Disaggregated COT-Report
Ich wollte mal wieder ein paar Diagramme zum Disaggregated COT-Bericht hier einstellen.
Damit das Ganze einigermaßen geordnet abläuft, dachte ich ein eigener Thread ist vielleicht sinnvoll.
Interessant ist, dass es im Netz ja einige Seiten gibt, die sich regelmäßig mit dem COT-Bericht beschäftigen.
Z. B.
http://www.cotpricecharts.com/commitmentscurrent/ http://www.commitmentsoftraders.org/?page_id=8 http://www.mike-kock.de/ aber bislang behandeln nur wenige den Disaggregated COT-Report.
Dieser Report ist ja quasi eine Weiterentwicklung des CIT-Reportes, einem Supplement zum traditionellen Bericht, der zunächst nur die Commodity-Index-Trader (CIT) enthielt. Den Disaggregated COT-Report gibt es erst seit September 2009. Es werden nur Daten bis Mitte 2006 (bei Hafer und Minn.-Weizen noch kürzer) zur Verfügung gestellt. D. h. die CFTC gibt Daten vor 2006 (dem Zeitraum in dem spekulatives Engagement in den Rohstoffen explodierte) nicht heraus -!
Im Disaggregated COT-Report sind die Gruppen der Marktteilnehmer noch weiter unterteilt.
Neben den bekannten: Commercials (jetzt Producer/Merchants), Others Reportables und Nonreportable positions gibt es noch "Managed Money" (=Fonds) und die SWAP-Dealer.
Die letztere Gruppe (im wesentlichen Goldmann Sachs und Co.) werden im traditionellen COT-Bericht den Commercials zugeschlagen, obwohl diese Gruppe kein Interesse an der Ware hat, sondern nur Absicherung ihrer Finanzgeschäfte an den Terminmärkten betreibt. Dies war immer ein Kritikpunkt und wurde mit dem CIT-Report und insbesondere mit dem Disaggregated Report beseitigt.
Wer sich etwas genauer damit beschäftigen möchte:
www.cftc.gov/ucm/groups/public/@newsroom/documents/file/disaggregatedcotexplanatorynot.pdf" target="new">http://www.cftc.gov/ucm/groups/public/@newsroom/documents/file/disaggregatedcotexplanatorynot.pdf www.cftc.gov/ucm/groups/public/@newsroom/documents/file/tfmexplanatorynotes.pdf" target="new">http://www.cftc.gov/ucm/groups/public/@newsroom/documents/file/tfmexplanatorynotes.pdf www.cftc.gov/ucm/groups/public/@forms/documents/file/cftcform40.pdf" target="new">http://www.cftc.gov/ucm/groups/public/@forms/documents/file/cftcform40.pdf
Die Daten hole ich mir wöchentlich von:
http://www.cftc.gov/ aus dem Disaggregated COT-Bericht für Futures und Options.
Die Kursdaten sind Schlusskurse des Frontmonatskontraktes vom Dienstag.
Ich hoffe, dass in diesem Thread etwas die Diskussion über und um COT-Berichte angeregt wird.
Ich beobachte bislang nur die Agrarmärkte.
Es wäre schön wenn vielleicht jemand auch über andere Märkte berichten könnte.
Corn am 28.1.2011
1. Nettopositionen der Spekulanten:
Seit Herbst 2010 bauen die SWAP-Dealer konsequent ihre Longpositionen ab. Die MM-Fonds halten diese in etwa auf gleicher Höhe.
2. Langfrist-Nettopositionen
-Wenn man sich die Nettopositionen über den ganzen, verfügbaren Zeitraum ansieht fällt auf:
Der Kontraktbestand inklusive Spreads (dunkelblaue Kurve) hat vor dem Optionsterminverfall im November ein Hoch erreicht.
Im Moment ist noch unklar, ob dieses nochmals überschritten werden kann.
(Hochpunkte im OI gehen manchmal mit Kursspitzen einher.)
-Beim Vergleich mit 2008 sieht man, dass das Maximum des Kontraktbestandes der SWAP-Dealer und der MM-Fonds ca. 3 Monate vor dem langfristigen Kursmaximum erreicht worden ist. D. h. diese Gruppen bauten ihre Longpositionen bei noch steigenden Kursen bereits wieder ab. Siehe hier auch Verlauf des OI.
3. Sentiment der MM-Fonds.
93% der Kontrakte der MM-Fonds sind immer noch Longkontrakte
4. T-Index nach Working
Der Spekulationsindex nach Working in seiner klassischen Form scheint für mich am ehesten als eine Art "Kontraindikator" benutzt werden zu können. Wenn man diesem Indikator irgendeine Bedeutung zumessen möchte, dann fällt auf, dass er wieder an einer leichten Aufwärtstrendlinie angestoßen ist.
5. COT-Index
Abschließend hier noch den COT-Index in seiner klassischen Form.
Die Commercials haben ihr extremes Shortengagement deutlich abgebaut.
Der COT-Movement-Index (6 Wochen) ist nach nur 4 Wochen schon wieder positiv.
Spread Positionen
Spread-Positionen im COT-Bericht werden häufig vernachlässigt oder übersehen.
Meist betrachtet man ja nur die Nettopositionen.
Andererseits tragen diese gerade jetzt massiv zum Gesamtkontraktbestand bei.
