CFD Trading: Fragen und Antworten
Ich habe eine frage bezüglich des CFD tradings. angenommen mein kapital beträgt 10 000 dollar. ich kaufe eine aktie die bei 10 dollar notiert und setze einen stop loss bei 8 dollar. also riskiere ich 2 dollar pro aktie in diesem trade. ich kaufe 500 stück dieser aktie, also riskiere ich insgesamt 1000 dollar. ich bewege mit meinem trade aktien im wert von (10 dollar x 500 Stück =) 5000 Dollar, abgebucht werden aber ja nur 500 dollar von meinem kapital, richtig? was passiert nun wenn die aktie unter 9 dollar fällt, werden dann von meinem konto weitere 500 dollar abgebucht oder wie wird dann verfahren? in dem moment, indem die aktie unter 9 dollar notiert, habe ich ja mehr geld verloren als die ursprünglich abgebuchten 500 dollar, aber ich möchte ja trotzdem noch im trade bleiben. wie wird in so einer situation verfahren?
"abgebucht werden aber ja nur 500 dollar von meinem kapital"
Was meinst Du mit abgebucht? Wenn Du die Sicherheit (margin) meinst, die wird nicht abgebucht, sondern es wird ein Teil Deines Geldes quasi "reserviert", eingefroren. D.h. das Geld gehört immer noch Dir, kann aber nicht gleichzeitig als Sicherheit für andere Trades dienen, und auch nicht vom Konto weggebucht werden. Gewinne und Verluste aus Positionen werden Deinem Konto zu/abgebucht (Verluste auch, wenn es mehr als die 500 EUR Sicherheit sind.) Wenn Du glatt stellst, wird die "Reservierung" wieder aufgehoben, und Du kannst wieder über das Geld verfügen.
War es das, was Du meintest? Sonst frag weiter.
Gruß,
Asamat
ich meine mit abgebucht, dass sie mir nicht zu verfügung stehen für andere trades. was passiert denn nun wenn die position unter 9 dollar fällt, hab dich oben nicht verstanden.
ausserdem hab ich eine andere frage: ich handle DMA CFDs, dort zahle ich einen festen spread (bei etrade). gibt es trotzdem noch sowas wie slippage oder bekomme ich genau den preis den ich als stop angebe?
Dein Gewinn und Verlust hat nichts mit dieser festgelegten Sicherheit zu tun. Dein Gewinn oder Verlust berechnet sich danach, wie sich das Instrument, das Du handelst, entwickelt. Entsprechendes wird von Deinem Konto weggenommen oder dazu gebucht. Ich versuch mal ein Beispiel:
Kurs Ergebnis Sicherheit Konto freier Teil Kto Day -1 10 0 0 10000 10000 EntryDay 10 0 500 10000 9500 Day 1 9 -500 500 9500 9000 Day 2 8,5 -750 500 9250 8750 Day 3 11 +500 500 10500 10000 Day 4 7 -1000 (sell@SL) 0 9000 9000Die Sicherheit habe ich als unabhängig vom Kurs angenommen, der Anbieter kann sie natürlich auch anpassen. Dann ändert sich die Sicherheit, das hat aber nichts mit Deinem Gewinn/Verlust zu tun.
Natürlich wird der Anbieter die Sicherheit so groß festlegen, daß normale Tagesschwankungen darin enthalten sind. Das dient seiner Absicherung. Sonst handelst Du z.B. 1000000 Stück der Aktie, die Aktie fällt um 1 EUR auf neun. Du bist 1 Mio in den Miesen, zahlst aber nicht nach, sondern schreibst die 10000 und das Konto in den Wind. Der Anbieter muß sich von Dir das Geld auf dem Rechtsweg holen, etwas, wozu er keine Lust hat. Daher verhindert er von Anfang an daß Du 1 Mio Aktien handelst, indem er für jede Aktie eine gewisse Deckung des Kontos verlang, eben die Sicherheit.
Die zweite Frage kann ich nicht beantworten. Ich habe bei etrade noch keine DMA CFDs gehandelt.
