limitup
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ Paljusevic, Franjo [#51]

Zitat:
Die Federal Reserve kauft Staatsanleihen. Die EZB kauft Staatsanleihen. Die Nationalbank Jugoslawiens kaufte Staatsanleihen.

Die BOJ hat auch Staatsanleihen gekauft nur genützt hat es nix. genau wie die ersten QE Aktionen der FED und EZB

Nur durch den Kauf von Staatsanleihen wird noch keine Inflation ausgelöst. Die Wachstumsraten der Geldmengen fallen dramatisch, in USA ist Delta M3 sogar negativ. Ich frage mich gerade wo das so tolle Geld eigentlich vagabundiert? hast Du mehr Geld in der Tasche durch QE?

Klar wird es irgendwann den große Knall geben und alles Geld wird entwertet. Nur wann? Und was nützt es mir wenn sich die Aktien bis dahin halbieren oder sogar noch weiter fallen?

Wie siehts denn mit den Aktien aus? Dax 2000 Punkte unter Hoch, Dow 4000 Punkte drunter. China 50 % unter Hoch. Wie siehts mit den Immobilienaktien aus? 70-80 % unter Hoch. Eine Rio Tinto 50 % unter Hoch. Und mal zur Info: Auch 2007 hiess es kauft Aktien die Hyperinflation kommt. Rohstoffaktien, Immobilienaktien werden explodieren etc.Wie siehts mit den Hauspreisen in USA aus?

und der Nikkei auf 16 Monatstief!

Sieht das so aus als ob der Markt die große Inflation erwartet?

Gast

@ tomxy [#50]

Die Kunst ist einfach den richtigen Zeitrahmen für ganze Zyklenspekulationen abzustecken. Der neue Markt z. B. fiel wohl noch schneller als er zuvor angestiegen war:-) Auch der Dax-Einbruch im Herbst 2008 dürfte ja noch in Erinnerung sein. Es darf also nicht maßgeblich sein wie schnell etwas passiert sondern das etwas überhaupt passiert.

Eine Shortposition im Bund mit festgelegtem Stoppkurs oberhalb des Einstiegs ist schon fragwürdig. Die Gewinnchance ist sicher höher ohne Stopp, dafür aber dann das Halten dieser Position über mehrere Monate / Jahre sowie die Luft haben das Ding in der Zwischenzeit richtig ins Minus laufen zu lassen.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ pullPUSH [#49]

Stimmt,

wurde gerissen , habe aber gleich wieder aufgebaut.

Die Dynamik des Anstiegs und meine Indikatoren zeigen mir das hier die Luft zu Dünn ist.

Ich bleibe Short

Bei den Währungen sehe ich einen festen Euro bis 1,29

F
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12 Jahre 7 Monate

@ limitup [#52]

Tja, Japan.

Das Kuriose ist, dass die Japaner einen Hang zu Anlagen in ausländischen Anleihen haben. Da es Zuhause aufgrund der Mini-Zinsen keine Erträge gab, suchte man sein Glück eben hauptsächlich in US- und anderen Schuldtiteln.

Die BoJ musste dann zwangsläufig Anleihen kaufen, um die Zinsen auf dem festgelegten niedrigen Niveau zu halten.

Japan erwirtschaftet im Gleichschritt mit Deutschland und der VR China riesige Aussenhandelsüberschüsse und hat daher immer ein Plus im Aussenhandel.

Wieder ein Unterscheidungsfaktor zu den USA, der gesamten Euro-Zone.

Gut, du fragst nach den Aktienkursen seit deren Hoch. Ok.

Ich stelle einmal ein paar Fakten seit Anfang 2009 dagegen. Passt das mit deflationären Tendenzen zusammen ?

DAX: gut 60 % + seit Anfang 2009

Dow Jones: gut 60 % + seit Anfang 2009

Gold: gut 25 % + seit Anfang 2009

Wonach riecht das Ganze ?

Kann es sein, dass das offensichtlich zuviel vorhandene Geld derzeit noch aus dem Geldkreislauf zurückgehalten wird und daher "Inflation aufgestaut" wird ? Und was passiert, wenn aus irgendeinem Grund, diese Stauung nicht mehr aufrechterhalten werden kann ?

Auf Dauer kann niemand über seine Verhältnisse leben.

Gast

@ Paljusevic, Franjo [#55]

Anfang 2009 befanden sich die Märkte im Stadium der Depression, gerade aus marktpsychologischer Sicht. Die folgenden prozentual starken Anstiege sind normale Gegenbewegungen nach den Tiefpunkten einer Baisse, die die zu tief gefallen Kurse ausgleichen, parallel dazu im Jahre 2003 zu sehen.

F
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

Der Finanztheoretiker Silvio Gesell schrieb 1918 zum Thema Währung:

„Die Währung hält den Staat zusammen oder sprengt ihn - je nachdem. Wird hier gepfuscht, so löst er sich in kleine Teile auf, in Atome, die sich gegenseitig abstossen: Stadt gegen Land, Beruf gegen Beruf, Volksstamm gegen Volksstamm, Norden gegen Süden, Festbesoldete gegen Lohnarbeiter, bis schliesslich Arbeiterbataillone gegen Arbeiterbataillone marschieren.“

limitup
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@ Paljusevic, Franjo [#55]

Es wird immer konfuser. Aha das vagabundierende Geld wird also mit Absicht zurückgehalten. Genau, Dir gibt jemand umsonst Geld und du packst es unters Kopfkissen weil es ja eh geschenkt ist.

