Deutsche Bank wird Zuckerhändler
Deutsche Bank wird zum großen Zuckerhändler
Von Tobias Bayer, Frankfurt, und Javier Blas, London
Financial Times Deutschland, FTD (05.10.09) - Zucker ist so teuer wie seit 1981 nicht mehr. Die Deutsche Bank will davon profitieren und schließt eine Vereinbarung mit einem Zuckerhändler. Die Banken bauen ihr Engagement im physischen Rohstoffhandel aus - auch aus regulatorischen Gründen.
Die Deutsche Bank steigt groß in den Zuckerhandel ein.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://ftd.ftd.de/?page=2)
Knapper Rohstoff: Zocken mit Zucker
Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
News.de (09.10.09) - Zucker wird an den Börsen immer teurer. Schlechte Ernten und die Nutzung als Bio-Treibstoff treiben den Preis in die Höhe. Doch auch die Banken entdecken den süßen Rohstoff als profitables Spekulationsobjekt.
Zucker ist so teuer wie seit 28 Jahren nicht mehr. An den internationalen Rohstoffbörsen wurden in den vergangenen Wochen neue Höchststände ermittelt, seit Jahresbeginn hat sich der Preis fast verdoppelt. Die Rally des süßen Rohstoffs ist dabei nicht nur auf ein geringeres Angebot wegen schlechter Ernten in Indien und Brasilien zurückzuführen. Vielmehr hat sich die Nachfrage in den vergangenen Monaten erheblich vergrößert, da aus Zucker immer öfter Ethanol als Bio-Treibstoff gewonnen wird.
Die rasante Preissteigerung ruft derweil neue Spieler auf den Plan: Banken und Spekulanten entdecken das Nahrungsmittel als Profitquelle. So hat die Deutsche Bank zu Wochenbeginn einen Deal mit dem Londoner Zucker-Broker Czarnikow angekündigt, einem alteingesessenen Spieler auf dem Rohstoffmarkt. Man wolle Zucker und das Folgeprodukt Ethanol auch physisch handeln, so die Deutschbanker bei der Präsentation der Zusammenarbeit.
Die Rally der Zuckerpreise kommt zeitgleich mit einer Rückkehr der Rohstoffe in den Fokus von Anlegern, Banken und eben auch Spekulanten. Die medial verstärkte Diskussion rund um eine drohende Nahrungsmittelknappheit und den zunehmenden Gebrauch von natürlichen Rohstoffen für die Treibstoffproduktion beflügelt die Phantasie auf den Märkten. Die Umsätze an den Rohstoffbörsen sind parallel zum Preisanstieg kräftig gestiegen, am größten Handelsplatz New York zuletzt innerhalb eines Monats um rund 40 Prozent, schreibt der britische Guardian.
Die andere Seite der bittersüßen Symphonie: Auf der Abnehmerseite wächst die Angst vor einer anhaltend großen Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Die in London ansässige Internationale Zuckerorganisation ISO rechnet mit einem Defizit von neun Millionen Tonnen im kommenden Jahr. Der Guardian berichtet weiter, dass US-Nahrungsmittelhersteller die Obama-Administration gebeten haben sollen, die Importschranken zu lockern, um den Nachschub zu sichern.
Innerhalb der EU ist der Handel mit Zucker zur Stärkung der heimischen Zuckerrübenbauern ebenfalls stark reglementiert, der Preis daher sehr stabil. Angst vor stark steigenden Preisen für die Ein-Kilo-Packung Raffinade muss vor Beginn der Backsaison also niemand haben.
(Quelle: http://www.news.de/wirtschaft/855027724/zocken-mit-zucker/1/)