Marzell
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Einführung bzw. Ablehnung von Eurobonds

hinter den Kulissen wird um die Einführung von Eurobonds verhandlet. Wobei ich "Einführung" nicht gerne schreibe, denn es scheint, als gebe es keine Alternative dazu.

Die verschuldeten Staaten Italien und Griechenland sind logischerweise für die "Einf" von Eurobonds. Sie sehen es als Mittel, von der EU an neues Geld zu kommen und dies von einer Institution, die nicht mehr von nationalen Gremien kontrolliert wird, sonder überwiegend von Lobbyisten beherrscht wird.

Auch Banken sind aus naheliegenden Gründen für die "Einf" von Eurobonds. Denn; erhalten die Schuldnerstaaten Geld der EU, so kann damit die Rückzahlung von fälligen Anleihen gesichert werden. Auch im Prinzip bereits ausgefallene Anleihen können zurückgezahlt werden. Die Banken sind damit fein raus. Das Risiko des neuen Geldes trägt die EU, bzw. die Steuerzahler der EU Staaten.

Die Bürger der Staaten sollten sich gegen derlei Geschäfte wehren.

Die Schulden der Schuldnerstaaten sind ein Problem, das Schuldner und Gläubiger selbst lösen und aushandeln müssen. Neues Geld prolongiert diesen Zustand lediglich.

Grüsse
Marzell

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/seilziehen_um_die_umstrittenen_eurobonds_1.11905991.html

Seilziehen um die umstrittenen Eurobonds
Italien und Frankreich machen Druck auf Deutschland
Der italienische Finanzminister Tremonti (rechts) und Lega-Nord-Minister Roberto Calderoli versprechen sich viel von Eurobonds. (Bild: Imago)
Italien fordert zur Lösung der europäischen Schuldenkrise eindringlich ein gemeinsames Handeln der EU-Länder und schlägt dazu die Einführung von Eurobonds vor. Auf Frankreichs Präsident Sarkozy will offenbar in Deutschland für die gemeinsamen Staatsanleihen werben.
(sda/dpa/Reuters/tsf.) Das hoch verschuldete Italien ist zunehmend ins Visier der Finanzmärkte geraten. Die Europäische Zentralbank (EZB) sah sich vergangene Woche denn auch veranlasst, italienische Anleihen zu kaufen. Die Renditen sind seitdem wieder gesunken. Im Gegenzug für diese Hilfe der EZB beschloss das Land ein zusätzliches Sparpaket im Volumen von 45 Milliarden Euro. Italien hat eine doppelt so hohe Verschuldung wie in der EU erlaubt ist.

«Wir wären nicht da, wo wir jetzt sind, wenn wir Eurobonds gehabt hätten», begründete Finanzminister Giulio Tremonti am Samstag seine Forderungen nach den gemeinsamen Staatsanleihen. Tremonti sagte an einer Pressekonferenz, viel hänge davon ab, was in den nächsten Tagen über und für Europa beschlossen werde. Er verwies darauf, dass auch Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker für Eurobonds sei. Auch Griechenland findet die Idee nach Angaben eines Regierungssprechers gut. Das Land musste als erstes Mitglied der Euro-Zone Hilfen in Anspruch nehmen, weil es sich aus alleiniger Kraft nicht mehr refinanzieren konnte.

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Gipfel zur Schuldenkrise
Der neuerliche Vorschlag Italiens für die Schaffung von Eurobonds kommt nur kurz vor einem deutsch-französischen Gipfel am Dienstag zur Schuldenkrise in Paris. Im Hinblick auf den Gipfel soll jetzt gemäss Medienberichten auch der französische Präsident Sarkozy für die gemeinsamen Staatsanleihen der Euro-Zone. Offiziell geht es bei dem Treffen um Vorschläge zur Stärkung der wirtschaftspolitischen Steuerung der Eurozone. Sarkozy muss seinem Land die Bestnote AAA der Ratingagenturen erhalten, um weiterhin günstige Kredite zu erhalten. Doch die Wirtschaftskraft des Landes erlahmt, so dass die angepeilte Haushaltssanierung vor dem französische Wahljahr 2012 noch grössere Spar-Anstrengungen erfordert.

