pullPUSH
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate
Ein Haus als Eigentum - sicher in die Zukunft ?
Beiträge verschoben aus: Anleihen: Haben wir eine Rentenblase ?
@ Steelskin
"Ein Haus, ein Stück Gold oder ein Unternehmensanteil behalten immer ihren materiellen Wert, egal wie der Marktpreis in Fiatmoney grade ist."
Sicher?
Geschrieben von pullPUSH
am
@ pullPUSH [#1]
Ich habe gewusst das sowas kommt. ;)
Natürlich kann ein Brand oder ein Erdbeben ein Haus vernichten, Gold kann geklaut werden und Aktiengesellschaften können Pleite gehen.
@ Steelskin [#2]
Alles hat nur so viel "Wert" - wie ein anderer dafür zu zahlen bereit ist. Klingt simpel - ist es auch. Und wie immer gilt - es gibt auf nichts eine "Garantie". Wie dem auch sein mag - gutes gelingen.
@ pullPUSH [#3]
mini-ergänzung:
Es muß nicht unbedingt bezahlt werden, damit etwas Wert hat.
Beim Werte-Beleihen, zB. deiner Immobilien, bekommst du es mit. Es braucht nicht unbedingt einen Zahlungsbereiten, damit etwas Wert hat.
Über den Wert selbst gibt es manchmal Streit.
Nettes Beispiel sind die Verteilerkästen der Telekom und der Streit, ob die soviel wert sind, wie von der Telekom bilanziert. Bei der Wertermittlung dort, bzw. den Streit darum, spielte es keine Rolle, ob jemand da als Zahler beim Abkauf den Preis für den bilanzierten Wert bezahlte.
@ Steelskin
Gab es schon mal eine Rezession und Deflation, in der Immobilien, Aktien und Rohstoffe nicht gefallen oder sogar gestiegen sind?
Bestehen Aktien wie Mc Donalds und Coca Cola nicht weit überwiegend aus reinem Goodwill bzw. Ertragswert anstatt aus Sachwerten? Was passiert in einer Rezession mit dem Absatz von Produkten, die niemand unbedingt braucht, was passiert dann mit den Ertragswerten der Hersteller?
Wie habe ich mir einen Zusammenbruch des Währungssystems konkret vorzustellen? Hat keiner mehr Geld? Nimmmt keiner mehr Geld? Oder ist vielmehr Bargeld gefragt? Was passiert mit all den vorhandenen Gütern, Dienstleistungen und Produktionskapazitäten? Was macht der Staat?
@ Steelskin
Ein Haus
Was ist denn ein Haus materiell Wert wenn keine mehr drin wohnen möchte?
@ rodeonrwdeo [#6]
Glauben Sie das Immobilienbesitz eines Tages mit Null Geld zu haben sein wird?
@ benedikt54 [#7]
Im Westerwald und andern Gegenden weit ab vom Schuss. Sitzen die Banken auf Immobilien, die sie irgend wann mit z.B 100 k€ beliehen haben und sie finden niemanden der auch nur 30 oder 50 k € zahlen möchte.
Null Geld ist das natürlich nicht aber doch sicher kein Inflationsschutz.
@ rodeonrwdeo [#8]
Solche Beispiele haben wir hier vor Ort auch und zwar ausreichend.
Gerade weil der gesunde Mittelstand in der Bevölkerung wegbricht und wir ja in einem ARM-REICH Gefälle sind ist das eine Auswirkung auf den Markt.
Wer will sich denn noch eine Immobilie kaufen wenn er nicht weis ob er morgen noch einen Job hat.
Welche genügend Geld haben brauchen keine Immos mehr und die welche keins haben und auch keine relative Planungssicherheit gehen das Risiko nicht mehr ein.
Ich bleibe auch dabei das die IMMO die einzige Art der Kapitalanlage ist welche alle Krisenzeiten überlebt, natürlich mit der ein oder anderen Preisschwankung. Auf jedenfall üben die Immos bei mir Vertrauen aus, als so manche Währung und Regierung.
@ benedikt54 [#9]
na, dann viel Erfolg bei beim Investieren.
@ benedikt54 [#9]
Wer will sich denn noch eine Immobilie kaufen wenn er nicht weis ob er morgen noch einen Job hat.