Gruß,
Asamat
@ Asamat [#4]
Das Beispiel ist richtig. Nur ist der Intervall nicht ein Tag, sondern kontinuierlich. Wenn deine Deckung um 11:23 Uhr nicht mehr reicht, wird dein Broker um 11:24 Uhr schon reagiert haben. Je nach Lage, mit einem Margincall oder mit einer Positionsliquidierung.
@ wallstreet_fan [#1]
habe ich ja mehr geld verloren als die ursprünglich abgebuchten 500 dollar, aber ich möchte ja trotzdem noch im trade bleiben. wie wird in so einer situation verfahren?
wie schon richtig hier vorgerechnet hängt dies von deiner Kontogröße bzw. dem Verfahren des jeweiligen CFD Market-Makers ab, siehe dazu die jeweiligen Bedingungen der einzelnen Anbieter (u.a. Airbag-Funktion, Mindestkontogrösse für Positionseröffnung, etc. etc.).
Aber deine Schlussfrage ist genau der Grund warum es in naher Zukunft mehr CFD Market-Maker geben wird die ein CFD-Investmentaccount neben einem CFD-Tradingaccount anbieten werden, hier wird eine höhere Margin (z.B. 25%) verlangt mit kleinerem Hebel (bis max. 4) und damit ist ein Positionstrading "komfortabler" mit CFDs möglich als bisher. Ein Anbieter hat dies ja schon eingeführt und es wird auch schon beworben ;)
DMA-CFD sind eine faire Sache wenn die gesamten Ordergebühren für den Trade fair bzw. günstig sind, denn es gibt ja für Aktienhandel noch Broker wie IAB die für Aktienhandel richtig gute Konditionen haben und auch Aktien auf Margin anbieten (Hebel hier bis 1:3 Intraday, 1:2 Overnight), daher müssen es nicht zwingend CFDs sein.
Beste Grüße
Roti
@Roti
na wenn schon Investment Acct, dann doch wohl eher bei IB mit dem Hebel von 1:6 (Portfl. margin). Äquivalent von 100kUSD aufs Kto (besser a bisserl mehr, da dies nicht unterschritten werden darf), Antrag ... und los gehts, Hebel ganz ohne Futures und Optionen.
Und wenn man nicht scalpt, wären doch SSF`s durchaus überlegenswert.
MFG
Hittfeld
@ Hittfeld [#7]
Und wenn man nicht scalpt, wären doch SSF`s durchaus überlegenswert.
ja das habe ich schon vor Jahren überlegt aber das Volumen/Spread bei SSF´s war seinerzeit nicht besonders und obwohl im Prinzip genau das Richtige fristen SSF´s doch eher ein "Schatten- oder Nebendasein"?
Danke für den Hinweis mit IAB, kannte ich so noch nicht.
Beste Grüße
Roti
Frage mich, welchen Sinn dieser "Investment Account" bei manchen CFD Anbietern haben soll. Eigentlich so unnütz wie ein Kropf.
Oder will man den unerfahrenen Trader vor sich selbst schützen ?
Gar entmündigen weil man ihm eine vernünftige Risikokonrolle nicht zutraut? ;-)
Termin-Trader
@ Termin-Trader [#9]
Oder will man den unerfahrenen Trader vor sich selbst schützen?
Ja schon, wie viele Roadshows hat es schon gegeben und wie viele haben da gleich ein Konto eröffnet mit Minimumeinlage von 1000,- (oder 3000,-) EUR und es dank höchstem Hebel in kürzester Zeit so gut wie "an die Wand gefahren"?
Heute gibt es schon Konten ohne Mindesteinzahlung bei CFDs und Forex.
Dazu kommt das diese Gruppe von Anlegern nach Investment-Account wohl deshalb "schreit" um dem Trade mehr Raum und Zeit zum sich entwickeln geben möchte weil bei einem Trading-Account mit 1% Margin das so schnell verbrannt war. ;))
Die Fortgeschrittenen und Profis können sicherlich mit Margin und Hebel umgehen bzw. handeln dann direkt im Markt aber die Anfänger bzw. Umsteiger von Hebelzertifikaten, Aktien werden von der Branche auch genau so angesprochen, daher jedem sein passendes Produkt.
Beste Grüße
Roti