Deutschlands Volkswirtschaft wächst immer schneller
WOW, der Aufschwung ist da, die Krise ist bewältigt. Noch nie wurde eine Krise so gemanagt wie die Letzte. Subprime , Griechenland , keine Sau interessiert es mehr.
Gelöst hat man das Problem, indem man die alten Schulden mit noch mehr neuen Schulden übertüncht hat. Eigentlich wie immer, die Probleme mit neuen Schulden lösen.
Die Wirtschaft dankt es. Es Boomt. Nachdem die EZB die faulen Griechenlandanleihen und die faulen Irenanleihen brav aufkauft, können sich die Exporte in die PIG Staaten wieder frei entfalten und die Exporte mit neuen Schulden bezahlt werden. 70% aller Exporte laufen nun mal in den EU-Raum.
Allerdings passen die Statistiken nicht so recht mit den Bundkursen zusammen.
Wirtschaftswachstum und fallende Zinsen? Die Märkte scheinen diesem statistischen Traumwetter nicht viel glauben zu schenken.
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XXL-Aufschwung - und kein Ende?
Deutschlands Volkswirtschaft wächst immer schneller
von Ulrich Reitz
Der Aufschwung in Deutschland hält an und gewinnt sogar schneller an Fahrt als erwartet: 2,2 Prozent Plus im zweiten Quartal. Doch es gibt Risiken, dass die Wirtschaft wieder schwächelt.
Deutschland hebt ab: Das Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent. Das hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Nach dem krisenbedingten Einbruch im vergangenen Jahr ist das eine sehr gute Nachricht. Eigentlich sind das nur dröge Zahlen aus einer Statistik - aber sie zeigen: Es ist das größte Wachstum im wiedervereinigten Deutschland. Selbst die Optimisten unter den Konjunkturforschern hatten mit einem so schnellen Aufschwung nicht gerechnet.
Wirtschaftswachstum in Deutschland
In Deutschlands Betrieben wird wieder in die Hände gespuckt. Vor allem in den Exportbranchen türmen sich die Aufträge. Deutsche Maschinen und Technik zum Beispiel sind gefragt wie selten in Übersee. Die Autos auch. Ein großer Mercedes, BMW oder Audi gehört zur Grundausstattung scheinbar jedes chinesischen Millionärs. Im Juni explodierte der Export förmlich - um 28,5 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Steuereinnahmen explodieren
Deutschlands Exportabhängigkeit ist in der Rezession ein arger Nachteil, der zu besonders starken Einbrüchen führt. In der Aufschwungphase profitiert Deutschland aber mehr als andere Staaten. Die deutsche Wirtschaft startet im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften durch die starke Nachfrage aus dem Ausland sehr viel kräftiger durch. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel rechnet durch den Turbo-Aufschwung mit zusätzlichen Steuereinnahmen von elf Milliarden Euro.
Bruttoinlandsprodukt
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als wichtigster Indikator für die Leistung einer Volkswirtschaft. Es bemisst den Wert aller erstellten Güter und Dienstleistungen innerhalb eines Landes.
Eine der wichtigsten Komponenten ist der Konsum durch die Verbraucher. Auch Investitionen von Unternehmen und die Differenz von Exporten zu Importen fließen in die Berechnung ein.
Ist demnach alles gut? Hat die deutsche Wirtschaft die Krise nachhaltig überwunden? Wird es in den kommenden Monaten und auch im kommenden Jahr weiter munter aufwärts gehen? Vermutlich nicht. Denn die Risiken, dass sich das Wirtschaftswachstum abkühlt, sind immer noch vorhanden. Aufatmen sollten wir erst, wenn sich der Aufschwung von sich aus trägt.
Abhängig vom Export
Das soll kein Schwarzmalen sein, kein Zerreden. Aber die gute Stimmung in der Wirtschaft ist vor allem durch die Erfolge im Export getrieben, was das Wachstum anfällig macht. Der niedrige Euro wirkt dabei als Turbolader. Dass der Dollar mal wieder an Wert verliert und der Euro dann steigt, gilt als wahrscheinlich. Die deutschen Güter und Dienstleistungen werden dann für Länder außerhalb der Eurozone teurer - was dann wohl auf die Stimmung drückt.
Deutsche Wirtschaft zieht kräftig an
Noch läuft es gut. Länder wie China und die USA haben seit dem vergangenen Jahr mit gigantischen Konjunkturprogrammen ihre Wirtschaft in Schwung gebracht oder zumindest einen allzu großen Absturz verhindert. Doch das wird sich ändern. Um einer Überhitzung der Wirtschaft vorzubeugen, drosselt China derzeit wieder das Tempo. Und der Aufschwung in den USA schwächt sich gerade auch wieder ab.
Schwankungen importiert
Von den europäischen Nachbarn ist auch wenig Nachfrage zu erwarten. Deutschland gilt in Euroland als Konjunkturlokomotive, die die anderen Länder zieht. Dort stehen wegen der zum Teil enormen Verschuldung massive Sparprogramme an. Durch die enorme Exportabhängigkeit importiert Deutschland die Schwankungen der Weltnachfrage. Um uns davon unabhängiger zu machen, brauchen wir stärkere binnenwirtschaftliche Wachstumsimpulse. Nur so kann die deutsche Volkswirtschaft externe Schocks leichter überstehen.
Trotz allem Optimismus ist das Wachstumstempo in den kommenden Monaten wohl nicht durchzuhalten. Macht aber nichts. Hauptsache, die Wirtschaft wächst wieder - und Betriebe und Menschen haben zu tun. Wichtig ist nur, dass die Kurve, die die Statistiker zeichnen, leicht nach oben zeigt - aber keinesfalls nach unten knickt.