Spreads werden hier als spekulative Strategie v. a. von der Gruppe der "Other Reportables" aber wohl auch von den Commercials benutzt.
Nachfolgend als Beispiel Spreadpositionen bei Baumwolle.
Ganz ähnliche Verhältnisse finden sich bei C, W, S.
Es wird seit längerem in der CFTC aber auch an den Börsen (ICE für Cotton) überlegt Positionslimite einzuführen.
Bei Baumwolle sind die Nettopositionen nicht extrem, aber wie man sieht (Vergleiche hellblau=OI-Spread, dunkelblau=OI+Spreads), es werden sehr viele Spreads gehalten
Diese massiven Spreadpositionen gehen mit einer historisch extremen Backwardation bei CT einher.
An der ICE ist am 3.2. ein Positionslimit für CT bei 300 Kontrakten festgelegt worden.
"Information must be provided to demonstrate that the requested
position limit is economically appropriate to the reduction of risks
arising from the potential change in the value of the assets owned
by the applicant such as inventories and fixed price physical
purchases or liabilities owed such as fixed price physical sales."
aus:
https://www.theice.com/publicdocs/futures_us/exchange_notices/MarketRegulationAdvisory-CottonNoticePeriodExemptions_02.03.2011.pdf
Das sollte zu einem deutlichen Rückgang des Kontraktbestandes führen.
Man wird sehen.
@ peterg [#3]
Die backwardation vom März-Kontrakt gegenüber dem Juli 2011 lag Ende des Jahres fast bei 20 Cent. Cotton war in den letzten Monaten so volatil, daß ich es fast nicht glauben konnte. Als Mix zu meiner Trendfolge handle ich cotton und den DAX diskretionär. Weil ich die Kurssteigerungen nicht glauben konnte, bin ich bei ct mehrfach short gegangen um mit ziemlichen ovn-gaps ausgestoppt zu werden. Mein ganzer Januargewinn mit cotton (immerhin 4% des Depotwertes) war schon hinüber bis sich endlich am 3.2., mE wg des "günstigen" Verlaufes des Wirbelsturmes in Australien, das Blatt wendete und cotton endlich nach Süden abschmierte. Sicherheitshalber bin ich am Freitag raus und würde gerne 4 Cent höher wieder short einsteigen. Ich denke, cotton "muß" noch 20 bis 25 Cent fallen. Wahrscheinlich hatten sich einige Leute verfixt. Das könnte inzwischen vorbei sein. Alles nur meine Vermutung. Schließlich folge ich in Wirklichkeit nicht dem Markt, sondern neiner persönlichen Ansicht über den Markt.
MfG
hw
@ hardworker [#4]
"Schließlich folge ich in Wirklichkeit nicht dem Markt, sondern neiner persönlichen Ansicht über den Markt."
Laut dem bekannten Zitat von van Tharpe tun wir alle genau das. Danach kann man gar nicht "den Markt" handeln, sondern immer nur die eigene Meinung darüber.
@ hardworker [#4]
Ich denke, cotton "muß" noch 20 bis 25 Cent fallen.
Seit Ihrer Aussage ist der Markt fast 20 Cent gestiegen, und das in 5 Tagen.
In solch extremen Märkten muß gar nichts, das ist meine langjährige Erfahrung. Ich merke das gerade an meinen 4 Getreide und Ölsaaten Kontrakten, die auch runter müssen, aber auf meinem Konto schon knapp 8.000 Euro im minus stehen.
Irgendwann müssen sie schon runter, aber das steht nicht jeder durch, Erfahrung hin oder her.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Ja, leider habe ich bei cotton nach jedem 5 Cent-Anstieg immer wieder dagegengehalten. Die 2 Bauch-guided futures (ct und DAX) bringen sehr unbeständige Ergebnisse, deshalb habe ich sie inzwischen in Optionen "verwandelt", mit denen kann ich nur 1% pro deal verlieren. Also hält sich der Verlust in Grenzen.
Jetzt lasse ich nur noch den DAX zusätzlich intraday nach Gefühl laufen und bin auch da in diesem Monat nur bei -1/2%, obwohl andere kräftig verdient haben.
Die Trendfolge-Posi's sind halt langfristig beständiger.
MfG
hw
Vergleich Chicago-Weizen mit 2008
Wenn man´s nur wüßte, wann das Ganze kippt-!
Wie war das im Jahr 2008 ?
Natürlich kann man kein Jahr eins zu eins vergleichen, aber möglicherweise könnte es parallele Entwicklungen geben.
Auch damals gab es einen Engpass insbesondere bei proteinreichem Weizen.
Auch damals stiegen Weizen, Mais und Soja im Einklang.
Weizen hatte im März 2008 sein Kursmaximum erreicht, Mais später im Juni und Soja im Juli.
Kann man aus der Aktivität der Fonds irgendwelche Rückschlüsse ziehen ?
Na ja, wenn man sich die Nettopositionen der SWAP-Dealer (=grün) ansieht, dann sieht man, dass sich diese seit dem Jahreswechsel 2007/2008, also schon 3 Monate vor dem Kursmaximum aus dem Markt zurückzogen.
2010 hatten die SWAP-Dealer im August eine Maximalposition.
Und die Hedgefonds sind ja Trendfolger. Das sieht man 2008 bei Chicago-Weizen wunderschön.
Ich habe in dem Chart von 2007/2008 weiß den 20-Wochendurchschnitt zum Kurs (=schwarze Kurve) eingezeichnet.
