Die deutsche Banken
Ich möchte auf die Wissensmanufaktur. net hinweisen. Dort gibt es vom 23.07.2011 einen interessanten Aufsatz: "Die ehrenwerten Mafiabosse" von Wolfgang Berger.
Dort ist sehr gut verständlich formuliert/erklärt, welch hohes Ziel unsere selbsternannten Eliten anstreben. Es ist zutiefst beschämend, dass ganze Bevölkerungsgruppen so maßlos belogen und betrogen werden. Diese ganze Schönfärberei vonwegen "Bankenrettung", "Euro-Rettung" oder "Griechenlandhilfe" ist nichts anderes als ein Raubzug der Eliten durch die Staaten Europas hinweg, Umschichtung des Kapitals von unten nach oben.
2 Auszüge aus dem Artikel:
"[...] Mit Griechenland hat das Bankhaus Goldman Sachs beizeiten und heimlich einen Sprengsatz in die Eurozone eingeschleust und dadurch den Fortbestand des Dollars als Weltleitwährung vorerst gesichert:
Die damalige griechische Regierung wurde 2001 gegen ein Honorar von 300.000 Dollar und einen Kredit von mehreren Milliarden Dollar darin unterstützt, die Statistiken so geschickt zu fälschen, dass die Kriterien für den Eintritt in die Eurozone erfüllt schienen. Die Bürokraten in Brüssel haben dieses perfide Spiel nicht durchschaut.[...]"
[...]"Vor dem Gesetz mögen alle Menschen gleich sein. Die Gesetze aber werden im Interesse derer gemacht und umgesetzt, die die Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz durch die Gleichheit der Dollars und Euros vor dem Gesetz ersetzt haben. Wall Street Börsenmakler haben Regierungsbeamte bestochen, Bücher gefälscht, Kunden betrogen, Geldwäsche betrieben, Scheinverluste gedeckt, bei der Steuerflucht geholfen, Betrug begangen und vieles mehr. Dafür haben sie eine Strafe von $ 1 Milliarde akzeptiert.
Credit Suisse hat eine Strafe von $ ½ Milliarde angenommen, die Deutsche Bank $ 554 Mio, die UBS $ 780 Mio, Citibank, JP Morgan und Merrill Lynch je $ 385 Mio, die weltweit größte Versicherungsgesellschaft AIG $ 1,6 Milliarden und die Bank of America gar $ 8,5 Milliarden – immer in Verbindung mit einer „Nichtverfolgungsvereinbarung“ mit der amerikanischen Staatsanwaltschaft und der Steuerbehörde IRS. Auch in London wollten die Behörden durchgreifen: £ 840.000 Strafe und £ 1,5 Mio Entschädigung wurden der Deutschen Bank auferlegt. In Südkorea, musste sie € 642.000 Strafe zahlen und ihre Wertpapiergeschäfte für sechs Monate teilweise aussetzen.
Im Gegensatz zu Mafiabossen sind die hierfür Verantwortlichen strafrechtlich nirgendwo belangt worden. Vielleicht weil sie – wie Marcus Antonius über Marcus Iunius Brutus gesagt haben soll – zwar korrupt sind, morden und die Welt zerstören, es sich aber um ehrenwerte Leute handelt. Wer sind denn diejenigen, die die ganze Welt in ihrem Bann halten?" [...]
Es ist wirklich interessant, aber auch schockierend. Die Tasache allein, dass die Deutsche Bank mehrfach negativ in Erscheinung getreten ist, Strafen akzeptiert hat, die wahrscheinlich nur "Peanuts" waren im Gegensatz zu den Gewinnen, lassen nichts gutes ahnen. Und dann stelle sich man vor, dass Josef Ackermann ständig in Regierungskreisen sein Unwesen treibt, und das bereits seit Jahren!
Mir wird nur noch übel.
Nachtrag: Dazu paßt dann auch der Beitrag "Hat Papandreou sein eigenes Land verraten?" Einfach mal googeln: Finanztagebuch, dann nach dem Titel suchen, ist vom 31.05.2011. Wurde hier auch bereits schon erwähnt.
