Der Sturm - wo weht er die Börse hin ? Und wo steht Thieme ?

Wer am vergangenen Wochenende die Zeit hatte fern zu sehen, konnte sich den Film der Sturm einverleiben. Was hat das das mit der Börse zu tun?

In einer Szene, als der Sturm am heftigsten tobte, brach plötzlich die Sonne hervor, und ein Moment der Stille trat ein. Es sah so aus, als sei der Sturm überstanden, und die Fischer hätten das Schlimmste hinter sich.

Dies stelle sich als Trugschluss heraus. Der Sturm tobte heftiger als zuvor, und brachte das Boot zum kentern.

Ähnlich dürfte der Verlauf derzeit an der Börse sein. Der Sonnenstrahl am Freitag, wird nur sehr kurz anhalten, bevor die letzten großen Brecher kommen.

Solange wir am Montag über 3350 bleiben, wird wohl noch mal in einer letzten Welle versucht die Freitagshochs anzutesten. Anschließend wird der Weg Richtung 3100 und tiefer frei sein.

Die obige Aussage wird auch durch das Open Interest unterstützt.

gruß

Geschrieben von Gast (nicht überprüft) am
Roland
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

Ich bin da voll und ganz bei Ihnen, aber zuerst werden die zu erwartenden guten Gewinnberichte der US Firmen den Anlegern wohl noch weiter die Höhensonne auf den Bauch brennen.

Mit Interesse habe ich die letzten Artikel von Hr. Hildebrand gelesen, bzgl. der Gewinne der Hersteller im S&P als Finanzunternehmen, desshalb und auch wegen des gestiegenem GDP, warum auch immer, wird die Berichtssaison wohl gut ausfallen.

Es kann aber auch zu "sell on facts" kommen und dann bin ich wieder bei Ihnen, dass die nächste Talfahrt sehr heftig werden wird. Wie wir ja schon des öfteren hier besprachen.

Also lassen wir uns überraschen.

MfG

select
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12 Jahre 5 Monate

Hallo

Wendepunkt erreicht? Zur mir hat vor kurzen, im April/Mai 03, ein Bekannter gesagt, wenn der Thieme im Fernsehen auftaucht ist der Wendepunkt erreicht.

Heute läuft der Thieme auf Bloomberg. Also sollte der Wendepunkt erreicht sein.
Und wie immer gibt er seine "Hellseherischen" Fähigkeiten bekannt. Der Tiefpunkt im DAX liegt hinter uns und eine Allianz wird die 40 € nicht mehr sehen. Und jetzt soll man natürlich kaufen.

Und es wurde noch ein Geheimtipp gegeben: Nortel kaufen! Und für die Kunden wurde ein Fonds auf den Bahamas eröffnet. Hut ab! Was wird er wohl den Kunden erzählen, warum sein Fonds mit ca. 90% minus geschlossen wurde?

Jeder hat seine Geheimnisse.

Ich habe Thieme für mich übersetzt: short gehen.

O.K., das ist keine neue Erkenntnis.

Mfg

newstrader.
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ select

Den habe ich heute morgen auch gesehen und mir kam spontan genau der gleiche Gedanke!

Wie kann jemand, der in der Vergangenheit so viel Geld vernichtet hat, heute noch so gut gelaunt sein? Ich will genau das gleiche was er schluckt! ;-)

Gruß!

Roland
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

Meine Herren das war eine Wiederholung aus dem Jahre 1996 !

select
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ RSPhoenix

Vielleicht versteht er unter Sondervermögen, dass ist ja Sondervermögen was gesondert verwaltet wird. Also ist es nicht mein Geld und somit "wurscht", was daraus kommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Performance von seinem Eigenkapital die gleichen Spuren wie seine Fonds erlangt hatte.

Und über seinen Zustand kann man nur "mungeln". Vielleicht hat er eine heimliche Beziehung zu Friedmann. Dann könnte man der Zustand einordnen.

Denn als Superbulle hat er bestimmt viel, viel Geld verdient. O.k., nicht mit Aktien. Aber vielleicht durch seine Kunden. Ist auch eine Lösung.

Sollte ich auch mal darüber nachdenken.

Bis dann.

select
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ RolandS

Stimmt. Wir haben die Lösung für Thieme´s Zustand gefunden. Er ist seit 1996 "hängen" geblieben.

Gruß

newstrader.
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ RolandS

Falls das Thieme-Interview gemeint war, das war keine Wiederholung! Das war definitiv neu.

Dieser Thieme ist natürlich ein Verkaufstalent. Ich war für den Bruchteil einer Sekunde fast versucht seinen neuen Bahamas-Fond zu ordern. Aber nur fast! ;-)

Das Interview mit Thieme erinnerte mich an eine Geschichte des Drogenpabst Timothy Leary:

Er erhielt eines Tages einen Anruf von einem LSD-Jünger, der sich offenbar gerade auf einem schlechten Trip befand: "Es ist furchtbar, ich weiß nicht wo ich bin, überall ist Wasser um mich her. Was soll ich tun?"

"Aha", antwortete Leary, "die Straßen sind voller Wasser?"

"Ja, ja, die Straßen sind voller Wasser."

"Dann schau die Straße entlang. Siehst Du einen goldenen Dom?"

"Äh - ja, ja, ich seh ihn."

"Gut, siehst Du vielleicht vier goldene Pferde vor dem Dom?"

"Ah, ja, ich seh sie, ich seh sie!"

"Wunderbar", sagte Leary, "Du bist auf dem Canale Grande in einer Venig. Have a good trip!"

