Das Aufkaufen der eigenen EU-Schulden führt in die EZB-Schuldenkrise
http://www.youtube.com/watch?v=OBiQUChijQ8&feature=related
Mal unabhängig von der Rede und deren Inhalt ist mir aufgefallen
und zwar ab Minute 2.25 in dem Beitrag, da ist doch Frau
Koch Merin als Präsidentin
welche durch die Diskussion über die EU-Schulden führt.
Nur zur Erinnerung. Diese Frau Koch Merin hat in einer öffentlichen Talkshow auf die Frage geantwortet, wie Hoch die Verschuldung der BRD innerhalb der letzen 75 Minuten gestiegen ist.
Ihre Antwort war 6000 Euro
Real sind es 19 Mio Euro.
Diese Leute entscheiden über unser aller Wohl und verfügen nicht einmal über die einfachsten Kenntnisse.
In diesem Parlament Wissen wohl die meisten gar nicht, was sie hier wirklich tun und verabschieden.
@ benedikt54 [#1]
Lies mal den Artikel über sie in der Wikipedia und du wirst sehen, dass sie astreine Lobbyarbeit betreibt. Die ist sehr geschickt eingeschleust worden. Bereits ihr Studium wurde von der FDP finanziert. Dann ging es nahtlos mit Lobbyarbeit weiter, bis sie selber an einigen Schalthebeln saß. Von einigen Schalthebeln wurde sie weggehebelt, aber da bleibt noch genug übrig.
http://de.wikipedia.org/wiki/Silvana_Koch-Mehrin
Natürlich hat sie auch Gutes geleistet, immerhin hat sie in ihrer Wochenkolumne in der Praline dem Pöbel die EU näher gebracht. War sicher auch so ein Projekt der INSM.
@ benedikt54 [#1]
In diesem Parlament Wissen wohl die meisten gar nicht, was sie hier wirklich tun und verabschieden.
Das Parlament ist mal voller und mal leerer - aber immer voller Lehrer
@ benedikt54 [#1]
Real sind es 19 Mio Euro.
Das sind 137 Milliarden Erhöhung der Bund Schulden für 2011.
Woher haben Sie diese Zahl ? Sie kommt mir zu hoch vor.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#4]
Lt. Schuldenuhr des Bund der Steuerzahler sind es 2279 Euro/s somit in 75 Minuten etwa 10,25 Mio Euro.
http://www.steuerzahler.de
@ gautama2 [#5]
na dann ist benedict mit seinen 19 Mio. trotzdem noch näher dran als Frau Koch Mehrin...
Die Frage nach den Ursachen und Anzeichen ist doch laengst obsolet. Der letzte Akt wellt dem Finale entgegen. Wer von uns war clever genug Vorsorge zu treffen?
@ Berlinerredux [#7]
Was ist denn die richtige Vorsorge um so einem Problem herzuwerden?
Ich sehe eine schuldenfreie Immobilie, in der man wohnt.
Ich sehe ein streuen verschiedener Guthaben in verschiedenen Ländern
Ich sehe fungible Tausch- und Zahlungsmittel in kleinen Stücken.
Früher wurden solche Krisen durch Kriege und Seuchen oder sonstwas bereinigt. Heute haben wir auch Krieg, nur auf einen anderen Ebene, sogesehen betreten wir doch alle Neuland.
Was am Ende die richtige Strategie war wird sich wie immer zeigen, und wie immer wird es dann Leute geben des ja vorher gesagt und gewusst haben.
"Die Sorge um eine Ausbreitung der Euro-Krise scheint zumindest wieder Bewegung in die Diskussion um eine Lösung zu bringen. So stehen die Euro-Staaten offenbar der Idee offen gegenüber, dass Griechenland Anleihen zu Niedrigpreisen zurückkauft . "
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,774242,00.html
Sehe ich das richtig, dass man denkt man entledigt sich der Krise, indem man auf die Rückzahlung der Anleihen verzichtet und sich mit einem Minibetrag als Zurückzahlung zufrieden gibt? Hauptsache man hat offiziell keine uneinbringbaren Forderungen?
Und damit ist die Krise dann gelöst?
