Das Problem sind die Schuldenberge
Die BIZ hat eine Studie über Schuldenstände und Altersstruktur verschiedener Staaten veröffentlicht
http://www.bis.org/publ/work352.pdf
Die Schlussfolgerungen:
Conclusions
While the attention of policymakers following the recent crisis has been on reducing systemic risk stemming from a highly leveraged financial system, the challenges extend beyond that. Our examination of debt and economic activity in industrial countries leads us to conclude that there is a clear linkage: high debt is bad for growth. When public debt is in a range of 85% of GDP, further increases in debt may begin to have a significant impact on growth: specifically, a further 10 percentage point increase reduces trend growth by more than one tenth of 1 percentage point. For corporate debt, the threshold is slightly lower, closer to 90%, and the impact is roughly half as big. Meanwhile for household debt, our best guess is that there is a threshold at something like 85% of GDP, but the estimate of the impact is extremely imprecise.
A clear implication of these results is that the debt problems facing advanced economies are even worse than we thought. Given the benefits that governments have promised to their populations, ageing will sharply raise public debt to much higher levels in the next few decades. At the same time, ageing may reduce future growth and may also raise interest rates, further undermining debt sustainability. So, as public debt rises and populations age, growth will fall. As growth falls, debt rises even more, reinforcing the downward impact on an already low growth rate. The only possible conclusion is that advanced countries with high debt must act quickly and decisively to address their looming fiscal problems. The longer they wait, the bigger the negative impact will be on growth, and the harder it will be to adjust.
It is important to note that our finding of a threshold for the effects of public debt on growth does not imply that authorities should aim at stabilising their debt at this level. On the contrary, since governments never know when an extraordinary shock will hit, it is wise to aim at keeping debt at levels well below this threshold.
As with government debt, we have known for some time that when the private sector becomes highly indebted, the real economy can suffer. But, what should we do about it? Current efforts focus on raising the cost of credit and making funding less readily available to would-be borrowers. Maybe we should go further, reducing both direct government subsidies and the preferential treatment debt receives. In the end, the only way out is to increase saving.
Die Schuldenstände werden in diesem Papier aufgeteilt in die drei Bereiche Staat, Unternehmen und Private. Es gibt kein großes Industrieland, welches in allen drei Bereichen unterhalb den kritischen Schwellen liegt.
Mein Chef sagte immer: "Es gibt keine Probleme, es gibt nur Aufgaben". Die Aufgabe ist, die Schuldenstände wieder herunterzudrücken. Die erreichten Schuldenstände wirken sich jedoch bereits negativ auf die Wachstumsraten aus. Die Aufgabe über verstärktes Wirtschaftswachstum zu lösen, wird sehr wahrscheinlich nicht mehr gelingen. Alle anderen Lösungen sind schmerzhaft, entweder wegen der hohen Inflation, weil gespart wird, oder weil Schulden aufgegeben werden müssen - alles äußerst negativ für die Wirtschaft.
Jetzt also doch: Hier haben wir keine Aufgabe, sondern ein Problem.
Eine treffende Vorstellung für Europa
5. The light at the end of the tunnel is a trillion and a half euro oncoming train: €1,500bn to be financed in peripheral euro area states between now and 2014
Die Spitze des Zuges erreicht uns gegen Februar 2012
Quelle: http://www.zerohedge.com/news/decision-time-europe-definitive-presentation-future-or-lack-thereof-eurozone
@ zorrie [#2]
Der Zug kam immer näher, er wurde von der EZB mit LTRO umgeleitet. Auf eine noch abschüssigere Strecke. Er fährt weiter, und ist nicht (mehr) zu stoppen.
Das Deleveraging der US-Haushalte ist schon fast zum Stillstand gekommen. Dabei waren das doch nur die ersten Anfänge ...
http://www.seeitmarket.com/chartology-emerging-markets-eem-continue-to-lag/
Die US-Staatsschulden haben in diesen Tagen die 16-Trillionen-Marke genommen.
http://www.usdebtclock.org/
Steuereinnahmen 2012 bis heute knapp 2,4 Trillionen.
