DGB fordert Abschaffung der privaten Krankenversicherung

TMWler, was haltet Ihr davon?

Eine Bürgerversicherung würde nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) den Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung um bis zu 2,5 Prozentpunkte senken.

Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung, die der DGB einem Bericht der „Berliner Zeitung“ zufolge am Montag vorstellen will. Grundlage der Berechnung ist demnach eine schrittweise Auflösung privater Krankenkassen, eine deutlich höhere Belastung von Gutverdienern sowie die Mitberechnung von Kapital- und Miteinnahmen.

So stark sind die Honorare für Ärzte insgesamt gestiegen

Zuwachs der Ärztehonorare seit 2007 nach Regionen...

Hamburg
24,1 Prozent

Thüringen
23,6 Prozent

Niedersachsen
20,6 Prozent

Sachsen-Anhalt
19,0 Prozent

Sachsen
18,3 Prozent

Berlin
17,7 Prozent

Westfalen-Lippe
15,2

Mecklenburg- Vorpommern
14,9

Brandenburg
14,2

Saarland
13,3

Hessen
10,8

Bremen
9,8

Nordrhein
9,4

Schleswig-Holstein
7,7

Rheinland-Pfalz
7,3

Baden-Württemberg
3,5 Prozent

Bayern
2,6 Prozent

Das höhere Honorar durch Hausarztverträge ist in die Statistik eingerechnet.

Quelle: dpa
Grundlage: Erhebung des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Der Vorschlag einer DGB-Reformkommission lag der Zeitung vor. Er soll demnach der derzeitigen Bundesratspräsidentin Hannelore Kraft (SPD) überreicht werden. Zentraler Punkt des Konzepts ist den Angaben zufolge das Ende der privaten Vollversicherung.

Schlechte Diagnose für Röslers Reform

Beamte und Selbstständige sollen schrittweise in die gesetzlichen Kassen wechseln. Der DGB will die Beitragsgrenze deutlich erhöhen und Einkommen oberhalb der neuen Grenze mit einer zusätzlichen Abgabe in Höhe von etwa drei Prozent belasten.

Dem Konzept zufolge würde zugleich von Arbeitgebern und Arbeitnehmern wieder ein gleich hoher Beitragssatz bezahlt werden. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat vor kurzem beschlossen, dass die Sätze voneinander entkoppelt werden und Arbeitnehmer Zusatzbeiträge leisten müssen, um höhere Kosten der Kassen auszugleichen.

Quelle http://tinyurl.com/28g9w3l

Geschrieben von JRM am
benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ JRM [#1]

Ich verstehe sowieso nicht warum wir in Deutschland über 200 Krankenkassen benötigen.

Ein paar würden es auch tun, welche die Grundversorgung sichern und da zahlen alle ein, auch Westerwelle und Konsorten.

Jeder der dann eine Exrawurst will kann sich ja zusätzlich versichern, was ich ja zum Beispiel ja schon selbst mache. Ich sehe z. B auch nicht ein das in jungen Jahren die Privaten die Beitragszahler wegschnappen und später wenn das Risiko grösser wird ist dann wieder die Allgemeinheit dran das Risiko aufzufangen.

Ärzte haben wir doch ebenfalls genug, nur auf dem Land will halt keiner mehr arbeiten.

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ JRM [#1]

Wir haben zwei Systeme; in eines davon darf man nur, wenn man viel verdient.

Jemand schlägt vor, beide zusammen zu legen und die höher Verdienenden deutlich stärker zu belasten.

Was ist wohl ceterum paribus die Auswirkung auf die Beiträge der gesezlichen? Wahnsinn, sie könnten sinken. Welch eine unerwartete Erkenntnis.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Asamat [#3]

emand schlägt vor, beide zusammen zu legen und die höher Verdienenden deutlich stärker zu belasten.

Nein, nicht stärker zu belasten, sondern prozentual gleich zu stellen.

Selbst wenn man als Spitzenverdiener in der gesetzlichen bleibt, zahlt er im Vergleich zum Geringverdiener prozentual immer weniger Beitrag. Das ermöglicht die Beitragsbemessungsgrenze.

Asamat
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ benedikt54 [#4]

Äh, lese ich falsch in #1?

"Grundlage der Berechnung ist ... eine deutlich höhere Belastung von Gutverdienern ..."

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Asamat [#5]

Nein,

Ich habe nicht gelesen, sorry

Hittfeld
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

<<<Jemand schlägt vor, beide zusammen zu legen und die höher Verdienenden deutlich stärker zu belasten.

