China: Unternehmenszahlen, BIP - alles Show, alles gefälscht ?

"Lin Miaoke ist ein entzückendes Mädchen, das es dank der Eröffnungsshow der Olympischen Spiele in Peking zum Star gebracht hat - und das keinen Ton singen kann. Das Publikum bei den einzelnen Bewerben in China setzt sich aus echten Fans und staatlich bestellten Claqueuren zusammen. Und das Feuerwerk, das die Welt beeindruckte, war zum Teil nichts als schnöde Computeranimation." (http://mein.salzburg.com/blog/satire/2008/08/alles-show-alles-gefalscht.html)

Und wie sieht es mit den Unternehmenszahlen aus? 2007 wurde die Rechnungslegung in China angeblich "verschärft", gemäss offiziellen Meldungen aus China. Unternehmenszahlen sind nach wie vor nicht zu trauen.

Und das BIP? Alles Show, alles gefälscht?

Geschrieben von Von Klopfenstein am
Von Klopfenstein
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Ein etwas älterer Artikel:

Chinas Wirtschaft: Ein Luftschloß ?

[21.03.2004] Beitrag von Ching-hsi Chang,
Professor für Volkswirtschaft
an der National Taiwan University
Die meiste Zeit war ich mit den aktuellen Problemen von Taiwan beschäftigt und wenig mit denen Chinas. Seit kurzem interessiere ich mich mehr für die Chinas, da ich deren großen Einfluß auf die Wirtschaft Taiwans herausgefunden habe.

"Chinas wirtschaftliche Blüte" oder Jiang Zemins neue Kleider

Ich ging viele Arbeiten über die Probleme der chinesischen Wirtschaft durch und finde, dass die Probleme, denen China gegenüber steht, sehr ernsthaft sind. Die Wirtschaft Festlandchinas kann theoretisch jeden Moment zusammenbrechen. Doch diese Sicht wird von vielen Chinaexperten nicht geteilt.

Manche sagen, wenn es so wäre, wäre dies bereits längst geschehen. Weil China diesen Zusammenbruch bisher vermeiden konnte, zeige dies die Anpassungsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft. Deshalb bedrohten die Probleme, die jede andere Volkswirtschaft an den Ruin brächten, die chinesische nicht.

Andere behaupten, die Regierung in China sei zentralistisch und übe strikte Kontrolle über alle anderen Regierungsebenen aus, was China vor wirtschaftlichem Chaos schütze.

Um den Umbruch der chinesischen Wirtschaft mit der der Sowietunion zu vergleichen wurden viele Untersuchungen ausgeführt. Sie zeigen alle, dass China im Vergleich zu den Ländern der ehem. UdSSR beim Umbruch in ein kapitalistisches Land erfolgreich war. . Manche glauben, dass China die Werkstatt der Welt werden wird und anschließend die kommende Weltmacht.

Im Gegensatz hierzu gibt es Menschen, die glauben, dass die chinesische Wirtschaft eines Tages einfach zusammenbricht. Mit der Zeit teilen immer mehr Experten diese Meinung.

1. ) Die chinesische Wirtschaft von der Oberfläche her gesehen

Seit der ehemalige Führer Deng Xiaoping den wirtschaftlichen Umbruch im Jahre 1978 begann, erlebte China 20 Jahre Wirtschaftswachstum. In dieser Zeit war die Wirtschaft fähig, Turbulenzen wie das Tiananmen Massaker und die Asienkrise 1997 zu überstehen. Sogar nachdem verschiedene asiatische Staaten 2001 Minuswachstum erleben mußten, legte China noch ( nach offiziellen Statistiken, Anm. der Red.) ein Wachstum von 7-8 % vor. 2002 erlebte China eine Welle von Auslandsinvestitionen, nachdem es formell der WTO beigetreten war. Viele von denen, die China jüngst besuchten fanden eine Land im Aufbau vor und die generelle Entwicklung sehr schnell.

Im Oktober 2002 veröffentlichte Chinas Außenministerium eine internen Report. Darin wurde festgestellt, dass China wirtschaftlich gesund sei und sich in einer Phase optimaler Stabilität befinde. In den nächsten 15 Jahren würde also , keine weltwirtschaftlichen Verwerfungen vorausgesetzt, das jährliche Wirtschaftswachstum um die 7-8 % betragen. 2015 überträfe dann China Japan in seiner Wirtschaftskraft und würde die zweite Weltmacht sein- das Durchschnittseinkommen läge dann bei dem der mittelreichen EU-Staaten.

Reden über die chinesische Wirtschaft seitens der politischen Führer sind voller Zuversicht. Viele ausländische Investoren, denen eine Sonderbehandlung zuteil wurde, halten China für das Paradies aller Investoren. Das Wirtschaftswachstum Chinas beeindruckt viele Leute.
Entgegen dem oberflächlichen Anschein existieren noch festverwurzelte Probleme unter diesem steten Wachstum.
Diese finden sich in den Bereichen Wirtschaftswachstum, Auslandsinvestitionen, Handel, Finanzwirtschaft,, Bankwesen, Staatsbesitz der Firmen, Arbeitslosigkeit, Einkommensverteilung und gesellschaftliche Unsicherheiten.