Hallo,
kenne mich mit Kauf und Verkauf von Immobilien zwar nicht aus, aber in einem Buch von Hr. Kiyosaki steht es ungefähr so drin das in Eigenheime zu investieren (denke hier eben via Kredit wie von benedikt54 angesprochen) keinen Vermögenswert darstellen weil die Hypotheken und Kosten deine Einnahmen "schlucken".
Zudem habe ich von Hr. Eichelburg, http://hartgeld.com/filesadmin/pdf/Eichelburg-AchtungWaehrungsreform_1.pdf - (keine Werbung meinerseits!) mal gelesen das Immobilien keine Rettungsboote sind da im Wert u.a. vom Kredit abhängt – ist wie eine Anleihe!
Auch hier noch ein allgemeiner Artikel von boerse.ard.de, Eigener Herd ist Goldes wert?,
http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_442790
Beste Grüße
Roti
@ Roti [#11]
Grundsätzlich gilt für Immobilien das Gleich wie für Aktien. So wenig Fremdkapital wie möglich.
Beim Kauf eines Hauses sollte die monatliche Belastung nicht höher liegen als die vergleichbare Miete die man zahlt.
Meine Immobilien sind alle Schuldenfrei.
Habe mir auch zuletzt vor wenigen Monaten Immobiliengrundstücke, und zwar nur Grundstücke in Florida gekauft.
Da lag der Euro noch bei 1,50. Die Preise hatten sich fast gesechstelt.
Mittlerweile ist das Preisgefüge zwar nur minimal besser, aber zumindest macht der Dollar freude.
Wie sage schon Baron Rothschild, kaufe wenn die Kanonen donner und in den Strassen Blut fliesst.
Gottseidank geht es nicht mehr so barbarisch zu, aber Wirtschaft ist auch eine Art von Krieg. Es gibt keine Moral und Gnade.
@ benedikt54 [#12]
Wer verwaltet Deinen Besitz in Florida?
Wie hoch ist die Grundsteuer, auch so horrend wie in manchen US-Bundesstaaten bei bebauten Grundstücken?
Ich würde nur Immo's ind er Nähe kaufen, wo ich die Infrastruktur und die Änderungen mitbekomme. Dann würde ich auch mit 75 noch mit dem Radl nachschauen ,wenn ein Mieter reklamiert. Über den Teich wäre mir viel zu weit. Auch 20 km wären mir da schon zu viel. Wenn Du aber über 10 Mio hast, ist weltweite Diversifizierung schon wichtig.
MG
hw
@ hardworker [#13]
Da gibts nichts zu verwalten.
Wie schon geschrieben, nur Grundstück.
Ansonsten belaufen sich die laufenden Kosten für ein bebaubares Grundstück um die 1200 m2 auf knapp 180 dollar im Jahr.
All das was Sie schreiben ist korrekt und kann ich nur unterstützen.
Ich gehe davon aus, das die Immokrise in ein paar Jahren auch wieder Geschichte ist, und wenn nur das alte Preislevel erreicht wird, dann wäre ich sehr zufrieden.
@ Ronin [#5]
Diese Fragen beziehen sich auf den Anleihen-Thread und sollten nicht in einen Immobilien-Thread verschoben werden. Es sind keine rhetorischen Fragen, insoweit hoffe ich noch auf eine qualifizierte Antwort von Steelskin, der wohl kaum unter Immobilien mein Posting suchen wird.
@Ronin
Ich antworte Ihnen mal hier.
Natürlich fallen in einer Rezession/Deflation auch Grundstücke und andere Sachwerte im Geldwert. Es gibt aber, langfristig gesehen, noch einen anderen Wert als den reinen Geldwert, auch wenn es vom Prinzip her richtig ist, dass etwas nur soviel Wert hat, wie ein anderer dafür zu bezahlen bereit ist.
Sachwerte sind einfach eine viel sicherere Anlage als reine Geldwerte und haben irgendwie auch einen emotionalen Wohlfühlwert. Ich muss nur abends in den Tresor schauen und die kleinen Türmchen aus Goldmünzen anschauen und kann sofort viel besser schlafen. Wenn ich auf den Kontostand schaue, dann gibt mir das nicht dieses Gefühl, auch wenn der Wert im Prinzip höher ist. Irgendwie ist Geld in Zahlen mir dazu zu abstrakt.