Was ist wohl ceterum paribus die Auswirkung auf die Beiträge der gesezlichen? Wahnsinn, sie könnten sinken. Welch eine unerwartete Erkenntnis.>>>>>

Hähhh?? Ceterum paribus bedeutet dies nur, dass endlich mehr Kohle für die "Leistungsträger" der Kassen, die Vorstände, da ist.

MFG

Hittfeld

Marzell
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Klassenkampf in Terminmarktwelt. Wie reizend !

sbendel
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Wenn man die Privaten als Erstversicherung abschafft, dann müsste man auch alle gesetzlichen Zusammenlegen.
Aus ersicherugnstechnischer Sicht macht das durchaus Sinn. Denn wenn gute Risiken abhauen können, funktioniert eine Versicherung nicht gut (die würden ja auch gerne die Verlustfälle rausschmeissen). Eine für alle zwangsweise Grudnsicherung ist sicher überlegenswert. Zusatzversicherungen kann man aber immer noch abschliessen, aber wenigsten fällt keine durchs Raster. Und durch die breistest mögliche Streuung wird das Einzelrisko gut abgefangen. Wäre dann im Prinzip ein britsches NHS, nur ist auch da nicht alles toll (man wartet teilweise ewig auf Termine).

Archie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

"eine deutlich höhere Belastung von Gutverdienern sowie die Mitberechnung von Kapital- und Mieteinnahmen."
Die uralten und niemals ausrottbaren Wunschträume von SPD und/oder Gewerkschaften!

JRM
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Archie [#10]

Müssen das Wunschträume bleiben? Grundsätzlich ist die Anrechnung anderer Einkommen keineswegs hanebüchen, finde ich.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Archie [#10]

Es würde doch schon reichen, wenn die Beitragssätze für alle gleich wären.

Das heisst die Putzfrau zahlt den gleichen Beitragssatz wie Westerwelle und das in einer gemeinsamen Kasse. Eine Kasse welche die Grundversorgung absichert.

Dies wird ja bereits jetzt durch die Beitragsbemessungsgrenze verhindert, was heisst der Gutverdienende zahlt prozentual immer weniger als der welche unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt.

Per Saldo wird also der Geringverdiener viel mehr belastet als der Grossverdienter.

Es spricht nichts, aber auch gar nichts gegen eine Kasse für Alle und gleiche Beitragssätze, genausowenig spricht etwas dagegen das der Versicherte die Leistungen die sein Arzt erbringt abzeichnet, dann wäre auch dem Betrug endlich ein Riegel vorgeschoben.

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SPOMI
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ benedikt54 [#12]

vielleicht unsozial aber ebenfalls gerecht wäre ein Kopfpauschale pro Einwohner. Geringverdiener sind nicht weniger krank als Reiche. private Krankenkassen staffeln ihre Prämie auch nach Eintrittsalter, Geschlecht, Vorerkrankung etc. und nicht nach Welteinkommen. eine Versicherungspflicht - nicht Pflichtversicherung - gepaart mit einer Menge an Versichereren mit unterschiedlichen Tarifen bez. Selbstbehalt und Leistungsumfang wäre für mich adequat. in staatlichen Systemen stützt der Erwerbstätige und sein Dienstgeber über sehr hohe Zahlungen den nicht erwerbstätigen Teil der Bevölkerung. KV Beitrag in eine Privatkasse ist bei niederem Einstiegsalter viel billiger als jene der öffentlichen Kassen. meine Vorstellung.... SPOMI

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ SPOMI [#13]

Dieses System hat ja eine Kommission unter der Leitung von Roman Herzog erarbeitet. Das Ergebnis diese Geniestreichs war das dies pro Person 180 euro kosten würde.

Was heisst das sich das sozial schwächere nicht leisten können. Dieses Defizit was dann so um die 35 Mrd betragen würde müsste durch staatliche Leistungen wieder gedeckt werden.

Sie sollten einmal einen Beitragszahler in einer privaten Krankenversicherung fragen wie sich das Beitragsniveau entwickelt wenn er Älter und Kränker wird.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt wünscht sich dann jeder wieder das Solidarprinzip zurück.

Es sind meist die jungen Menschen welche gut verdienen und noch keine Familie haben die sich gegen ein solches Prinzip stellen, da sie nur sehen was sie zu zahlen haben.