2.) Die Geheimnisse des "steten Wachstums"

2001 erlebte Taiwan das erste Minuswachstum seit den sechziger Jahren sowie steigende Arbeitslosigkeit. Auch Singapur, die bis dato gesündeste Volkswirtschaft Asiens erlebte Minuswachstum. Fast alle Volkswirtschaften um den gesamten Erdball gingen durch eine Rezession.
Nur China rühmte sich eines Wachstums von 7,3 %.
Hierbei stellen sich zwei Fragen: Da es erstens anderen wirschaftlichen Bemessungen widerspricht, fingen manche an, an der Glaubwürdigkeit dieser Zahl zu zweifeln.
Zweitens, könnte dieses totalitäre Regime, ähnlich der früheren Sowietunion eine hohe Wachstumsrate vorgaukeln um den bevorstehenden Kollaps zu verstecken? Auch wenn die Wachstumsrate von 7-8 % richtig wäre, sie wäre immer noch gering im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern in ihrer Aufbruchsphase. Japan hatte mindestens 8 % Wachstum während seiner Wirtschaftswunderjahre in den Sechzigern, Taiwan sogar 10 %. Auch Korea hatte während der letzten dreißig Jahre ein stetes Wachstum von 9 %. Und das, obwohl das Durchschnittseinkommen in China noch unter dem dieser Länder zu jener Zeit liegt, also der Nachholbedarf Chinas viel größer sein müßte.

Einer der Experten auf diesem heiklen Gebiet ist Thomas Rawski von der Pittsburgh University.
Die Reform und Öffnung leitete zwischen 1978 und 1997 eine Phase hohen Wachstums ein, keine Frage. Aber die Wachstumsrate von 1998 z.B. ist schwer zu glauben. Der Grund dafür ist einfach: Für eine schnell wachsende Wirtschaft ist es unmöglich zwischen 1997 und 2000 mit 24,8 % zu wachsen, während im Vergleichszeitraum der Energieverbrauch um 12, 8 % fiel.
Die Wachstumsraten für den Transportsektor sind niedriger als das Gesamt-BIP. Auch die Konsumentenpreise sind gefallen und die Arbeitslosigkeit gestiegen.
Als das Durchschnittseinkommen in dieser Periode berechnet wurde, berücksichtigte das chinesische Statistikbüro nicht die Berichte aus den Provinzen.
So berichteten 2001 mit Ausnahme der Südprovinz Yunnan alle Provinzen eine höhere Wachstumsrate als es dem Durchschnitt des nationalen BIP entspräche. Als das Statistikamt deswegen weiter forschte, fand es zwischen Mai und Oktober 62000 gefälschte Berichte.

Es gibt noch andere, die Chinas Wachstumraten bezweifeln. Zu ihnen gehören der der Gewinner des Nobelpreises für Wirtschaft, Lawrence Klein, Lester Thurow vom MIT, Lehman Brother, die Moody Credit Agency etc...

Lester Thurow wies darauf hin, dass 80 % Chinas ländliche Gebiete- mit faktischem Nullwachstum- ausmachten. Da Städte also nur 20 % der Einwohner besiedeln, müßten diese weit überdurchschnittlich wachsen um die anderen 80 % auszugleichen.und so ein Gesamtwachstum von 7 % zu erhalten. Man sollte im Auge behalten, dass Hongkong 2001 quasi Nullwachstum hatte. Wie könnten andere chinesische Städte also so eine überdurchnitliches Wirtschaftswachstum aufweisen?
Arthur Waldron erinnert uns, dass Zhu Rongji öffentlich erklärte:
"Wenn die Regierung nicht große Summen geliehenen Geldes ausgegeben hätte, wäre die Wirtschaft schon 1998 zusammengebrochen."
Ist es deshalb möglich, 7 % Wachstum mit geliehenem Geld zu erreichen?

Zudem hat China eine große Menge unverkaufter Waren, im Durchschnitt der letzen Jahre 7 % des BIP. Diese Zahl liegt bei anderen Ländern bei höchstens 3 %, im Falle Taiwans sogar nur bei 1 %. So müßte man diese 4 % Differenz abziehen und käme dann auf 3 % Wachstum. Interne Dokumente aus China ( QuShan 2002) belegen, dass die VEBs mehrere Milliarden unverkaufter Waren auf Halde produziert haben.
Ausländische Experten sind mittlerweile nicht die einzigen, die dieses Wirtschaftswachstum bezweifeln. Punai Dong, Vizedirektor des Wirtschaftskommittees der politischen Konsultativkonferenz des Volkskongresses sieht acht entscheidende Widersprüche in der Wirtschaft Chinas:
1) Die Wirschaft wächst scheinbar rasend schnell, gleichzeitig fallen die Preise für Waren und Güter und die Arbeitslosigkeit steigt.
2) Die Immobilienpreise steigen und verursachen eine Kluft zwischen den ländlichen und den städtischen Gebieten.
3) Die Bankeinlagen steigen, doch viele Unternehmen leiden unter Kapitalmangel, da sie keine Kredite bekommen.
4) Staatsbeamte bekommen kontinuierlich Gehaltserhöhungen, während die Defizite vor allem auf der lokalen Ebene rasant steigen.
5) Seit September 2001 verstärkt sich der generelle Trend zum Defizit immer mehr.
6) Während die Küstenstädte (Shanghai, Shenzhen , Peking etc. ) boomen, ist die Kluft bzgl. des Wachstums zu den anderen Städten immer größer geworden.
7) Die natürlichen Resourcen werden knapp und die Abfallentsorgung wird zum Riesenproblem.
8) Die Umweltverschmutzung wirkt sich immer mehr auf das Alltagsleben aus