Deutschland hat bisher die Einführung der Eurobonds strikt abgelehnt. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble und Wirtschaftsminister Philipp Rösler sprachen sich auch am Wochenende noch in verschiedenen Interviews gegen Eurobonds aus.

«Ich schliesse Eurobonds aus, solange die Mitgliedstaaten eine eigene Finanzpolitik betreiben und wir die unterschiedlichen Zinssätze benötigen, damit es Anreize und Sanktionsmöglichkeiten gibt, um finanzpolitische Solidität zu erzwingen», sagte Schäuble beispielsweise dem «Spiegel». Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler sprach sich im «Handelsblatt» gegen die Eurobonds aus. «In einem Europa, in dem jeder Mitgliedstaat selbst Verantwortung übernehmen sollte, halte ich eine gemeinsame Euro-Anleihe für den falschen Weg», sagte er der Zeitung laut Vorabbericht.

Deutscher Widerstand
Allerdings berichtete die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf nicht näher präzisierte Regierungskreise, eine europäische Transferunion mit gemeinsamen Euro-Anleihen werde mittlerweile als letztes Mittel im Kampf gegen die Euro-Krise nicht mehr ausgeschlossen.

Der italienische Finanz- und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti sagte, die Erwartungen an das Treffen der beiden einflussreichen Politiker seien sehr hoch. Die Sorgen sind tatsächlich gross. So äusserte sich auch Grossbritannien als Nicht-Euro-Land zur Krise. Auf die Frage, ob die einzige Antwort auf die Krise eine Art der Finanzunion sei, sagte der britische Finanzminister George Osborne im BBC-Radio: «Die kurze Antwort ist ja». Was auf dem Spiel steht, ist nicht weniger als die Zukunft des Euro.

Auch der legendäre Hedge-Fonds-Gründer George Soros, der unter anderem mit Währungsspekulationen ein Milliardevermögen angesammelt hat, sprach sich unterdessen für eine Einführung von Eurobonds aus. Gleichzeitig appellierte er an Länder wie Deutschland als stärkstes Land der Gemeinschaft, diese Lösung mitzugestalten. Nur so lasse sich eine neue Bankenkrise und eine weltweite Depression abwenden.

Wie funktionieren die Eurobonds?
(sda/dpa) Eurobonds - über kaum etwas anderes wird in der Euro-Schuldenkrise so heftig gestritten. Für die einen wären sie die Rettung der Währungsunion, für andere deren Untergang. Wie würden diese gemeinsamen europäischen Staatsanleihen funktionieren?

Laut einem Plan aus Brüssel würde eine noch zu gründende europäische Schuldenagentur Anleihen begeben, für die alle Euroländer gemeinsam haften würden. Die Idee: Hoch verschuldete Krisenländer wie Griechenland und Italien könnten sich - dank Eurobonds - am Rentenmarkt wieder zu relativ günstigen Konditionen Kredite besorgen.

Laut Befürwortern wie Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker soll parallel ein Anreizsystem für verschuldete Euroländer geschaffen werden, ihr Defizit abzubauen. Denn Kritiker warnen: Der Anreiz, sich auf Kosten anderer zu verschulden, würde sich durch eine gemeinsame Haftung massiv erhöhen.

Eurobonds sollen nationale Staatsanleihen ergänzen, aber nicht ersetzen: Die Papiere sollen einen Teil der nationalen Schulden auf europäischer Ebene bündeln. Ein grosser Teil der Schulden soll aber nach wie vor zu nationalen Zinssätzen verzinst werden, wie Juncker betont. Dies sieht er als Weg, die Spekulationen an den Finanzmärkten gegen den Euro dauerhaft zu stoppen.