Welche Vorteile es bringt wenn man krank ist oder seine Familienmitglieder krank sind erkennt man erst viel später.

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SPOMI
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ benedikt54 [#14]

aufgrund meiner früheren Tätigkeit bei einer KVersicherungsanstalt sind mir die relevanten Zahlen bekannt. auch ich habe durch Krankheit in jungen Jahren von einem KV System profitiert. es ist nicht so sehr eine Frage von Staat oder privat. unterschiedliche Tarifgestaltungen sollten angeboten werden. die ganze Diskussion dreht sich ja um die Verteilunggerechtigkeit. klarerweise hat jeder seine Vorlieben bei ganz unterschiedlichen famliliären Verhältnissen. deshalb sollten auch verschiedene Beitrags und Leistungmodelle angeboten werden. Kleingruppen (Familien) erhalten aufgrund des Gruppenrisikos auch geringere Prämien als zB vier einzelne Beitragszahler.

Grundsätzlich ist jede Überlegung zum Thema immer eine Frage der Kostenwahrheit, und wieviel welche Bevölkerungsgruppe von einer anderen als Zuschuss erhalten soll. dabei gilt zu beachten, dass die Zuordnung zur jeweiligen Bevölkerungsgruppe durch Alter oder Krankheit massgeblich bestimmt wird. Patentrezept wird sich sicher keines finden, aber die Abschaffung privater KV (sprich keine Konkurrenz) schafft Monopole und das ist in einem (Termin)Marktforum sicher abzulehnen. Grüsse und gutes Traden SPOMI

rodeonrwdeo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ SPOMI [#15]

"Abschaffung privater KV (sprich keine Konkurrenz) schafft Monopole..."

Da bin ich aber froh, dass man hier auch mal solch eine Aussage lesen kann. Ich hoffe wir sind nicht die beiden einzigen, die das so sehen.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ SPOMI [#15]

Irgendwie habe ich nicht verstanden inwieweit eine PKV eine Konkurrenz gegenüber der GKV darstellen soll.

Solange man unter der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrenze liegt ist man Zwangsversichert bei der gesetzlichen Krankenkasse, liegt man darüber hat man die Wahl freiwillig bei der GKV zu bleiben oder in eine private zu wechseln.

Es ist also so das der GKV durch die Wahlmöglichkeit die Basis des Solidarprinzips entzogen wird. Solange man jung und gesund ist und gut verdient geht man in die Private. Vorteil, niedrige Beiträge.

Beiträge die das Prinzip der Solidargemeinschaft untergräbt.

Später wenn dann die Beiträge durch Krankheit explodieren oder man Kinder hat und für jedes einzelne Familienmitglied zahlen muss geht man wieder in die Gesetzliche Zurück.

Eine wirkliche Konkurrenz entsteht doch nur, wenn der Kunde eine Wahl hat. Hat der Kunde hier eine Wahl?

Nein, die Pkv schliesst von Anfang an das Risiko aus und wenn der Kunde unrentabel wird erhöht man die Beiträge nach belieben.

Das sind doch völlig unterschiedliche Geschäftsfelder und haben doch nichts mit Konkurrenz zu tun.

Die PKV hat eine Monopolstellung, sie hat nämlich die Wahl ob Sie einen Kunden nimmt oder nicht, die gesetzliche hat das nicht.

Also hier von Konkurrenz zu reden ist doch eher ein Witz oder?

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ benedikt54 [#17]

Junge Gutverdiener, die ansonsten ebenfalls ihr Geld in den GKV Topf werfen müssten, aber wegen Gesundheit keine zusätzlichen Kosten erzeugen, fallen aus. GKV hat weniger Geld im Topf bei gleich hohen Ausgaben.
Der negative Einfluss der PKV auf die GKV ist doch leicht zu sehen. Aus welchen Gründen einer GKV Kunden mit geringem Risiko entgehen ist doch egal. Das muss ja keiner mit den gleichen Geschäftsmodell sein, damit man ihn mit dem Wort Konkurrenz betiteln darf. Die Aktivität eines anderen, die mir Umsätze nimmt ist doch für mich auf jeden Fall Konkurrenz. Das sie das nicht mit dem gleichen Geschäftsmodell macht, sondern mit einem attraktiveren, ist doch in jedem Fall zwingend. So gesehen gäbe es ja dann nie etwas, was man Konkurrenz nennen dürfte.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ gautama2 [#18]

Abschaffung privater KV (sprich keine Konkurrenz) schafft Monopole...
so wie in 16 geschrieben

Die Abschaffung der pKV würde ein Monopol schaffen.

