Der grosse Ausverkauf - Privatisierung
Privatisieren bis der Arzt kommt, oder vielmehr bis keiner mehr kommt.
Privatisieren ist Gewinnmaximierung um jeden Preis. Leistungen werden nur noch für reiche zugänglich.
Selbst Allgemeingut wie "Wasser" wurde bereits in Bolivien privatisiert.
Die Preise verzehnfacht und die Menschen die dagegen auf die Strasse gehen werden erschossen.
Die bezeichnen sich alle als Christen, aber Christentum bedeuted Nächstenliebe und die wiederrum bedeutet " sich für schwächere Einsetzen"
ich hab den Film auch gesehen, aber nciht vollständig, weil er meiner Meinung nach tendenziös ist.
Es ist nicht representativ, wenn man eine arme Frau aus Indien zeigt, die mit ihrem Schicksal alleine gelassen ist und argumentiert, dass der Staat für ihre Gesundheitskosten und ihrer Kinder aufzukommen hat.
Und es schon gar lächerlich, wenn in einem Dorf die Dörfler schimpfen, weil sie nicht mehr wie früher den Strom schwarz abzapfen können, sondern weil das Licht ausgeht, wenn man die Chipkarte abgelaufen ist.
Und Wasser kann von jedermann in der Natur genommen werden, aber es kann natürlich nicht kostenlos sein, wenn es aufbereitet wird und vors Haus geliefert wird. Die Kehrseite ist, dass in dem Moment der Anbieter ein Monopol erwirbt, sobald die Leitung vors Haus gelegt wird. Das ist bei uns aber auch so.
Das mit der britischen Railtrak, nun ja das ist ein britisches Problem, das mich nicht tangentiert.
Grüsse
Marzell
@ Marzell [#2]
Schwachsinn was sie schreiben.
Es geht darum, was das Produkt vorher gekostet hat, und was es nach der Privatisierung kostet.
So wurde der Preis für Wasser in Bolivien verzehnfacht.
Ähnlich beim Strom.
Haben Sie jetzt kapiert worums geht?
@ benedikt54 [#3]
ich habe diese Reportage gestern ebenfalls gesehen, hat schon eine erschreckende Wirkung wenn einmal die Kehrseite der Madaille gezeigt wird. Ich bin mir nicht mehr sicher ob dieses Gesetz, welches das Sammeln von Regenwasser verbietet nur angedacht war oder sogar schon umgesetzt wurde.
Gewisse Szenen in der Reportage wie der Aufstand der Bevölkerung gegen die verantwortlichen Unternehmen, der Zustand des Gesundheitswesens incl. des Typs der Stolz darauf ist das sein Krankenhaus den Eindruck einer Hotellobby vermittelt), sprechen für sich wie ich finde.
Wasser-Privatisierung in Brasilien und der 'Fall' Nestlé
Nestlé demineralisiert Wasser aus Mineralwasserquellen...
http://www.staytuned.at/sig/0025/32939.html
@ AAA [#5]
Zum Thema Wasser.
Leider finde ich den Beitrag nicht mehr, auf jedenfall haben da
zwei findige, innovative deutsche Ingenieure
einen mit Solartechnik betriebenen Wasserfilter vorgestellt.
Sie haben aus der Kläranlage (ungefilter, wie es einfliesst) die Kloake
in den Filter geschüttet und unten kam frisches , trinkbares Wasser heraus. Dieses Wasser hat er auch gleich getrunken.
Die technischen Möglichkeiten wären problemlos vorhanden alle Menschen mit sauberen Wasser zu versorgen. Nur man will nicht, aus obigen Gründen.
Dafür habe ich nun kein Verständis mehr.
Es gibt hundertausend die sagen, da kann man ja als einzelner nichts machen.
@ benedikt54 [#6]
"Die technischen Möglichkeiten wären problemlos vorhanden alle Menschen mit sauberen Wasser zu versorgen."
