Federal Reserve: Wirtschaftliche Erholung und Preisstabilität ?
http://www.federalreserve.gov/newsevents/press/monetary/20090812a.htm
Although economic activity is likely to remain weak for a time, the Committee continues to anticipate that policy actions to stabilize financial markets and institutions, fiscal and monetary stimulus, and market forces will contribute to a gradual resumption of sustainable economic growth in a context of price stability.
Das letztere glauben sie doch selbst nicht.......
Kein Wort davon, wie man die überschüssige Liquidität zurückholen will. Je mehr Zeit verstreicht, desto unwahrscheinlicher wird dies auch.
Zeitgewinn ist alles.
"Je mehr Zeit verstreicht, desto unwahrscheinlicher wird dies auch.
Zeitgewinn ist alles."
Warum sollte dies "unwahrscheinlicher" werden mit fortschreitender Zeit ?
Gestern fand ich eine schöne Geschichte bei ftalphaville dazu. Siehe unten.
Sozusagen: Quantitative Easing für Dummies.
aus:
http://ftalphaville.ft.com/blog/2009/08/12/66661/qe-explained/
From Mr Eric Keetch.
Sir, In a sleepy European holiday resort town in a depressed economy and therefore no visitors, there is great excitement when a wealthy Russian guest appears in the local hotel reception, announces that he intends to stay for an extended period and places a €100 note on the counter as surety while he demands to be shown the available rooms.
While he is being shown the room, the hotelier takes the €100 note round to his butcher, who is pressing for payment. The butcher in turn pays his wholesaler who, in turn, pays his farmer supplier.
The farmer takes the note round to his favourite “good time girl” to whom he owes €100 for services rendered. She, in turn, rushes round to the hotel to settle her bill for rooms provided on credit.
In the meantime, the Russian returns to the lobby, announces that no rooms are satisfactory, takes back his €100 note and leaves, never to be seen again.
No new money has been introduced into the local economy, but everyone’s debts have been settled. Is this “quantitative easing”?
Eric Keetch,
London W4, UK
Vielleicht sollte man dem Russen einfach etwas mehr Zeit lassen bis er seine 100 $ zurückverlangt.
@ peterg [#2]
Jeder von den Akteuren hatte in der Bilanz eine Forderung von 100,-- gegenüber Verbindlichkeit von 100,--
Es wäre ihnen auch ohne Russen gelungen die auf 0,--/0,-- zu bringen.
Der einzige der vielleicht ein kleines Problem gehabt hätte, war der Bauer. Der hätte zum Kunden sagen müssen:
"Du, die 100 die du mir schuldest, die zahle doch bitte gleich an die Nztte, der ich sie schulde."
Wenn´s doch so einfach wäre :o)
Da immer so viel von der Bilanz der Federal Reserve gesprochen wird, ich aber der festen Überzeugung bin, dass sich die wenigsten diese auch einmal angeschaut haben, anbei der Link zum aktuellen FED Balance Sheet.
http://www.federalreserve.gov/releases/h41/Current/h41.pdf
The Federal Reserve is monitoring the size and composition of its balance sheet and will make adjustments to its credit and liquidity programs as warranted.
Alle sind der Meinung das Quantitative Easing wäre im Herbst vorbei ?
Warum wurde es denn überhaupt begonnen ?
War es nicht die Gefahr explodierender Marktzinsen aufgrund ausbleibender Nachfrage nach US-Anleihen gewesen ?
Und diese Nachfrage wird ab Herbst wieder zunehmen bzw. diese wird ein Ausbleiben von FED Käufen ausgleichen können ? Bei andauernd hohen Fälligkeiten alter Titel und imensen Neuemissionen zur Deckung des Haushaltslochs ?
Ich bitte Euch.
Offensichtlicher als jetzt ist die gesamte Problematik doch gar nicht.
Das FED Board wird schlicht und einfach gesagt meines Erachtens gar keine andere Möglichkeit haben, als mit der bisherigen Politik weiterzumachen und was dies dann wieder für eine Überraschung sein wird, wenn es im Spätherbst heisst, Staatsanleihen würden weiterhin angekauft werden.