Was ist den die PKV?. Wenn ich mir die Mitglieder auswählen kann die ich will und die andere Partei muss nehmen was übrig bleibt, was ist denn das?

Kein Monopol des Anbieters?

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ gautama2 [#18]

Konkurenz bedeutet Wettbewerb.

Was ist das für ein Wettbewerb wo der eine seine eigenen Regeln aufstellen darf und der andere nicht?

Bei einem 100 Meterlauf stehen die Läufer im Wettbewerb. Neun dürfen mit der Kleidung laufen die Sie wollen, nur einer muss mit einer Bleiweste laufen.

Ist das für Sie Wettbewerb?

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SPOMI
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ benedikt54 [#20]

lieber benedikt,

auch wenn hier die staatl. Beitragskasse aufgrund persönlicher Erfahrung von ihnen so in Schutz genommen wird; auch private Kassen leisten im Schadensfall und deren Patienten sind oft besser versorgt und gern gesehene Patienten bei Arzt und Spital.

kein Werbeaufwand, weil mir alle Kunden per Gesetz ins Netz gespült werden ist doch auch nicht schlecht. beide Systeme haben was für sich und verschiedene Geschäftsmodelle am Markt sind für mich eine Bereicherung. wenn immer Solidargemeinschaft als höchstes Gut einzustufen ist, führt das sehr schnell in staatliche Monople, die dafür bekannt sind ineffzient zu arbeiten und in starre Selbsterhaltung verfallen.

was für den einzelnen gut sein mag, ist nicht für alle erstrebenswert. SPOMI

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ benedikt54 [#20]

Du regst dich doch nur über die Nomenklatur auf. Nenn es doch wie du willst. Upps oder Blupps oder was weiß ich. Aber es ging doch wohl darum, dass die GKV sehr wohl durch die PKV an Wettbewerbsfähigkeit einbüßt. Natürlich sind die beiden zwar im gleichen Bereich aber mit unterschiedlichen Prämissen tätig. Die PKV darf sich nicht einfach nur die besten Kunden raussuchen oder ihre Regeln selber machen. Das ist doch auch rechter Käse, den du da formulierst. Es ist eine Versicherung und wie die zu arbeiten hat ist ja wohl auch gesetzlich reguliert. Für P.. und G.. gelten nur unterschiedliche Regularien.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ gautama2 [#22]

Die PKV darf sich nicht einfach nur die besten Kunden raussuchen oder ihre Regeln selber machen. Das ist doch auch rechter Käse,

Die Kriterien einer Aufnahme bei einer PKV müssen folgende sein.

Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin mit einem Monatslohn Brutto über 3960 Euro.
Beamter, Selbstständiger, Freiberufler, Richter, Abgeordneter

Die Höhe des Beitrages richtet sich nach dem Leistungspaket, Alter, Erkrankungen usw.

Natürlich erfolgt eine Selektion der künftigen Kunden über ihre Beiträge die Sie zu entrichten haben, je nach Risikogruppe. Die Beiträge für Kranke mache ich so hoch das Sie sich gar nicht versichern.

Demgegenüber die GKV.

Die Familie ist kostenlos mitversichert Keine finanzielle Vorleistung beim Arzt Bei sinkendem Einkommen sinken auch die Beiträge, jedoch bleibt der Leistungsumfang gleich Gesundheitsreform Während Mutterschaft und Elternzeit besteht voller Versicherungsschutz Die gesetzliche Versicherung nimmt auch chronisch-kranke Personen auf Seit 2009 einheitlicher Beitragssatz für alle gesetzlichen Krankenkassen. Individuellere Tarifgestaltung mit Wahltarifen Neue Versorgungsprogramme für Kranke Bonusprogramme für Gesundheitsbewusste

Es bleibt dabei. Die PKV holt sich die gesunden, gut verdienenden Kunden mit billigen Anfangsbeiträgen und untergräbt somit den Solidargedanken des Gesundheitswesens.

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ benedikt54 [#23]
"Die PKV holt sich die gesunden, gut verdienenden Kunden mit billigen Anfangsbeiträgen und untergräbt somit den Solidargedanken des Gesundheitswesens."