Wenn es einfach und problemlos möglich wäre, würden es Regierungen wie in Venezuela und Bolivien einfach machen.
@ benedikt54 [#1]
zu der Diskussion hier angefangen mit #1 von dir:
"Leistungen werden nur noch für reiche zugänglich."
Besser: Leistungen werden nur für die zugänglich, die dafür bezahlen können und wenn für den Anbieter ein Geschäft daraus wird!
Das fängt doch nicht beim Wasser an!
Die Welthungerhilfe rechnet mit 50mio zusätzlichen Hungertoten wegen der Finanzkrise.
Verhungern und Verdursten tut man auf dieser Welt, weil einen keiner braucht, und somit die Penunzen nicht verdient werden können, die einen vor Verhungern und Verdursten retten können!
Verhungern und Verdursten tut man nachweislich nicht, weil es zuwenig Futter und Wasser fur die menschliche Erdpopulation gäbe. Man tut es, weil man den Preis für Futter und Flüßigkeit nicht bezahlen kann.
Futter und Flüßigkeit ist eine Ware, an die man herankommt, wenn man den Preis am Preisschild bezahlen kann!
Und der Preis am Preisschild, so er den bezahlt wird oder nicht, der kalkulierte Gewinn, darauf wettest dann du und ich. Etwas anderes treiben wir hier nicht!
Und wenn du dir jetzt Wasser aus diesem Spiel heraus wünschtest, dann ist das, wie soll ichs sagen: kindisch.
@ Asamat [#7]
in Ergänzung: es ist so einfach. Die aktuelle Weltbevölkerung ist mit Essen und Flüßigkeit zu versorgen, wenn Essen und Flüßigkeit keine Ware wäre!
@ dhp05 [#8]
"wenn Essen und Flüßigkeit keine Ware wäre"
Was soll das bedeuten? Da sauberes Wasser und Essen nur entstehen, wenn jemand daran arbeitet, ist es zwangsläufig eine Ware. Der daran Arbeitende verkauft seine Arbeitskraft, anders geht es nicht. Außer im Arbeiter- und Bauernparadies, wo alle aus Idealismus am Gemeinwohl mitarbeiten. Komisch nur, daß es dort nie Bananen gab.
@ Asamat [#9]
Ihr redet und argumentiert am eigentlichen Thema vorbei.
Es geht nicht darum das Arbeit eingebracht wird und das damit gehandelt wird, es geht darum das durch die Privatisierung
eine Lizenz zum Gelddrucken erstellt wird.
Die Versorgung mit Wasser hat in Boliven doch auch lange gut funktioniert, nur hat keiner wohl richig daran verdient.
Die Regierung ist wohl geschmiert worden und Bechtle kann sich nun an den Menschen bereichern. Darum geht es.
Es braucht nichts verschenkt zu werden, nur soll es für alle erschwinglich sein. Dies setzt halt voraus, bzw. beinhaltet halt das man keine gewaltigen Gewinne macht.
Wasser ist allgemeingut und die Aufgabe des Staates sollte es sein dieses Allgemeingut zu verwalten und gerecht zu verteilen.
Hier noch einige Infos zzgl. Quellen:
"2000 wurde Cochabamba Schauplatz des Guerra del Agua („Wasserkrieg“). Nach der durch den internationalen Währungsfonds erzwungenen Privatisierung der Wasserversorgung verdreifachte die neue Gesellschaft Aguas de Tunari (Tochterunternehmen des U.S.-amerikanischen Bechtel-Konzerns) innerhalb kürzester Zeit die Wasserpreise. Dies führte Anfang 2000 zu heftigen Protesten und einem Generalstreik. Nach Zusammenstößen der Demonstranten mit der Polizei eskalierte die Gewalt und im April 2000 wurde das Kriegsrecht über die Stadt verhängt. Mitte April 2000 nahm die Regierung die Privatisierung schließlich zurück. Insgesamt starben 7 Menschen und hunderte wurden verletzt."