Roland
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

Das war Ironie und nicht ernst gemeint!

Roland
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

Vielleicht bin ich ja doch entgegen meines sonstigen Naturells zur Zeit der Pessimist und sehe die Dinge zu schwarz. Vielleicht ist die Defizitbombe ja doch nicht so gefährlich und die Greenspan-Wette geht auf. Vielleicht endet die Iraq-Intervention ja doch nicht in einem Debakel. Vielleicht schaffen es die Japaner ja doch und die Europäer noch ein wenig hinterhergelaufen auch noch wieder auf Wachstum zurückzukehren, vielleicht, ja vielleicht hat Herr Thieme ja auch recht und wir sehen den Baum vor lauter Wälder nicht.

Aber irgendwie passt das doch alles nicht zusammen was da gerade passiert. Alcoa und andere Rohstoffhersteller melden Gewinnsprünge und anziehende Nachfrage. Wie erwartet berichten nahezu alle Unternehmen deutlich bessere Gewinne und Aussichten. Man würde denken, der erste Zyklus eines Aufschwungs ist durch Nachfrage an Energie, Transport, Rohstoff und Geld geprägt, also genau die Unternehmen, die gute Gewinne und Aussichten präsentieren. Und was passiert ? Nichts. Die US Märkte (DF, ES, NQ) kommen an ihren Widerständen nicht drüber. Gestern Abend fielen alle drei wieder zurück unter die Widerstände.

Früher hätten die Gewinne gehalten und der DOW einen Sprung von 200 Punkten hingelegt, die armen DAX Übernacht-Longs von gestern.

Also doch die Ruhe vor dem Sturm? Bloss die Wolken sehe ich nicht. Der Dollerverfall ist nun allgemein akzeptiert, auch wenn White House an der „Strong Dollar“ Politik festhält. Der Labor Markt erholt sich, wenn auch langsam. Die Unternehmen verbreiten Optimismus. Die Zinsfront ist eher ruhig, die Inflation kein Thema.

Wir werden es sehen, aber verstehen tu’ ich das zur Zeit nicht mehr, würd’ ich aber gern.

MfG

select
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

Hallo RolandS

Natürlich sollte man alle Seiten betrachten. Aber gestern hat man gesehen, wie der Markt nur auf positive Nachrichten wartet. Weniger Arbeitslosenanträge (-23.000), dass ist ja so überragend das inclusive der supertollen Unternehmensnachrichten die Börse in die "Hände" klatscht.

Wer dies anders sieht hat nur zwei Möglichkeiten, entweder er spielt mit (bissle long gehen) oder stellt sich an die Seitenlinie.

Ich möchte einmal die Darstellung der Arbeitslosenquote näher beleuchten.
Die Arbeitslosquote berechnet sich aus:

Arbeitslosenquote = registrierte Arbeitslose ./. Erwerbstätige

Damit die Zahl z.B. in den USA immer schön unter 400.000 bleibt, habe ich unendliche Möglichkeiten um dies zu erreichen. Das besondere ist ja, das nur registrierte Arbeitslose aufgenommen werden. Wer fällt raus?

- Langzeitarbeitslose (Produktion in den USA wird ja ausgelagert)
- die Jenigen, die sich nicht melden
- Umschulung/Weiterbildung (Erinnert mich an Kohl)
- Wer kein Anspruch auf Arbeitslosengelder hat!
- Hochschulabsolventen

Wenn das BIP in den USA sehr stark durch Rüstungsausgaben aufgebläht wird und das reale BIP ca. 1% beträgt muss ich mir die Frage stellen, welche Firmen Angestellte einstellen.

Entscheidend ist ja nicht nur die Arbeitslosenquote, es spielen noch andere Faktoren eine Rolle.

Als ich vor 3 Wochen bei meinen Steuerberater war, habe ich Ihm meine Unterlagen auf den Tisch gelegt. Er fragte mich: Ist alles drin? Ich sagte ja!
Somit war die fachliche Seite erst einmal beendet. Danach haben wir uns über verschiedene Sachen unterhalten. Und dann wurde ein Punkt angesprochen, der meinen "Weg" eigentlich bestätigt.

Er sagte, das wir an einem Punkt angelangt sind, wo wir mit unseren Konsumgütern einfach satt sind. Immer mehr, alles neu u.s.w. Er nannte das Beispiel mit dem Autokauf. Vor 15 oder mehr Jahren war man froh, das man Auto fahren konnte, wenn man das Geld hat. Heute sind die Autos Vollgepackt mit Sonderaustattungen. Und wer etwas Geld hat, kann sich die Autos, vielleicht Gebraucht, schon mit 18 Jahren kaufen. Wer´s nicht kann, hat ja eine gute Bank. Was kann ich jetzt dem Konsumenten an Steigerung noch anbieten?

Zusammengefasst: Wir haben völlig den Sinn zur Realität verloren und können uns keine andere Welt vorstellen. Und wenn labile Menschen noch am Tag 3 Stunden Fernsehen schauen, da gibt es ja keine Armut, nur heile Welt, werden Sie vollständig manipuliert.

Und das Ergebnis kennen wir ja schon. Die Leute jammern und sagen, es geht uns ja so "beschissen".

Für mich bedeutet das, es wird keine neue Börsenhausse geben. Denn wir haben noch nicht einmal ansatzweise einen Bereinigungsprozess gesehen.

Erst wenn Blut läuft, kann der Heilungsprozess beginnen. Ich bin froh, dass ich eine zeitlang am Leben in der DDR teilnehmen durfte. Es hilft mir díe Sachen differenzierter zu sehen.

Mfg

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