Also quasi ein Forderungsverzicht, dem dann ja wohl die offizielle Insolvenz folgt oder warum sollte man sich sonst mit einem "Rückkauf zu Niedrigpreisen" zufrieden geben? Das ist ja eine nette Umschreibung für Verschleudern von Steuergeldern. Dasselbe wird ja wohl auch für die Banken gelten. Denen kauft Griechenland auch mit einem Teil der EU Hilfen die wertlosen Papiere für einen Appel und ein Ei ab.
Bestimmt seh ich das wieder völlig negativ und eigentlich ist alles viel genialer als ich das zu erfassen vermag.
Ich werde dann mal Nichtwähler und wer mag kann mich als Repräsentanten der Nichtwähler ins Parlament bringen :) Da hab ich dann auch ausgesorgt und verschleuder zumindest mal nicht den Teil der Steuergelder mit dem ich bezahlt werde. Versprochen.
P.S. Nee sorry geht nicht, ich bin dann ja nicht mehr im Hause D sondern etwas südlich des Bodensees.
@ gautama2 [#5]
Die Uhr habe ich gesehen, nur nicht, ob es sich um Schulden des Bundes handelt oder um alle deutschen Haushalte, also auch Bundesländer, Kreise, Städte und Gemeinden.
Ich halte nichts davon, Milliardensummen ohne Hintergründe zu nennen und diese nicht abzugrenzen. Gerade bei den Gemeinden gibt es schuldenfreie mit Bankguthaben, und andere, die ihren Haushalt nicht mehr alleine beschließen können.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#10]
"Ich halte nichts davon, Milliardensummen ohne Hintergründe zu nennen und diese nicht abzugrenzen. "
ebd.
"...2.070 Milliarden Euro Staatsschulden sein. Zur Veranschaulichung dieser Zahl kann folgendes Beispiel dienen: Würden ab sofort keine Schulden mehr aufgenommen und würde die öffentliche Hand gesetzlich verpflichtet, neben allen anderen Ausgaben für Personal, Investitionen, Sozialleistungen, Zinsen etc. jeden Monat auch eine Milliarde Euro an Schulden zu tilgen, so würde dieser Prozess 173 Jahre lang andauern müssen, um den Schuldenberg vollständig abzutragen. Am höchsten ist der Bund verschuldet; auf ihn entfallen 64 Prozent der Staatsschulden. Danach folgen die Länder mit 30 Prozent und die Schulden der Gemeinden schlagen mit 6 Prozent zu Buche.
Der Gesamtschuldenstand der öffentlichen Haushalte in Abgrenzung des Maastricht-Kriteriums lag im Jahr 2010 bei 75,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP). Im Jahr 2011 wird er voraussichtlich bei 75,9 Prozent liegen. (Stand: 01.01.2011)"
http://www.steuerzahler.de/Verschuldung/7688c8973i1p477/index.html
@ Richard Ebert [#10]
http://www.staatsverschuldung.de/schuldenuhr.htm
@ AAA [#11]
Ist staatische Rechnung, auch wenn nur exemplarisch, aussagefähig? unter der Annahme eines BSP-Wachstums von 2,5%/a ist die Wirtschaftsleistung in 173 a, auf das gut 71 fache angestiegen und ohne Tilgung haben sich die Schulden dann auch entsprechend relativiert. Diese Rechnung ist natürlich genauso hypotetisch wie Ihre in #11.
Aber sie zeigt, dass man mittelfristig (20 - 30 a), den Schuldenstand auf einen Wert so um 20 bis 40 % des BSp bringen könnte. Man müsste halt den Staatsanteil wieder runterfahren und das Schuldenwachstum unterhalb des BSP-Wachstums liegen.
@ rodeonrwdeo [#13]
Die Frage ist halt, kann man mit einer reduzierten Neuverschuldung ein sinnvolles Wirtschaftwachstum aufrecht erhalten? Wenn Mehrverschuldung nur unterproportionalles WAchstum erzeugt, Ausgabenkürzung aber einen überproportionalen Abschwung, dann it man eventuell in einer aussichtlosen Situation. Man hat den point of no return schon überschritten, ohne es gemerkt zu haben. Eventuell geht ja einfach nichts mehr...
@ sbendel [#14]
"kann man mit einer reduzierten Neuverschuldung ein sinnvolles Wirtschaftwachstum aufrecht erhalten?"