Zu den Aktien McDonalds und CocaCola. Die Sachwerte sind dort der Markenname und die ganze Infrastruktur in den Unternehmen. Ich glaube auch, dass viele Leute CocaCola und McDonalds "brauchen". Auch in einer Rezession werden die Menschen nicht an CocaCola und McDonalds sparen, da passiert es schon eher, dass sie auf das Nobel Restaurant verzichten und stattdessen zu McDonald gehen.
Ausserdem waren die beiden Aktien nur Beispiele.
Wie man sich den Zusammenbruch des Währungssystems vorzustellen hat, dass kann ich dir nicht beantworten, genausowenig wie den Zeitpunkt an dem das passieren wird.
Wenn man aber sich die Probleme der Staaten anschaut, allgemeine Verschuldung, Rentensystem, Gesundheitssystem, demographische Entwicklung usw. und auch weiss wie das Geldsystem funktioniert, dann kann man zu der Ansicht kommen, dass da irgendwann einfach eine deutliche Bereinigung kommen muss.
In Japan, den USA und jetzt auch Europa funktionieren das System nur noch, weil erstens die Staaten massiv eingegriffen haben und zweitens, weil die Zentralbanken das Geldsystem dadurch finanzieren, dass sie Papiere kaufen, die sonst keine Abnehmer mehr finden würden.
Zu den Immobilien.
Ich finde es wegen der Lebesqualität gut im eigenen Haus zu wohnen, aber Immobilienbesitz wegen der Mieteinnahmen möchte ich nicht. Dabei gibt es evtl. Ärger mit insolventen Mietern, man hat Instandhaltungskosten usw.
Ich halte da mehr von Grundstücken, mit denen durch Erbpacht Einnahmen erzielt werden. Dabei muss man sich, in der Regel, um wenig kümmern und die Einnahmen sind über Jahrzehnte gesichert.
@ Steelskin [#16]
h muss nur abends in den Tresor schauen und die kleinen Türmchen aus Goldmünzen anschauen und kann sofort viel besser schlafen.
Willkommen im Club der kleinen Dagoberts.
Man braucht sich doch nur eine Goldmünze in die Hand legen und einen Euro.
Allein da fühlt man was wirklich geld ist.
>Man braucht sich doch nur eine Goldmünze in die Hand legen und einen Euro.
Und die Verfechter des Fiat-Geldsystems sollten auch damit zufrieden sein. Schliesslich wurde das Geld ja ausgeben ist ist somit wieder im Kreislauf. Goldhorten ist somit nicht so system kritisch wie Geldhorten.
@ Steelskin [#16]
Da sind offensichtlich jede Menge Emotionen im Spiel. Wobei ich schon auch der Meinung bin, daß man sich mit seinen Investments wohl fühlen sollte - aber nicht zu Lasten von Rendite und Verstand.
Glücksgefühle durch kleine Goldtürmchen (was bleibt davon, wenn der Tresor geknackt wird, was kann man sich dafür kaufen?), Markennnamen von objektiv (ernährungsphysiologisch) ziemlich fragwürdigen Produkten als Sachwert, Lebensqualität nur im eigenen Haus - kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.
Weil wir ja nun schon mal in einem Immo-Thread sind:
Ich habe schon vor langem alle meine Immobilien verkauft, damals mit guten steuerfreien Gewinnen. In den letzten zehn Jahren hätte ich damit nicht mehr viel verdient, mit Aktien und Bonds und Forex hingegen ganz ordentlich. Die realen Risiken von Immobilien halte ich heute für unüberschaubar und dramatisch, von der faktischen Unverkäuflichkeit einer Wohnimmobilie wegen problematischer Nachbarschaft bis zur faktischen Unvermietbarkeit einer großen Gewerbeimmobilie wegen der Konzentration im Einzelhandel. Fremdfinanzierung bringt nochmals eine ganz neue Risikodimension hinein in heutiger Zeit mit den Traderbankern, plötzlich will eine Bank aus Kansas Dein Häuschen im Harz zwangsversteigern oder die Deutsche Bank Dein Appartement in Miami.
Es scheint mir ein Treppenwitz der Geschichte zu sein, daß in der größten Finanzkrise aller Zeiten, die durch eine völlig unrealistische Einschätzung der Immobilie als Investment begann, schlußendlich die Sicherheit im Erwerb von Immobilien gesucht wird.
