Bund Future: Rein theoretisch kann er noch 1500 BP steigen
Was macht der Markt ?
Er verkauft Anleihen, wenn er der Meinung ist, dass die Zinsen zukünftig steigen werden und er kauft Anleihen, wenn er der Meinung ist, dass die Zinsen zukünftig fallen werden.
Und meine Meinung ?
Jede 100 BP die der Bund-Future steigt oder fällt stehen für 0,1 % in der 10-jährigen Zinsstruktur. Sprich - wenn wir derzeit von 2,5 % reden, so haben wir noch gute 1,5 % Luft bis zum Zielzins 1 % - was beim Bund-Future noch 1500 BP ausmachen würde bzw. einen maximalen Kurs von 147.
Jeder Monat und jedes Jahr in dem sich nichts an den Leitzinsen verändert, lässt auch die Renditen für Staatsanleihen fallen.
Nichts anderes sehen wir in den letzten Monaten.
Es scheint scheinbar sehr schwer zu sein, endlich zu begreifen, dass tatsächlich die Finanzierung des Staates durch die Notenbanken begonnen hat.
Und es wird rein Verschuldungstechnisch betrachtet keinen Weg mehr zurück geben.
@ Richard Ebert [#38]
hallo,
gingen Sie im Bund Futures long oder short?
An Alle:
Warum sollte man ausschließen, dass der Bund nicht auf 140 steigt?
Grüsse
Marzell
@ Marzell [#62]
Es wäre vielleicht mal gut wenn Sie die Beiträge lesen und dann einen Kommentar senden.
Ich habe gesagt, das ich bei 133 short gehe und habe das auch getan und bin auch noch immer short. Selbst bei Kursen um 140 würde mich das nicht umbringen.
Herr Ebert hat diesen Satz zum Anlass genommen um einen aktuellen Chart einzustellen und das ohne jegliche Wertung.
Das der Bund auf 140 geht kann keiner ausschliessen, auch das Gegenteil nicht. Ich sehe das ganze trotztdem gelassen, und ich sehe es auch nicht unter dem Aspekt von wenigen Tagen.
Eine Möglichkeit nachzuprüfen, ob der Bund-Future "heiß gelaufen" ist: der Vergleich des aktuellen Abstandes des Kurses zu seinem 12-Monats-Durchschnitt mit den historischen Abstands-Werten.
Hier meine Berechnungen
- Ergebnisse in Basispunkten,
- am Bildschirm per Kästchenzählen durchgeführt und deswegen nicht 100%ig genau
- nur Extremwerte über 500
- jeweils lokale Hochs des Abstand-Wertes
1990 -1180
1993 +600
1994 -770
1996 +600
1997 +510
1998 +510
1998 +750
1999 +660
1999 -880
2000 -700
2006 -570
2007 -650
2009 +1050
2010 +900? 12-Monats Durchschnitt aktuell bei 125,75, Bund-Future-Monats-Hoch 08.2010 (bisher, heute erreicht) bei 134,73 --> 900
900 wäre der dritthöchste Wert der letzten 20 Jahre. Ob 900 das letzte Wort sind, ist natürlich noch nicht klar. Aber die Luft wird dünn.
Wie weit könnte eine Korrektur gehen? Hierzu habe ich die historischen Korrekturen der beiden folgenden Monatskerzen berechnet.
Spalte 1 + 2: wie oben
Spalte 3: das Maximum der Korrektur, vom absoluten Hoch (Tief) bis zum absoluten Tief (Hoch) der beiden Folgekerzen
Spalte 4: die Korrektur nach zwei Monaten, vom absoluten Hoch (Tief) bis zum Schlusskurs der zweiten Kerze
Nur die sehr grossen Abstände größer 600 Bp wurden betrachtet.
1990 -1180 500 200
1994 -770 400 350
1998 +750 450 200
1999 +660 500 350
1999 -880 530 120
2000 -700 400 350
2007 -650 450 400
2009 +1050 500 220
2010 +900? ? ?