Schätzungen Rawskis zufolge fiel das BIP Chinas in den Jahren 1998 und 1999 um 2%, in den darauffolgenden Jahren gab es ein Wachstum von 2-3 %.
Viele versuchten sich an dieser Frage , aber ihre Antworten darauf sind schwer zu verifizieren.

3) Wachstum mündet in Unordnung

Unter dem Deckmäntelchen des schnellen Wachstums der chinesischen Wirtschaft liegt die Frage begraben, ob es tieferliegende verhängnisvolle Faktoren gibt, die dieses Wachstum mit sich führt. Wenngleich hohe Wachstumsraten von jedem Land gewünscht werden, können sie nicht das einzige Ziel einer Nation sein, das wäre der Fall, wenn diese Wachstumsraten auf Kosten anderer wirtschaftlicher Grundbedingungen, wie sozialer Gerechtigkeit, Umweltschutz, Lohngerechtigkeit etc. gehen. Diese aufgeopfert zu haben, ist für China schädlich. Eine Reform, die wie in China durchgeführt wird, führt zum Untergang eines jeden Landes.
Zu Beginn der Reform übernahm die Regierung das traditionelle Wirtschaftssystem als Methode, um mit den VEBs ( Volkseigene Betriebe) umzugehen, d.h. der Staat kam für alle Verluste auf. Diese Herangehensweise resultierte jedoch in riesigen Defiziten. Im ersten Jahr der Reform (1979) betrug der Verlust17 Milliarden Renminbi.
Um dieses Problem ebenso wie das Problem des Einflusses der örtlichen Regierungen zu lösen, änderte die Zentralbank ihr System und vollendete die Politik der "Subvention als Darlehen"-Politik im Jahre 1983.
Der Zweck obigen Programms war es, die finanziellen Aufwendungen für diese Verluste ebenso wie die Bedürfnisse für Investitionen von den Staatsunternehmen auf die Banken zu übertragen. Dies wurde gemacht, um die Finanzausgaben für die Betriebe zu vermindern und ebenso um die sich am Horizont abzeichnende Haftung der Staatsunternehmen einzuführen. Die Schuldhaftung wurde aber nicht institutionalisiert. Die Fähigkeit des Staates zur gezielten Allokation der Finanzmittel und zur Aufrechterhaltung der Betriebe wurde abgeschafft, aber die Lokalregierungen verschwenden die daraus resultierenden zusätzlichen Gelder durch chaotische Investitionsplanung. Es war genau dieser Effekt, der einerseits die nationalen Resourcen verschleuderte, andererseits aber zu einem abrupten Anstieg der faulen Bankkredite führte.
Die "Subvention als Darlehen"-Politik versagte bei ihren eigentlichen Zielen, es nämlich den VEBs zu ermöglichen, sich Kapital auszuleihen und Schulden zurückzuzahlen. Die Gründe hierfür sind: die Staatsbank prüft nur Berichte, die ihr vorgelegt werden, die Regierung nimmt bedeutenden Einfluss auf den Prozeß der Darlehensgewährung seitens der Banken, und Regierungsbeamte und Unternehmen versuchten, sich ungedeckte Darlehen zu verschaffen. Viele VEBs werden schlecht geführt, vor allem die großen Betriebe. Gemäß der Regularien dürften sie keine Kredite erhalten.

Da sie jedoch die Arbeiter nicht nur mit Arbeit, sondern auch mit Wohnungen, Schulen, Pensionen und Medizin versorgen, spielen sie für die Regierung eine entscheidende Rolle. Würden diese VEBs in den Ruin getrieben, würden soziale Probleme entstehen.
Aus diesem Grund forderte die Regierung die Banken auf, diesen Unternehmen durch keine Sicherheiten gedeckte Kredite zu gewähren. Diese unüblichen und nicht abgesicherten Darlehen entstammen der engen Verquickung von Regierungsbeamten und Unternehmen und führten nicht nur dazu, den Gedanken der Haftung für Kredite gar nicht erst aufkommen zu lassen, wie es ursprünglich geplant war, sondern sie verursachten auch die bekannten maroden Bankkredite.