Solide Länder wie Deutschland lehnen den Vorschlag auch deshalb ab, weil Eurobonds ihre Bonität belasten dürften. Schliesslich sässe Deutschland dann erst Recht mit Griechenland und anderen hochverschuldeten Ländern in einem Boot. Dies würde zu höheren Zinsen führen. Ausserdem würden dann - so formulieren es die Eurobond-Gegner - deutsche Steuerzahler für Schulden anderer mithaften, die zuvor über ihre Verhältnisse gelebt haben. Und nicht wie derzeit davon profitieren, dass deutsche Staatsanleihen sehr gefragt und damit für den Staat günstig sind.

Umstritten ist auch, wie realistisch es ist, dass langfristig nationale Bonds neben europäischen bestehen können. Experten befürchten, dass ein Grossteil der Anleger in den vermeintlich sicheren Hafen einer europäischen Gemeinschaftsanleihe flüchten würde. Neue Anleihen aus Ländern wie Griechenland und Portugal würden dann kaum noch oder gar nicht mehr gezeichnet. Im Endeffekt - so die Befürchtung - wären diese Länder zur Finanzierung ihrer Nettokreditaufnahme vollständig auf Eurobonds angewiesen.

Geschrieben von Marzell am
sbendel
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12 Jahre 9 Monate

Eurobonds sind die "last line of defence". Danach stehen die Spekulanten dann direkt vor Berlin. Naja, oder so ählich...

F
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12 Jahre 9 Monate

Es führt kein Weg daran vorbei.

Wiegesagt, der Zug ist abgefahren, das Kind ist in den Brunnen gefallen, der Käs´ ist gegessen oder die "Bär (Birne) ist geschält".

Alles Sprichwörter für "es ist passiert und das Resultat sind die Fakten" oder "Status quo".

Auf einmal mit hektischen Sparanstrengungen anzufangen, die in die jetztige Situation überhaupt nicht hingehören, da sie kontraproduktiv und äusserst schädlich für die Wirtschaft sind, bringt nichts.

Der Geldwert hat schon unwiederbringlichen Schaden genommen, da hilft auch die Sparsamkeit der Schwäbischen Hausfrau nichts mehr.

Ja, Eurobonds gehören her.

Aber auch fähige und kompetente Leute in die solche Anleihen emittierenden Zentralstellen, die zukünftig richtig über die Verteilung der Mittel und "Limiteinhaltungen" wachen.

Ich schlage vor, dass man sich im Terminmarktwelt-Forum umschauen sollte. Viele Mitglieder könnten es besser, als wie es bis jetzt gemanaged wurde.

Hier sitzt die Kompetenz !

In diesem Sinne noch einen schönen Abend.

Übrigens, ich bin ja regelmässiger "10 vor 10" Seher (10 vor 10 ist die Nachrichtensendung des Schweizer Fernsehens) und ich bin erstaunt über die hohe ökonomische Fachkompetenz der einzelnen Moderatoren.

Sieht man auf den hiesigen Kanälen selten.....

tomxy
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12 Jahre 9 Monate

Die Frage ist, wo würde so etwas beschlossen?

Da könnt ihr mir mal etwas Nachhilfe geben. Ich vermute im Rat für Wirtschaft und Finanzen?

Dort haben die kleineren Länder ein sehr hohes Gewicht.

Siehe aktuelle Stimmengewichtung EU 27:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rat_der_Europ%C3%A4ischen_Union

Klar dafür sein werden auf den ersten Blick wohl

Italien 8,4%
Frankfreich 8,4%
Spanien 7,8%
Griechenland 3,5%
Portugal 3,5%
Irland 2,0%

wären in Summe 33,6%

Habe ich noch jemanden vergessen?

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

"Wir brauchen die Eurobonds"

Heute habe ich diese Aussage von den Roten gehört. Die Gewinner der heutigen Wahl.