Hast du echt erwartet, dass sich ein normal betriebswirtschaftlich arbeitendes Unternehmen einem Solidargedanken unterwirft?
Bist du Kommunist? :)

Wenn du mal schaust warum überhaupt eine GKV ins Leben gerufen wurde, dann musst du da eher anders denken.

Eine GKV war von vornherein für Lohngruppen, die zu arm waren um sich die Kosten ihrer gesundheitlichen Versogung leisten zu können. Das war noch nie eine Solidargemeinschaft zwischen Arm und Reich. GKV war für die Armen, die Reichen brauchten keine Versicherung.
Das Problem ist eher, dass auch Leute den Absprung aus der GKV schaffen können, die langfristig für eine private Krankenversicherung nicht wirklich reich genug sind, also im Alter, wenn die Finanzen zu eng werden, eher wieder in das GKV Segment fallen, aber nicht mehr zurück können. Für die gibt es dann den Basistarif, den aber die Herrschaften ungern annehmen, weil sie gern weiter die Chance auf Cheffe am Messer hätten und sich immer noch fühlen möchten wie Graf Koks von der Gasanstalt, aber leider die nötige Penunze fehlt.

Wer aber realistisch denkt, der braucht nicht zu jammern, dass die Privaten was wegschnappen. Im Grunde gehört die Bemessungsgrenze so hoch gelegt, dass nur noch die Leute in die PKV können, die sich das aufgrund ihres Einkommens auch noch im Alter leisten können, weil es da einfach keine Versorgungslücke mehr gibt.

Sicher gibt es noch die kleinen Selbständigen, die in einer freiwilligen GKV einen relativ hohen Beitrag für kleine Leistung zahlen müssen und von den PKVen "weggeschnappt" werden, weil die eben aufgrund der Tarifberechnungen als geringe Risiken erst mal billig versichert werden können. Bei denen macht der Gedanke vom Wegschnappen Sinn, denn einer jeden Versicherung muss klar sein, dass sie sich an denen nur gesund stößt und die irgendwann aus Geldmangel in die Solidargemeinschaft zurück plumpsen.
Die Grenze zwischen PKV und GKV Versicherbarkeit zu legen ist aber nicht leicht, denn wie stellt man schon Jahrzehnte vorher fest, ob jemand dauerhaft in der PKV bleiben kann? Die PKV Lobby ist sicher nicht daran interessiert.

DEerredux
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ist es nicht so, daß die Politik die Bemessungsgrenzen festsetzt und nicht die PKV?
Ein freier Markt von Versicherungsangeboten "würde" auch die PKVs veranlassen, Grundangebote für Geringverdiener zu schaffen. Shoulda Woulda Coulda..

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Berlinerredux [#25]

Wenn das funktionieren würde, dann hätten auch die Gesetzlichen kein Finanzierungsproblem.

Gesundheit ist ein so teures Gut, dass es auch ein großer Topf in den viele Geringverdiener Kohle reinwerfen, für deren Bedürfnisse nicht genug Inhalt hat. Sprich: Es kann keinen Tarif für Geringverdiener geben, der eine ausreichende Versorgung liefert und mit geringen Beiträgen finanzierbar ist. Wie soll das in einem PKV Topf besser gehen als in einem GKV Topf? Warum haben sich die PKVen so lange gegen einen Basistarif gesträubt? Weil sie in diesem Tarif genauso wenig sinnvoll haushalten können wie die GKV.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Berlinerredux [#25]

Ein freier Markt würde auch die PKV veranlassen Grundangebote für Geringverdiener zu schaffen.

Ja genau, und der Weihnachtsmann bringt uns alle ein paar kostenlose Tarife. Diese Vorstellung ist doch fern jeglicher ökonomischen Vernunft.

Für mich sollen die Krankenkassen das sein für die sie ursprunglich gegründet wurden, und sie wurden auf Basis des Solidaritätsprinzipes gegründet. So ging auch die PKV ursprünglich aus der GKV hervor.

http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/privatekrankenversicherung/sonderfall-senioren_aid_10595.html

DEerredux
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ benedikt54 [#27]

"der Weihnachtsmann bringt uns alle ein paar kostenlose Tarife" ???
Dann sollen doch die Politiker die freie Wahl ohne Bemessungsgrenzen zulassen, und wir schauen, was passiert. Der Rest Mittelstand, der noch da ist, wird mit den Füßen abstimmen und den Moloch GKV verlassen (analog 1989, der letzte macht das Licht aus). Die Freigabe wird aus gutem Grund nicht geschehen.