In der Ära von Mao Zedong gingen 50 % des Budgets in den Aufbau der Infrastruktur des Staates und der Unternehmen. Dies wurde "Aufbaufinanzierung" genannt.
Jetzt fließt der größte Teil des Staatsbudgets statt zu den Unternehmen direkt zu den Arbeiterlöhnen, das nennt sich "Nahrungsmittelfinanzierung".
In der Mao-Ära waren Uhren, Fahrräder, Nähmaschinen ebenso wie viele andere Produkte Mangelware, was zu hohen Preisen und guten Gewinnen führte. Am Beginn der Reform gerieten diese Produkte in den Brennpunkt der Investitionsinteressen. Fabriken wurden in jeder mittelgroßen Stadt aufgebaut. Dies führte zu einer ungezügelten Expansion der Entwicklung von Produktionkapazitäten; und zusammen mit dem schnellen Eindringen ausländischer Produkte auf den Markt entstand das Problem, dass der Produktionszyklus eines Produktes schon endete, bevor eine Fabrik für eben dieses ihre Pforten öffnen konnte, bei obigen drei genannten Produkten ist es so, dass 90 % der Produktionskapazitäten ungenutzt still stehen (...)

Es ist gleichfalls erstaunlich zu beobachten,dass hunderte von Produktionsanlagen für Autos und Fernsehgeräte importiert wurden. Die weltweite Produktonskapazität für Fernsehgeräte beträgt 70 Millionen Anlagen pro Jahr. Davon hält China 40 Millionen, aber der Markt in China selbst fasst nur 20 Millionen oder weniger. Darlehen der Banken machten so etwas möglich.

Obwohl so eine Entwicklung wirklich die Mittel und die Substanz der Banken verzehrt, sagt die chinesische Akademie, dass wir uns in "der glänzensten Ära der Reform Chinas befinden". Dies ist die grundlegenste Ursache dafür, dass verschiedene Industriezweige sich faktisch Bankrott erklärt haben, riesige Produktionskapazitäten ungenutzt bleiben, Investitionen nicht eingefordert werden können und die faulen Kredite bei den Banken etwa 50 % der Darlehen ausmachen. Wegen der Unfähigkeit der staatlichen Stellen, des kurzsichtigen Verhaltens der örtlichen Verwaltungen und Unternehmen hat die Verschwendung der staatlichen Mittel ein alarmierendes Ausmaß angenommen.

4) Der Zusammenbruch des chinesischen Finanzwesens

In den Details der chinesischen Wirtschaft stecken viele Teufel. Manche verstecken sich, manche sind verkleidet-- aber keiner kann sich mit dem messen, der im Finanzwesen haust.

Obwohl die chinesische Regierung eine gute Mine zum bösen Spiel macht, sind die Probleme doch offensichtlich. Worauf immer mehr Wirtschaftswissenwissenschaftler, ebenso wie Wirtschaftsmagazine und Unternehmensberater hinweisen, ist die Tatsache, dass China wirklich vor schwierigen Problemen steht.

Ernste Krise:
Schon Mitte letzten Jahres schätzte Standart & Poors (S&P) Index, dass die faulen Kredite 50 % aller Bankkredite Chinas übersteigen. Moodys veröffentlichte ebenso einen Report mit dem Titel: ;Chinas Bankwesen, ein Gang auf dünnem Eis, worin behauptet wird, dass Chinas Bankwesen faktisch bankrott ist. Manche westlichen Wissenschaftler ( etwa Nicholas Lardy vom Brookings Institute ) behaupten, dass bei der ganzen Geschichte nur der Auslöser fehlt, der das ganze zum Ausbruch kommen läßt.

Die "Far Eastern Economic Review" publizierte einen Artikel mit der Überschrift " Auf dem Weg in den Ruin", der sich mit Chinas Bankproblemen befasst.Vor kurzem sagte Ma Guonan von der HK Clearance Bank, dass eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums im bisherigen Tempo unmöglich sei wenn es der Regierung nicht gelingt, die grundlegenden Probleme der faulen Kredite nicht zu lösen.

(Anm. der Redaktion: Wie schon in anderen Artikeln dargelegt, ist das vermeintlich konstante Wirtschaftswachstum von 7 % eine Fälschung. Noch absurder erscheint es in diesem Zusammenhang, dass das statistische Amt Chinas insbesondere während der SARS-Krise, als das öffentliche Leben stillstand, ein besonders starkes Wirtschaftswachstum vermeldete)

Studwell (2002) und Gordon Chang (2001) äußerten diese Warnung auch schon vor einiger Zeit. Die einzige Frage die bleibt, ist- wie ernst wird das Desaster, wenn es zum Ausbruch kommt, und wer wird dafür bezahlen?
Man schätzt, dass das chinesische Bankensystem 500 Milliarden fauler Kredite mit sich schleppt, das Defizit bei der Sozialversicherung und das bei den Renten mitgerechnet, wären es über 1, 1 Billiarde $ Schulden der Regierung. Das Problem bei den chinesischen Banken ist viel ernsthafter als das der japanischen Banken.
Die Rate der faulen Kredite bei Japans Banken beträgt nur 10 % des Bruttosozialprodukts, während es bei China über 43 % ausmacht. Jetzt macht China das nach, was die USA vor zehn Jahren machten, als die Sparkassen in der Pleite waren. Man gründet eine Gesellschaft zum Aufkauf der faulen Darlehen. Als aber die amerikanischen Sparkassen pleite gingen, kostete das nur 160 Milliarden Dollar, das waren nur 3 % des BIP jener Zeit.