Soweit es um Emotionen geht: Noch nie seit meiner Jugend habe ich mich beim Wohnen so frei gefühlt wie als Mieter eines Hauses in so exklusiver Lage, daß es ohnenhin nicht zum Verkauf stand. Die Rendite für den Vermieter ist schwach, sein regelmäßiger Aufwand und Ärger nicht unerheblich, die Meinung der Nachbarn über mich, meinen Lebensstil, meine Frauen und meine Kinder kann mir vollkommen egal sein. Wenn ich keine Lust mehr habe, mich gegen die Spießer zu behaupten, miete ich einfach woanders - ein Verkauf von Eigentum hingegen wäre dann ein echtes Problem. Wenn ich kein Haus mehr will, miete ich eine Wohnung, wenn ich den Stadtrand leid bin, miete ich in der City. Als Eigentümer wäre ich in vielfacher Weise gebunden und verpflichtet, und das lehne ich inzwischen viel mehr ab als in der Jugend. Außerdem - da jeder weiß, daß ich Mieter bin, weiß niemand, wieviel Geld ich habe - ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
@ Ronin [#19]
Du redest am Thema vorbei.
Es geht um "Währungsreform" ...Zusammenbruch des Finanzsystems etc.
Willst du da in einer Mietwohnung sitzen und dein Giralgeld auf der Bank zählen, das nie offizielles Zahlungsmittel war und dann sowieso nix mehr wert ist? Es geht bei dem Thema doch nicht um Rendite sondern Werterhalt in Krisenzeiten!
"" Außerdem - da jeder weiß, daß ich Mieter bin, weiß niemand, wieviel Geld ich habe - ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Ja klar. ;)
Kommt jetzt gleich wieder das Argument, dass privater Gold Besitz verboten werden könnte... na und! Damit ist dann der Handel in Krisenzeiten auf dem Schwarzmarkt noch längst nicht unterbunden. Währen das Giralgeld einfach wie bei einem Festplattencrash im Nirwana verschwindet.
Bevor mir jemand den Tresor ausraubt, meine gut versteckten Goldstücke ausgräbt, oder versucht durch staatl. Repressionen den Edelmetall Handel versucht zu unterbinden, ist dein Giralgeld zuerst hobs gegangen. ;)
@ AAA [#20]
Ich habe den Eindruck, dass die Argumente zur Überschrift mittlerweile ziemlich ausgetauscht sind.
Ronin #19 geht doch wirklich nicht am Thema vorbei, sondern beschreibt gut seinen Standpunkt und den derer, die keinen Vorteil im direkten Hausbesitz, bei ein Umbruch im Geldsystem sehen.
und
AAA # 20 stellt nochmals die andere Sichtweise dar.
Wer richtig gelegen haben wird, wird erst die Zukunft weisen.
Vielleicht gibt aber auch ein Blick in die Vergangenheit (auch 2k Jahre zurück) Antworten. Auch wenn FIAT-Geld noch nicht so lange existiert, wurde ja auch früher der Geldwert durch Legierungsvariation der Münzen vom Edelmetallgehalt entkoppelt.
Beispiele wie sich der Umbruch in Geld/Währungssystemen früher ( nicht nur < 200 a zurück) entwickelte, könnte, das eine Fortsetzung des Themas der Überschrift sein?
@ rodeonrwdeo [#21]
Ich habe den Eindruck, dass die Argumente zur Überschrift mittlerweile ziemlich ausgetauscht sind.
Ja, stimmt. Und natürlich hat die Mietwohnung ihre Vorteile gegenüber der Neureichenvilla etc, die als erste überfallen wird. ;) Ich nehm das "am Thema vorbei" wieder zurück.
@ AAA [#22]
Die Neureichenvilla, die als erste überfallen wird, ist in der Tat ein Gesichtspunkt. Ich hatte es schon bei anderen Gelegenheiten sinngemäß gepostet: Wenn der Staat so pleite ist, daß er seine Männer unter Waffen nicht mehr bezahlen und ergo nicht mehr kontrollieren kann, dann ist sichtbarer Reichtum, auch Gold, ohne Wehrhaftigkeit gleichbedeutend mit Risiko für Leib und Leben. Dann tauscht man seine Forderungen besser rechtzeitig in Bargeld, Bücher, Waffen, Werkzeug, technische Geräte und einen großen Bauernhof mit einer kleinen Privatarmee, einigen erstklassigen jungen Frauen und einem großen Haufen gesunder Kinder.