Ich bin in der Tat kein Roter, Grüner, Gelber oder sonstwas, aber bitte

bei solchen Aussagen kann ich nur sagen

Bitte, Bitte, Bitte nicht diese Trottel an die Macht.

zentrader
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12 Jahre 9 Monate

@ benedikt54 [#5]

m.E. ist die Frage bzgl. der Eurobonds nicht klar zu beantworten, zumal es ja unterschiedlichste Auslegungsmoeglichkeiten gibt. Die Experten (ich meine jetzt nicht die von Dir zitierten Politiker, sondern Volkswirtschaftler) sehen dies aktuell aehnlich kontrovers. Anbei zwei Beispiele (eins pro - eins contra):

http://www.zeit.de/2011/35/Eurobonds-Pro-Contra

ciao,
zentrader

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ zentrader [#6]

Ich gehe die Sache mit einem gesunden Menschenverstand an, wie auch damals bei der Einführung des Euros.

Ein Land das seit Einführung des Euros sich an keinerlei Vereinbarungen gehalten hat, wird das auch künftig nicht tun. Die in 2008 geforderten Massnahmen wurden in keinster Weise erfüllt, im Gegenteil.

Wer hier noch glaubt das sich das ändern wird ist von allen guten Geistern verlassen.

Die Konsequenzen sind nämlich dann ein sich in Europa angleichender Zins und der macht uns das Leben noch teurer.

Den Verantwortlichen steht das Wasser mehr als nur noch bis zum Hals.
Sie haben alle gültigen Verträge gebrochen die man brechen kann und jetzt zuzugeben das das Konstrukt Euro gescheitert ist wird denen niemals einfallen.

Wie ich schon einmal geschrieben habe, Sie treiben das ganze bis zur bittersten Neige.

Die Majas sehen den Weltuntergang in 2012. Die Welt geht wohl nicht unter im Sinne von verschwinden, aber 2012 wird in der Tat ein Jahr des ökonomischen Desasters werden.

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zorrie
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12 Jahre 9 Monate

Die PIGS müssen zum Sparen gezwungen werden. Das es geht, sieht man an den Sparprogrammen. Und das es ohne Druck nicht geht, sieht man ebenso. Kaum war der Zins-Druck weg, wg. den EZB-Kaufprogramm für u.a. Italienische Staatsanleihen, wurden große Teile der Sparprogramme wieder auf Eis gelegt.

http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,783309,00.html
Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi packt sein drastisches Sparpaket nach heftigen Protesten vor allem aus den Kommunen noch einmal um und verzichtet auch auf eine neue Supersteuer. Nach langen Verhandlungen mit dem Koalitionspartner Umberto Bossi von der Lega Nord streicht die Mitte-Rechts-Regierung aus dem Spardekret wieder die zunächst geplanten Zusatzsteuern von 5 bis 10 Prozent für Besserverdienende mit Jahreseinkommen von mehr als 90 000 Euro, wie Berlusconis Büro mitteilte. Die Regionen und Kommunen sollen um etwa zwei Milliarden Euro weniger als zunächst vorgesehen bluten müssen.

So einfach sind die Zusammenhänge. Alles andere Argumentieren ist Augenwischerei.

Dabei sitzen wir Deutschen auf einem zu hohen Ross. Die meisten anderen Regierungen sollen auch zum Sparen gezwugen werden. Hier sind die Finanzmärkte aber noch gnädig.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ zorrie [#8]

Das es geht, sieht man an den Sparprogrammen.

Wo konkret wurden denn bereits Erfolge erzielt?

Vor kurzen kam erst eine EU-Delegation frustriert aus Griechenland zurück. Die 2008 auferlegten Programme wurde nicht ansatzweise erfüllt.

Also woher kommt die Aussage das es geht?

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zorrie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ benedikt54 [#9]
Also woher kommt die Aussage das es geht?

OK, ich war unkonkret (Du bist es übrigens auch).