Beispiel: Ehepaar mit drei schulpflichtigen Kindern, Eltern zwischen 45-50 Jahren, alle 5 privatversichert, zahlen insgesamt 45% der Prämie, die die gleiche Familie zahlen müßte wie wenn einer der Beiden Verdiener den Höchstsatz an die GKV zahlt und die anderen 4 "kostenlos" mitversichert. Selbstbeteiligung 1000,-/Jahr/Person. Selbst bei privater Zahlung der Selbstbeteiligung im allerungünstigsten Krankheitsfall wäre der Höchstsatz GKV nicht erreicht. (Tatsächlich ist der Beitrag zur GKV sogar doppelt so hoch, denn auch der zweite Erwachsene muß eine eigene GKV haben, wenn er verdient.)

Das Geld, das so gespart wird, steckt die Familie in die Ausbildung der Kinder, damit diese rechtzeitig Leistungsträger werden, um über ihre Abgaben weiter Sozialismus 2.0 zu finanzieren.
Gibt es eigentlich eine Gerechtigkeit für Leistungsträger? Machen wir uns doch nichts vor: es geht immer ums Geld, und zwar um das Geld der anderen.

So oder so: life sucks. Das gilt für alle, für den Langzeitarbeitslosen, der seine Schulzeit kiffend verbrachte, für den Schwerbehinderten, der nie eine Chance hatte, für die Paare, die im Schweiße ihres Angesichts Kinder groß ziehen und dem Staat nicht zur Last fallen wollen.

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Nichts als die Wahrheit: Eine deprimierende Diagnose
Beim Wechsel vom Privat- zum Kassenpatienten ändert sich Einiges. Wie Tillmann Prüfer inzwischen meint, auch die eigene Gesundheit.
Ich war mal Privatpatient. Als ich Privatpatient war, hatten Ärzte großes Interesse an meinen Krankheiten. Sie nahmen mich schnell dran, und immer wenn ich ein Gebrechen geschildert hatte, sagten sie, man müsse erst einmal viele Tests machen. Die Tests hatten nie ein so eindeutiges Ergebnis, dass nicht noch mehr Tests nötig gewesen wären. Die Ärzte sagten dann: "Wir bleiben dran!" Und verschrieben ein brandneues Medikament.
Sie bestellten mich wieder und wieder ein. Auch wenn ich keine Schmerzen mehr hatte. Man durfte nichts auf die leichte Schulter nehmen. Dann wurde ich Kassenpatient. Die Ärzte nahmen die Nachricht entgegen wie eine deprimierende Diagnose. Sie wollten nun keine neuen Termine mehr machen. Aber hin und wieder ging ich trotzdem hin.

Zum Beispiel zum Zahnarzt, weil ich Zahnschmerzen hatte. Der Zahnarzt schaute mir in den Mund und sagte, mein Gebiss sei großartig, herzlichen Glückwunsch, alles in Ordnung. Ich sagte, ich habe manchmal Schmerzen am Backenzahn. Der Zahnarzt schaute noch mal hin und sagte, das sei gar nicht schlimm. Nur eine empfindliche Stelle, ich solle einfach mehr auf der anderen Seite kauen. Er schickte mich wieder fort, nicht ohne mich noch einmal für mein gesundes Gebiss zu loben.
Die Dame an der Anmeldung sagte: "Dann wünsche ich Ihnen schöne Pfingsten, schöne Ostern und schöne Weihnachten - und dann sehen wir uns vielleicht wieder!" Sie öffnete mir die Tür, damit ich schnell hinausgelänge. Das Wartezimmer war voller Privatpatienten. Arme kranke Schweine, dachte ich mir. Wenn die ahnen würden, wie viel gesünder man als Kassenpatient ist.

FTD.de, 01.10.2011
© 2011 Financial Times Deutschland

Die Ärzte tragen in dem Spiel leider auch nicht dazu bei, dass es vernünftiger zu geht.

scorpion260
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ JRM [#11]

Ja das müssen sie, denn warum sollen Mieteinnahmen krankenversichert werden?
Können Mieten krank werden?!

Das sind doch wirklich nur rote Träume, um eines marodes Kassensystem zu stützen.

gautama2
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ scorpion260 [#30]

Jegliche Versicherung könnte man dann als rot bezeichnen, denn es handelt sich immer um Solidargemeinschaften. Alle zahlen aber nicht alle bekommen etwas zurück. Das wird der Deutsche aber nie kapieren.

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