@ benedikt54 [#1]
soll man, dass jetzt so verstehen als ob die Griechen sich gar kein Geld leihen wollten und die "bösen" Banken haben sie mit Gewalt gezwungen über ihre Verhältnisse zu leben?
@ benedikt54 [#1]
was erwartest Du von einer Bank mit solch einem Aufsichsratschef (Boersig):
"...der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank kann ziehmlich ungemuetlich werden, wenn nicht wie gewohnt ein Schaelchen mit frischer Ananas serviert wird. Und er besteht auf Geschirr der Koeniglichen Porzellan-Manufaktur..."
(Quelle: print Spiegel vom 11.7.2011, S.68)
Da wird mir uebel - wie sollen solche mit den eigenen Eitelkeiten vollausgelastete Fuehrungskraefte wirkliche Probleme wie z.B. die Finanzkrise bewaeltigen?
Die faehigen Mitarbeiter der Deutschen Bank koennen einem Leid tun. Es ist wie so oft: der Fisch stinkt vom Kopf her!
ciao,
zentrader
@ rodeonrwdeo [#2]
Ich weis was Sie meinen. Natürlich sind die Griechen selbst schuld das Sie über ihre Verhältnisse gelebt haben. Man hat es Ihnen aber auch leicht, sehr leicht gemacht.
Die obigen Strafen zeigen doch das die Banken gegen geltendes Recht verstossen haben und deshalb die Strafe zahlen müssen. Nach dem Motto, wenn ich mir 1 Mio ergaunere, dann zahle ich halt 100000 Strafe.
Das ganze ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen.
Stellen Sie sich vor Sie klauen 1 Mio und zahlen 100000 Strafe. Ein tolles Geschäft. In den Knast müssen sie ja nicht.
@ rodeonrwdeo [#2]
Die Deutsche Bank hat über 1/2 Milliarde Dollar an Strafe zahlen müssen für Steuerhinterziehung. In Asien wegen Marktmanipulation 600 MIo Strafe.
Das sind alles hoch kriminelle Vergehen, wofür der normale Bürger ins Gefängnis geht.
Der oberste Verantwortliche hingegen streitet eine Schuld nicht einmal ab, sondern zahlt und entzieht sich somit der Strafverfolgung.
Gleichzeitig sieht man den obertsten Deutschen Banker beim Finanzminister ein und ausgehen und lässt sich von der Kanzlerin den Geburtstag spendieren usw.
Unsere Führungselite umgibt sich mit Wirtschaftsverbrechern und ist ganz erpickt auf dessen Ratschläge.
Natürlich besteht der Ratschlag der Banken an die Regierung darin Griechenland zu retten. Rettet man Griechenland, rettet man die Kredit e an Griechenland und man kassiert 25% Rendite ohne Risiko.
Ich habe nichts gegen Spekulation, im Gegenteil, ich habe nur was wenn man Verluste sozialisiert und wenn Verbrecher auch noch ihre Philosophien in der Politik breittreten dürfen.
@ benedikt54 [#5]
WAs wollen Sie? das Banker Ihre Interessen nicht vertreten?
Das Problem sind doch die Politiker, die müssen den Ratschlägen der Banker doch nicht folgen.
Wenn die Politik nicht immer mehr ausgeben würde als Steuern abgrepresst werden, dann hätte sie auch mehr Handlungsspielraum. Aber da sind wir sicherlich unterschiedlicher Meinung.
Sie regen sich über die Banken und Wirtschaft auf, aber dass Griechenland zur Eurozone gehört und das wir den Euro haben das verdanken wir doch eher der Politik oder?
@ rodeonrwdeo [#6]
Aber da sind wir sicherlich unterschiedlicher Meinung.
Nein, absolut nicht.
Europa so wie es sich darstellt ist ein politischen Konstrukt und kein auf ökonomischer Vernunft aufgebautes Konstrukt.
Die Politik trägt zweifellos die Schuld an dem Dilemma in dem wir uns befinden. Allerdings wird die Naivität und Dummheit unserer Politik in Ökonomischen Fragen von Seiten der Banken schamlos ausgenutzt.
Die einzigen welche in der Lage wären diesem treiben ein Ende zu setzen wäre die Politik selbst. Nun, aber da dreht sich der Hund mit dem eigenen Schwanz.