Dieser Durchschnitt schneidet Anfang April 2008 den Kurschart. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Hedgefonds (=rote Kurve) Maximalpositionen.
Kann man das Ganze noch etwas besser einengen, wenn man Long/Short-Positionen aufdröselt ?
Anbei die zwei Charts 2007/2008 und heute
Ich finde sie sind nicht wirklich ergiebig.
Das die Kurse erst zurückgehen, wenn die Commercials ihre Shortpositionen (=dicker gelber Chart) abbauen bzw. die Hedgefonds ihre Longpositionen (=dicker roter Chart) ist keine Überraschung.
Also wenn man von 2007/2008 auf heute Rückschlüsse ziehen möchte, hat man eigentlich noch keinen Hinweis, dass ein Ende der Fahnenstange erreicht sein könnte.
Aber vielleicht kommt ja nächste Woche alles ganz anders.
Optionsverfallstermin !
Der Kursrückgang in den Agrars in 2008 wurde vom Aktienmarkt angestossen.
Die Börsen hatten im März 2008 ein Maximum erreicht. Der Einbruch danach war ziemlich dramatisch und zwang die grossen Spieler Geld zu beschaffen. Ich habe gelesen dass diese auch Agrarkontrakte und Ölkontrakte glattstellen mussten.
Grüsse
Marzell
COT-INDEX, Mais, 18.3.2011
Der COT-Index der Commercials ist im Prinzip ein prozentuales Maß dafür, wie Commercials (also Hedger) engagiert sind.
100% bedeutet sie haben Netto eine sehr geringe Shortposition (im historischen Vergleich), 0% bedeutet sie haben Netto eine sehr große Shortposition.
Bei hohen Kursen ist das Short-Engagement der Hedger groß, bei Tiefkursen ist das Shortengagement gering.
Die Commercials verhalten sich also spiegelbildlich zu den Spekulanten, die ja einen anderen Handelsansatz haben.
Man kann jetzt natürlich wie bei jedem Indikator über Sinn, Zweck und Aussagekraft diskutieren. In jedem Fall zeigt der COT-Index die Aktionen der großen, erfahrenen Akteure.
Der COT-Index der Commercials (bzw. Producer + Merchants) ist kein Frühindikator !
Der COT-Index der Commercials bei Mais hatte monatelang sehr geringe Werte zwischen 0%-20%. Er ist letzte Woche erstmalig seit langem wieder mit 33% über seinen 52-Wochendurchschnitt gestiegen.
Es ist interessant dieses Ereignis mit früheren analogen Fällen und dem Kursverlauf damals zu vergleichen. (Siehe Kreise im nachfolgenden Diagramm).
Mit anderen Worten also haben Hedger ihre Netto-Short-Positionen in den letzten Wochen deutlich abgebaut. Analog dazu haben Spekulanten ihre Longpositionen reduziert.
Das ist m. E. um so interessanter, weil fundamental betrachtet die Lagerendbestände bei Mais in den USA historisch niedrig sind.
Soja-Terminkurve in Contango
Die Terminkurve von Soja hat sich in den letzten Wochen stetig abgeflacht.
Jetzt erstmals ist eine Contangosituation aufgetreten.
Blau: Die Terminkurve von gestern
Dementsprechende Verläufe finden sich bei den Spreads:
Die Nettopositionen der Spekulanten haben sich zwar deutlich reduziert, bei den MM-Fonds zeigt sich, dass hier immer noch 89% ihrer gehaltenen Kontrakte Longkontrakte sind.
Wann gab es früher eine Contango-Situation z. B. bei SX (long) - SN (short) ?
Ich habe gefunden:
12/2008, 6/2007, 9/2006
Auffällig im historischen Vergleich ist die Steilheit der Spreadkurve heuer SX2011 (long) - SN2011 (short)
Möchte man hier einen Bear-Spread bei Soja eingehen so würde ich aber dringend beim volatilen Soja empfehlen:
1. Striktes Money Management (man kann analog ja auch ein kürzeres Zeitintervall nehmen, also z. B. U oder Q statt X)
2. Sofort Spread schließen, wenn Contango-Situation nicht fortgesetzt wird (falscher Ausbruch)
PS.
Interessiert sich eigentlich jemand für die COT-Berichte ?
Benutzt diese jemand oder bin ich hier Alleinunterhalter ?
an peterg,
Irgendwo hier auf TMW hatten wir schon mal die Diskussion über Hedger, Spekulanten, etc.
Für mich ist jeder Marktteilnehmer ein Spekulant, egal ob er die Kassaware hat oder nur am Papier. ergo verstehe ich die Sinnhaftigkeit der COT Daten nicht, obwohl ich schon öfters versucht habe logische Schlüsse zu ziehen.
Contango im Soja gibts doch immer wieder. Es wäre interessant festzustellen, ob der Aufbau von bullspreads für die nächste Ernte bei contango (80% cost-of-carry) ein durchnittlich lohnendes Geschäft wäre. Abgesehen von supercontango wäre das Risiko gewissermassen begrenzt.
Ich schätze deine Bemühungen auf TMW sehr, allein das Thema AgrarFutures scheint nicht sehr beliebt. Dies trifft aber auf viele Foren zu. Mit Dank an peterg SPOMI
@ SPOMI [#12]
Ich glaube, das kann man so nicht pauschal sagen.