"Das es geht" meinte ich im Sinne von "in die richtige Richtung". Auch wenn das jetzt zu spät ist.
Nicht im Sinne von "alle zusammen auf einen grünen Zweig kommen" oder "Lösung, die auf Jahre hinaus trägt".

gautama2
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12 Jahre 9 Monate

Solange die PIGS wissen, dass sie Geld bekommen weil die anderen Angst haben dass sonsz alles zusammenbricht, und dauernd erzählen, dass der Euro gerettet wird koste es was es wolle, solange werden die auch ncith sparen. Da wären sie ja auch schön doof.
Erst wenn der Markt sie zwingt, weil sie sich nciht mehr refinanzieren können und die anderen Staaten auch langsam zu hohe Zinsen zahlen müssen, wird sich etwas ändern. Aber dann ist mal wieder alles zu spät und die Europaidee im Eimer. Danke Angela.

zentrader
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@ benedikt54 [#7]

'http://www.terminmarktwelt.de/Redaktion/forum/tforum.pl?SE=1;ass=1'

anbei noch ein interessanter Artikel ueber eine moegliche praktische Umsetzung und die Grenzen eines solchen Euro-Bonds:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.eurobonds-erfinder-im-interview-eurobonds-nicht-mit-heisser-nadel-stricken.e55f62be-0ef2-4558-8275-6a817168c5f5.html

Ich weiss zwar auch nicht, was die beste Loesung ist, aber dieser Vorschlag sieht fuer mich (bin nur Ingenieur - kein Banker oder Finanzfachmann) zumindest deutlich professioneller aus, als das was Merkel, Sarkozy & Co. bzw. deren Berater seit dem Fruejahr 2010 mit ihren permanent geflickten oder nachgebesserten Rettungsschirmen so produzieren... :-)

ciao,
zentrader

Envelo
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12 Jahre 9 Monate

Vor kurzem habe ich einen hervorragenden Kommentar von Rolf-Dieter Krause bei der ARD gelesen. Hat mich echt gewundert, dass es sowas beim Staatsfernsehen überhaupt gibt.

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/rdkrause100.html

Bei ihrem letzten Gipfel haben die Staats- und Regierungschefs der Eurozone einen aus der Sicht vieler Fachleute fatalen Beschluss gefasst, so fatal, dass manche sich fragen, ob etwa die deutsche Bundeskanzlerin wirklich gewusst hat, was sie da unterschrieb.

Der Beschluss findet sich in Ziffer 3 der Gipfelerklärung vom 21. Juli. Hier die Kernsätze im Wortlaut: "Wir haben beschlossen, die Laufzeit künftiger EFSF-Darlehen* an Griechenland so weit wie nur möglich von derzeit 7,5 Jahren auf mindestens 15 und bis auf 30 Jahre mit einer tilgungsfreien Zeit von zehn Jahren zu verlängern. (...)Wir werden EFSF-Darlehen zu Zinsen zur Verfügung stellen, die denen der Zahlungsbilanzfazilität (derzeit ca. 3,5 Prozent) entsprechen und die nahe bei, jedoch nicht unter den EFSF-Finanzierungskosten liegen."

Im Klartext: Griechenland muss sich nicht mehr um das Vertrauen privater Anleger und Investoren bemühen. Es bekommt alles Geld, das es braucht, von seinen europäischen Partnern, dies auf lange Sicht und zu einem Zinssatz, der praktisch genau so hoch ist wie der Zinssatz, den Deutschland für ähnlich langlaufende Anleihen zahlen muss.

Damit ist für Griechenland der paradiesische Zustand der ersten Euro-Jahre wieder hergestellt: Das Geld kommt sicher, und es kommt zu extrem niedrigen Zinsen. Das Land hat keinerlei Grund mehr, sich anzustrengen und die Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu korrigieren.