http://de.wikipedia.org/wiki/Cochabamba
http://wien.arbeiterkammer.at/bilder/d18/Informationen_Umweltpolitik161.pdf
@ benedikt54 [#10]
Mit der Situation in Bolivien speziell kenne ich mich nicht aus. Aber ich weiß, daß in den meisten Ländern der Wasserpreis hoch subventioniert ist, was dazu führt, daß a) nicht in die Infrastruktur investiert wird, und daß b) viel Wasser verschwendet wird. Beides hat zur Folge, daß letztlich nicht genug Trinkwasser da ist. Das ist selbst beispielsweise in Spanien so, nicht nur in ärmeren Ländern. In den arabischen Ländern geht 50% des Wassers im Leitungsnetz verloren und kommt gar nicht beim Verbraucher an.
Generell ist es so, daß das weitaus meiste Wasser nicht von der Bevölkerung direkt verbraucht wird, sondern indirekt über die Nahrungserzeugung in der Landwirtschaft. Vor allem steigt der Wasserverbrauch stark an, wenn eine Gesellschaft so reich ist, daß sie anfängt, massenweise nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch Fleisch und Milch und andere Luxugüter zu konsumieren. China steht derzeit an dieser Schwelle, deren Wasserbedarf wird künftig gigantisch steigen. Ich kann die Zahlen nicht beschwören, da ich sie nur aus dem Gedächnis habe, aber meiner Erinnerung nach war der direkte Wasserverbrauch in entwickelten Ländern einige (wenige) hundert Liter ist, der indirekte in der Landwirtschaft fünftausend.
"Die Versorgung mit Wasser hat in Boliven doch auch lange gut funktioniert,"
Keine Ahnung, ist das so? In den meisten weniger entwickelten Ländern ist das nicht so. Aber in den Anden gibt es natürlich genug Regen, also wahrscheinlich keinen Mangel.
"Es geht darum, was das Produkt vorher gekostet hat, und was es nach der Privatisierung kostet. So wurde der Preis für Wasser in Bolivien verzehnfacht."
Das sagt nur, daß es vorher billiger war, nicht was langfristig vernünftig ist. Wann man den Benzinpreis in Saudi-Arabien oder Iran nicht mehr subventionieren würde, würde er sich auch (locker) verzehnfachen. Klar würde das die Bevölkerung nicht mögen. Aber wenn das das alleinige Kriterium ist ...
"Es braucht nichts verschenkt zu werden, nur soll es für alle erschwinglich sein."
Tja, das ist halt so der Knackpunkt, an dem sich die Geister scheiden. Im Sozialismus wird ja das meiste nicht verschenkt. Man konnte ein Auto kaufen, es hat auch Geld gekostet, und es war für alle erschwinglich. Trotzdem nehme ich an, Du wirst nicht mit einem Trabbi herum fahren, sondern wie wir alle lieber ein Auto haben, was der Wettbewerb hervor gebracht hat. Mit 170 PS, Airbags, A/C, Keyless, Schnickschnack, was weiß ich.
Es ist halt, um mit Adam Smith zu reden, der Eigennutz die stärkste menschliche Triebkraft, und wenn man den Leuten erlaubt, vom Eigennutz zu profitieren (d.h. - da ist das böse Wort - Gewinn zu machen), strengen sie sich viel mehr an, als wenn es egal ist, ob sie ein gutes oder schlechtes Produkt liefern. Der kumulative Effekt über Millionen von Einzelnen und Jehrzehnten ist, daß es in der DDR Trabbis gab, Plattenbauten und keine Bananen, in der BRD Weltklasseautos und Obst aus der ganzen Welt. Glaubst Du wirklich, wenn es 1949 Harz 4 gegeben hätte, hätten wir das Wirtschaftswunder gehabt?