Ich hoffe, das klingt nicht zu chauvinistisch:-)
Aber ich bin überzeugt, daß wir in Deutschland eine solche Situation nie erleben werden.
@ Ronin [#23]
Es gibt Segmente wo ich nicht zu diskutieren brauche, bzw. mir keine Gedanken darüber machen muss ob es denn richtig ist was ich tue.
Gold, Silber und Immobilien (Grundstücke) gab es vor Christi Geburt und auch danach und die haben alle Krisen jedweder Art überstanden. Die nachhaltige Krisensicherheit dieser Anlagen hat auch die
Kirche von jeher verstanden. Aus diesem Grund tritt die Kirche niemals als Immobilienverkäufer auf, bestenfalls tauscht Sie Grundbesitz.
Es ist doch eine Bauernweisheit seine Vermögensstrukutr so aufzubauen, das sie hinreichend gestreut ist.
Genauso gilt der Grundsatz sich dann zu investieren wenn die Anlageform allgemein als wenig attraktiv eingeschätzt wird.
Mein Gold und mein Silber stammt aus den frühen 90er Jahren.
Es ist auch nie die Intention gewesen langlaufende Bonds in der Rendite zu schlagen, sondern einfach verschiedenen Standbeine zu besitzen.
Nur Cash, und nur auf der Bank ist mir persönlich zu riskant. Wenn die Spinner (Politiker) entscheidungen treffen, dann über Nacht, sodas man nie reagieren kann.
Ich sehe das so wie Du, an das Schreckenssenario des totalen Untergangs mag ich nicht glauben, dennoch. Betrachtet man was sich in den letzten 20 Jahren alles bewegt hat und was an unwahrscheinlichen eingetreten ist, dann fühle ich mich in der Diversifikation gut aufgehoben.
@ benedikt54 [#24]
Ist grundsätzlich ein gesunder Standpunkt, dem werde ich bestimmt nicht entgegen treten. Diversifikation ist meistens gut und sicherer als Konzentration, aber fachkundige Konzentration bringt meistens mehr Rendite. Ich setze auf letzteres und hoffe, daß ich mit meiner Fachkunde richtig liege. Wenn wir ein verschärftes Szenario von Rezession und Deflation bekommen sollten, werde ich superteure Bonds in superbilige Immobilien tauschen, in Gold und Silber aber niemals.
Aber: Was machst Du, lieber Benedikt, wenn Du einen Supermarkt in Deinem Vermögen hast, in einer mittelgroßen Stadt, Dein langjähriger Mieter geht raus und die verbleibenden drei als Mieter in Frage kommenden Discounter wollen nicht bei Dir mieten? Was machst Du mit diesem ach so sicheren Teil Deines Vermögens und seinen laufenden Kosten? Du wirst Dich nach langlaufenden Bonds mit 6er-Coupon sehnen, das verspreche ich Dir.
Oder: Du wohnst in einem schönen Eigenheim, Du hast dafür so 400 bis 500 TE hingelegt, aber im Nachbarhaus zieht ein wohlhabender und unbeschäftigter Psychopath mit Familie ein, der nach einer Auseinandersetzung über eine Kleinigkeit einen Rachefeldzug gegen Dich startet. Blockierte Ausfahrten, Lärmterror, nächtliche Scheinwerferattacken, umgekippte Mülltonnen, Stinkbomben, tote Mäuse im Briefkasten, eine enthauptete Katze, ein vergifteter Hund, Polizei, Staatsanwaltschaft, Anwälte, Gerichte, Versicherungen, Presse. Wenn Du nicht gerade die Konstitution und Mentalität eines Elitesoldaten hast, wirst Du irgendwann verkaufen wollen. Und selbst wenn Du wild entschlossen bist, den 3. Weltkrieg gegen Deinen Nachbarn zu führen und zu gewinnen - Deine Frau wird unbedingt verkaufen wollen. Dann aber, lieber Benedikt, wirst Du jeden Interessenten wahrheitsgemäß und vollumfänglich über die sehr spezielle Situation dieser fabelhaften Immobilie aufklären müssen, sonst ist laut Grundsatzurteil des BGH ein eventueller Kaufvertrag bei Beschwerde null und nichtig. Wieder wirst Du Dich nach langlaufenden Bonds mit 6er-Coupon sehnen, glaube mir.