@ benedikt54 [#7]
Allerdings wird die Naivität und Dummheit unserer Politik in Ökonomischen Fragen von Seiten der Banken schamlos ausgenutzt.
Ich kann nichts schamloses darin sehen, dass jemand auf seinen eigen Vorteil oder den Vorteil seines Arbeitgebers sieht.
Hätten wir einen geringeren Staatsanteil wären auch die Möglichkeiten der Politiker Geld zu verdummen geringer. Weniger Statt bedeutet mehr Kunkurenz und damit mehr Verbraucher bzw. Bürgerschutz.
@ rodeonrwdeo [#8]
Man muß schon Schamgefühl haben um etwas schamlos sehen zu können. Aber geht es hier um Schamlosigkeit und mangelnde Moral oder um Kriminalität?
@ rodeonrwdeo [#8]
Allerdings wird die Naivität und Dummheit unserer Politik in Ökonomischen Fragen von Seiten der Banken schamlos ausgenutzt.
Betrachten wir doch einmal die Lage der Banken, sprich der private Sektor im Griechenlandsegment.
Da stellt sich Ackermann hin und spricht von einem Opfer da Sie jetzt an Griechenland beteiligt sind.
Die Griechen dürfen ihre Anleihen (Kurse zu 50%) mit 70% zurückkaufen.
Das Geld erhalten Sie von der EU.
Die Banken kaufen die Anleihen zu 50 und verscherbeln Sie zu 70.
Abgeschrieben haben Sie die Anleihen ja bereits zu 50 und machen nun einen satten Schnitt.
Von wem kommt denn der Vorschlag? Von Ackermann und Konsorten.
Das ist keine Beteiligung, sondern eine Vergünstigung.
Das ganze klappt doch nur, wenn Sie Politiker haben die fachliche Vollidioten sind und wenn Sie es nicht sind, dann handeln Sie vorsätzlich gegen die Interessen ihres eigenen Landes.
Sogesehen sind wir schon beieinander
@ benedikt54 [#10]
"Die Banken kaufen die Anleihen zu 50 und verscherbeln Sie zu 70."
"Abgeschrieben haben Sie die Anleihen ja bereits zu 50 und machen nun einen satten Schnitt."
Die beiden Sätze widersprechen sich. Wenn man jetzt zu 50 kauft, braucht man nicht abzuschreiben.
Wenn man nur den zeiten Satz nimmt, klingt das, als können man durch Abschreiben den Verlust umgehen. Das ist natürlich Quark. Wenn man, wie eine Lebensversicherung, nicht jetzt kurzfristig handelt sondern vor langer Zeit gekauft hat und auf die Endfälligkeit wartet, bedeutet 50% Abschreibung 50% Verlust.
@ Asamat [#11]
Wenn eine Bank zu 100 kauft und der Kurs fällt auf 50 % dann ist das natürlich ein Verlust. Dieser Verlust wird abgeschrieben.
Weis ich aber das der Emmi die Anleihen zu 70% zurückkaufen kann, so kaufe ich mir Anleihen zu 50 und verdiene damit 20.
Die bereits abgeschriebenen veluste werden somit zu Gewinnen.
Wäre das anders, hätten die Bankaktien nach bekanntgabe der Rahmenbedingungen nicht mit massiven Kursgewinnen reagiert, sondern mit Verlusten.
@benedit54 [#12]
"Die bereits abgeschriebenen Verluste werden somit zu Gewinnen."
Diese Schlussfolgerung stimmt so nicht.
Aus dem ersten Kauf zu 100 und dem Verkauf dann zu 50 resultiert ein Verlust von 50.
Aus welchem "Verlust" soll ich sodann die 50 für den zweiten Kauf aufbringen, um den Gewinn von 20 (70-50) zu erreichen? IMHO sind Verluste doch Cashabflüsse und nicht -zuflüsse.
Den Gewinn von 20 erziele ich nur dann, wenn ich nochmals einen Kauf zu 50 tätige (Abfluss von Cash, nicht aus "Verlusten"). Diese Transaktion steht mit der ersten verlustreichen Transaktion nicht in Konnex (und steht im übrigen nicht nur den Banken sondern auch Dritten zu Verfügung).
fg