Fed - Nullzinsen - Wie war das in den 1950ern ? 1951 Treasury - Fed accord

https://fraser.stlouisfed.org/docs/historical/trumanlibrary/srf_014_011…
https://fraser.stlouisfed.org/subject/4461#!72998

Die beiden obigen Links führen zu sehr lesenswerten Dokumenten. Es handelt sich dabei um den Sachverhalt des sogenannten "1951 - Treasury - Federal Reserve accord".

Eine "Nullzinspolitik" gab es in den USA ja schon einmal in den 1940ern, die bis in die 1950er Jahre ausstrahlte. Der 2. Weltkrieg musste ja schliesslich auch "zinsschonend" finanziert werden. Auf den Nenner gebracht das Treasury diktierte der Fed niedrige Zinsen, die eine kostengünstige Finanzierung gewährleistete.

Präsiden Truman war ein Befürworter niedriger Zinsen auch deshalb, um die US-Anleihen die in privatem Besitz waren und während des 2. WK gekauft wurden, nicht im Kurs absinken zu lassen.

Anfang der 1950er Jahre entbrannte dann ein heftiger Streit zwischen Fed und Treasury über die Kontrolle und Weiterführung der Geldpolitik. Das Ergebnis war das "1951 - Treasury - Fed accord". In dieser Übereinkunft wurde dem Treasury untersagt die Verbindlichkeiten zu "monetisieren" und das Fed erhielt seine Unabhängigkeit zurück, die sie seit 1942 formal nicht mehr hatte.

Der Unterschied zwischen damals und heute liegt in der Goldbindung des US-$. Seit dem 15.8.1971 existiert diese Goldbindung des US-$ nicht mehr.

Sucht man Daten zu Aktienkursentwicklung, Inflation etc. so sieht man, dass in den 1950ern ein sehr starker Anstieg der Inflation zu verzeichnen war. Gleichzeitig haussierte in den 1950ern der Aktienmarkt in den USA.

Und heute ?

Die US-Verschuldung ist x-mal höher als damals. Eine Goldbindung gibt es seit 1971 nicht mehr. Die Leitzinsen sind quasi bei Null und das Wirtschaftswachstum ist nicht sehr robust. Fehler durch ein zu starkes Ansteigen der Leitzinsen könnten das Wirtschaftswachstum stoppen, ja die Wirtschaft sogar schrumpfen lassen.

Und die Belastung des US-Haushaltes durch erhöhte Zinsausgaben ?

Ich kann mir unter diesen Umständen und mit der historischen Schablone betrachtet beim besten Willen nicht vorstellen, wie es zu einem starken Ansteigen der US-Leitzinsen kommen soll.

In 2001 kostete 1 Gramm Gold 10.- US-$ --- also eine Unze Gold rund 310.- US-$. Wo waren die US-Leitzinsen damals ? Bei ca. 5.5 - 6 %.

Jetzt frage ich einmal -nur das Beispiel Gold im Hinterkopf-. Wie stark müssten denn die Leitzinsen ansteigen -die Attraktivität für Cash sich erhöhen-, um die Feinunze wieder in den Bereich von um die 300.- US-Dollar fallen zu lassen ? Es liegt auf der Hand.

Ziemlich hoch - so hoch, dass es für die US-Wirtschaft, die Weltwirtschaft, sowie für die US-Staatsfinanzierung ungesund wäre.

Also denke ich persönlich -meiner Meinung nach, meines Erachtens-, dass mittel- bis langfristig (kurzfristige Prognosen liegen ir nicht besonders :o) eher eine Inflationierung stattfinden wird, als ein Crash-Szenario, das einem diverse Auguren prophezeien wollen.

Und in dieser Phase der Inflationierung werden Rohstoffe, wie auch Sachwerte -meines Erachtens- nur den Weg nach oben kennen.

Ich persönlich habe diese Blickrichtung gewählt. Wie denkt Ihr darüber ?

Noch eine schönen Abend und eine gute Zeit.

Geschrieben von Franjo am
rodeonrwdeo
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ich habe mir zu diesem Absatz im Text:

"Und die Belastung des US-Haushaltes durch erhöhte Zinsausgaben ?"

folgendes überlegt: eine Zinserhöhung um 1% trifft einen Haushalt mit 100 k$ Kreditumfang mit 1 k$/a

wenn der Spritpreis um 1 $ / Galone steigt liegen die Mehrkosten in der gleichen Grössenordnung (Annahme: 20 kMeilen/a Fahrleistung und ein Verbrauch von 20 Meilen/Galone = 1 k$).  Zur Zeit zahlt man in Florida ca. 2 $/Galone, 3 $ und mehr waren vor ein paar Jahren durchaus üblich. 20 k Meilen/ a Fahrleistung sind insgesamt für eine Familie eher niedrig angesetzt.