Ausgaben des Staates hingegen knapp 3,6 Trillionen.
Das Gesamt-Defizit (Staat, Haushalte, Unternehmen, Finanzinstitute) beträgt knapp 57 Trillionen, das sind 181.310 USD pro Einwohner und 684.000 USD pro Familie.
@ zorrie [#4]
Mit Defizit sind wohl Schulden gemeint (aufgenommene Anleihen, Darlehen, Kontokorrektkredite usw.). Ich vermute, dem stehen Vermögen gegenüber, wenn u.B. ein Unternehmen seine Rücklagen von 1 Milliarde Dollar in Forum von Staatsanleihen anlegt oder Finanzinstitute Darlehen an Unternehmen oder öffentliche Haushalte geben.
Gibt es dazu Zahlen ? Nur die "eine Seite der Bilanz" zu sehen, ist mir nicht aussagekräftig genug.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ zorrie [#4]
Hallo,
es sind 16 Billionen, nicht Trillionen.
Aber die Zahl ist auch so erschreckend genug...
Gruß
@ meerschwein [#6]
Das Wort Trillion ist ein Zahlwort und steht im englischen für Billion.
Also Vorsicht bei Übersetzungen.
Die AMIS schreiben Trillion sind aber in unsere Einheit Billion.
Deshalb kommt es beim Volk ab und an zu Verwechslungen und Missverständnissen.
Herr Ebert
Sie haben Recht.
Entscheidend sind nicht die absoluten Zahlen, sondern die Schuldenquote.
Das heisst Schulden im Verhältnis zum BIP.
Das war bei den AMIS in den 80er Jahren bei 51 Prozent und Heute bei 102.
Die Deutschen liegen bei 83 Prozent
Die Japaner bei 220 Prozent.
@ benedikt54 [#7]
Ich frage mich warum Schulden bezogen auf das BIP eigentlich eine Rolle spielen sollen.
Wichtig ist doch die Liquidität, die die Schulden bedienen soll, und die enspricht nicht dem BIP sondern den Steuereinnahmen, bzw. dem was nach Abzug aller inbedingt notwendigen Kosten noch zum Schuldendienst verwendet werden kann. So rechnet eine Bank bei der Kreditvergabe auch. Ein Unternehmer bekommt doch keinen Kredit auf seinen Umsatz sondern auf den Gewinn. Die Bank weiß genau bei wem sie ihr Geld wieder bekommt. Der Staat ist anscheinend der kleine Bub an der Kasse bei den Quengelprodukten, dem es egal ist woher Mutti die Kohle für die Lutscher nimmt. Dafür greift Mutti dann in die Trickkiste und beruhigt Papi indem sie ihm erklärt, dass das Bruttoeinkommen doch locker für die Ausgaben reicht. Und wenn nicht, dann hat man ja noch genug Toner im Kopierer um Blüten zu drucken.
@ gautama2 [#8]
Also in der Praxis der Banken ist es wichtig überhaupt einen Job zu haben um einen Kredit zu bekommen.
Hier ist es wohl die Kennzahl die aussagt, mensch die erwirtschaften ja was bzw könnten was erwirtschaften.
Sogesehen hast Du schon recht. Entscheidung ist was unterm Strich steht und was man noch an Cash hat.
Primitiv ausgedruckt heisst die obige Kennzahl ja nur das z.B. die Japaner 2,2 Jahre lang umsonst arbeiten müssten um die Schulden zu bezahlen.
@ gautama
Seien wir doch mal ehrlich, wie würden wir alle dastehen wenn wir
uns incl. Staat an die früher gelehrten ordentlichen kaufmännischen Grundsätze gehalten hätten.
Beginnend von der Bilanzwahrheit und Bilanzklarheit bis hin zum Insolvenzrecht.
Wenn Lügen, Betrügen, Gier und Schuldenmachen zum Programm werden, dann darf man sich eben nicht wundern wenn der ganze Mist den Bach runtergeht.