Die Frage ist doch eher:
"Wieso muss der Staat Schulden machen, damit die Wirtschaft wächst?"
Wirtschaft ist die Gesamtheit der Tätigkeiten, die Gewinne erzielt und damit ist doch eine Subvention durch Staatschulden nicht nötig. Es sei denn die Arbeitskräfte arbeiten alle so billig, dass der Staat sie ernähren muss oder die Produkte sind nicht wettbewerbsfähig und müssen vom Staat verbilligt werden. Das hat aber dann mit Marktwirtschaft, weder der neuen noch der sozialen Art, überhaupt nichts mehr zu tun. Das ist Marktwirtschaft der dritten Art :) bzw. Sozialismus. Sollten wir das Modell unbemerkt aus dem ossimilierten Teil übernommen haben?
@ gautama2 [#15]
Wie du schon sagst, ist die praktische Wirtschaftskraft unabhängig von den SChulden/Geldmengen. Wie man sieht, kann sie das derzeitige Niveau leisten. Ohne Staatsschulden würde das nur eventuell nicht realisiert, da enige Leute in etwas sicheres investieren (Staatsanleihen) wollen anstatt in eventuell unrentable Sachen (Speisung für die Armen...). Da setzt vermutlcih auch die Idee des Sozialismus an und geht in der Perversion noch weiter.
Das Problem ist wohl die Illusion der sicheren Anlage, aufgrund derer Leute erstmal auf eigenen Konsum verzichten (den der Staat dann anderen Seite ausführt, echte Investionen sind ja doch eher bescheiden ). Und wenn sie das Geld dann wieder haben wollen oder dem Staat nicht mehr vertrauen oeder einfach nur nicht weiter erhöhen wollen, dann gibt es ein Problem. Sie hätten halt doch gleich selber konsumieren sollen.
@ gautama2 [#9]
Sehe ich das richtig, dass man denkt man entledigt sich der Krise, indem man auf die Rückzahlung der Anleihen verzichtet und sich mit einem Minibetrag als Zurückzahlung zufrieden gibt? Hauptsache man hat offiziell keine uneinbringbaren Forderungen?
Und damit ist die Krise dann gelöst?
Also quasi ein Forderungsverzicht, dem dann ja wohl die offizielle Insolvenz folgt oder warum sollte man sich sonst mit einem "Rückkauf zu Niedrigpreisen" zufrieden geben? Das ist ja eine nette Umschreibung für Verschleudern von Steuergeldern. Dasselbe wird ja wohl auch für die Banken gelten. Denen kauft Griechenland auch mit einem Teil der EU Hilfen die wertlosen Papiere für einen Appel und ein Ei ab.
Bestimmt seh ich das wieder völlig negativ und eigentlich ist alles viel genialer als ich das zu erfassen vermag.
Du siehst das schon völlig richtig. Bezüglich eines Forderungsverzichsts gibt es anscheinend schon gar keine gegensätzliche politische Diskussion mehr.
Die Frage ist allerdings, wie könnte eine sinnvolle Alternative aussehen? Eine die von allen mitgetragen wird, auch von den Griechen. Ich sehe keine, denn ich halte es für nicht wahrscheinlich, dass es den Griechen gelingen könnte ihre Schulden abzutragen. Das Land ist überschuldet. Die Alternative, dass andere EU Staaten dauerhaft einspringen, halte ich auch nicht für realistisch. Da wird jetzt ein Schlußstrich gezogen werden, der auch Signalwirkung für andere Länder haben muss.
Im Moment geht es eigentlich nur noch darum, ob die Anleihen in bar zu 50% ausbezahlt werden oder in durch die EU gedeckte Anleihen getauscht werden. Gläubiger Griechenlands wäre dann die EU. Wahrscheinlich macht man das um die Banken zu schützen, die bei einem Totalausfall gleich wieder in Turbulenzen kämen.
Um es durchführen zu können hat man prinzipiell zwei Druckmittel. 1. eine geregelte Insolvenz, die Pläne dafür werden schon seit Anfang Mai ausgearbeitet - oder 2. (meine Vermutung) ein Austritt Griechenlands aus dem Euroraum. Wahrscheinlich würden die Schulden dann zu historischen Kursen konvertiert.