Hedger im Agrarsektor sind ja bekanntlich netto in der Regel short, d. h. es überwiegen regelmäßig solche Hedger welche die Ware tatsächlich auch produzieren bzw. in Besitz haben und (ver)-ab-sichern wollen (z. B. auch Lagerfirmen). Daraus ergibt sich netto, dass diese einen anderen Handelsstil haben. Dieser Handelsstil bringt aber natürlich Profit bei Trendwenden, wenn man ihn durchhalten kann und genau weiß, dass demnächst der Trend wechselt -! Ich gebe Dir aber Recht, ich bin auch der Meinung, dass viele große Commercials heute weit über ihre Absicherungsgeschäfte hinaus spekulativ tätig sind (und das ohne Positionslimite).
Demgegenüber sind ja die Spekulanten Trendfolger. (Sie müssen mit ihren teils riesigen Positionen im Trendwechsel viel der Gewinne wieder abgeben.)
Ich sehe den COT-Bericht schon als zusätzliche Information hinsichtlich der Einschätzung und des Verhaltens dieser erfahrenen Teilnehmer.
Natürlich sind es aber keine kurzfristigen Informationen.
Eine Carry-Charge-Analyse macht wohl nur innerhalb eines Erntejahres Sinn.
Bullspreading bei ca. 80% Full Carry würde analog zu dem oben gesagten ja auf einen Trendwechsel spekulieren, wäre dann ja eigentlich eher ein "Commercial-Handelsansatz".
Demgegenüber müsste ein Bearspread beim Ausbilden eines Contangos als "Trendfolge-Handelsansatz" betrachtet werden können.
Für historische Spreads habe ich nur das Chartbuch zur Verfügung.
D. h. eine historische Betrachtung etwa des SX-SN-Spreads ist damit etwas mühsam. Hier habe ich mir jetzt nicht die Mühe gemacht systematisch alle früheren Contango-Situationen nachzusehen und zu vergleichen.
Ich habe aber zumindest den ganz subjektiven Eindruck, dass das Momentum des Kursverlaufes beim Nulldurchgang (=Übergang in Contango) höher ist als bei der Spekulation auf eine Trendumkehr.
Vielleicht SX2005-SN2006 als Beispiel.
Aber hier kann ich natürlich auch falsch liegen.
@ peterg [#13]
Technischer Hinweis: Sie können bei Charts, besonders für Spreads, den letzten gewünschten Tag für die Charts eingeben. Oben zum Beispiel der 11.11.2005. Dann entfällt die irreführende Darstellung nach dem 11.11.2005.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#14]
Wusste ich schon, war nur zu faul.
Danke aber für den Hinweis.
Hedgefonds und Indexfonds gehen seit Ende März im kleinen Hafermarkt long
rot: Managed Money-Fonds
grün: SWAP-Dealer
orange: Nonreportables
Kursverlauf (wöchentlich, Dienstags-Schlusskurs)
rot: 2008
blau: 10-Jahresdurchschnitt
schwarz: 2011
Horizontale: Mittelwert+2xStandardabweichung
Saisonalität:
rot: 2008
blau: 10-Jahresdurchschnitt
Kursverlauf Spread: 2x Hafer/September long - 1x Mais/September short
2*OU11-1*CU
Ein Longengagement in Hafer ist m. E. aufgrund makroökonomischer Aspekte viel zu riskant.
Aber ein Spreadengagement, ist überlegenswert, auch wenn dies saisonal jetzt nicht unterstützt wird.
Meinungen dazu ?
@ peterg [#16]
Ein Longengagement in Hafer ist m. E. aufgrund makroökonomischer Aspekte viel zu riskant.
Erklären Sie mir bitte, was (diese) makroökonomischen Aspekte bei Hafer sind ?
Welcher Spread käme für Sie infrage ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#17]
Sind nur meine subjektiven Gedanken in dieser Woche, ob´s dazu kommt weiß ich auch nicht:
Rohstoffe und Aktien korrelieren ja (leider) heute sehr eng miteinander.
Wenn sich nun Hedgefonds oder Indexfonds in so einem kleinen Markt wie Hafer vermehrt tummeln, dann sind kurzfristige Kursschwankungen durch deren Aktivitäten möglich.
Ich habe gelesen, dass gegenwärtig viele der großen Hedgefonds ihre strategischen Long-Positionen zu einem großen Prozentsatz abgesichert haben. (Hab ich jetzt mit meinen Spanien- und Nikkei-ETF´s auch mal gemacht)
D. h. die fahren ihr Risiko momentan deutlich zurück in der Befürchtung einer Korrektur von 10%-20%.
Gestern hielten sich ja die US-Agrarmärkte trotz der Rückgänge in den Aktienmärkten sehr gut. Das könnte aber natürlich auch rasch umschlagen. Und davon wäre schnell auch Hafer betroffen, wenn die Hedgefonds mal reduzieren.
Mit Kalender-Spreads bei Hafer habe ich keine Erfahrung.
Hafer korreliert sehr eng mit Weizen u. a. wegen der gleichen Anbauregionen. Ein Hafer-Weizen-Spread ist unüblich.
Hafer wie Mais stehen derzeit auf historischen Hochs (deutlich über dem 10-Jahresdurchschnitt+2x Standardabweichung). Saisonal werden beide noch eineige Wochen unterstützt. Der Spread 2xHafer (long) - 1x Corn (short) aber noch nicht (zumindest nach meinen Daten der letzten 10 Jahre)!