5.) Riskantes Gleichgewicht:

In der Öffentlichkeit räumte der Chef der chinesischen Zentralbank nur ein, dass die Rate der faulen Kredite 25 % betrage. Selbst wenn das war wäre, wäre Chinas Bankwesen in Schulden gewälzt. Die Frage ist: Warum ist es nicht schon zusammengebrochen? Tatsächlich gibt es unter Wirtschaftswissenschaftlern die These, dass es nichts zu befürchten gäbe, da der Kapitalzufluss in das chinesische Bankwesen enorm sei.
Es gibt in Wirklichkeit zwei Gründe, warum der Zusammenbruch noch nicht stattgefunden hat.
Massiver Kapitalzufluss, zusätzlich eine hohe Sparrate des Renminbi und hohe Summen ausländischer Investitionen und Kredite. Die Sparrate unter den Chinesen muß wohl die höchste der Welt sein; in den 90ern legten die Chinesen jedes Jahr soviel auf die hohe Kante, das es dem Gegenwert von 40 % des BIP gleichkam. Die Sparrate betrug 1978 6 % des BIP und stieg auf 70 % im Jahre 1999. Dazu kommt noch, dass China hervorragende Arbeit bei der Anlockung ausländischen Kapitals geleistet hat-- schon stets seit der Öffnung des Marktes und dem Beginn der Reformen. Die Höhe der ausländischen Direktinvestitionen beträgt 450 Milliarden $, eine Zahl, die nur von den USA übertroffen wird.
Die chinesische Regierung kontrolliert die Medien, den Geldumtausch und die Banken. Da es keine Pressefreiheit gibt, glauben die Chinesen blind den Worten der Regierung, dass ihre Ersparnisse sicher seien. Aufgrund der Kontrolle beim Devisenumtausch können Normalbürger nicht einfach Renminbi umtauschen. Obwohl China jetzt der WTO beigetreten ist, ließ es nicht von der strengen Kontrolle aller RMB-Transaktionen bei ausländischen Banken ab. Als Folge davon haben die Chinesen keine andere Wahl als ihr Geld den Staatsbanken "anzuvertrauen".

Dies alles ist ein empfindliches Gleichgewicht in einer gefährlichen Situation. Chinas Staatsbanken sind wie verletzbare Marionetten, die durch genügende Zuflüsse aus dem Ausland und die hohe Sparrate am Leben erhalten werden. Sie werden zusammenbrechen, sobald einer dieser Zuflüsse unterbrochen wird. Durch die Vereinbarungen mit der WTO ist China gezwungen, den einheimischen Markt für ausländische Banken und Investoren zu öffnen, damit diese auch Geschäfte in der Landeswährung durchführen können.
So wird einerseits der Wettbewerb stärker und die Defizite der VEBs werden immer größer, somit werden die Probleme mit den faulen Krediten noch größer.
Auf der anderen Seite bahnen sich die Massenmedien, speziell das Internet, ihren Weg durch die Internetblockade der chinesischen Regierung. Wenn all diese Informationen den chinesischen Bürgern zugänglich werden, und diese merken, wie ihre Ersparnisse wie Blätter im Wind verweht werden und verschwinden, dann werden sie einen Run auf die Banken verursachen. Ausländische Investoren würden merken, dass der chinesische Konsumentenmarkt nicht mehr existiert und würden sich auch zurückziehen. Wenn diese Situation entsteht, könnte jede Kleinigkeit der Tropfen sein, der das Faß zum überlaufen bringt.
Die Krise wäre unvergleichlich gigantischer als alles , was in Südamerika oder anderswo passierte. Der Ökonom Studwell führte deutlich aus, dass alles, was in China passiert, an das Vertrauen der Öffentlichkeit geknüpft ist. (Studwell 2002).

Unterstützung durch die Regierung

Die Regierung kennt die Ernsthaftigkeit des Bankenproblems. Der Kollaps des Bankensystems würde definitiv zu politischen und sozialen Verwerfungen und Unruhen in diesem bevölkerungsreichsten Land führen. Nach dem Treffen des 16. Volkskongresses im letzten November versicherten einige hochrangige Funktionäre der Regierung, dass Die vier Staatsbanken wieder hohe Subventionen seitens der Regierung erhalten würden. In der Vergangenheit pumpte die Regierung große Geldbeträge in die Banken. Allein 1998 waren es 33 Milliarden US-$.
Ein Jahr später, im Zuge des sogenannten "Letzten Speisung" löschte die Regierung 169 Milliarden US-$ faule Kredite und übertrug sie auf eine staatseigene sogenannte Einlagenverwaltungsgesellschaft.
Angaben der International Clearance Bank zufolge gab diese Gesellschaft Anleihen im Wert von 141 Milliarden US-$ heraus und unterstützte die Banken mit 28 Milliarden US-$.
Die Regierung hoffte bisher, einen Teil der faulen Kredite wieder eintreiben zu können, aber das wird nicht passieren. der Transfer der faulen Kredite zu den Einlagenverwaltungsgesellschaften ist keine Lösung des Problems, da es lediglich ein Transfer ist. Diese Herangehensweise schwächte auch die Zentralbank merklich, da diese alle Funds bereit stellte, mit denen die faulen Kredite aufgekauft wurden.

