Carry Trades feiern ihr Comeback
Riskante Devisengeschäfte: Carry Trade feiert Comeback
Von Peter Garnham (London) und Tobias Bayer (Frankfurt)
Financial Times Deutschland, FTD (30.03.09) - Er galt als überwundenes Übel des Weltfinanzmarkts, doch jetzt ist er wieder zurück: Der riskante Carry Trade. Wegen steigender Börsen wetten die Anleger wieder auf Zinsdifferenzen. Davon profitieren der australische und der neuseeländische Dollar teils zweistellig.
Dank gestiegener Aktienmärkte entdecken Investoren eine alte Strategie wieder: Den Carry-Trade.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Riskante-Devisengesch%E4fte-Carry-Trade-feiert-Comeback/494046.html)
Mutig oder übermütig?
Ich tendiere zu zweiterem!
Die genannten Peripherie-Währungen sind zwar diesen Monat mit Aufwertung beschäftigt, haben es aber noch nicht geschafft, die Abwertung (bspw gg. usd) der vorhergegangenen zwei Monate auszugleichen.
Sehe die Chance als hoch an, dass der tip lautet:
Kaufe an einem range-hoch und versuche dich mit den Erträgen aus historisch engem zinsspread auf der Gewinnerseite zu halten.
Zinsdifferenz nzd-jpy akt. 1,25%. Burner sehen anders aus!
@ dhp05 [#2]
Betrachte ich die Preisbewegung von Euro-Yen von Freitag auf Montag
133.80 auf 126.70
Erschliesst sich mir der Sinn eines Carry-Trades einfach nicht.
2% Zinsmarge in den Anleihen und 5% Kursbewegung in 2 Tagen.
@ benedikt54 [#3]
Wenn die 2% auch schon ein Haufen Schotter sind und man nicht alle 2 Tage neu überlegen will, wie man jetzt umschichten soll, dann ist da schon ein Sinn drin.
Gruß
Carry Trades: Schon wieder Zeit für Zinsspekulationen?
Von Martin Hock
Frankfurter Allgemeine Zeitung, FAZ (14.04.09) - Man muss schon Optimist sein, um an den Finanzmärkten zu investieren, unabhängig davon, ob die Zeiten gut oder schlecht sind. Das zeigt sich nie deutlicher als dann, wenn die erste Panik abgeflaut ist und sich die Anleger an die schlechten Nachrichten gewöhnt haben.
Auf der Suche nach positiven Aspekten überschätzen sie diese - schließlich will man ja nicht Trübsal blasen, sondern Geld verdienen. Und es funktioniert: Schließlich denken alle so und wenn sie denn kaufen, dann kann man ja Geld verdienen.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.faz.net/s/Rub58BA8E456DE64F1890E34F4803239F4D/Doc~E64EAE5219A7F4769B1A6104D65E70EF1~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
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Hier im Forum weiss doch jeder, wie einfach es ist eine "Carry-Position" zu handeln. Jeder der einen guten FX-Broker hat, kann diese Art von Carry-Trades "gehebelt" eingehen.
In den allgemeinen Medien versucht man den Leuten weiszumachen, dass "Carry-Trades" kompliziert sind und grundsätzlich so aussehen, dass man einen Kredit in einer niedrigverzinslichen Währung aufnimmt und in einer hochverzinslichen Währung anlegt.
Kredit aufnehmen ? Das hört sich nach viel Papierkram an, oder ?
Wenn die breite Masse wüsste, dass noch im Jahre 2007 jeder Tag, den man 1.000.000 GBP (10 GBP/JPY Lots) long gegen den japanischen Yen war, dem Positionsinhaber gute 250.- US-$ an Zinsen einbrachte, ohne diese 1.000.000 GBP in Masse überhaupt zu besitzen, wäre der allgemeine Aufschrei gross.
Gehebelt konnte man die 1.000.000 GBP long vs. JPY mit einem beispielsweisen 50 : 1 Hebel eingehen, was einem 20.000,- GBP Investment gleichkommt. Der Lohn dafür waren 250.- US-$ (bzw. damaligen 125.- GBP) an "täglichen" Zinsen, was einem Zinsertrag von traumhaften jährlichen 45.625,- GBP gleichkommt.
Wohlgemerkt für ein 20.000 GBP Investment. Diese Rendite schlägt jedes Sparbuch, nicht wahr :o)
Aber auch mit niedrigeren Hebeln und damit geringerem potentiellen Risiko steigerte man seine Rendite imens.
Und mit diesem "freien" Free-Lunch Geld konnte man dann gut auf Einkaufstour gehen. China, Ost-Europa etc., etc. Die Welt steht offen, wenn das Geld so einfach sprudelt.
Kursrisiko ? Das krasse Gegenteil, war bei GBP/JPY der Fall. Der Kurs kannte lange Zeit nur den Weg nach oben, der erst oberhalb von 250 JPY pro GBP ein Ende fand.