Trotzdem könnte man sich diesen Spread (vielleicht neue Haferente -Septemberkontrakte) überlegen.
Fundamental würde man auf die Trockenheit in Texas und eine verspätete Aussaat im Norden der USA und Canada wetten.
Konkret würde ich versuchen einzusteigen, wenn sich ein Aufwärtstrend im Spreadchart etwas deutlicher abzeichnet.
Nachträglich noch zwei Grafiken dazu:

Das bedeutet, ab dem Zeitpunkt wenn ein Rohstoff von den Long only-Indexfonds entdeckt wird, ist von einer deutlich höheren Korrelation mit den anderen in Indices enthaltenen Rohstoffen auszugehen.
Die Grafiken stammen aus:
"The financialisation of commodities"
Ke Tang Wei Xiong
(im Internet leicht zu finden)
@ peterg [#18]
Danke für Ihre ausführlichen Erläuterungen. Ich kann dazu inhaltlich nichts beitragen.
Beim Umzug habe ich ein älteres Büchlein entdeckt: Commodity Traders Almanach von Frank Taucher. Haben Sie Interesse (kostenfrei) ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Commercials verringern ihre Longpositionen bei Mais
Im April haben die SWAP-Dealer ihre Positionen einigermaßen konstant gehalten (grün).
Die MM-Fonds haben ihre Longpositionen wieder ausgebaut (rot-dicke Linie= MM-Long).
Das Gegengeschäft übernahmen nicht wie sonst häufig üblich die Short-Hedger der Commercials sondern es wurden Longpositionen der Commercials abgebaut (Gelb dünne Linie=Producer/Mer. Long. sowie gelbe Linie dick= Producer/Mer. Short)!
Seit dem 12.4. hat die Long-Commercialgruppe damit ihre Positionen von 445965 Kontrakten um insgesamt 18% reduziert.
Die Frage: Wie geht es weiter könnte man vielleicht auch so formulieren, welcher Gruppe traut man mehr, den Long Commercials oder den Spekulanten ? (Diese Frage stellt sich unabhängig ob man den Long-Commercials konkretes Interesse an der Ware unterstellt oder nicht. Siehe hierzu: Thema: Die Rolle der Spekulanten an den Rohstoffmärkten # 22 ff.)
Aufgrund der fundamentalen Situation sollten die Kurse insbesondere der Frontkontrakte (Juli) der alte Ernte in den nächsten Wochen gut abgesichert sein. Die saisonal, schwachen Wochen bei Corn kommen erst noch.
Andererseits halte ich persönlich das weitere Aufwärtspotential bei Mais für beschränkt.
Bleibe bei meinen CZ-CN-Spreads, welche mittlerweile wieder aus der Verlustzone heraus sind.
@ peterg [#20]
Bei allen Spreads, die Mais (alte Ernte) auf der Short-Seite beinhalten, wäre ich dieses Jahr sehr vorsichtig. Dieses Jahr erinnert mich sehr an das Jahr 1996, als die Vorräte zur Neige gingen und die Mais-Bull Spreads explodierten.
Wenn ich den 2O-C (2xOats = Hafer - Corn = Mais) kaufen würde, sollte es für Mais die neue Ernte sein (Dezember-Kontrakt oder später). Falls der Ölpreis weiter steigt und sich somit die Margen der Äthanol-Hersteller verbesern, kann der Mais (alte Ernte) noch viel weiter steigen.
MRCI stellt nur den O-C dar - leider gibt es den von Dir (und mir) favorisierten Spread dort nicht.
Auch chart-technisch schaut der Dezember-Spread wesentlich interessanter aus. Aus der Verbindung der Tiefs von 2009 und 2010 ergibt sich ein Widerstand, der demnächst angelaufen wird. Dennoch sollte man meines Erachtens auf ein deutlichen Umkehrsignal warten - dann wird es aufgrund des großen Potentials sehr interessant.
Mit besten Grüßen, Myrrdin
Mais
Fundamental:
-Deutliche Pflanz-Fortschritte zu erwarten !
-Lagerendbestände dürften weiterhin knapp bleiben (trotz Äthanolproduktion)
Technisch:
Kurslücke geschlossen.
Tief in einer Tradingrange erreicht ?
Saisonal:
Noch 3-4 Wochen bis Mais saisonal (auf 10 Jahresbasis) unter Druck kommt.
COT:
Kontraktbestand kann keine neuen Hochpunkte mehr erreichen.
(hellblau: OI Futures und Optionen ohne Spreads, dklblau: OI Futures und Optionen mit Spreads)
Sinkendes OI führt über kurz oder lang zu Preisdruck.
Analoges findet man auch bei Weizen und Soja
Kurzfristig (1-3 Wochen) erscheint es als ob die Commercials kräftig zukaufen.
So eine Entwicklung deutet im Seitwärts- aber auch Aufwärtstrend auf ein Zwischentief hin.
Man sieht das gut in einem sehr kurz laufenden (2 Wochen) COT-Moving Index, der die Veränderung des COT-Index auf 2-Wochenbasis zeigt.
Ich habe am Freitag Abend meine Mais-Bear-Spread-Positionen um 3/4 reduziert.
Ich denke nicht, dass Mais zum Höhenflug ansetzt, aber eine Zwischenerholung bis zum USDA-Bericht könnte ich mir vorstellen.
