CBOT Orderbuch Spreds: Risikolose Gewinne ?
Hallo
Ich hatte heute einen free lunch von 211,87 $. Über die Möglichkeit, im Spreadhandel an der ECBOT einen "free lunch" zu bekommen, haben wir im Forum schon diskutiert. Leider finde ich den Beitrag nicht mehr.
An der ECBOT sind an einigen Märkten die einzelnen Order der Termine nicht mit den Spreadordern verlinkt. Heute sah das im ZN-Spread dann so aus:
BID = 1+6/32
ASK = 31,5/32 (rosa in der TWS)
Der Handel:
-1* ZN-Dec. zu 110+15,5/32
1* ZN-Sep. zu 111+14,5/32
-1* ZN-Spread Sep.-Dec. zu 1+6/32
=218,75-6,88 Commission
@ tantan [#1]
Entschuldige meine mangelhaften Kenntnisse im Umgang mit Futures, aber:
1. Meines Wissens ist es dann ein Freelunch, wenn der Gewinn sicher eingelockt ist, d. h. normalerweise hält man die Kontrakte bis Verfallstag und rechnet dann zu sicheren Konditionen ab. In Deinem Beispiel ist das nicht möglich, weil dort zwei unterschiedliche Verfallstage beteiligt sind. Demnach muß die Position irgendwann bis Sep im regulären Handel glattgestellt werden. Woher weißt Du, daß sich die aktuelle Preisanomalie bis dahin zu Deinen Gunsten drehen wird?
2. Wieviel Geld mußt Du als Margin zu Verfügung bereithalten, um evtl. zusätzliche Ausweitungen der aktuellen "Preisanomalie" bis zum Zeitpunkt der Glattstellung zu überstehen? Der dabei evtl. entstehende Zinsverlust müßte dem Freelunch-Gewinn ja gegenübergestellt werden.
@ tantan [#1]
Ich versteh diese Zahlen nicht, aber meinst du eine "direkte" Arbitrage zwischen den (wing/leg) Orderbooks und dem Spread Orderbook?
@ tantan [#1]
Ich war in der Zwischenzeit einkaufen, und auf Höhe des Milchregals ist mir die Unsinnigkeit meiner Frage(n) in [#2] selbst aufgefallen, sorry. :-)
@ AAA [#3]
Ja, an der selben Börse in einem Orderbuch kaufen und im anderen verkaufen. Heute morgen hab ich wieder 40 US$ abgeholt. Zeit 6:45 MESZ. Also früh aufstehen!
Aber mal im ernst. So etwas dürfte es doch in einem elektronischem Markt nicht geben. Auch wenn ich in den letzten Tagen davon profitiert habe, so habe ich auch ständig Order im Markt die nicht gefillt werden, obwohl andere Marktteilnehmer bereit wären meine Limits zu akzeptieren. An der selben Börse, im Gold (ZG) läuft es nicht so.
@ tantan [#5]
..."Aber mal im ernst. So etwas dürfte es doch in einem elektronischem Markt nicht geben"...
Doch sowas gibt es, und nicht nur das was du da gerade machst...
Nur ist es dumm öffentlich darüber viel zu schreiben, ich nenne deshalb mal nur pauschal die "Emitenten" Quotes und deren Spreads. Von Arbitage lebt eine ganze Gilde.
@ tantan [#5]
Ich schlafe da noch!
Warum holst du dir nur 40$? Nehm doch mal 4000.- ;)
@ TimeTrade [#6]
"Doch sowas gibt es, und nicht nur das was du da gerade machst... "
So offensichtlich hatte ich das auch noch nicht gesehen, sind dann wohl nur ein paar einzelne Kontrakte? Die anderen Sachen sind meiner Erfahrung weniger offensichtlich, so dass man da erst draufkommen muß und es nicht gleich so einfach sehen kann. Zum Glück! :)
@ TimeTrade [#6]
Das hat mit Arbitage im herkömmlichen Sinn nichts zu tun. Das der Bid höher als der Askpreis sein kann liegt an der inkompetenz der Börse. Der Kurse gehört gefillt sobald Ask und Bid sich treffen. Und wie gesagt, durch meine Limit-Spreadorders entsteht mir eine Minderrendite, die durch die paar "free lunch" nicht abgefangen werden kann. Es ist ziemlich umständlich sich seine Fills über die einzelnen Termine zu holen.
@ AAA [#7]
Der Markt ist eng. Es kommt schon mal vor, das drei Lots überlaufen. Aber wenn es meine Limits sind hole ich sie nur ab. Free Lunch heist, das ich sofort flat stelle. Da waren der maximale Gewinn eben 211$.