@ benedikt54 [#9]
"die Japaner 2,2 Jahre lang umsonst arbeiten müssten um die Schulden zu bezahlen."
Aber nur dann wenn nur die Privathaushalte Steuern zahlen. Ganz so ist das ja nicht. Sind da nur die Arbeitenden oder die Gesamtbevölkerung inkl. Babies und Greise eingerechnet? Eigentlich alle, denn die Schulden werden ja auch auf alle gerechnet nehme ich an. Das ist irgendwie nicht verständlich. Also was bringt dieses Zahlenspiel? Das kann ich doch auch auf japanische Haustiere anwenden. Wie lange müssen die im Zirkus oder Zoo auftreten bis die Eintrittsgelder alle Schulden bezahlt haben? Ich find das Unsinn.
@ gautama2 [#11]
BIP ist nun einmal das statische Maß für die
wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft innerhalb eines
bestimmten Zeitrahmens.
Es ist halt mal so definiert und wird als grösse herangezogen.
Über den Sinn und Zweck und die Richtigkeit so mancher Wirtschaftszahlen
habe ich schon lange aufgehört mir da gedanken zu machen.
Wenn Du einen schönen Abend verbringen willst kannst ja mal in die Feinheiten des BIP vorstossen und dir einen Wolf lesen und anschliessend
ein Bier trinken um den ganzen Käse wegzuspülen.
Schau, die Statistiker erklären mir seit Jahren das sich die EZB an die von ihr vorgegebene Inflationsrate von 2 Prozent hält.
Dafür lassen die sich auch feiern. Nur Du und Ich und alle normalen Menschen auf der Strasse wissen das dies Scheissdreck ist.
Da spar ich mir dann auch jede weitere Diskussion wie denn das alles errechnet wird und mit welchen Zauberstab die Eurostat hier tätig war.
Ich nehms zur Kenntnis und auch mehr nicht.
@ benedikt54 [#12]
"Entscheidend sind nicht die absoluten Zahlen, sondern die Schuldenquote.
Das heisst Schulden im Verhältnis zum BIP."
Du schreibst, dass diese Zahl entscheidend ist. Das hat mich halt gewundert. Runterspülen find ich auch gut.
Wenn man das hier liest, dann wird klar, dass die Wirtschaftler alle einen an der Waffel haben.
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:top-oekonomen-was-die-usa-unter-fiskalkonservativ-verstehen/70085636.html
@ gautama2 [#13]
Es ging ja darum das ich die schulden nicht nur isoliert betrachten darf,
sondern auch den vermeintlichen Gegenwert.
Was man nun da hernimmt oder wie man das Bewertet ist ja wieder ein anderes Thema.
Nur entscheidend ist, der Schuldsaldo sagt nichts über die eigentliche Verschuldung aus.
So hat uns ja auch die Eurostat erklärt das Schulden nicht gleich Defizit ist.
Sollte ein Land Mittel aus dem ESM beziehen, so sind das keine Schulden, sondern einmalige Vorgänge, die zwar die Schuldenquote eines Landes erhöhen aber nicht deren Defizite.
Das ist das was ich ja gemeint habe mit Bilanzwahrheit und Klarheit.
Das ganze ist ein Haufen Mist der uns da jeden Tag verkauft wird und wir , also nicht wir, sondern der Rest schluckt den Mist täglich ohne zu fragen was er da eigentlich konsumiert.
@ benedikt54 [#10]
Bilanzen und G+V sind ja auf dem Vorsichtprinzip aufgebaut gewesen. Dafür nur einmal im Jahr. zu erstellen. Da finde ichs besser kurzfristig Quartalsbilanzen mit den Möglichkeiten der Zuschreibung zu lesen. Schummeln konnte man auch früher , weil Bilanzen kaum strukturiert sein mussten. So gut wars in der alten Zeit auch nicht, meint SPOMI
@ SPOMI [#15]
Also sowas wie Enron hätte es nicht gegeben
Zweckgesellschaft ausgliederen die nicht in Bilanzen erscheinen müssen usw.