Eine Korrektur von 400 bis 500 Bp wäre also zu erwarten.
Alles schreit förmlich nach einer Korrektur und doch möchte ich im Hinblick auf das Null-Prozent-Leitzinsszenario zu äusserster Vorsicht beim eventuellen "shorten" hinweisen.
Der Staatshaushalt der USA lässt auf lange Dauer keine höheren Zinsbelastungen zu.
Das weiss auch die Federal Reserve.
Der obige Chart geht bis 1988 zurück.
Aber es gab noch nie in dieser Chart-Historie drastische Eingriffe einer Zentralbank in das Marktgeschehen am Rentenmarkt, wie wir es seit kurzer Zeit erleben.
Je länger die Leitzinsen im quasi Nullbereich verharren, umso weiter fallen bzw. nähern sich die Renditen der Staatsanleihen diesem "Ziel" an. Ergo steigen im Gegenzug die Kurse dieser Staatsanleihen.
Doch der "risikolose Gewinn" von dem Professor Fekete gesprochen hat ?
Ich gehe davon aus, dass bei der leichtesten Erhellung am derzeit wirtschaftlich düster gemachten Himmel, die Renditen um 0.1 - 0.3 % steigen könnten (= 100 - 300 Basispunkte Minus).
Allerdings um dann in dem folgenden "schlechten" Szenario wieder zu fallen.
So wie wir es schon Monatelang gewohnt sind und sehen.
Am Endergebnis ändert sich meiner Meinung nach gar nichts. Die Notenbanken haben keinerlei Spielraum, um die Zinsen steigen zu lassen.
Nur um es Euch bildlich nochmals ins Gedächtnis zu rufen.
1 % höhere Zinsbelastung bedeuten für den Staatshaushalt der USA über 130 Milliarden $ an Mehrkosten (!).
Die Zukunft wird es zeigen.
@ Paljusevic, Franjo [#65]
Wenn mich meine Indikatoren nicht im Stich lassen haben wir Heute das High bei 134,73 gesehen und es dürfte das High für viele Monate oder sogar Jahre bleiben.
Mal sehen wer Recht hat, zumindest für die nächsten Wochen denke ich das ich der bin der Recht hat.
Letztendlich sind all diese Diskussionen recht müssig, ausser man ist im Markt.
@ benedikt54 [#66]
ein kurzfristiger, steiler Aufwärtstrend wurde gebrochen
Meine Prognose sind 140 bis Jahresende.
Während dieser Zeit wird es meiner Meinung nach auch Rücksetzer wegen Gewinnmitnahmen geben.
Alles in allem bleibe ich aber bei meiner Meinung, dass sich die Renditen über die Zeit dem EZB-Leitzins -wie auch in den USA dem der Federal Reserve- nähern und damit die Kurse für Bundesanleihen weiter steigen werden.
Sehen wir einmal.....
@ benedikt54 [#66]
Wenn mich meine Indikatoren nicht im Stich lassen ...
Was sind denn das für Indikatoren? Haben die auch etwas mit dem Abstand auf einen MA zu tun wie bei meinem Versuch [#64]? Spielt das Sentiment eine Rolle?
@ Global_2 [#67]
der längerfristige Aufwärtstrend bleibt weiter intakt
@ Global_2 [#70]
Wusste gar nicht, dass man mittels einem 60-Min.-Chart einen längerfristigen Aufwärtstrend erkennt :-). Meiner Meinung nach erfolgt ein Trendbruch auf langfristiger Basis frühestens bei 117 im Tageschart.
@ ladowa [#71]
"Wusste gar nicht, dass man mittels einem 60-Min.-Chart einen längerfristigen Aufwärtstrend erkennt :-). "
Ist ne Frage der Sichtweise. Relativ zu Timetrade isses schon längerfristig. Im Timeframe Daily ist aber auch ein klarer Trend zu erkennen, mit ein Grund, wieso garantiert viele Trendfolger im FGBL engagiert sein werden.
