Dragi sieht Schwarz
Am Montag hat man ja wieder gespannt auf die Aussagen des Meisters gewartet. Das was er gesagt hat ist aussergewöhnlich klar und deutlich für einen Mainstreambanker.
Er sagt das alle Rettungsversuche bis dato nichts gebracht haben.
Etwas ausführlicher befasst sich flassbeck damit.
Hier der Text
Mario Draghi hat bei einer Anhörung des Europäischen Parlamentes am Montag laut Handelsblatt gesagt, die ersten Wochen des Jahres hätten gezeigt, dass die Euro-Zone und die Europäische Union mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert seien. Im Originaltext sagte er: „The first weeks of this year have shown that the euro area and the Union at large face significant challenges. A strong effort by all policy makers will be needed in the months ahead to overcome them. (Die ersten Wochen des Jahres haben gezeigt, dass die Eurozone und die EU vor signifikanten Herausforderungen stehen.
Eine große Anstrengung aller Politikbereiche wird notwendig sein, diese zu überwinden)
Draghi sagt zudem, dass die Investitionen schwach bleiben, da gestiegene Unsicherheiten hinsichtlich der Weltwirtschaft und weitergefasste geopolitische Risiken die Stimmung der Investoren belasten. Um die Euro-Zone widerstandsfähiger zu machen, seien Beiträge aller Politikbereiche erforderlich. Die EZB stehe bereit, ihren Teil zu tun. Noch einmal wörtlich: „In parallel, other policies should help to put the euro area economy on firmer grounds. It is becoming clearer and clearer that fiscal policies should support the economic recovery through public investment and lower taxation. In addition, the ongoing cyclical recovery should be supported by effective structural policies. In particular, actions to improve the business environment, including the provision of an adequate public infrastructure, are vital to increase productive investment, boost job creations and raise productivity.” (Parallel zur Geldpolitik sollten andere Politikbereiche helfen, die Europäische Wirtschaft auf eine festere Grundlage zu stellen. Es wird immer klarer, dass die Finanzpolitik die Erholung durch mehr öffentliche Investitionen und niedrigere Steuern unterstützen muss. Zusätzlich sind strukturelle Maßnahmen notwendig. Insbesondere sollte das Umfeld der Unternehmen durch eine adäquate öffentliche Infrastrukturverbessert werden, um produktive Investitionen zu erhöhen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Produktivität zu erhöhen.)
In der diplomatischen Sprache des Präsidenten der EZB – und für einen Vertreter des ökonomischen Mainstream – sind das wirklich klare Worte. Er gesteht nicht weniger ein, als dass alle bisherigen Versuche der EZB, die Krise zu beenden, gescheitert sind. Und die Tatsache, dass er die Finanzpolitik direkt anspricht und öffentliche Investitionen anmahnt (sogar als Hauptpunkt unter „strukturellen Maßnahmen), zeigt, wie groß seine Sorge um die europäische Wirtschaft