Klar gabs auch immer die Möglichkeiten zu tricksen, aber erst seit man in den 80er Jahren den
Accounting Information Standart eingeführt hat und auch den deutschen Unternehmen die Möglichkeit gegeben hat zu wählen ist doch die Kacke erst losgegangen.
Bilanzen sollten die Wahrheit zeigen, nur mittlerweile sind sie die Spielwiese kreativer Verschleierungstaktiken geworden die kein Schwein mehr durchblickt.
@ gautama2 [#8]
Ich frage mich warum Schulden bezogen auf das BIP eigentlich eine Rolle spielen sollen.
Wichtig ist doch die Liquidität, die die Schulden bedienen soll
Klar sind die Steuereinnahmen entscheidender. Aus denen müssen die Schulden zurückgezahlt werden. Aber die Steuereinnahmen schwanken viel stärker als das BIP. Und grundsätzlich richtet sich die Höhe dieser Einnahmen an der Höhe des BIP.
Das wird von Staat zu Staat unterschiedlich sein. Der eine wird historisch prozentual mehr Steuereinnahmen aus dem BIP ziehen, als der andere Staat. Auf der anderen Seite werden dann auch höhere Ausgaben gegenüberstehen.
Ergo: ich halte mich der Einfachheit halber ans BIP. So ähnlich wie die Value-Anleger, die eher auf das KBV und das KUV gehen, als auf das KGV.
@ Richard Ebert [#5]
Die Zahlen zu den gegenüberstehenden Vermögen, siehe http://www.usdebtclock.org :
"Small business assets": 7,4 Bio. USD
"Corporation assets": 17,6 Bio USD
"Household assets": 67,9 Bio USD
"Total national assets" (Die Summe): 92,9 Bio. USD
"Assets per citizen": 295.676 USD
Demgegenüber "US unfundet liabilities": 120,5 Bio USD
Das sind keine Zahlen, die Mut machen.
Sicher steht jeder Forderung jemand gegenüber, der daraus noch eine Zahlung erwartet und das als Guthaben verbucht.
Aber jede Schuld soll irgendwann einmal zurückgezahlt werden. Je mehr Menschen hohe Schulden haben, desto mehr fallen in Zukunft zumindest teilweise als Konsument aus. Und das werden die Zahlungsempfänger im Zweifel nicht ausgleichen.
Auch wenn ich mich wiederhole, beim betrachten der Defizitzahlen , auf was immer bezogen, sollte man folgendes nicht ignorieren:
1) die Zahlen der USA stehen für Ei Imperium, dass auch nach Irak- und Afganistanaktivitaeten immer noch mit 20 - 40 k Soldaten nebst modernem unbemannten kapfrobottern überall auf der Welt eingreifen kann, was hat der Rest insbesondere die EU da gegen zu setzten? Papiertiger!
2) die USA sind netto Gasexpoteure! und werden durch unkonventionellste Oel auch bald kaum noch Erdöl importieren. man sieht es doch schon an den unterschiedlichen Notierungen für Nordseeöl und Us-Oel. dieser Unterschied ist wohl nicht mehr durch den Qualitaetsunterschie (Schwefelgehalt Usw.) begründet.
3) die Staatsquete /Steuerlast ist wesentlich niedriger als bei uns
@ rodeonrwdeo [#18]
Das würde für einen steigenden USD sprechen.
@rodeo
Das kann sich auch schnell wieder umdrehen, das Problem bei Frackingbohrungen ist der hohe Abfall der Produktion (depletion rate) schon nach kurzer Zeit. Nach 1 Jahr muss nachgefrackt werden, nach 5 Jahren ist das Loch nicht mehr profitabel zu betreiben. Hier z.B. zu sehen am Beispiel einer oil fracking Bohrung:
http://www.peak-oil.com/wp-content/uploads/2012/07/overestimated_bakken_well_production.jpg
Diese steile Abfall ist bei einer gas fracking Bohrung analog.