6.) Was wird der Auslöser dieser Krise sein ?

Alles, was einen Verlust des öffentlichen Vertrauens in die Regierung darstellt, würde zu einer Reduzierung der Spareinlagen führen. Ein Run auf die Banken würde folgen.Sobald sich das Wirtschaftswachstum verringert, würde eine Krise auftauchen.
Aus diesem Grund steuerte die Regierung in den letzten Jahren eine agressive Fiskalpolitik. Riesige Summen wurden ausgegeben, um die Wirtschaft zu stimulieren, eingeschlossen große Investitionen in die Infrastruktur und eine massive Erhöhung der Gehälter der Staatsangestellten. Aber einige hochrangige Funktionäre haben bereits verkündet, das diese Herangehensweise nicht mehr lange durchgehalten werden kann.

Wenn zudem die Weltwirtschaft an Schwung verliert oder die Nachfrage nach chinesischen Produkten nachlässt, könnte beides der Auslöser einer Finanzkrise werden.
Würde ferner eine freier Umtausch des Renminbi erlaubt, würden ausländische Banken zugelassen und dadurch ein freier Untausch des RMB in Dollar, so könnte auch dies ein Auslöser des Zusammenbruchs sein.
7.) Das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit ist schwer einzuschätzen

Die Arbeitslosigkeit in China ist ein Mysterium der besonderen Art. In solch einem totalitären Land ist es eigentlich undenkbar, die arbeitslose Bevölkerung nicht beziffern zu können. Es gibt drei Gründe für die Unklarheit über die Arbeitslosigkeit.

+ Die Frage der Definition von Arbeitslosigkeit
+ Die Verläßlichkeit der statistischen Daten
+ Arbeitslosigkeit auf dem Land

Trotz der Reform- und Öffnungspolitik leugnete die Regierung lange die Existenz der Arbeitslosigkeit. Deshalb gab es keine Arbeitslosenstatistik. Bis 1986 erkannte man die Existenz von Arbeitslosen überhaupt nicht an, anschließend sprach man von "Zubeschäftigenden" anstelle von Arbeitslosen. Es gab ab da Statistiken von "Zubeschäftigenden" und prozentuale Statistiken, sofern städtische Gebiete betroffen waren. Das nationale Statistikbüro Chinas definiert diese Gruppe wie folgt:

"Lebt nicht auf dem Lande, gehört zu einer bestimmten Altersgruppe, d.h. 16-50 Jahre, ist arbeitsfähig , ohne Job und sucht jedoch einen und wurde beim Arbeitsamt registriert." 1994 begann man den Terminus Arbeitslosigkeit zu akzeptieren, der Ausdruck änderte sich entsprechend.

Auf der Internetseite des chin. Statistikbüros wird die Höhe der Arbeitslosigkeit 1985 mit 1,8 % angegeben, mit 2,5 % 1990 und im Jahre 2000 mit 3,1%.

Die gleiche Website verkündet, dass Ende 2001 die in Lohn und Brot stehende Bevölkerung 730,25 Mill. betrug, darunter sind 239,4 Mill. Stadtbewohner, die "Freigestellten" der VEBs machen 5,15 Mill. aus, die städtische Arbeitslosenrate läge demnach bei 3,6%.

103,55 Mill sind in der Arbeitslosenversicherung, 3,12 Mill. beziehen von ihr ihren Lebensunterhalt. Auf diesen Daten basierend muß man annehmen, dass ca. neun Mill. Stadtbewohner arbeitslos sind. Die offizielle Arbeitslosenstatistik bezieht sich nur auf die Stadtbewohner. Man weiß nicht, wie viele Landbewohner arbeitslos sind. Viele sind in versteckter Arbeitslosigkeit, das heißt, sie arbeiten oberflächlich, aber ihre Produktion liegt bei Null. (Wenn sie nicht gezählt würden, würde die Produktion überhaupt nicht abnehmen.) Darin liegt eine versteckte Arbeitslosigkeit.

So ist also gemäß Chinas eigener statistischer Zählweise die Definition für Arbeitslosigkeit zu niedrig angesetzt, verglichen mit dem Standart der übrigen Welt. Das maximale Alter für Arbeitslosigkeit wurde seitens der Regierung auf 10 Jahre unterhalb des Rentenalters festgesetzt . Das heißt, für diesen Zehnjahreszeitraum wird nur die Pensionierung berechnet. Die normale , in der Welt anerkannte Definition für Arbeitslosigkeit hat keine solche willkürliche Altersgrenze. Jeder, der keinen Job hat, aber einen sucht, gilt als arbeitslos.

Zusätzlich wird die Definition für Arbeitslosigkeit in zwei Aspekten zu niedrig angesetzt:

I) Sogenannte "Freigestellte"-Arbeiter werden nicht eingeschlossen.
II) Nur registrierte Arbeitssuchende werden als arbeitslos gezählt.

