Entgangene Gewinne durch zu zeitig geschlossene Trades
Wer kennt es nicht, man geht einen Trade ein, wartet lange, schliesst mit kleinem bis mittlerem Profit, und danach geht die Party ab.
Besonders bei Trades mit viel Kapitalbindung ist es, im Nachhinein betrachtet, sehr enttäuschend.
So zB ist es gestern mir wieder geschehen.
Zwei Standardlots im EURUSD long gewesen, somit 200K, bei rund 1,1230.
Bei rund 1,1250 gehe ich raus, also ca. 400 USD Gewinn.
Ganz ok für einen Tag. War mein einziger Trade.
Was danach geschehen ist, kann ja jeder selbst im Chart sehen.
Hätte man den Move voll mitgenommen, wären es fast 2000 USD gewesen.
Wäre man overnight dringeblieben (was ich bei der Summe nie getan hätte), dann wären es bis heute abend fast 4000 USD gewesen.
Ich wollte mir Retrogradbetrachtungen eigentlich abgewöhnen, aber manchmal dienen sie durchaus zur Analyse der eigenen Vorgehensweise.
Vielleicht können andere ja ähnliche Erfahrungen einstellen.
Der nächste passende Trade, der hier reingehört, wäre eigentlich letzter grosser Trade im Gold, fast gleiche Summe, ähnlicher entgangener Gewinn.
Ja, diese Erfahrung hat sicher schon jeder oft gemacht. Bei mir zuletzt diese Woche mit dem VIX-Zertifikat. 3 Wochen warten, dann mit 10 % Gewinn verkaufen. Noch zwei Tage mehr und es wären über 40 % gewesen.
Was sind wohl die Gründe? Erstens kann niemand verlässlich in die Zukunft schauen, zweitens ist es oft so, dass man längere Zeit in einer Position ist, und sich nichts damit tut. Dann will man das "Teil" wieder los werden, weil man nicht mehr damit rechnet, dass der ursprüngliche Plan aufgeht. Aber oft wäre er halt doch aufgegangen.
Wenn die gewählte Handelstrategie auch Gewinnziele ausweist, sollte der weitere entgangene Gewinn doch kein (mentales) Problem sein. klar freut man sich über windfall profits, aber so ist die Börse: sie gibt und sie nimmt. mach mal eine Auswertung der Situationen, die nachträglich noch Gewinne gebracht hat und vergleiche mit Situationen, wo die Position ins minus gedreht hat. solange da keine deutlichen Abweichungen von 50:50 sind muss man das so akzeptieren. Guten Morgen wünscht SPOMI
@SPOMI
"Wenn die gewählte Handelstrategie auch Gewinnziele ausweist, sollte der weitere entgangene Gewinn doch kein (mentales) Problem sein. klar freut man sich über windfall profits, aber so ist die Börse: sie gibt und sie nimmt. mach mal eine Auswertung der Situationen, die nachträglich noch Gewinne gebracht hat und vergleiche mit Situationen, wo die Position ins minus gedreht hat. solange da keine deutlichen Abweichungen von 50:50 sind muss man das so akzeptieren. Guten Morgen wünscht SPOMI"
Nicht mein Anspruch;-).
schönes Wochende!!! wünscht SPOMI
"Auswertung der Situationen, die nachträglich noch Gewinne gebracht hat und vergleiche mit Situationen, wo die Position ins minus gedreht hat. solange da keine deutlichen Abweichungen von 50:50 sind muss man das so akzeptieren."
100% Zustimmung, genau so muss man das machen.
Man muss sich halt dabei (im positiven) immer ein wenig selbst beschei... Fakt ist doch, und das geht uns allen so das der Markt immer ein Stück weiter läuft als man das noch zuvor dachte oder vorstellen konnte.
Das ist bei kleinen Zeitfenstern so und auch bei den ganz großen mehrjährigen Bewegungen. Das einzigste was du je tun kannst dagegen ist einfach dich strikt an dein Money- und Risikomanagement zu halten. Es darf alles passieren, nur nicht dauerhaft Geld verlieren.
Die "hätte wäre wenn" Geschichten kosten nur Kraft man "träumt" sich in den Gewinn der dann aber defacto nicht verbucht ist. Wenn man sich den Zinsezins Effekt anschaut spielen die "großen" Gewinne in der Kapitalentwicklung keine Hauptrolle. Mein Focus liegt auf dessen Optimierung.