@ Global_2 [#72]
Ich muss mich selbst korrigieren, dachte, dass der weiter oben eingeführte Langfrist-Chart ein Tageschart ist. Auf Tagesbasis, was ich als mittelfristig bezeichnen würde, erfolgt ein Trendbruch natürlich früher, nicht erst bei 117 wie von mir vorhin geschrieben.
"Ist ne Frage der Sichtweise." Das ist ja das interessante am Trading, sonst würden ja alle dasselbe tun ;-).
@ benedikt54 [#63]
es ist schon recht mutig und verwegen, zu glauben, gerade am 23. August 2010 würde der Bund drehen. Solche Annahmen bringen im Allgemeinen nichts, ausser man weiss etwas, was die Allgemeinheit nicht ahnt.
Grüsse
Marzell
@ Marzell [#74]
Noch verwegener ist es, seinen SL zu mißachten und gleich nochmals einzusteigen, wie in #54. Andererseits, wie sagt man so schön, den Mutigen gehört die Welt :-).
Um zu demonstrieren wie es Leuten gehen kann die ganz vorne dabei sein wollen:
Ich war im Zirkus. Vierte Reihe etwa. Tiger zeigten was sie draufhaben. Sie saßen im Kreis mit den Hintern den Zuschauern zugewandt, Blick in die Mitte der Manege zum Maestro.
Plötzlich ruckelte ein Tiger ein bischen auf seinem Podest, hob den Hintern und lies einen mächtigen Pfurz fahren. Es waren nicht nur Gase, nein es war auch ein bischen was Feuchtes dabei. Und zum Unglück traf er genau eine Frau rechts von mir in der ersten Reihe, nicht ins Gesicht aber knapp unterhalb aufs Kostüm. Die arme Frau wischte sich aufgeregt und lange ab.
Darum: nicht der erste sein wollen!
Grüsse
Marzell
@ Marzell [#76]
traf er genau eine Frau rechts von mir in der ersten Reihe,
Tja, dann warst ja auch in der ersten Reihe und hast was erlebt,
die anderen in den hinteren Rängen können nur darüber berichten und palavern.
@ benedikt54 [#77]
Was ist mit den Indikatoren??
Nicht ablenken, ruhig mal die Hosen runterlassen. Es lacht bestimmt keiner!
@ Marzell [#76]
"Darum: nicht der erste sein wollen!"
No risk no fun. Wieviel in der ersten Reihe sind nicht erwischt worden?
Allerdings ist ein Warten auf eine Bestätigung in der TA nicht das Schlechteste. Zudem gibt es meist einen Rebound, sodass man meistens günstiger und mit kleinerem Stop einsteigen kann als beim ersten Break einer Trendlinie.
Quasi erst die Vorstellung buchen, nachdem dem Tiger einer entfleucht ist :)
Besonders interessant wir die heutige Rede von Ben Bernanke in Jackson Hole sein.
Ich gehe stark davon aus, dass darin die These einer lang andauernden "Phase wirtschaftlicher Fragilität" vorkommen wird, welche die Federal Reserve zu einer dauerhaften Politik der Nullzinsen zur Stabilisierung der Wirtschaft zwingt.
Selbstredend spielt die Fianzierung der US-Staatsschulden dabei offiziell keine Rolle :o)
Wenn also keine "Überrasschungen" im Sinne einer kompletten Kehrtwende der Fed auftauchen sollten -die ich für absolut unwahrscheinlich halte-, wäre somit schoneinmal der Weg für noch weiter steigende Staatsanleihekurse vorgegeben.
Sehen wir einmal weiter......
Hatt jemand die Konvertierungsfactoren von Bonds und Notes? Meine Tabelle ist nicht mehr aktuell.
@ tantan [#81]
Meinst du diese hier?
http://www.cmegroup.com/trading/interest-rates/files/TCF082610.xls
@ xforce [#82]
Genau die. Danke!
Hab ich so lange nach gegoogelt und nicht gefunden.