Die offizielle Registrierung als "arbeitssuchend" stimmt nicht mit dem Maßstab für Arbeitslosigkeit überein. In der Regel könne die von VEBs freigestellten Arbeitslosen keine Arbeitslosengelder beantragen. Die Provinz Liaoning hat eine Reform durchgeführt und erlaubt Freigestellten, sich arbeitslos zu melden. Ursprünglich kamen die Bezüge für "freigestellte" Arbeitslose nicht vom Staat, sondern von den Betrieben. Aber eine ganze Menge Betriebe konnte diese nicht mehr bezahlen, das ist einer der Gründe für die Arbeiteraufstände auf dem Daqingölfeld im Jahre 2001

Wie ist denn nun die Arbeitslosigkeit in den Städten? Im Unterschied zu den offiziellen Statistiken bemißt sie der Wirtschaftswissenschaftler Rawski von der Universität Pittsburgh auf 8 % - andere liefern höhere Schätzungen, manche sehen sie bei 10 %, manche 20 %; die Nicht-Beschäftigten machten nach diesen verschiedenen Zählweisen somit 9-48 Mill. aus. Was das flache Land angeht, so stimmen alle darin überein, dass die Arbeitslosigkeit bei über 30 % liegt.

Im folgenden also die Arbeitlosenstatistik gemäß verschiedenen Standarts:

I. Die von der chinesischen Regierung veröffentlichte Arbeitslosenrate ist in Wirklichkeit lediglich also die "registrierte städtische Arbeitslosigkeit".
1992 betrug sie 2,3 %, zwischen 1997 und 2000 blieb sie bei 3,1 %. Ende 2001 stieg sie auf 3,6 %. 2002 dann auf 4,5 %. Dies sind knapp sechs Millionen.

II. Die Anzahl der städtischen Arbeitslosen und der "freigestellten" Arbeiter zusammen liegt bei 7,7 % der gesamten arbeitsfähigen Stadtbewohner, das sind 20 Millionen.

III. Auf der Basis der zweiten Kalkulation betrüge die Zahl Nichtarbeitenden ein Drittel aller in Staatsbetrieben, Regierungsbehörden und anderen Institutionen gemeldeten Beschäftigten. Diese zusätzlichen 30 Mill. ließe die Arbeitslosenrate auf 19,3 % steigen.

IV. Um die Arbeitslosigkeit im weiteren Sinn zu ermitteln, muß die überflüssige Arbeitskraft auf dem Land dazu addiert werden; gegenwärtig beträgt die Anzahl aller arbeitsfähigen Landbewohner 470 Mill. (Nach anderen Angaben 499 Mill.). Das bebaubare Land hat eine Größenordnung von 1,9 Milliarden Mu. Wenn jeder aus dieser potentiell arbeitsfähigen Population auch nur 10 Mu bearbeiten kann (dies entspräche 0,67 ha ), würden 190 Mill. Arbeiter benötigt. Wenn man die 190 Mill. Arbeiter der Fabriken in den Städten dieser ländlichen Gebiete hinzu zählt, dann sind nur 320 Mill. Menschen auf dem Land voll im Arbeitsprozeß, wohingegen 150 Mill Menschen auf Arbeitssuche wären. Wenn eine Arbeitskraft jedoch mehr als nur 0,67 ha bearbeiten kann, dann stiege die Anzahl der Nichtbeschäftigten auf dem Land über diese 150 Mill.
Die asiatische Entwicklungsbank schätzt sogar, dass die Anzahl der nicht benötigten Arbeiter auf dem Land 200 Mill. beträgt.
Basierend auf diesen Berechnungen betrüge also die Arbeitslosenrate in ganz China hochgerechnet knapp 35 %.

He Qinglian (2002) fand heraus, dass die Arbeitslosigkeit ohne die ländlichen Arbeitslosen 21 % beträgt, folgt man den offiziellen Berichten der chinesischen statistischen Jahrbücher.
Wenn die gesamte Arbeitslosigkeit für Stadt- und Landbewohner berechnet wird, kommt man auf 35 %, was mit unserer Berechnung übereinstimmt.

Ganzer Artikel unter: http://www.china-intern.de/page/wirtschaft-presse/1079897280.html

Kobban
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Von Klopfenstein [#1]

"Alles Show, alles gefälscht?"

Suchmaschinen-Recherchen belegen Manipulationen chinesischer Sportbehörden

heise online (21.08.08) - Wer die Turnwettbewerbe bei den Olympischen Sommerspielen in Peking verfolgt hat, konnte bereits den Eindruck gewinnen, dass gleich mehrere Mitglieder des chinesischen Frauenteams eher als Kinder durchgehen würden, denn als mindestens 16-Jährige, wie es das IOC als Voraussetzung für eine Teilnahme an den Wettbewerben in Peking vorschrieb.

Zwar beteuern Turnerinnen wie die Doppel-Olympiasiegerin He Kexin (Goldmedaille am Stufenbarren und mit der Mannschaft), sie seien ganz bestimmt schon 16 Jahre alt, über einschlägige Suchmaschinen lassen sich aber Unterlagen ausgraben, die diese Angaben klar widerlegen.