@ TimeTrade [#6]
stimme dir zu Time Trade. das mit den Emmi-Quotes ist auch meine Erfahrung. mich würde interessieren, welche Vorkehrungen ein Emmitent ergreift um nicht von Scalpern ausarbitriert zu werden; Kontensperre, Saldoadjustierungen, Klagsandrohungen, exzessive Auslegung der AGB, etc,.... sowas scheint mir die größte Gefahr für den Kontrahenten zu sein. eine Email ist für Nachrichten im Profil hinterlegt. Gute Nacht. SPOMI
@ tantan [#8]
das hat wenig mit Inkompetenz der Börse zu tun, elektronische Börsen haben nunmal separate serialisierte Orderbücher pro Kontrakt. Spreads handeln ein "Paar", nur ist das Orderbuch eines Spreads immer eine syncronisierte Simulation aus den 2 unabhängigen Basiskontrakten. (wir hatten mal ein Thread zur Eurex, wo z.B. zwischen getriggerte Stops und deren Fill noch andere Fills zu auch gegenläufigen Levels kamen, ohne das die vorher im L1-Bid/Ask zu sehen waren. Ist eben kein Pit-Handel, wo letzendlich immernoch statisch 2 Partner erst ihr Orderpaket komplett abwickeln, bevor es weiter gehen kann)
Ja nach Quotegenerator können so also durchaus resultierend diese gedrehten Bid/Ask-Level entstehen. Der garantierte transaktionsbasierte Fill eines Spreads ist rechentechnisch ein kleines Kunststück, da hier quasi 2 Orderbücher angehalten werden, je ein Fill gematcht wird und erst dann beide Bücher weiterlaufen können/sollen.
Bedingte Spreadorders (z.B. Limit...) sind gegen schnelle Einzelorders stets im Nachteil, da stets 2 Orders syncron "aktiviert" werden müssen. Du bist also mit Einzelordes stets schneller, hast aber auch das kurzfristige einseitige Positionsrisiko.
Solange du nur auf diese von dir hier erwähnten "free lunch" wartest, kannst du damit auf Dauer keinen Blumentopf gewinnen. Um hier profitabel zu arbeiten, solltest das Quotesystem gezielt in diese Zustände bringen können. Gewusst wie ist das teilweise möglich (ohne Einsatz von x Mio). Nur verstoßen diese Sachem meist doch gegen ein paar Clearingregularien, werden also meist nicht bewusst gemacht, bzw. wenn dann niemals als Absicht zugegeben.
@ SPOMI [#9]
Emi's waren nur ein einfaches Beispiel für Märkte in denen das auch möglich ist und sicher auch gemacht wird. Der Arbitagetrick mit "free lunch" Option ist überall möglich, wo geregelte Basismärkte mit separaten Orderbüchern existieren und daraus dann von Anbietern (egal ob Spreads der Börse oder unabhängige Titel von Emi's) zusätzliche "eigene" Oredrbücher gematcht werden.
Viele Forexbuden können froh sein, das deren Spread so hoch ist, das sich die Symetriefehler in deren Quotes für "virtuelle" Anbieterspreads nicht nutzen lassen, bzw. die einfach keinen schnellen ausreichend kalkulierbaren Handelszugang anbieten. Die meisten Emi's lösen ihr Problem auch so.
Das was du da schreibst, kann sich heute kein Anbieter mehr mit (prof.) Kunden erlauben. Emmitenten haben nichts gegen Scalper, die leben sehr gut von deren hohen Orderaufkommen. Es ist schlicht ein Wettbewerb um die bessere Quote/Order-Logik über Markt- & Anbietergrenzen hinweg.
@ TimeTrade [#10]
"Um hier profitabel zu arbeiten, solltest das Quotesystem gezielt..."
Was gibt es dazu für Tricks? ;) Bei größeren Spreads kann ich die Quotemachine dazu bringen bis zu einem gewissen Preis mich zu überbieten. Aber dieser reicht nicht aus, um da nun fröhlich händisch zu hantieren.
Oder muß man nur das richtige Quotesystem/Symbol finden?
Wenn man sich selber über die verschiedenen Books bedient ist das kein Crossing, oder? Oder bei gewisser Regelmäßigkeit doch?
@ tantan [#1]
@ TimeTrade [#10]
Hat jemand von Euch eine Liste der Börsen/Kontrakte, bei denen Spreadorders noch nicht synthetisch gematcht werden?
CBOT ist ja mittlerweile auf die CME-Plattform umgezogen.
@ drekhead [#12]
Eine FREE LUNCH hab ich schon lang nicht mehr gesehen! Das hat aber auch andere Gründe. Die Nullzinspolitik der Notenbanken hat große Auswirkungen auf Zins.- und Carryarbitagegeschäfte. Die Spreadorderbücher sind heute, zum Teil, liquider als die Hauptorderbücher. In anderen Märkten sind sie fast tod. Zu viel, oder zu wenig liquidität (immer im Verhältnis zur Vola) verhindert eine spürbare Überschneidung.