Langfristig, würde ich gerne aber nochmals bei den CZ-CN einsteigen (vielleicht ab Mittwoch).
Aufbau einer Wetterprämie
Regenbedingte Verzögerungen in der Aussaat von Mais in den USA (v. a. im östlichen Getreidegürtel, Ohio und Indiana sowie in Norddakota)
haben zu einer bilderbuchartigen Ausprägung einer Wetterprämie geführt.
Commercials haben hier Longpositionen ausbauen müssen.
Häufig, wenn die Commercials sehr rasch sich auf die Longseite lehnen (also netto betrachtet ihre Netto-Shortpositionen deutlich reduzieren) erhält man ein Zwischentief.

Das kann man bekanntlich recht schön mit dem sog. COT-Movement-Index sehen, dne ich hier in einer sehr kurzen Periode (2 Wochen) zeige.
Es scheint allerdings, dass es den Commercials nicht mehr gelingt den Kurs mit diesem Manöver auf neue Höhen zu drücken.
Auffällig ist hier auch, dass der Kontraktbestand weiter abbröckelt, was kein positives Signal hinsichtlich steigender Kurse ist.
(blaue Kurve im nachfolgenden Chart)
Im Vergleich des COT zu Soja bzw. Weizen erscheint Corn immer noch relativ stark.
Aber ob noch neue Höchstkurse in der kommenden Woche erreicht werden können ?
Sollte der Planting report Anfang der Woche eine (m. E. zu erwartende) deutliche Erhöhung der Aussaatfläche zeigen und der Kurs reagieren, könnte man sich wieder Mais-Bearspreads überlegen.
Update Long/Short-Positionen im Mais COT-Report
Ein Monat später (siehe [#20]) nochmals ein Chart, der die Long/Short-Positionen der großen Marktteilnehmer zeigt:
1. Auffällig ist m. E. dass die Commercials konsequent (seit April) weiter ihre Long-Positionen abbauen (siehe dünner gelber Chart, eingekreist). Das passt eigentlich nicht so recht dazu, dass ein massiver Mangel vorliegen soll. Wissen die Commercials vielleicht etwas, dass wir (noch) nicht wissen ?
2. Auch die Shortpositionen der Commercials haben sich deutlich reduziert (dicker gelber Chart). Das ist nicht unbedingt ein bullishes Signal.
3. Die Managed-Money Fonds (dicker roter Chart) schwingen ihre Longpositionen seit fast drei Monaten mehr oder minder richtungslos auf hohem Long-Niveau.
4. Die SWAP-Dealer (Index-Fonds)(grüner dicker Chart) nehmen sein Herbst mit ansteigenden Kursen sukzessiv ihre Gewinne mit.
Gleichzeitig haben sie Short-Positionen (dünner grüner Chart) für ihre Verhältnisse stark ausgebaut.
Diese Woche haben Fonds im Agrarsektor ihre Positionen deutlich reduziert.
Risikoaversion im Rahmen makroökonomischer Ereignisse, Marginerhöhungen, Unsicherheiten hinsichtlich zukünftiger Agrarsubventionen (US-Äthanol), erste, gute Ernteergebisse bei US-Weizen und günstiges Wetter waren die wichtigsten Gründe dafür.
Die COT-Daten kommen immer erst Freitag nachmittags (abends bei uns) heraus und erfassen die Daten bis letzten Dienstag.
Deshalb sind im aktuellen COT-Report diese jüngsten Ereignisse seit Mittwoch noch nicht mit erfasst.
Beispielsweise liegt der Anteil der Longkontrakte der Managed Money Fonds bei Mais immer noch recht hoch, knapp über dem 1-Jahresdurchschnitt bei 93%.
Das dürfte sich nächste Woche wahrscheinlich ändern.
Mais: COT von 28.6.2011
Der letzte COT-Bericht vom 28.6. enthält noch nicht die Reaktion auf den letzten USDA-Bericht vom 30.6.
Wie immer gibt es Zweifel bezüglich der Aktualität bzw. Korrektheit dieses Berichtes.
(Welche Flächenausfälle sind noch aufgrund der Überschwemmungen zu erwarten ? Haben die Staaten im östlichen Cornbelt allen voran Ohio wirklich so große Flächen Mais angepflanzt?)
Unabhängig davon ist es interessant zu sehen, wie sich die "Großen", die mehr Kenntnisse haben als wir verhalten:
Sieht man sich den konventionellen COT-Bericht an, so kann man daraus schließen, dass die Commercials ihre Short-Positionen und die großen Spekulanten ihre Long-Positionen bei Mais verringern und dass der Kontraktbestand sinkt. Das war es dann. Na ja fast. Ein bißchen mehr Informationen geben die Einzeldaten des konventionellen COT-Berichtes schon auch her. Aber man muss sie sich halt herausarbeiten.
aus:
http://www.cotpricecharts.com/commitmentscurrent/
Was kann man jetzt in den Disaggregated Report für Mais hineininterpretieren ?
Interessant ist zunächst einmal, dass trotz der massiven Kursrückgänge bei Mais die MM-Fonds nach wie vor sehr bullish engagiert sind.
Immer noch 88% ihrer Kontrakte sind Longkontrakte. D. h. dass sie in den letzten Wochen hauptsächlich ihre Longkontrakte geschlossen haben. Ein vermehrtes aktives Short-Engagement gingen sie aber (noch) nicht ein.