Was die Kirche anlangt - als guter Investor ist sie nicht aufgefallen, eher regelmäßig durch beachtliche Schieflagen. Sie versteht schon von Gott nicht viel, sonst würde sie ihn wie die Naturwissenschaften ehrlich und unvoreingenommen über seine Schöpfung studieren, anstatt die Behauptungen der alten Juden über Gott auch nach 2000 bis 3000 Jahren noch für bare Münze zu nehmen und in ein Instrument zum Aufbau und Erhalt weltlicher Macht zu formen. Woher also sollte dann erst die Kompetenz der Kirche beim Investieren kommen? Mir fällt da nur göttliche Eingebung und die Unfehlbarkeit des Papstes ein.
@ Ronin [#25]
Es ist ja nicht so, das jedes Investment auch mit einem Profit abgeschlossen werden muss bzw. kann.
Wenn wirklich der Fall eintritt das man Ärger hat mit seiner Wohnimmobilie, dann ist das halt so. Verkaufen kann man immer, ist eben die Frage des Preises und vor allem des Einkaufspreises.
Gewerbliche Immobilien (davon kann ich ein Lied singen) stehen ja auch nicht auf meiner Liste.
Die Kirche hat meist dann Geld verloren, wenn Sie von ihren ursprünglichen
Ansätzen abgerückt ist, und wegen einem Prozent mehr den neumodischen Finanzinstrumenten gehuldigt hat.
Aber da stehen Sie ja nicht alleine im Raum.
Zur fachkundigen Konzentration kann ich nur sagen, das man sich sehr viel davon aneignen kann, aber letztendlich hat man damit unvorhersehbare Ereignisse nicht im Griff. Grundsätzlich ist alles möglich, auch das Gegenteil davon.
Viele Investoren welche an der Börse erfolgreich sind oder waren glauben immer alles ihrer Kompetenz zuschreiben zu müssen. Oft und in den meisten Fällen spielt auch das Glück eine nicht unmassgebliche Rolle bei dem ganzen.
@ benedikt54 [#26]
"Oft und in den meisten Fällen spielt auch das Glück eine nicht unmassgebliche Rolle bei dem ganzen"
Das würde ich unterschreiben.
@ benedikt54 [#24]
Absolute Zustimmung. Ich glaube fast, Du bist mit dem Papst ein bißchen verwandt. Einen ähnlichen Forumsnamen hast Du ja schon.
Die Medici, der Schlieker, der olle Flick, Frau Schickedanz, Borgward, GM, alle haben sie dramatisch an assets eingebüßt oder gar pleite gemacht.
Und die Kirche steht seit 2 Jahrtausenden da wie eine 1 (zumindest finanziell, auch wenn offiziell immer gejammert wird). Nenne mir eine Institution, die es sich leisten kann, so viele unrentable Zweigstellen über so viele Jahrehunderte zu erhalten. Die Nachhaltigkeit der Investments ist enorm. Interna weiß ich leider keine, aber in diesem thread wurden schon einige der eisernen Grundgesetze genannt.Super-beitrag von Benedictus!
Zum Beitrag 25 von Ronin.
Wenn Du einen Supermarkt besitzt, dann spielst Du sowieso in einer anderen Liga, von der wir Normalsterbliche nur träumen können. Aber dann hast Du hoffentlich die ersten 10 Immos etwa gleich gewichtet und ab der Bundesliga nicht gleich 50% Deines Vermögens in einen einzelnen Supermarkt investiert. Und wenn Du 10 SuMä mit akzeptablem EK geschultert hast, dann drückt Dich ein Leerstand bei einem oder 2 Objekten nicht in die Illiqudität. Falls doch, bist Du zu risikobereit gewesen, man könnte es auch drastischer ausdrücken. Aber aus Deinen Beiträgen zu schließen, bist Du eher einer, der eine Nase voraus ist.
MfG
hw
@ hardworker [#28]
Damit hier keine falschen Vorstellungen entstehen:
Die beiden Beispiele in #25 zu Schieflagen mit Immobilien habe ich nicht selbst erlitten, sondern aus meinem großen Bekanntenkreis erfahren. Es dürften im übrigen keine Einzelfälle sein.