Als durchschnittliches Familien- Einkommen habe ich ca. 50 bis 55 k$/a gefunden. Die 1k$/a liegen dann um 2% des Einkommens. Das ist ein Wert, der nicht an der Existenzgrundlage rührt. Über die getroffenen Annahmen lässt sicher streiten, aber die Grössenornung halte ich für realistisch.

Franjo
Mitglied seit
10 Jahre 9 Monate

Ursprünglich meinte ich den US-Staatshaushalt. Aber der private Haushalt hat sicherlich durch die gesunkenen Preise für Kraftstoff einen gewissen Freiraum erhalten.

Die Frage ist nur wie dauerhaft ist das ?

Der steigende US-$ liess die Rohstoffpreise einbrechen. Der Grund für den Anstieg des US-$ ist/war die Aussicht auf zukünftig höhere US-Leitzinsen.

Wie hoch knnen diese Leitzinsen überhaupt steigen. Wirklich frei, den Marktkräften entsprechend ? Ungedeckelt ?

Oder haben die imense Staatsverschuldung, die relativ kurzfristige Fälligkeit eines relativ grossen Teils (während der nächsten vier Jahre) der US-Staatsanleihen nicht doch einen grossen Einfluss, den Leitzinsen einen Deckel zu geben, der irgendwo bei 1 - 1.5 % liegt.

Und was macht der Markt dann ? Meines Erachtens, sobald die Mehrheit der Marktteilnehmer anfängt zu riechen, dass dort zwangsläufig Schluss ist, ein Deckel vorhanden ist, fängt man an panisch zu werden.

Die Kunst ist, den Markt möglichst lange ruhig zu halten. Die Zentralbank-Rhetorik.....

benedikt54
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

franjo

Der entscheidende Faktor für die Inflation ab 1950 war der Koreakrieg. Gleichzeitig wurden in dieser Zeit und das nicht nur in den USA sondern auch Deutschland die Löhne der Produktivität angepasst und das fast jedes Jahr. In dieser Dekade wurden die Menschen am Erfolg beteiligt. Ist ja eigentlich logisch. Mehr Geld, mehr Konsum, mehr Profite und damit steigende Kurse. Das ist das Modell 

Das scheitern des Goldstandarts war dann die logische Konsquenz aus dem Vietnamkrieg. Die Kosten für die Rüstung stiegen ins Uferlose. Da jeder Dollar in Gold getauscht werden konnte und die Franzosen 1967 dieses Recht auch beanspruchten hat man dem Goldstandart schnell ein Ende gesetzt.

Franjo
Mitglied seit
10 Jahre 9 Monate

Servus Benedikt.

Meiner Meinung kamen die Faktoren Korea- und Vietnamkrieg noch obendrauf und verschlimmerten die Verschuldung noch weiter.

Dadurch, dass der Dollar eine Goldbindung hatte, bekamen die Leute die rechnen konnten wohl Ende der 1960er kalte Füsse. Einer davon war Frankreichs Präsident Charles de Gaulle. Er wollte Gold sehen für seine Reserve an grünen Scheinen.

Da Anfang der 1970er klar war, dass es im Verhältnis zu den bestehenden Goldreserven zuviele grüne Scheine gab und die Gefahr bestand die Goldreserven durch massiven Abfluss ins Ausland zu verlieren, wurde die Goldbindung -quasi als Notbremse- 1971 gelöst.

Und nun vergleich einmal die Verschuldungsproblematik mit der Fessel Goldbindung mit der heutigen Verschuldungsproblematik, die im "Fiat-Money" Umfeld -ohne störende Goldbindung- stattfindet. Wenn es jetzt schon problematisch wird, braucht man für den weiteren zukünftigen Ausblick nur 2 und 2 zusammenzuzählen und man weiss wo die Reise hingehen wird.

Entweder ein Währungsschnitt als Tabula-Rasa Lösung oder Hochinflation, der trotz Leitzinserhöhungen nicht beizukommen sein wird. Und ich bleibe bei meinem persönlichen Standpunkt. Es hat alles ein ziemliches Gschmäckle à la Preiskontrollen bzw. aufgestauter Inflation. Ich kenne aber kein Land in dem Preiskontrollen bzw. Inflationsaufstauung erfolgreich waren.

Letzendlich war immer ein "inflationärer Dammbruch" das Ergebnis, bei dem in Folge grundsätzlich Sparer, Lohnempfänger, Rentner und Empfänger staatlicher Leistungen die Dummen waren.

Es liegt doch auf der Hand, dass Schulden von 20.000.000.000.000 mit 2 % Zinsen noch bedienbar sind, aber mit 5 % Zinsen oder ganz zu schweigen von 15 - 20 % (wie Anfang der 1980er - Volcker Praxis) gar nicht mehr bedienbar wären, es sei denn, man bedient sie mit frisch gedrucktem Geld und pfeift auf die Stabilität. Auch hier die Folge in dann galoppierendem Tempo - hohe Inflation.