Der IT-Sicherheitsberater und Spezialist für Suchmaschinen-Recherchen, Mike Walker, der im Netz als Stryde Hax auftritt, hat solche Dokumente gefunden – und danach ist He Kexin erst 14 Jahre alt und damit deutlich zu jung, um Turnwettbewerbe der Frauen bei Olympischen Spielen zu bestreiten.

Auf seiner Website hat Walker Screenshots von Excel-Tabellen veröffentlicht, in denen He Kexins Geburtsdatum von chinesischen Sportbehörden wiederholt mit "1. Januar 1994" angegeben wird. Und aus dem gesammelten Material geht auch hervor, dass die Behörden offenbar gezielt Säuberungsaktionen durchführen, um zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Wie er insbesondere über die Cache-Funktionen von Google und Baidu auf die entsprechenden Dokumente gestoßen ist, beschreibt Walker ausführlich auf seiner Webseite (http://strydehax.blogspot.com/2008/08/olympic-hacking-part-ii-lets-go-for.html).

Sein Anliegen, so sagt Walker, habe aber weder anti-chinesische Hintergründe, noch wolle er den betroffenen chinesischen Turnerinnen die Goldmedaillen streitig machen. Vielmehr gehe es ihm darum, darauf hinzuweisen, dass Internet-Zensoren offensichtlich auch nicht davor zurückschrecken, digitale Beweise verschwinden zu lassen oder Originaldokumente durch gefälschte Versionen zu ersetzen.

Quelle:
http://www.heise.de/newsticker/Suchmaschinen-Recherchen-belegen-Manipulationen-chinesischer-Sportbehoerden--/meldung/114629

schnueffelnase
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Die Diskussion um gefälschte BIP-Zahlen in China ist tatsächlich ein paar Jahre alt und angesichts der Erfolgsmeldungen auch westlicher Unternehmen aus dem Reich der Mitte irgendwann verstummt. Wie sich insbesondere das Problem der faulen Kredite entwickelt hat, kann ich nicht sagen. Wird wahrscheinlich hinter den Kulissen irgendwie geregelt worden sein.
Fakt ist für mich, dass der derzeitige Investitionsboom (weit über 30% des BIP) in China irgendwann zu gewaltigen Fehlallokationen führen dürfte. Ich kann aber noch keine Anzeichen erkennen, dass die Probleme jetzt auftreten. Vielleicht rettet sich China noch bis zur Weltausstellung 2011 in Shanghai.

rodeonrwdeo
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ schnueffelnase [#4]

Warum sollen Investitionen beim Aufbau in China zu mehr Fehlallokationen führen als in Deutschland nach dem 2 . Weltkrieg?

China durchläuft doch ein ähnlichen Prozess wie wir damals:
Aufbau der Infrastruktur, Werkbank für die Welt, Unterbewertete Währung (das hatten wir in der BRD doch bis zur Freigabe der Wechselkurse so 1972? auch)

Die werden sich nicht so durchwurstelten bis zu irgend einer Weltausstellung sonder erfolgreich weiter machen auf dem guten eingeschlagenen kapitalistischen Weg

hardworker
Mitglied seit
12 Jahre 4 Monate

@ Kobban [#3]

"...1.1.94". Ist verdächtig. Vielleicht weiß keiner, wann sie geboren ist und man setzt so wie in vielen Entwicklungsländern (und bis vor wenigen Jahrzehnten auch noch in Süditalien) einfach den 1.1. eines in etwa passenden Jahres ein.
Immerhin nimmt man es in China mit den Mädchen sowieso nicht so genau.

Wie hoch ist die Korrelaton zwischen Geburtstags- und Wirtschaftszahlen-Manipulaionen. Ich denke, sie ist nicht sehr hoch.

MfG

hw

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ rodeonrwdeo [#5]

Die werden sich nicht so durchwurstelten bis zu irgend einer Weltausstellung sonder erfolgreich weiter machen auf dem guten eingeschlagenen kapitalistischen Weg

Kapitalistischer Weg. Das ich nicht lache. Dies würde faire Marktbedingungen voraussetzen und entsprechende Gesetze.

Nur wer anderes denkt als der Machtappart kommt ins Umerziehnungslager. Das geben diese Typen ohne sich zu schämen auch noch ganz offen zu.

tantan
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Die olympischen Spiele waren der chinesische Höhepunkt. Ab jetzt geht es Richtung Südpol. Rechnet man die Umweltschäden mit ein, war China niemals konkurrenzfähig. Durch das "reich rechnen" ist die Gier der Investoren angesprungen und hat einen selbst laufenden Markt erschaffen.

Nun weicht die Gier der Ernüchterung. Ich hoffe nur, das das anschließende Chaos in China bleibt und nicht das weltweite Finanzsystem mitzieht.

schnueffelnase
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ tantan [#8]

Das ist ein äußerst frommer Wunsch, China war in den vergangenen Jahren eine ganz starke Wachstumslokomotive für die Weltwirtschaft. Schau dir nur die Struktur der deutschen Exporte an.

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