Aktuell sieht man bei hugher badges (Größter Vermieter/Lieferant von Öl- und Erdgasbohrequipment) unter der rig counts statistik auch eine Verlagerung der Bohrtürme von Erdgas (Grund dafür ist der niedrige HenryHub Natural Gas Future) hin zu Erdöl (vorallem zur Bakken Formation in North Dakota,Montana und Wyoming)
@ StoxxDude [#20]
bedeutet Ihre Aussage, dass die zur Zeit genannten Reserven für Schiefer-Gas und -Öl nicht zu realisieren sein werden? Gibt es dafür belastbare Quellen?
@ rodeonrwdeo [#18]
-
Kriege kosten Geld und wenn man nicht beim Feind plündern kann sondern alles selber bezahlen muss, dann überlebt man nicht lange.
Frei nach Sun Zu.
Wenn also die USA nicht am Markt vorbei einen Haufen Öl und Drogen umsonst in die USA schleusen könen, dann sind sie bald Pleite.
Bretton Woods musste wegen des ausufendernden Vietnamkrieges aufgegeben werden. Was muss diesmal aufgegeben werden?
Die einfache Wahrheit ist: Kriege kosten Geld und irgendeiner bezahlt am Ende. Klar, die Frage ist ob die USA das sein werden oder ob sie die Konkurrenz vorher in die Knie zwingen, siehe Goldman und die Aktivitäten im Vorfeld der Eurokrise.
Ich empfehle Roubini, Mihm "Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft"
Man kann gar nicht genug dazu lesen, egal wer es ist. Am Ende kristallisiert sich der bayerische Energieerhaltungssatz heraus:
"Von nix kommt nix!!!!"
Oder wie Hans und die Wall Street (Leider nur die alten Hasen, die inzwischen wohl ausgestorben sind) sagen:
"There is no free lunch"
Vielleicht weiß es auch die Wall Street, aber die sorgen dafür dass es andere auslöffeln.
Kann ja sein, dass die dazu lernen, aber die Chance ist auch nur 50/50.
@ rodeonrwdeo [#18]
Es war nicht meine Absicht, die USA hervorzuheben. ALLE Industriestaaten haben Schulden-Probleme, siehe
http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nindex.pl?ME=448078#M199
Die USA eignen sich jedoch besonders gut zur Analyse, da hier das Datenmaterial sehr umfangreich ist.
@ gautama2 [#22]
Gruss an die guten alten Hasen, und natürlich auch die neuen Karnikel.
dös woar echt guat!
SPOMI
@ gautama2 [#22]
welche Schlüsse leiten Sie jetzt aus Ihren interessanten Ausführungen ab?
1) Das die EU bald die USA als führende Weltmacht abloest?
oder
2) das die EUDSSR bald auf vielen innovativen Wirtschaftssektoren, Gentechnik, IT, Weltraum, usw. die führenden sein werden?
@ rodeonrwdeo [#25]
Weder noch? Gibt es für sie nur die beiden Möglichkeiten?
@ gautama2 [#26]
nun, wollen Sie uns nicht Ihre Schlussfolgerungen nenen?
oder ist das eine Ratespiel?
Ihre Aussage Weder noch erweckt den Anschein bei mir!
@ rodeonrwdeo [#27]
Mein Posting war eine Antwort zu ihrer 1 aus [#18]
Dass die USA eine dicke Armee im Kriegseinsatz durchfüttern können zeigt nicht unbedingt finanzielle Stärke oder kann kein Vertrauen auf eine starke Wirtschaft oder Führungsanspruch oder was weiß ich was sie damit sagen wollten, begründen. Diese Aktion verbraucht einen Haufen Geld und das kann auf Dauer nicht nur aus der Notenpresse kommen. Das geht schlichtweg in die Hose und belastet die Wirtschaft schwer. Sicher ist aber ein Blick auf diese Aktivität ein besserer Indikator als irgendwelche Verschuldungsquotienten. Sie geben mir also Recht. So deute ich jedenfalls den Sinn ihres Posting.