Envelo
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Da kann ich nur sagen: Richtig so, S&P!

http://www.handelsblatt.com/sundp-wuerde-euro-bonds-als-ramsch-einstufen/4571750.html

S&P würde Euro-Bonds als Ramsch einstufen
03.09.2011, 15:37 Uhr

„AAA“, „B+“, „CC“ – wie würden Ratingagenturen eine gemeinsame Euro-Anleihe bewerten? Für Standard & Poor's ist ein solcher Bonds Ramsch, wenn zum Beispiel Länder wie Griechenland dabei wären.

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Envelo [#14]

Danke für das Einstellen des Beitrags.

Sie haben Recht, man wundert sich das so ein Beitrag im öffentlich rechtlichen gesendet wird, oder ist es nicht langsam bezeichnend.

Ich hatte mal persönlich mit unserem Bundestagsabgeordneten unseres Landkreises eine Besprechung zur damaligen Immobilienkrise.

Ich kann und darf Ihnen versichern, diese Leute haben Null, Null Ahnung was Sie an Gesetzen verabschieden.

Sein Kommentar zur damaligen Krise, ja da haben wir uns leider die falschen Experten geholt. In der Politik kaschiert man seine persönliches Unvermögen indem man sich externe Fachkompetenz einkauft.

Allerdings kaufen die immer nur Experten ein die Ihnen das erzählen was Sie gerne hören wollen.

F
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Archie
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12 Jahre 9 Monate

@ Paljusevic, Franjo [#16]
Starbatty hat es ja schon selbst prophezeit: Ein klares Urteil mit handfesten politischen Konsequenzen ist nicht zu erwarten. Wischi-Waschi wie gehabt!

Doringo
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Mit der Einführung der Euro-Bonds kann man das System noch 2-3 Jahre länger aufpumpen,spätestens dann kommt der finale Schuss
Europa wird erst dann ein geeintes Europa sein, wenn ALLE Länder so arm wie Bulgarien, Griechenland oder Zypern sind.

tantan
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12 Jahre 9 Monate

@ Doringo [#18]

Man kann nicht alle gleich reich machen, sondern nur gleich arm!

peterg
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ich weiß nicht ob ich da etwas missverstanden habe:

Wenn S & P Eurobonds gemäß dem schlechtesten Schuldner raten würde, bedeutet das doch, dass viele Großinvestoren Fonds, Versicherungen, etc. schon aufgrund ihrer Statuten diese Bonds nicht kaufen dürften.

Damit wären doch Eurobonds praktisch gestorben, oder ?

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ peterg [#20]

Dann ändert man halt die Statuten, oder die Ratingagenturen rudern zurück, was sie ja eh schon angekündigt haben.

zentrader
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ peterg [#20]

"...Eurobonds praktisch gestorben,oder?..."

Sag niemals nie:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,799618,00.html

Nachschlag:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,799677,00.html

ciao,
zentrader

Doringo
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Die Lüge von der stabilen Währung: Wie Politiker den Euro als D-Mark-Ersatz lobten

[Beitrag nicht zulässig, da keine Genehmigung des Spiegels vorliegt)

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Doringo [#23]

Klasse, danke,

genau sowas habe ich gesucht.

Man kann solche Leute nur mit ihren eigenen Zitaten als das entlarven was sie wirklich sind, nämlich keine Wirtschaftsexperten sondern Politiker mit Wunschdenken.

Archie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ benedikt54 [#24]

Für echte Vollblutpolitiker überhaupt kein Problem. Es lebt sich am besten mit Adenauers altbekannter Maxime: »Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.«

sbendel
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Vielleicht sollten wir die Pensionen der relevanten Entscheider einfach mal langfristig im Voraus festlegen? Meinerwegen dürfen sie dann 2030 gerne 10k EUR pro Monat bekommen. (Ob die dann noch überwiesen werden oder man sich die Scheine einfach aus dem Altpapier ziehen kann?). Man muss halt eifach die Motivation richtig setzen.

zentrader
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

...und die Euro-Bonds ruecken naeher:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,828211,00.html

ciao,
zentrader

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