Das Todeskreuz
Der Durchschnittskurs des EuroStoxx50 der vergangenen 50 Tage ist am Mittwoch unter die 200-Tage-Linie gefallen. Dieses „Todeskreuz“ deutet auf eine Fortsetzung des Abschwungs hin.
Kann mir jemand erklären, was ein Todeskreuz ist?
Ich habe von dieser Formation noch nie gehört.
@ scorpion260 [#1]
Journalisten lieben das Dramatische. Je wilder die Kopfzeile desto mehr Aufmerksamkeit wird auf den Artikel gelenkt. Das Kreuzen von längerfristigen gleitenden Durchschnitten ist genauso interessant und relevant wie das Umkippen von einem Reissack in China!!! Grüsse SPOMI
@ scorpion260 [#1]
Ein „Todeskreuz“ entsteht, wenn im Chart die Linie für den Kursdurchschnitt der vergangenen 50 Tage (50-Tage-Linie) die Linie für den Kursdurchschnitt der zurückliegenden 200 Tage (200-Tage-Linie) von oben durchschneidet. Analysen mit Hilfe von Durchschnittslinien sind seit Jahrzehnten gebräuchlich und werden auch von Privatanlegern genutzt, weil sie recht einfach sind.
Im Grunde ein primitives Überscheiden von gleitenden Durchschnitten
Alter Käse in neuer verbaler Verpackung
@ scorpion260 [#1]
Es ist also glasklar, dass sich der Abschwung fortsetzen wird.
So eine Zeile in dem Beitrag.
Wenn an der Börse etwas glasklar ist, dann das wohl das Gegenteil eintreten wird.
Kursziel 6800
die medien wollen den bankrun geradezu heraufbeschwören, kuckt euch nurmal die hauptseite von handelsblatt.com an ...
@ benedikt54 [#4]
Danke benedikt, für die Erläuterung (Dir auch SPOMI), ich kannte dieses Wort bisher noch nicht.
Zu Deinem Kursziel: Der Dax hat heute sauber auf seinem Uptrend vom August aufgesetzt.
Aber der Euro sinkt immer weiter in Richtung Parität, oder zumindest Richtung Low bei 1,20.
Hab selbst ein paar kleine Longs bei ca. 1,25 aufgebaut, die schon gut unter Wasser liegen.
Mal schauen was passiert.
Mark Hulbert hat die Signifikanz dieses Signals untersucht
http://articles.marketwatch.com/2010-07-09/commentary/30812979_1_stock-market-analysis-cross
Bis 1990 hat das Signal ganz gut funktioniert. Seit dem hat es keine Aussagekraft mehr.
Nach Mark Hulbert hat nicht nur der 200-Tage-, sondern auch der 50-Tage-Durchschnitt seit Anfang der 1990er Jahre seine Aussagekraft verloren.
In fact, according to Blake LeBaron, a Brandeis University finance professor who has extensively studied a number of different technical trading rules, moving averages of various lengths stopped working in the early 1990s, not only in the stock market but also in the foreign-exchange markets as well.
Quelle und mehr:
http://www.marketwatch.com/story/what-eclipsing-50-day-average-means-2012-06-19
Mal ein anderes Kreuz: 50 vs 200 Monate.
Das scheint, im Gegensatz zu 50 vs 200 Tage, noch nie richtig funktioniert zu haben. Das Signal scheint stets zu spät zu kommen.
Chart aus:
And Now for Something Completely Different:
The "Ultimate" Death Cross
By Doug Short
July 17, 2012
http://advisorperspectives.com/dshort/commentaries/Ultimate-Death-Cross.php
@ zorrie [#9]
Viel fehlt jetzt nicht mehr für die Todeszone :-))) SPOMI
@ zorrie [#9]
Das scheint, im Gegensatz zu 50 vs 200 Tage, noch nie richtig funktioniert zu haben. Das Signal scheint stets zu spät zu kommen.
Der Meinung bin ich auch. Ich habe mir die großen Indices angesehen, sofern mir die langfristigen Daten vorlagen. Selbst bei Rückgängen von 60 bis 80 % gab es kein Ausstiegssignal (siehe S+P in 2009 = minus 59 %).
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Eine schöne Studie zu dieser Thematik:
http://www.hussmanfunds.com/wmc/wmc120827.htm
@ peterg [#12]
Nette Studie. Diese deckt sich mit verschiedenen anderen publizierten zum Thema Durchschnittskurse. Man darf nicht vergessen, dass die gesamte Technische Analyse auf Vergangenheitsdaten beruht. Es wird versucht statistische Arbitrage beruhend auf alten Mustern zu betreiben. Je mehr Marktteilnehmer das betreiben desto schwieriger wird es, profitable Muster zu finden. Die letzten guten Gewinne gabs in 2008 für die long term Trendfolger. Man muss eine Glaskugel haben wie der alte Timetrade hier mal schrieb. Gruss SPOMI
http://www.michaelcovel.com/
In seinem Blog vom 28.8. relativiert er die Sache etwas.
Ich mache mit Trend-Following auch in diesen Zeiten gutes Geld.
Korrektur: Im Block von Covel relativiert Hussman es etwas.