(Bei Weizen etwa sieht das ganz anders aus.)
Passend dazu verläuft der Working T-Index, der Hinweise auf Short-Spekulationen gibt, immer noch relativ tief. Aber er durchstößt gerade den 1-Jahres GD.
Vielleicht mal jetzt eine etwas andere Überlegung zum Thema:
Beim COT-Report erfasst man ja eine Vielzahl an Daten bezüglich der Long/Short-Engagements etc.
Welche dieser Datenreihen korrelieren eigentlich besonders gut mit dem Kursverlauf bei Mais ?
Anbei die Korrelationskoeffizienten der wichtigsten Daten im Vergleich zum Kurs:
(Erfasst beim COT-Bericht, Mais Futures und Options wöchentlich seit dem 13.6.2006. Weiter zurückreichende Daten stehen nicht zur Verfügung)
Kurs 1,00
Open_Interest_All 0,69
Prod_Merc_Positions_Long_ALL 0,43
Prod_Merc_Positions_Short_ALL 0,54
Swap_Positions_Long_All 0,09
Swap__Positions_Short_All 0,75
Swap__Positions_Spread_All 0,81
M_Money_Positions_Long_ALL 0,60
M_Money_Positions_Short_ALL -0,48
M_Money_Positions_Spread_ALL 0,70
Other_Rept_Positions_Long_ALL 0,48
Other_Rept_Positions_Short_ALL 0,61
Other_Rept_Positions_Spread_ALL 0,64
Tot_Rept_Positions_Long_All 0,72
Tot_Rept_Positions_Short_All 0,72
NonRept_Positions_Long_All 0,35
NonRept_Positions_Short_All 0,03
OI minus Spreads 0,52
Netto Producer -0,48
Netto SWAP Dealer -0,08
Netto Managed Money 0,63
Netto Other 0,02
Netto Nonreportables 0,41
Working-T (short) -0,26
Hedge Pressure, Commercials 0,23
Gesamtpositionen Spreads 0,77
Interessant fand ich die guten Korrelationen mit den Spread-Daten:

Wie sieht das grafisch aus?
Die Spreads sind gerade in der Woche bis zum 28.6.(sicher auch wegen dem Optionsverfall) massiv eingebrochen.
Schaut man sich jetzt abschließend die Nettopositionen der MM-Fonds und SWAP-Dealer an so sind diese beide bei Mais in einem Abwärtstrend.
Und nächste Woche ? Wenn man sich überlegt, was kurzfristig passieren könnte hilft manchmals der COT-Movement Index der Commercials weiter.

Nachfolgend einer für den sehr kurzen Zeitraum von 2 Wochen.
Er zeigt, dass die Commercials in den letzten beiden Wochen netto besonders rasch ihre Short-Positionen reduziert haben.
Das sieht man nicht selten vor einer Aufwärtsreaktion im Kurs und kann im folgenden Chart mit früheren, ähnlichen Situationen verglichen werden.
Es könnte also durchaus jetzt zu einer kurzfristigen Aufwärtsreaktion kommen.
Der Weg insgesamt scheint allerdings abwärts gerichtet zu sein, passend auch zum typischen saisonalen Verlauf.
Mais: Disaggregated COT-Bericht vom 23.7.2011
Wer kaufte in den letzten beiden Wochen Mais?
In den letzten beiden Wochen kam es zu einer deutlichen Kurserholung bei Mais.
Schauen wir uns die Verteilung der Long/Short-Positionen der großen Marktteilnehmer im Dis.-COT-Bericht an.
Es ist die gleiche Kurve, wie in #24, nur zur besseren Übersicht wurde ein kleinerer (aktuellerer) Zeitrahmen gewählt.
Die Commercial-Positionen sind gelb dargestellt (dicke Linie=Shortpositionen, dünne Linie=Longpositionen).
Es zeigt, dass die Commercials seit dem Frühjahr stetig ihre riesigen Positionen reduzieren.
Die Entwicklung der letzten beiden Wochen ist nur eine kleine Reaktion in diesem Trend.
Wichtig in diesem Zusammenhang erscheint mir, dass auch die informierten Long-Commercials, ihre Positionen nicht nennenswert erhöhen.
D. h. die Hitzewelle in den USA läßt diese Gruppe bislang kalt!
Die MM-Fonds haben sich in den letzten Wochen nochmals vermehrt nach Long ausgerichtet.
Wie stehen die Netto-Positionen der Commercials im historischen Kontext (COT-Index)?
Den COT-Index hatte ich ja in #10 schon mal gezeigt.
Die Commercials waren in den letzten 6 Jahren ja bei Mais netto betrachtet immer short.
Einmal mehr und einmal weniger.
Beim COT-Index entsprechen 100% dem geringsten Netto-Shortbestand der Commercials (im nachfolgenden Chart linke Y-Achse).
0% entspricht der maximalen Netto-Short-Position, welche in den letzten Jahren gefunden wurde.
D. h. der COT-Index gibt einen Hinweis darauf, wo die Commercial-Nettopositionen im historischen Verlauf betrachtet stehen.
Der COT-Report verhält sich in etwa reziprok zum Kursverlauf.