Wieso zum Teufel fallen die Wachstumsraten der Geldmengen seit 2008/2009 dramatisch? kannst Du mir die Frage beantworten?

ich habe da ne Idee. Weil das angeblich ins System geschleuderte Geld nicht investiert wird sondern einfach nur die Verluste ausgleicht die mit der Immokrise 2007 entstanden sind und imemrnoch entstehen.
Aber mehr Geld zum ausgeben hat deswegen keiner.

Was fehlt um einer knackige Inflation anzuheizen ist einfach genügend kreditwürdige Kreditnehmer und Verbraucher. Länder, Banken und Konsumenten sind doch alle überschuldet. Niemand hat doch kein wirklich belastbares Eigenkapital mehr.Und wer es hat, rückt es nicht raus. Und mal ehrlich? Wieviel Flat Tv Schirme, wieviel Autos braucht denn jedes Jahr der Mensch 2? 3? 100?

Seit mehr als 10 Jahren wird vor der großen Inflation gewarnt. Nichts ist passiert.
Ob eine Deflation kommt - ich weiss es nicht.Jedoch sehe ich die Gefahr dafür. Und zwar mehr als die alljährlich prophezeite große Inflation ala 1923. Die Argumente sind immer die gleichen..Ausufernde Geldmengen.

Klar sind die Aktienmärkte seit 2009 rasant gestiegen. Der Nikkei hat sich in den letzten 20 jahren immer mal wieder von seinen Tiefs verdoppelt. Was hats genützt? Nichts

ne Ivg war mal bei 35 (2007 als die große inflation praktisch schon an der Tür stand) Jetzt ist sie bei 5 Euro.

Was ist wenn du da heute kaufst, weil 2011 wieder die große Inflation kommt und das ding fällt auf 2 euro oder auf 1 Euro?

Also meiner Meinung nach, und hier hänge ich mich jetzt sehr weit aus dem Fenster, wird sich der Dax nochmal um 30-50 % reduzieren, bevor er neue Hochs macht.

F
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ limitup [#58]

Lassen wir uns überraschen.

http://www.federalreserve.gov/releases/H6/Current/

https://stats.ecb.europa.eu/stats/download/bsi_tab02_03/bsi_tab02_03/bsi_tab02_03.pdf

(man beachte Diagramm C2 - "Credit to general government")

limitup
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ Paljusevic, Franjo [#59]

Hugh Hendry: Deflationsgefahren groß und akut

Fondsmanager Hugh Hendry macht sich Sorgen um Chinas Wirtschaftsmodell sowie die Auswirkungen auf Japan und die Welt, sollte sich Chinas Konjunktur abschwächen.

http://www.wallstreet-online.de/nachrichten/nachricht/2963429.html

Zur Info:

Hugh Henry ist nicht irgendwer, sondern der erfolgreichste Global Macro Fund Manager der letzten Jahre

http://www.zerohedge.com/article/congratulations-hugh-hendry-achieving-best-macro-hedge-fund-ytd-return

F
Mitglied seit
12 Jahre 7 Monate

@ limitup [#60]

Ich habe ihn oft und gerne auf CNBC gesehen. Ein sehr kompetenter und vor allem humorvoller Schotte.

Jeder hat allerdings seine eigene Meinung.

Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn man von Deflation sprechen würde, wenn sich die Notenbanken bei der Staatsfinanzierung heraushalten würden. Ja, dann ja.

Nur haben wir derzeit ein weitaus grösseres Schuldenproblem als Anfang der 1980er, als diese Staatsschulden 15 % Leitzinsen verursachten. Sämtliches freie Kapital absorbiert wurde und die Privatwirtschaft ziemlich schlecht da stand.

Heute haben wir die gleiche Problematik auf Staatsseite, nur mit dem kleinen Unterschied, dass die Notenbanken mit ihren Eingriffen in das Marktgeschehen keine Liquiditätskrise zulassen.

Beide sind happy - Staat und Privatwirtschaft.

Aber ist nicht klar ersichtlich, dass diese Vorgehensweise im krassen Gegensatz zur Geldpolitik der letzten 70 Jahre steht und dies zwangsläufig die Sache noch weiter verschlimmert, bzw. höchste Gefahr für den Geldwert besteht ?

Für mich steht fest: Würde die Federal Reserve nicht intervenieren, hätten wir längst Marktzinsen von weit über 20 %, was einem kompletten Kollaps der Weltwirtschaft gleichkommt.

Ob und für wie lange eventuell durch diese Aktionen nun Zeit gewonnen wird, bleibt jedem selbst zu beurteilen.

Deflation der 1930er als 30 US-$ eine Unze Feingold darstellten ist ja logisch und verständlich. Gold ist begrenzt und damit ist auch die Schuldenaufnahme begrenzt.

Fordern nun die Gläubiger ihr Geld zurück gibt es zwangsläufig Geld-Engpässe.

Das Gleiche gilt auch, wenn sich Angebot und Nachfrage von Geld am Markt frei regeln können (siehe Anfang der 1980er). Da ist der Regulator der Zins, der Geld "wertvoller und damit knapper" macht.

Aber heutzutage, wo das Geld nach Bedarf von den Notenbanken hergestellt wird und der Zins bei fast 0 % liegt und das gezwungenermassen auch dauerhaft wegen den imensen Staatsschulden, kann man doch nicht von Deflation sprechen.

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