Richard Ebert
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Einlagensicherung: Große Sprünge mit leerem Beutel ?

Große Sprünge mit leerem Beutel = Management by Känguruh

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Einlagensicherung: Das große Versprechen

Von Michael Brackmann, Jens Münchrath und Frank M. Drost

Handelsblatt, Düsseldorf/Berlin (19.02.09) - Das Bundeskabinett hat nur eine kleine Reform der Einlagensicherung auf den Weg gebracht. Was das für die Sparer heißt.

Die Spareinlagen deutscher Bankkunden sind so sicher wie das Amen in der Kirche - zumindest dann, wenn das Institut Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) ist.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/einlagensicherung-das-grosse-versprechen;2162821;0)

Geschrieben von Richard Ebert am
F
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Spareinlagen waren im Vorkriegsjugoslawien komplett durch den Staat garantiert. Interessant ist in dem Bezug ein Fall, der vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gelandet ist.

https://wcd.coe.int/ViewDoc.jsp?id=1161413&BackColorInternet=F5CA75&BackColorIntranet=F5CA75&BackColorLogged=A9BACE

Aus dem Klagetext:

Funds in hard foreign currencies deposited with commercial banks in the SFRY were in general transferred to the National Bank of Yugoslavia in Belgrade in accordance with the legislation applicable at the time. Accounts in hard foreign currency were guaranteed by the SFRY. Owing to the monetary crisis, withdrawal of hard foreign currency from such so-called “old savings accounts” was progressively restricted by legislation enacted during the 1980s and the early 1990s. Since then the applicants or their relatives had generally been unable to gain access to the money in their accounts.

Richard Ebert
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@ Paljusevic, Franjo [#2]

Spareinlagen waren im Vorkriegsjugoslawien komplett durch den Staat garantiert

Was ist denn im Krieg und nach dem Krieg aus den garantierten Einlage geworden ?

War der Nominalwert garantiert oder auch die Realwert-Rückzahlung des durch die Inflation entwerteten Geldes ?

Ansonsten sind mir Vergleiche des Europa 2009 mit Jugoslavien oder Montenegro aus der Zeit vor dem Krieg höchst fraglich. Die Finanzwelt dieses Jahres hat absolut nichts mehr mit der vor nur zwei Jahren zu tun.

F
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Nun die Frage ist relativ leicht zu beantworten. Soweit es Deviseneinlagen waren, haften die Nachfolgestaaten für diese Sparguthaben = eine langwierige und für die Sparer nervenaufreibende Abstotterung der jeweiligen Beträge.

Für montenegrinische Sparer ist noch eine ziemlich gute Regelung herausgekommen. Die Sparguthaben wurden in spezielle montenegrinische Euro-Staatsanleihen (Zero-Bonds) zu jeweils 12 Tranchen konvertiert. Jeweils im Juli eines jeden Jahres wird die dann fällige Tranche direkt bei der montenegrinischen Zentralbank zu 100 % ausgezahlt. Es besteht auch die Möglichkeit die jeweiligen Tranchen an der Börse zu handeln.

Die letzten fälligen Tranchen der Jahre 2016 und 2017 werden jederzeit vom montenegrinischen Staat zu 50 % gekauft.

Ähnliche Regelungen gab es bis auf Bosnien-Herzegowina -dort steht eine Regelung bis heute noch aus- in den anderen Nachfolgestaaten. Guthaben -inklusive Zinsen- in Dinaren wurden von der Hyper-Inflation komplett aufgefressen. Davon blieb nichts mehr übrig.

Das heutige Europa mit der SFRJ zu vergleichen ist meines Erachtens keinesfalls fraglich. Stark defizitäre Banken und Industriekomplexe wurden in der SFRJ bis zum Jahre 1990 vom Staat durch gewaltige Kapitalspritzen aufrechterhalten, die aufgrund des ausgeuferten Staatsdefizits allesamt aus der Notenpresse kamen und letztendlich eine Hyperinflation ungeahnten Ausmasses schafften.