@ tantan [#83]
Hier noch etwas, was für dich von Interesse sein könnte. Mit dem Excel File kannst du dir die Konversationsfaktoren selbst ausrechnen. Besteht aus mehreren Sheets wo du Expiration Month, Coupon etc einstellen kannst. Ist ganz nett gemacht. Sollte sich die Eurex mal ein Beispiel dran nehmen.
http://www.cmegroup.com/trading/interest-rates/files/U.S.Treasury_Futures_Conversion_Factor_Calculator.xls
http://www.reuters.com/article/idUSTRE67O0MF20100827
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1 % höhere Zinsen = 130 Milliarden $ Mehrbelastung für den US-Staatshaushalt
@ Global_2 [#24]
@ Global_2 [#30]
"Die Gewerkschaften ... werden sich schon bald wieder zu Wort melden und Gehaltssteigerungen durchzusetzen wissen." "Realistisch sitzen die Preistreiber vor allem im eigenen Land."
hm, die lesen wohl hier mit.
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5ikpo8VDX2AXXQiU-oHfp8nyCZ54g
IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn für Stahlarbeiter
(AFP) – Vor 2 Stunden
@ Global_2 [#86]
Realistisch sitzen die Preistreiber vor allem im eigenen Land
Ja, solche Schweine.
Setzen sich tatsächlich dafür ein das ihre Leute vernünftig bezahlt werden.
Das ist wirklich unglaublich.
Die Preistreiber sind auf keinen Fall die Schuldenmacher, welche ihre inkompetente Politik auf Schulden und nochmals Schulden aufgebaut haben.
Da fällt mir immer der Spruch der Chemiebranche ein. Schuld am dreckigen Wasser sind nicht die Chemikalien die wir einleiten, sondern die vielen toten Fische.
@ franjo [#66]
Ich bleibe bei dem was ich in #66 geschrieben habe und ich bin auch Positioniert, sogar nochmals in der Nähe des Tops. Und plötzlich liegt man im Durchschnitt mit seinen Shorts gut im Plus, ein Zustand der in den letzten Wochen und Monaten nie gegeben war.
achrie
ich habs in #5 schon erwähnt.
Es gibt immer Leute die mehr wissen als andere, und gelegentlich kann man davon profitieren.
Bis jetzt läuft die Geschichte nach Fahrplan, wobei dieser nie exakt eingehalten werden kann. Ob wir gleich massiv wegfallen weis ich auch nicht, was möglich ist, aber das wir das Ende der Hausse gesehen haben ist meine feste Meinung.
Die Hausse wird in der Baisse geboren und die Baissee in der Hausse.
@ benedikt54 [#87]
es ist an dieser Stelle unerheblich, ob die Forderung der IG Metall nun gerechtfertigt ist oder nicht. Für die Preisbildung bei Staatsanleihen ist die Inflationserwartung wichtig, und da ging es weiter oben im Thread um die Frage, auf welchem Weg Inflation am wahrscheinlichsten entstehen wird. Meine These: mehr durch Preistreiberei im Inland als durch steigende Importpreise. Die Forderung der IG Metall stützt insofern meine These. Wie man vor diesem Hintergrund weiterhin eine Deflationserwartung haben kann, wie sie von verschiedenen Marktteilnehmern verkündet wird, kann ich nicht nachvollziehen.
So sieht die Inflationserwartung an der Handelsblatt Prognosebörse derzeit aus:
http://www.eix-market.de/
Ist ja auch mal interessant, auch wenn das kein professioneller Markt ist. Der September Wert ist übrigens in den letzten Tagen angezogen.
Die Eurex hat zwar auch Derivate auf Inflation im Programm, aber dort scheinen die Umsätze zu fehlen.
@ Global_2 [#89]
Ich sehe das auch so wie Sie. Sorry, das kam dann von meiner Seite blöd rüber.
Früher oder Später lassen sich preistreibende Tendenzen und auch die Einsetzung einer Lohn-Preisspirale nicht nachhaltig verhindern.