Nur lese ich das nirgendwo in der Tagespresse. Dort redet man nur von Kreditaufnahme in einer niedrigverzinslichen und Wiederanlage in einer hochverzinslichen Währung. Von "Hebel" keine Spur.
@ Paljusevic, Franjo [#7]
Deshalb ist der "Hebelschwan" aber auch schwärzer als "normalschwarz" - immerhin eine ausgleichende Gerechtigkeit. Dies entspannt gleichsam den Nurbeobachter.
Das Gewitter war zwar reinigend, trotzdem bin ich der Meinung, dass nach den fetten Jahren noch ein guter Gewinn übriggeblieben ist. Zu den Zinsgewinnen kamen ja auch noch die Kursgewinne hinzu.
@ Paljusevic, Franjo [#7]
es gibt nichts schöneres als ex post analysen. Ich liebe diese.
Auch die Hock'sche aus #6, der mir am 15.04 mitteilt, was vom 20.03 - 10.04 8% brachte.
Alles Theoretiker, die vielleicht persönlich niemals ein "riskanteres" Investment wagen würden :o)
Vielleicht darf man das als Angestellter in der Wirtschaftspresse auch gar nicht.
Nur schmeckt das, was man dann präsentiert bekommt sehr fade.
Theoretikergeschwätz eben.....
Zum GBP Thema noch der folgende Link zu etwas älteren Postings.
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=12524&CP=0&F=47
Aus der Sicht eines Charts fällt auf, dass genau das unterdrückt wird, was die Beobachtung von Zeit erst möglich macht: die Gegenwart, in der allein Beobachtungsoperationen aktualisiert werden können. Wenn Zeit anhand der Unterscheidung von Vergangenheit und Zukunft beobachtet wird (der Chart sieht zudem bloß Vergangenheit), dient die Gegenwart als Grenze, also als unbeobachtbar, also als unbeobachbare Einheit der Differenz. Der Nichtinvestierte ist niemals automatisch ein Depp!
@ Paljusevic, Franjo [#11]
Es sind nichts anderes als reine Währungsspekulationen. Nicht mehr und nicht weniger. Das ganze auch noch zu Hebeln, na herzichen Dank.
Hebelwirkung hat nämlich die unangenehme Eigenschaft sich abzuschwächen wenn sie in den Gewinn läuft und dramatisch zuzunehmen wenn sie in den Verlust geht.
Währungen mit niedrigen Zinsen neigen dazu sich oft dramtatisch aufzuwerten gegenüber den hochverzinslichen Anlagen.
Wenn man gerade das Glück hat in eine Phase zu investieren, wo dies nicht der Fall ist, dann klappt die Sache. Nur wer weis das schon, und wer kauft schon unten und wer löst den Deals auf bevor die Trendwende kommt? Wohl keiner.
Also den Beitrag in #7 halte ich für absoluten Irrsinn.
@ Kobban [#12]
"Der Nichtinvestierte ist niemals automatisch ein Depp!"
Zum Deppen wird man, wenn man seine Ergebnisse einem ex-post-analytiker zum Vergleich vorlegt, und dieser garantiert einen chart findet, wo alles besser bzw. noch besser gelaufen wäre.
Leicht masochistisch veranlagt, liebe ich deshalb Analytiker, die den chart nach links 'ver'handeln.
Dieser sogenannte "absolute Irrsinn" war aber Realität und ein Hauptgrund für das Aufpumpen der so oft zitierten Blase.
Wiegesagt 1 Mio. GBP long vs. JPY brachten täglich 250 USD an Zinsen.
10 Mio. GBP brachten 2500 USD an "täglichen Zinsen" etc.
Ohne den Gesamtbetrag zu 100 % zu besitzen !
Und nicht nur im angelsächsischen Raum dürften sehr viele Investoren gut damit gefahren sein.
>10 Mio. GBP brachten 2500 USD an "täglichen Zinsen" etc.
Und tägliche Wertschwankungen von 100000 USD oder mehr. Wer in den Währungen 50fach hebelt (was seriöse Broker bei gröseren Beträgen mit Sicherheit nicht erlauben), der ist nur eins mit ziemlicher Sicherheit: bald pleite!
@ sbendel [#16]
JA!
Aber, wer die Differenz zwischen den Soll-Zinsen in Jpy und den Haben-Zinsen in gbp partout in usd ausdrücken muß, der rechnet eh nicht mit nem spitzen Bleistift.
Aber einfach nochmal einen Blick auf die in #6 genannten Hochzinswährungen. Und dort nicht den Blick, was sie vom 20.03 - 10.04 gebracht haben, sondern ob die bei Stand Heute der Brüller für ein long gehen sind.
