Richard Ebert
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Edelmetalle: China will den privaten Besitz beleben

China will den privaten Edelmetallbesitz beleben

Von Dr. Bernd Heim

Rohstoff-Giganten.de (01.10.09) - Wenn man in einigen Jahren auf den September 2009 zurückblicken wird, was wird dann als Erinnerung bleiben. Wird man sich an den Monat als Beginn einer neuen Aufwärtsbewegung beim Gold- und Silberpreis erinnern? Oder wird einfach nur das Stichwort China fallen? Ich vermute letzteres wird in einigen Jahren unsere Erinnerung bestimmen ähnlich wie sich heute alle an das Washingtoner Abkommen erinnern, wenn die Rede auf den September 1999 kommt.. Unbegründet wäre das nicht, denn chinesische Regierung hat in den letzten Wochen ganz klare Zeichen gesetzt. Zeichen, die mich für die weitere Entwicklung bei Gold und Silber sehr positiv stimmen.

Wir müssen in diesem Zusammenhang zwei Punkte unbedingt im Hinterkopf behalten: Bei den Asiaten genießen die Edelmetalle eine viel höhere Wertschätzung als hier bei uns im Westen. Die wirtschaftliche Leistungsstärke verlagert sich zunehmen nach Asien und speziell für China kommt als dritter Punkt noch eine ausgeprägte Neigung zur Spekulation hinzu. Sie resultiert aus dem Wunsch, schnell reich zu werden und diesen Reichtum dann auch öffentlich zu zeigen.

Momentan ergießt sich die Spekulationswelle in die Aktien- und Immobilienmärkte. Besonders letztere zeigen bereits klare Anzeichen einer Überhitzung. Die großen Städte sind mit Maklerbüros gepflastert und selbst der kleine Mann sucht nach Wegen eine Immobilie zu erwerben, weil er weiß, dass Wohnungen und Häuser der ultimative Weg zum schnellen Reichtum sind.. Die Situation erinnert ein wenig an den amerikanischen oder spanischen Immobilienmarkt im Jahr 2005.

Mediale Informationskampagnen bereiten den Boden für eine neue Massenbewegung

Dass hier eine Blase entsteht, liegt für mich auf der Hand. Die Regierung in Beijing scheint das ähnlich zu sehen. Deshalb kam die Anweisung an die Banken im 2. Halbjahr weniger Kredite zu vergeben. Die Börse reagierte umgehend mit einer rasanten Talfahrt, denn weniger Kredite sind Gift für die Wirtschaft. Zwar hat die Regierung anschließend wieder etwas zurückgerudert und die Zügel bei der Kreditvergabe leicht gelockert, aber das Problem bleibt: Die Spekulationswut der Bevölkerung muss von den Immobilien weggeleitet werden ohne die Wirtschaft zu beeinträchtigen. Als Lösung bietet sich dazu der Goldmarkt an.

Bis 2003 war privater Goldbesitz in China noch verboten. Seit Anfang September laufen im chinesischen Fernsehen Reportagen über Gold und Silber. Sie berichten nicht nur über das große Potential der Edelmetalle, sondern geben auch konkrete Tipps und Empfehlungen wie der Kauf denn am besten durchzuführen sei.

Das ist Volksaufklärung vom Feinsten und vor allem der Wahrheits- und Informationsgehalt der staatlich gelenkten Medien im Reich der Mitte ist höher als jener der angeblich freien Medien im Westen, die immer dann mit Rücksicht auf die Werbekunden aus Banken und Versicherungswirtschaft immer dann zum Tiefschlag gegen das Gold ausholen, wenn Gefahr im Verzug ist, sprich sich das Gold wichtigen charttechnischen Marken nähert und diese zu überwinden droht.

Das Thema ist spannend, denn hier zeichnet sich eine gewichtige Verschiebung im allgemeinen Gefüge an den Finanzmärkten im Allgemeinen und dem Gold- und Silbermarkt im Besonderen ab. Ich werde mich deshalb morgen mit der Frage beschäftigen wie sich der physische Goldkauf in China derzeit gestaltet und welche Veränderungen zu erwarten sind.

Geschrieben von Richard Ebert am
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