Was daraus folgen wird ist nebensächlich. Keiner hat eine Glaskugel und wer wird schon voraussagen können wer sich stattdessen irgendwo an irgendeiner Spitze befindet? Davon war auch nie die Rede in diesem Thread. Für konkrete Empfehlungen gehen sie doch lieber zu einer Bank ihres Vertrauens, die weiß sicher was zu tun ist.
zu ihrer 2)
Die USA pressen aus Verzweiflung die letzten Tröpfchen Öl und ein paar Gasfurze aus zertrümmertem Gestein und ruinieren sich den Boden und ganze Ansiedlungen bei denen nun sogar aus dem Trinkwasser Gas kommt und sich am Wasserhahn entzündet. Dieser Boom bei der Exploration von heimischem Öl und Gas wird nicht von langer Dauer sein und verhindert eher die Entwicklung und Installation alternativer Energien. Sicher gibt es auch in den USA Fortschritte, aber ich glaube dass die Schäden den Nutzen überwiegen.
Wie sehen sie als Verfechter der reinen Marktwirtschaft ohne staatliche Verzerrung eigentlich die Aktivitäten der US Armee? Verplempern die nicht einfach nur einen Haufen Staatsgelder? Klar, die Wirtschaft wird angekurbelt, aber das ist doch im Grunde eine riesige Subventionsmaschinerie. Das kann doch kein Zeichen einer starken Wirtschaftskraft sein.
@ gautama2 [#28]
mit meiner Aussage 1) in # 18, wollte ich daraufhineeisen, dass Die USA bei ähnlichen Defizitten wie die EUDSSR doch immerhin noch in der Lage ist militärische Aktionen zu bewerkstelligen, und wozu ist Europa noch fähig? Moralische Aspekte oder die Sinnhaftigkeit bezueglich militärischer Aktionen diskutieren zu wollen liegt mir fern.
zu 2) ich halte Schieffrergas und Öle nicht für eine kurzfristige Angelegenheit, Sie haben bisher keine belastbaren Quellen genannt die aufzeigen, dass Schiefergas usw.. bald wieder verschwinden. Mir ist auch nicht bekannt dass die Nutzung sonderlich subventioniert wird. Auf sogenannte Alternative Energien trifft die Subventionsarmut weniger zu.
als Fortschrit sehe ich den Rückgriff auf Windmühlen und die Vergaerung von organischen Substanzen usw. , nur wettbewerbsfähig mit Hilfe von Subventionen, nicht an.
Zu Ihrem letzten Absatz möchte ich anmerken, dass auf mehrere Dekaden betrachtet der Mititaerhaushalt der USA an deren Gesamtwirtschaftsleistung doch nicht sonderlich auffällig ist, sind es langfristig mehr als 10%? Unabhängig davon stehe ich auch, dass die USA sich , insbesondere unter OBama hinzu mehr Sozialismus bewegen. Aber Hoffnung auf Veraenderungen in der Zukunft machen mir natürlich Bewegungen wie die Teaparty und halbwegs libertäre wie Ron Paul.
@ rodeonrwdeo [#29]
Die USA kann diesen Krieg finanzieren, weil die Welt davon ausgeht, dass die USA weiterhin eine Bank sind solange Öl fließt. Die Militärausgaben müssten eigentlich in den Ölpreis mit einfließen. So gesehen ist der Ölpreis in den USA extrem subventioniert. Man sollte der Gerechtigkeit halber nicht nur die Militärausgaben im nahen Osten sondern auch die gesamte Jagd nach Osama und die Sicherheitsvorkehrungen auf den Flughäfen etc. also den gesamten Krieg gegen den Terror hier einfließen lassen. Gut dass der Ami das nicht checkt.