Ob es Verschwendung von Steuergeldern ist wird man dann sehen. Dies ist es, wenn Griechenland in der Folge die von der EU ausgegebenen Anleihen nicht mehr bedient. Das könnte natürlich sein. Klug wäre es aber nicht, da das Rating Griechenlands dann wahrscheinlich auf ein Niveau sinken würde, dass zur völligen Handlungsunfähigkeit des Landes führen würde.
Andere Staaten können sich dann überlegen, ob sie den gleichen Weg gehen wollen. Es ist bestimmt der ein oder andere Kandidat dabei.
Schätze das wird noch einige Turbulenzen an den Anleihemärkten auslösen, die sich aber so oder so nicht werden vermeiden lassen. Im Prinzip kann es auf eine Einführung der Euro-Anleihe für alle auf Umwegen hinauslaufen. Du hättest dann ein ähnliches System zwischen den Euro-Staaten und der EU wie zwischen Bund und Ländern.
@ tomxy [#17]
Im Grunde hat man die Grenze schon überschritten, als die EZB die Anleihen für bare Münze genommen hat. Die Voraussetzung dafür war, dass die anderen Regierungen für die Anleihen gerade stehen. So sagt es Trichet heute. Wenn man Griechenland jetzt fallen lässt, dann müssen die anderen die Anleihen bedienen, denn die Griechen schulden dann offiziell niemandem mehr etwas. Da müssen die Bürgen ran. Also entweder jetzt blechen oder weiter reinpumpen und hoffen dass die Kohle reicht.
Ob man jetzt einen Strich zieht und mit einem Pleitestaat und unnötig aufgebürdeten Schulden da steht oder weiter macht entscheidet sich wohl demnächst.
"Hintergrund ist, dass die Regierungen derzeit Lösungen wie einen Schuldenschnitt für Griechenland favorisieren, die zu einem Zahlungsausfall oder zu einem teilweisen Zahlungsausfall führen könnten. Für diesen Fall hat die EZB angekündigt, sie werde griechische Staatsanleihen nicht länger als Sicherheiten im Austausch gegen Liquidität für griechische Banken akzeptieren. Das könnte den Zusammenbruch des griechischen Bankensystems zur Folge haben.
"Die Regierungen tragen dafür die Verantwortung", betonte Trichet. "Die Regierungen sind gewarnt worden, unmissverständlich und mit allen Mitteln. Ich habe das öffentlich gesagt. Ich habe den Staats- und Regierungschefs und den Finanzministern mehrmals im Detail erklärt, dass wir beim Zahlungsausfall eines Landes dessen ausgefallene Staatsanleihen nicht mehr als normale notenbankfähige Sicherheiten akzeptieren können. Die Regierungen müssten unter solchen Umständen selbst einspringen und das korrigieren. Das wäre dann ihre Pflicht." Trichet betonte, die Euro-Notenbank werde in dieser Frage keine Kompromisse eingehen. "Es ist inakzeptabel für uns, unsere Rolle als Anker für Stabilität und Vertrauen im Euroraum und in Europa aufs Spiel zu setzen", betonte Trichet. "Wenn ein Land zahlungsunfähig wird, können wir seine ausgefallenen Staatsanleihen nicht mehr als normale notenbankfähige Sicherheiten akzeptieren. Denn nach Auffassung des EZB-Rats würde dies unsere Fähigkeit einschränken, als Vertrauens- und Stabilitätsanker zu fungieren.""
http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenkrise-trichet-eskaliert-euro-streit/60080044.html
Das sind immer diese tollen staatlichen Rettungsversuche entgegen den Marktbedingungen. Das klappte bei Holtzmann nicht, bei Opel nicht, bei Ansiedelungsversuchen wie bei Nokia nicht und das klappt eben auch mit den armen Verwandten nicht. Es hat einen Grund warum die arm sind.
@ gautama2 [#18]
Wie hat vor kurzen Altkanzler Kohl gesagt,
Die Merkel macht mir mein Europa kaputt.
Die Betonung liegt auf mein Europa.
Nie stand die ökonomische Durchsetzung im Vordergrund, sonder die politische Umsetzung dieses aberwitzigen Idee.