HUF, BRL und IDR stehen aktuell an einem Hoch einer Erholungsbewegung nach einer Abwertungswelle, die nicht ohne war.
Wer auf diesem level carrytrades starten will, ist in meinen Augen nicht mutig sondern übermütig (s.o.) (Über Hebel 1:50 wollen wir dabei erst gar reden)
Und wer NZD und AUD als Währungen ins spiel bringt, der träumt noch von der Zeit, wo mit beiden ein Zinsdifferenzertrag zu erwirtschaften war, der in einem Verhältnis zum Kursrisiko stand.
Ich engagiere mich bei den Hochzins- und Rohstoffwährungen (CAD, AUD, NZD) nur im Crosshandel, per saldo mit Erfolg. Damit ist der carry-Trade, also das reine Zinsdifferenzgeschäft nur ein kursbewegender Faktor neben Rohstoffpreisen, Haupthandelspartnern und den üblichen Wirtschaftsindikatoren.
CAD wird mehr von der Entwicklung in den USA beeinflusst, AUD und NZD mehr vom Haupthandelspartner China.
Meiner Meinung nach eine vielversprechende Position ist short AUD/CAD. Vor allem dann, wenn man noch nicht an einen unmittelbar bevorstehenden Aufschwung der Weltwirtschaft glaubt und die offenbar wieder etwas erhöhte Risikobereitschaft der Anleger sich den wirtschaftlichen Gegebenheiten anpasst.
Alfred
@ bellamona [#18]
seit 14Tagen verfolge ich unter besonderem augenmerk audcad nur weil du postioniert bist. (Wenn auf TMW noch mehr positioniert wären, würde es zu einer Heidenarbeit werden)
Du bist ja mit -audcad in einem negativen carry-trade, also in keinem! Du mußt ja den täglichen zinsverlust erwirtschaften über Währungsgewinn.
"CAD wird mehr von der Entwicklung in den USA beeinflusst, AUD und NZD mehr vom Haupthandelspartner China."
Das stimmt so nicht!
Noch ist so, alles was usd beeinflu0t, beeinflu0t auch yuan, ist ja auch logisch, der chinesen währung ist usd!
Mein Fazit:
Dafür das man bei -audcad drauflegt, ist mir das pärchen kein Kandidat.
@ dhp05 [#19]
was zum Grübeln und Beobachten und HeidenArbeiten ;-)
Euro short gegen Forint, Dollar short gegen Rand.
stell mich gegen den LangfristTrend mit ersten Positionen, weitere sollen Folgen, nebenbei gibts noch Zinsen.
Spekulation auf Ende der Finanzkrise mit ZinsSahneHäubchen.
Grüsse SPOMI
@ dhp05 [#19]
Na ja, ein bisschen Gewinn war drin, heute glattgestellt bei 85,73, verkauft bei 87,50. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.
Gruss Alfred
@ SPOMI [#20]
na ja,
"stell mich gegen den LangfristTrend mit ersten Positionen, weitere sollen Folgen, nebenbei gibts noch Zinsen."
Wenn du ehrlich bist, sagst du jetzt selbst "ein bischen aufachneiderei"
Du stellst dich nicht gegen einen Langfristtrend! Du handelste, wenn du es tuen würdest ,zu diesem Trend wieder hin.
Kurz: Sei ehrlich! Du handelst nicht nach #20! (was ich eh für "blöd" hielte!
@ bellamona [#21]
Ja. Wie Lotto. Ob Aud oder CaD mehr oder weniger gewinnt/verliert gegen usd.
Wenn auch du ehrlich bist, hatte dein trade mit deinem ideologischen Überbau aus #18 nichts zu tun.
@ dhp05 [#22]
ja insofern hast du ja recht, dass ich nicht so trade. aber der Freundes und Bekantenkreis verlangt nach Tipps, die man auch als Zocker bei CFD Brokern durchführen kann. die wollen action sehen. daher meine obengenannten Transaktionen. lief aber bisher recht ok als Empfehlung.
HUF/Euro und Rand/USD short schauen ja gut aus, verkauft sich sicher in einem Börsenbrief für Zocker gut. der CFD-Anbieter freut sich dann am hohen Spread und an den mitgeschnittenen Zinsen.
bin neugierig, wann mich der erste Keiler drauf anspricht. ;-)
Grüsse SPOMI
@ SPOMI [#23]
Tipps für Zocker ist ja noch mal ne andere spielwiese als Zinsdifferenzzocken.
Bei der Auswahl eines carry-pärchens sollte man nach m.M. aktuell nur auf Währungen der zweiten Liga zurückgreifen.
Der NZD, mittlererweile zur niedrigzinswährung geworden, bot/böte sich zur Leihe an für einen Kauf bspw. HUF.
HUF und Rand shorten, weil ein aktueller chart technisch was bieten könnte, verkneife ich mir wegen des Leihezins.