Mein Fazit - die Schuldenfalle hat zugeschnappt.

StoxxDude
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Wusstet ihr eigentlich das der Riyal gesetzlich goldgedeckt ist? ganz interessanter Artikel dazu: 

http://www.godmode-trader.de/artikel/krisenherd-saudi-arabien-wie-lange…

Saudi-Arabiens modernes Geldsystem: eine Falle

Das moderne Papiergeld wurde eingeführt, da das bis dahin gültige Geld – aus Silber und Goldmünzen bestehend – „unpraktisch“ wurde. Die Verbindung zum Gold ist trotz der Umstellung auf Papiergeld nicht ganz verloren gegangen. Laut Währungsgesetz entspricht ein Riyal 0,197482 Gramm Feingold. Derzeit entspricht diese Menge einem Gegenwert von ungefähr 7 Dollar. Der Riyal ist somit drastisch unterbewertet, wenn es nach dem Gesetzt geht.

An die Umrechnung, wie sie im Gesetzt steht, scheint kaum jemand zu glauben. Die Goldreserven belaufen sich auf lediglich 11 Mrd. Dollar. Die Geldmenge M0 (Noten und Münzen im Umlauf) beträgt knapp 80 Mrd. Dollar. Je nachdem, wie weit man die Geldmenge fasst, ist die Unterdeckung noch erheblicher. Die Geldmenge M1 beträgt 320 Mrd., die Geldmenge M2 430 Mrd. und M3 480 Mrd. USD.

Saudi-Arabien muss durch diese Unterdeckung sein eigenes Gesetz, erlassen durch königliches Dekret, nicht unbedingt brechen. Artikel 6 des Geldgesetzes spezifiziert die Deckung durch Gold. Dabei muss die Geldmenge nicht notwendigerweise durch physisches Gold gedeckt sein. Es ist ausreichend, wenn das Land Währungsreserven besitzt, mit denen es ausreichend Gold kaufen könnte, um der Deckung gerecht zu werden.

Obwohl nicht 100 % des Geldes durch physisches Gold gedeckt sein muss, muss das Land in der Lage sein den Riyal in andere Währung zu tauschen, die dem vorgegebenen Kurs (in Gramm Gold) entspricht. Keiner weiß, welche Geldmenge Saudi-Arabien wirklich decken muss. Man kann nur mit Sicherheit sagen, dass es mehr als 80 Mrd. (Menge der Banknoten und Münzen im Umlauf) sein werden. Man kann ja dem Urgroßvater im Ernstfall schlecht sagen, dass er das Geld auf dem Sparbuch nicht bekommen kann.

Durch das Gesetz ist Saudi-Arabien in einer prekären Lage. Die Währung muss zu 100 % mit Reserven unterlegt sein. Geht man nun von der großzügigsten Definition aus, dann muss das Land 480 Mrd. an Reserven vorhalten. Andernfalls verletzt der Staat sein eigenes Geldgesetz. Mit Reserven von 635 Mrd. ist Saudi-Arabien nur noch 155 Mrd. von dieser Grenze, ab der eine Unterdeckung eintritt, entfernt. So schnell, wie das Land Reserven verbraucht, sind es nur noch 12 bis 15 Monate, bis eine Unterdeckung beginnt. Wenn der IWF also sagt, dass die Reserven des Königreichs noch viele Jahre lang halten, dann darf man das bezweifeln.

In Saudi-Arabien sind Riyal und Dollar praktisch die gleiche Währung. Wer ein Konto eröffnet, kann es entweder in Riyal oder in Dollar eröffnen. Die beiden Währungen sind komplett austauschbar. Es ist fast so, als ob das Königreich keine eigene Währung hätte. Das ist ein großes Problem, denn durch diese enge Verflechtung kann der König nicht einfach das Gesetz ändern.

Ändert der König das Gesetz, dann dürfte eine große Kapitalflucht beginnen. Die Panik wäre umgehend da. Bürger würden sofort zur Bank rennen und sich ihr Geld in Dollar auszahlen lassen. Ein Bank Run ist nicht zu vermeiden. Das Gesetz kann also nicht geändert werden, zumindest nicht, wenn man keinen Volksaufstand verursachen möchte. Theoretisch könnte die Regierung einfach Kapitalverkehrskontrollen und eine begrenzte Dollarausgabe veranlassen. Doch nur, weil sich das Gesetz rein technisch ändern lässt, bedeutet das nicht, dass man es gesellschaftlich durchsetzen kann.

scorpion260
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Allein das Wort "König" sagt doch schon alles.
In welchem Jahrhundert leben die denn?!

;-).

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