Ich besaß mal zusammen mit einigen Familienmitgliedern ohne Einsatz von Fremdmitteln einen großen Supermarkt, und da war dann schon ein relativ großer Anteil des Vermögens gebunden, wenngleich natürlich nicht 50 %. Jedenfalls war mir die Diversifizierung, die Du mit Recht ansprichst, im Immobilienbereich nicht möglich, auch aus zeitlichen Gründen, weil ich damals Geschäftsführer in einer ganz anderen Branche war. Und deshalb habe ich auch bei guter Gelegenheit meine Anteile verkauft. Den meisten Immobilieninvestoren ist eine angemessene Diversifizierung und gleichzeitig der Verzicht auf Fremdmittel nicht möglich, und das schafft eine Risikokonstellation, die alles übersteigt, was der Durchschnittsbürger mit dem Begriff Immobilie verbindet.
Ich kenne persönlich einen großen Privatinvestor, der mehr als 10 Supermärkte sein eigen nennt, aber mit erheblichen Fremdmitteln arbeitet. Ich kann Dir versichern, daß ihm ein längerer Leerstand von 2 Objekten das Genick brechen könnte. Er stand vor einigen Jahren vor der Insolvenz, weil ihm aufgrund von Leerständen seine wichtigste Bank die Kreditlinie nicht verlängern wollte. Im Grunde genommen ist er voll in der Hand der wenigen verbliebenen Handelsketten und der Banken. Man ahnt gar nicht, wie arm und erpressbar Reiche manchmal dastehen können.
Kurz zur Kirche: Soweit die Kirche angeblich finanziell gut dasteht (da habe ich allerdings ganz andere Informationen) sollte man bitte nicht vergessen, daß sie völlig unabhängig von ihren Investments Anteil hat am höchst weltlichen Steuermonopol des Staates. Da brauchen die Investments nicht viel abwerfen, da kann man auch Schieflagen kaschieren. Aber wenn Du konkrete Informationen hast über "die Nachhaltigkeit der Investments" der Kirche, solltest Du sie posten, das wäre durchaus interessant.
@ Ronin [#29]
In den guten Zeiten brachten Supermärkte Renditen um die 8% und sogar manchmal zweistellig. Die wurden von den Banken sogar Vollfinanziert.
Aber wie Du vollkommen richtig schreibst liegt darin ein Risiko ungeahnten Ausmasses.
Die Risiken sind aber letztendlich immer durch die Einbindung von Fremdmitteln latent. Je höher die Fremdmittel so riskanter wird die Angelegenheit.
Ein Fakt, der aber auf alle Investments zutrifft.
Letztendlich ist ein Derivat ja auch nichts anderes als ein zeitlich begrenzter Kredit mit einem minimalen Anteil an EK.
Und eine Bank ist kein Partner, die wird es dann zum Partner wenn Sie selbst durch das Investment was sie finanziert in Nöte kommt.
@ benedikt54 [#30]
Letztendlich ist ein Derivat ja auch nichts anderes als ein zeitlich begrenzter Kredit mit einem minimalen Anteil an EK.
Das ist richtig. Der Unterschied zur Immobilie oder anderen Investments besteht darin das das Derivat (zu mindest im Falle der wichtigsten Futures) liquide ist und fast jeder Zeit bei geringem Spread zu Geld gemacht werden kann.
Bei einer Immobilie muss man im Falle eines schnellen Verkaufs einen riesigen Spread mitbezahlen. Und selbst dann ist schnell immer noch relativ und eine Frage von mehreren Wochen. Es gibt ja nicht umsonst den Spruch: Besitz (Sachwerte) bindet
@ Ronin [#23]
Dann tauscht man seine Forderungen besser rechtzeitig in Bargeld, Bücher, Waffen, Werkzeug, technische Geräte und einen großen Bauernhof mit einer kleinen Privatarmee...
Warum einen auf Rambo machen? Wäre es nicht einfacher in die Schweiz oder in ein anderes sicheres Land zu ziehen? Das muss natürlich rechtzeitig geschehen, weil im Falle eines Falles machen die Eidgenossen die Grenze dicht. Aber so ein Bauernhof mit Privatarmee und Harem kann man auch nicht von jetzt auf gleich erwerben.