Aus diesem Grund wurden alle Verträge gebrochen, gegen geltende Gesetze verstossen und das Volk belogen und betrogen.
Warum sollte man glauben das die Politik jetzt von diesem Kurs abweicht?
Nein, die machen munter weiter bis zum bitteren Ende. Das Ende ist da, wenn Deutschland nicht mehr zahlen kann.
@ benedikt54 [#19]
Da klappt es ja vielleicht mir der von mir schon länger vermuteten Extremisierung noch rechtzeitig bis zur nächsten Wahl.
Muss mal ein paar braune Hemden in den Schrank legen, damit ich noch ungeschoren zur Schweizer Grenze komme.
Rot kariert hab ich noch im Schrank, je nachdem was kommt...
Vielleicht war Europa nur gedacht, um weniger Diskussionen über Raketenstationierungen an der Grenze zum Ostblock zu haben und ein wenig Ostblock einzuverleiben bzw. Ostblock rauszuhalten z.B. aus Türkei und Griechenland. Jetzt holen wir eben die sowieso angeblich mangelhaften Rüstungsausgaben nach.
Man braucht eben elegante Umleitungsmöglichkeiten für die Pipelines, die den Ostblock aus dem Thema möglichst rauhalten. Ich glaube nicht an aberwitzige Ideen von Herrn Kohl, die er gegen den Rest Europas durchgesetzt hat.
Die Europaidee entstand schon gleich nach den WK2 und war, so meine Vermutung politisch und militärisch motiviert. Etwas anderes spielte damals eher eine untergeordnete Rolle. Klar, man musste auch wirtschaftlich päppeln und gut daran verdienen, damit nicht gleich wieder Heil XXX geschrien wird, aber das war's dann auch schon.
Wenn die Ecke schon in Trümmern ist, dann baut man sie eben als eine große Region wieder auf und vermeidet, dass man wieder ins Kleinklein und neue Kriege abgleitet.
Daran wären die Alliierten sicher nicht interessiert gewesen. Interessant auch, dass die "europäische" Siegermacht England selbst kein Teil dieser neuen Fläche wurde. Das war wohl nur zur Neustrukturierung der Loser gedacht. Die Sieger haben ihre nationale Identität erhalten, nur die Verlierer sollen sie an die Europaidee abtreten. Sind dann vielleicht auch leichter zu kontrollieren.
Deshalb wird vielleicht auch unter allen Umständen daran festgehalten. Es ist nicht im Interesse der Kontrolleure, dass das auseinander bricht, und es kostet sie ja auch nichts. Die anderen werden durch die Schulden zusammengeschweisst und noch besser steuerbar.
Zum Schluss braucht man die große europäische Regierung, weil die Krise sonst nicht mehr zu handeln ist. Keine Deutschen, die die Griechen bezahlen müssen, keine billigen Polen, die "uns" die Arbeitsplätze stehlen etc. und schwupps, schon ist alles ein nationenfreier Eurobrei.
Zu verschwörerisch? Sorry. Aber jedenfalls kann man das so weiter spinnen und deshalb werden wir am Ende auch kein Zusammenbrechen des Euro haben, sondern genauso eine dämliche Währung wie den Dollar, den man nach Belieben nachdrucken kann. Im Grunde wird alles leichter. Diesen Hickhack zwischen den Regierungen kann man sich doch wirklich schenken. Wenn man Europa rettet um jeden Preis, dann steht als logische Folge am Ende die Selbstaufgabe. Wenn wir Pech haben, haben wir nach den heftigen nationalen Protesten ein Polizeieuropa oder es läuft friedlich ab. Aber eine EZB Schuldenkrise sollte die kleinste Sorge sein.
Star-Investor Paulson sieht Euro-Krise als Chance.
Der Hedge-Fonds-Manager findet europäische Staatsanleihen attraktiv. Ob als Investment oder als Spekulationsobjekt, bleibt offen. Schon in der US-Finanzkrise machte Paulson kräftig Kasse.
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:hedge-fonds-star-investor-paulson-sieht-euro-krise-als-chance/60081943.html
@ gautama2 [#21]
Find ich auch irre nett von ihm, das er uns immer rechtzeitig Bescheid gibt, wo der nächste Zug abfährt...