By the way ist das US Militär der weltgrößte Verbraucher von Erdöl. Allerdings gilt für das US Militär nicht der normale Einkaufspreis für Öl auf dem Weltmarkt. Wenn das mal keine Subvention ist. Warum muss sich das Milität nicht ganz normal auf dem Markt eindecken? Ich finde das wiederspricht extrem dem Kapitalismus. Jeder dreht es sich so wie er es braucht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Streitkr%C3%A4fte_der_Vereinigten_Staaten#Veteranenangelegenheiten
So gering finde ich die Kosten für die Veteranen nicht, gerade wenn man bedenkt ab wann man bereits Veteran ist. In Großbritannien, Kanada und den USA wird jeder ehemalige Soldat als Veteran bezeichnet, ob einsatzerfahren oder nicht (angloamerikanisches Modell).
Die Veterans Health Administration unterhält mehr als 150 Krankenhäuser, in denen ausschließlich Veteranen versorgt werden. Es ist damit der größte staatliche Erbringer von Gesundheitsleistungen.
Das ist so eine heimliche Krankenversicherung und Vergünstigungsmaschinerie für die Bevölkerung. Eigentlich auch Subvention oder?
Dann gibt es die Montgomery GI Bill. Das deutsch ist Googleübersetzer Sch...deutsch, aber es gibt eine Idee, was noch alles für Veteranen für Bildung bezahlt wird.
http://www.crimsonfeet.org/vorteile-der-montgomery-gi-rechnung.html
Dann gibt es noch einen Haufen Einkaufsvorteile für Veteranen. Das treibt einem Marktwirtschaftler doch die Tränen in die Augen. Und da unterscheiden sich die Republikaner nicht von den Demokraten. Wer das Zeug beschneidet, der kann die Wahl vergessen. Da kann Frau Palin oder Michelle noch so sehr mit dem Arsch wackeln oder Frau Romney über die armen Zeiten schwärmen. Wenn die nicht mit Kohle für's Volk rüber kommen, dann wird nicht gewählt. Basta. Das ist wie in D auch.
Hier Förderkurven der Fracking Bohrungen. Ich weiß ja nicht was in ihren Augen belastbar bedeutet. Eine Quelle die sie akzeptieren nehme ich an. Ich weiß nicht ob ich damit dienen kann. Vielleicht muss man selber messen gehen.
http://www.peak-oil.com/2012/07/gefahrliche-fracking-illusion/
Jedenfalls sind die Umweltschäden extrem.
http://www.huffingtonpost.com/2011/04/15/methane-water-radioactive-cows-fracking-pa_n_849893.html
http://www.youtube.com/watch?v=-OxbRxxAnfY
Das zeigt sogar eine Studie der Bundesregierung.
http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4346.pdf
Wir sind aber im Denken was den Markt und den Einfluss des Staates betreffend nicht so weit entfernt.
Ich wehre mich nur gegen Dogmen und bei ihnen kommt das immer ein bisserl so rüber. Wenn man eines ihrer Dogmen in Frage stellt kommt immer die Frage nach belastbaren Quellen. Umgekehrt liefern sie keine. Stört mich schon, denn das ist keine gute Diskussionskultur. Ich bin bereit mich mit ihren Quellen auseinander zu setzen. Aber bitte nicht einfach Volkswirtschaftsschinken der Österreicher nennen. Die arbeite ich eh grad durch. Ich lasse mir aber das selber Denken nicht nehmenm auch wenn ich weiß, dass ich nicht alle Fakten und Beweise und Theorien kennen kann. Who's perfect?
Viele Grüße
P.S. hier noch ein schöner Artikel über Fracking. Ich finde ihn recht sachlich.
http://www.peak-oil.com/2012/04/unkonventionelles-oel-tight-oil/
Consumer credit falls unexpectedly in July
WASHINGTON (Reuters) - Consumer credit fell in July for the first time in nearly a year as Americans reduced credit card debt, a worrisome sign for an economy that has struggled to create jobs.
Quelle und mehr:
http://finance.yahoo.com/news/consumer-credit-falls-unexpectedly-july-190126518.html
Der Beginn einer überfälligen Konsolidierung. Und das ist also "worrisome". Dieses System ist am Ende!
(USA nur als Beispiel - ähnliche Entwicklungen in anderen Staaten)