Beim COT-Index finde ich:
1. Der Durchbruch des COT-Index durch seinen 52-Wochen-GD gibt Hinweise auf den weiteren, langfristigen Kursverlauf
2. Der Durchbruch durch die x-Achse gibt etwas verzögert ebenfalls Hinweise auf den weiteren Kursverlauf.
Beispiele habe ich weiß eingekreist.
Wenn man jetzt die Kauf/Verkauf-Dynamik genauer sehen möchte hilft der COT-Movement-Index weiter.
Er gibt nichts anderes an als die Differenz des aktuellen COT-Index-Wertes minus einem früheren Wert vor 2 oder 6 Wochen.
Zunächst der 6-Wochen COT-Movement-Index
Ganz simpel gesagt zeigt sich, dass Commercials häufig an Kurstiefpunkten vermehrt und rasch kaufen (=gelbe Spitzen nach oben) und an Hochpunkten vermehrt verkaufen (gelbe Tiefs).
Wenn man sich z. B. die Entwicklung sein Ende 2010 ansieht, so erkennt man 3x Kaufbewegungen bei den Commercials (3 gelbe Spitzen).
Diese sind stets von einem Kursanstieg begleitet.
Auffällig ist allerdings, dass die letzte massive Kaufaktivität der Commercials seit Juni nur noch zu einem mäßigen Kursanstieg geführt hat. Das ist m. E. eindeutig ein Hinweis auf Kursschwäche.
Der 6-wöchige COT-Movement-Index hinkt allerdings sehr hinterher. Wie wäre es also mit einem kürzeren Zeitintervall?
Zuletzt noch der 2-Wochen COT-Movement-Index
Den habe ich ja in #26 gezeigt und gesagt, dass eine Aufwärtsreaktion ansteht, die auch gekommen ist.
Der 2-Wochen COT-COT-Movement-Index ist natürlich sehr viel erratischer als der 6-wöchige.
Ich habe ihn in einem kleineren Zeitfenster dargestellt, damit man ihn mit dem Chart von #26 vergleichen kann.
Dieser kurzfristige (erratischere) Index zeigt, dass sich die Commercials wieder vermehrt verkaufen !
Nebenbei: Der 2-Wochen COT-Movement-Index hat das Zwischentief Mitte Mai schön angezeigt. Der 6-Wochen-COT-Movement-Index eigentlich nicht so gut.
Interessiert sich eigentlich jemand für den COT-Bericht?
Verfolgt jemand mein Gescheibsel oder kann ich es mir sparen ?
@ peterg [#27]
Ich lese immer deine Beiträge! Mit dem COT-Bericht habe ich so meine Probleme. Deshab ist es sehr interresant zu sehen wie viel du da herraus lesen kannst. Ich sehe nur, das bei steigendem Markt die Commercials abgeben und bei fallenden Kursen nehmen. Ich ändere aber meine Strategie nicht wenn sich nicht ein schwarzer Schwan auf macht in meine Richtung zu fliegen.
@ tantan u. peterg
Ich lese die umfangreichen Berichte und Analysen ebenfalls gerne. Ich muss allerdings tantan beipflichten, dass COT Berichten für mich ebenso fremd sind. Haben die COT Daten denn eine Vorlauffunktion obwohl sie doch immer eine halbe Woche später publiziert werden. Wahrscheinlich müssen wir von dir ein paar grundlegende Dinge erklärt bekommen. Rätselhaft, aber spannend meint SPOMI
Na, ich hab auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen.
Es gibt ja nach wie vor relativ wenig Literatur darüber.
Vielleicht das beste ist:
"The Commitments of Trader Bible"
von Stephen Briese
John Wiley and Sons
bzw. die Informationen der CFTC:
http://www.cftc.gov/
Der COT-Bericht erscheint ja immer am Freitag abends unserer Zeit und erfasst die wöchentlichen Daten bis Dienstag.
(Deswegen beziehen sich meine Kursdaten auch auf den Dienstagsschlusskurs)
D. h. die Informationen hinken natürlich hinterher.
Aber, wie man aus zahlreichen Analysen im Internet sieht, findet der COT schon große Beachtung.
Meist allerdings nur die Nettopositionen und fast immer im konventionellen Bericht oder CIT-Bericht.
Das halte ich heutzutage nicht mehr für optimal, weil z. B. die großen kommerziellen Firmen (ADM, Glencore, etc.) ja nicht mehr nur physisch vorhandene Ware absichern.
Z. B. hat mich heute schon überrascht, dass die Commercials trotz der fundamental so ausgiebig diskutierten Maisknappheit und der gegenwärtigen Hitzewelle in den USA bislang ihre Longpositionen nicht nennenswert ausgebaut haben.
Ich glaube also hinsichtlich einer mittel- bis langfristigen Einschätzungen der großen, informierten Marktteilnehmer, die im COT erfasst sind ist die Berichte wertvoll.
Möchte man kurzfristigere Beurteilungen treffen (z. B. mit COT-Movement-Index) ist das natürlich mit größerem Fehler behaftet.
Im Moment unterstützen mich diese COT-Daten, aber auch die Charttechnik und Saisonalität in meiner Meinung dass es mit Mais eher wieder abwärts gehen dürfte. Trotz der bekannten fundamentalen Argumente.
@ peterg [#27]
Vielen Dank für Deine umfangreichen Betrachtungen zum COT-Report. Ich halte sie - insbesondere für langfristige Trades (siehe Options Selling) - für sehr wertvoll.
Mit besten Grüßen, Myrrdin