@ redsnapper [#22]
Ja, genauso ein netter Typ wie der Soros.
Livermore war auch so`n Philantrop. In "Reminiscences of a Stock Operator" ist schön beschrieben, wie die Presse seine aktuellen Positionen kolportiert...
Zum Wochenende eine Auswahl grosser historischer Worte mit fiktivem Abschlussmonolog:
A. Der deutsche Dreisatz
"Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen!" (Ulbricht, 1961)
"Diese Mauer steht noch in Hundert Jahren!" (Honecker, 80er Jahre)
"Europa ohne den Euro ist nicht mehr denkbar" (Merkel, 21. Juli 2011)
B. Die französische Gleichung
"Deutschland wird zahlen" (Clemenceau, 1919)
"Der deutsche Egoismus ist kriminell" (Sarkozy, 19. Juli 2011)
"Vraiement, Vraiement", rülpste der Hedger, rückte sich die Seidenkravatte zurecht und winkte den Garcon herbei für eine weitere Austernbestellung.
Je vous souhait un bon Week-end!
Hier teilt die EZB jeden Montag um 15:30 Uhr mit, wieviel Euro sie für Anleihen aus EURO-Staaten ausgegeben hat.
http://www.ecb.europa.eu/mopo/implement/omo/html/com.html
Aktueller Stand: 194,5 Mrd. EUR.
Die FTD schreibt am 22.11.2011 über die Staatsanleihenkäufe der EZB
"Mit dem Kauf jeder Anleihe das Risiko für dieses Papier von dem Begeberland in die Bilanz des Eurosystems, das die EZB und die 17 Nationalbanken umfasst. Dort haftet die EZB als Gemeinschaftsinstitution zu acht Prozent für alle Risiken. Die Haftung der restlichen 92 Prozent der Risiken wird auf die 17 Eurostaaten in der Höhe ihres jeweiligen Kapitalschlüssels umgelegt. Für Deutschland ... liegt der Wert bei 27 Prozent. ... Bezogen auf das Gesamtvolumen des Programms von 194,5 Mrd. Euro liegt das deutsche Risiko im Extremfall bei etwa 52,5 Mrd. Euro."
Beschlussgremium ist der EZB-Rat. Hier hat jedes Mitglied (die 17 nationalen Euro-Notenbankchefs und die 6 Direktoriumsmitglieder) eine Stimme.
Bundesbankpräsident Weidmann hat also dasselbe Stimmengewicht wie sein Kollege aus Malta.
Interessante These wie es weitergehen könnte, wenn sich die Lage nochmals dramatisch zuspitzt:
Es muss etwas passieren, das bislang undenkbar erschien. Ich glaube nicht, dass die Zentralbank offiziell einen Schuldenerlass erklärt, dann würde sie ihr Gesicht verlieren Auf direktem Wege wird ein Schuldenerlass nicht möglich sein. Das geht nur über einen Bilanztrick.
Die EZB muss EU-Staatsanleihen in Höhe von circa drei bis vier Tausendmilliarden Euro aufkaufen. Diese Anleihen können dann bei nicht Rückzahlbarkeit auf dreißig bis vierzig Jahre zinslos verlängert werden, bis sie schließlich wertlos werden. Durch diesen Bilanztrick kommt es zu einem faktischen Schuldenerlass. Das ist die einzige Möglichkeit, den Staatsbankrott zu verhindern, quasi die beste unter allen anderen schlechten Lösungsvorschlägen.
Quelle: Handelsblatt 07.12.2012
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/eckart-langen-v-d-goltz-wenn-wir-so-weitermachen-droht-eine-schlimme-depression/7474810.html
@ xforce [#27]
Die EZB muss EU-Staatsanleihen in Höhe von circa drei bis vier Tausendmilliarden Euro aufkaufen.
Das wäre natürlich eine deutliche Erhöhung der Geldmenge, die dadurch eintreten würde. Da müsste man sich überlegen, wie man das macht. Entweder man müsste irgendwo wieder 3 Billionen an Liquidität entziehen (so hat es die EZB ja bei den letzten Staatsanleihekäufen gemacht) oder man bezahlt die aufgekauften Anleihen in Raten über einen langen Zeitraum gestreckt.