Jugoslawien ist auch Aufgrund des damaligen Föderativen Charakters ein gutes Beispiel. Selbstredend sind auch die damalige DDR, Polen, CSSR, Ungarn, Rumänien oder Bulgarien als gute Negativbeispiele zu betrachten. Aber die SFRJ war ein Staatenbund, der eine einheitliche Wirtschaftslinie verfolgen musste und auch keine klassische Sozialistische Volkswirtschaft, sondern eine Mischung aus westlichen und östlichen Wirtschaftssystemen war.

Was ist heute in Europa oder den USA anders ? Vielleicht die Massstäbe und die zugrundeliegende Qualität der Volkswirtschaften, aber im Grundsatz begeben sich beide mit einer Praxis der zwanghaften Wirtschaftserhaltung durch unbegrenztes Zentralbankgeld auf eine gefährliche Gratwanderung, die ziemlich schnell in die Hose gehen kann. Es gibt nichts Unkontrollierbareres als eine ausgeuferte Geldmenge. Ich weiss wovon ich spreche.

Richard Ebert
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@ Paljusevic, Franjo [#4]

Guthaben -inklusive Zinsen- in Dinaren wurden von der Hyper-Inflation komplett aufgefressen. Davon blieb nichts mehr übrig.

Exakt das hatte ich im Kopf, als ich von Ihnen las, dass es eine komplette Staatsgarantie gegeben hätte.

F
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Naja, die Guthaben waren ja auch in voller Höhe -nominell- garantiert. Bedeutet aber eine Staatsgarantie auch eine Kaufkraftgarantie ?

Ein persönliches Beispiel von mir.

Ich hatte im Jahre 1989 bei einer Filiale einer slowenischen Bank in Podgorica ein Dinar-Konto eröffnen lassen. Zinssätze von mehreren 1000 % liessen damals eine Anlage auch nach Abzug der schon hohen Inflation profitabel erscheinen.

Die Einlage waren nur 400 DM, von der Bank sofort in Dinare konvertiert, ziemlich genau 10 Millionen Dinare. Im nächsten Urlaub 1990 nach erfolgtem Währungsschnitt hat das Guthaben inklusive Zinsen nur noch 1800 neue Dinare betragen bzw. 126 Millionen alter Dinare - was 257 DM entsprochen hatte (trotz einer guten Verzwölffachung auf Dinar-Basis).

1991 und 1992 liess ich die Jugoslawien-Urlaube ausfallen und kam erst 1993 -im letzten Hyperinflationsjahr- wieder in die dann bestehende "Bundesrepublik Jugoslawien".

Wieder am Schalter der dann nicht mehr slowenischen Bank, sondern einem montenegrinischen Nachfolgeinstitut, legte ich mein Sparbuch vor und wollte nach dem Eintrag der Zinsen für 1990, 1991 und 1992, das Sparbuch auflösen und den Gesamtbetrag auszahlen lassen.

Schön und gut, die Mitarbeiterin rechnete, liess die Zinsen nachtragen und annullierte das Sparbuch. Wieder bei mir am Schalter kam dann die Überraschung.

Leider könne sie mir den Betrag nicht auszahlen, da die Bank nicht mehr über solch kleine Banknoten verfüge.

Aus 400 DM im Jahre 1989 wurden also inklusive Zinsen 0,- DM im Jahre 1993. Die Nominalbeträge waren aber jederzeit durch den Staat garantiert.

Ich hätte bei der Nationalbank in Belgrad sicherlich die entsprechende Note bekommen, die im übrigen in Mengen -so etwas habe ich noch nie gesehen- in Podgorica auf der Strasse lagen.

Richard Ebert
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Lehman und die Folgen: Bankenverband will Einlagensicherung reduzieren

Von Ulric Papendick

Manager-Magazin.de, Hamburg (20.08.09) - Der Lehman-Zusammenbruch hat dem Einlagesicherungsfonds seine Grenzen aufgezeigt. Nun diskutiert der Bundesverband deutscher Banken nach Informationen von manager magazin über eine Senkung der Haftungsgrenzen. Zusätzlich wird überlegt, die Entschädigung künftig auf private Investoren zu beschränken.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,643919,00.html)

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