Nur noch einmal zur Verdeutlichung. Die Steuereinnahmen sind und werden nicht signifikant ansteigen. Alte Staatsanleihen werden in riesigen Mengen fällig und neue Staatsanleihen müssen den gigantischen Fehlbetrag des Haushalts decken.
Wie soll das denn Bitteschön funktionieren ?
Selbst wenn die Wirtschaft wieder stabiler werden sollte. Legt man sein Geld in solch einem stabilen Umfeld in niedrigverzinsliche Treasuries an ?
Ok, dann sollen sie doch mit den Zinsen nach oben gehen. Nur wo ist die Attraktivitätsschwelle ? Und würde eine Zinssteigerung nicht die gerade gesundende Konjunktur abwürgen ?
Man kann es drehen und wenden wie man will. Das scheint eine ziemliche Sackgasse zu sein.
Zitat aus einem Report des „Treasury Borrowing Advisory Comittee - (TBAC)”
But the ramp up in debt issuance remains in its early stages. As the US government and also foreign governments continue their efforts to stabilize their respective economies, the supply of government and quasi-government paper will grow rapidly. The sheer magnitude of paper set to be issued raises the possibility that investors at some point will demand a concession of some sort, lifting yields in parts of the term structure beyond those justified by macro fundamentals.
As a country with a current account deficit and a majority of Treasury debt held abroad, the US is more at risk of such a development than a country such as Japan where the government bond market is primarily domestically held.
Aus der FED-Bilanz:
Assets
Total assets = 2,017,632,000,000.- US-$
--- davon sind alleine 1,381,862,000,000.- US-$ ein Mix aus US-Staatsanleihen und sogenannter Mortgage Backed Securities ---
Liabilities
Total liabilities = 1,967,797,000,000.- US-$
Unterm Strich bleiben also + 49,834,000,000.- US-$.
Wie wäre den normalerweise solch eine Bilanz zu bewerten ?
Sind die 1,38 Billionen Dollar wirklich als vollwertige Assets zu betrachten ?
Soviel also zum weiteren Vorgehen der Federal Reserve.
Noch ein schönes Wochenende.
Franjo
@ peterg [#2]
Wie konnte der Russe seine 100 Piepen zurückbekommen, wenn der Hotelier inzwischen seine Schulden damit bezahlt hat?
MfG
hw
@ hardworker [#7]
Wegen der Prostituierten ?
Wegen der "unsichtbaren Hand" ?
Auf alle Fälle ist es doch eine nette Geschichte, oder ?
@ peterg [#8]
Es ist eine nette story, erlebt von Zar Peter. Aber nochmal die Frage, woher hatte der Hotelier die 100 Euro, die er Dir zurückgeben mußte? Er hat sie doch dem Metzger gegeben!
MfG
hw
@ hardworker [#9]
"She, in turn, rushes round to the hotel to settle her bill for rooms provided on credit."
Da hast Du.
@ Paljusevic, Franjo [#6]
"Sind die 1,38 Billionen Dollar wirklich als vollwertige Assets zu betrachten ?"
Die Zeit wird die Werthaltigkeit der Wertpapiere verbessern und dann werden die Wertpapiere gegen das Notenbankgeld zurückgetauscht. Zeit spielt für die FED keine Rolle, denn diese steht unendlich zur Verfügung. Die Funktionsweise des Marktes wird sich nicht ändern und somit Vermögenswerte im Preis steigen lassen. Wer die Preissteigerungen einleitet, spielt keine Rolle. Sollte dieser Mechanismus nicht mehr funktionieren, haben wir andere globale Probleme.
@ scorpion260 [#10]
Wovon lebt die Nztte eigentlich, wenn die ihr gannzes Einkommen gleich ans Hotel abdrücken muss?
Die haben alle ein Riesenglück, dass der Farmer bei dieser Hotelnztte gelandet ist, sonst wär dort die Wirtschaft kollabiert.
Die Wirtschaft basiert also auf den grundlegenden Bedürfnissen des Menschen Nahrung und Fortpflanzung :)
@ hardworker [#7]
weil die Nztte früher Akkordarbeiterin beim Spargelstechen war :)
Hätte die nicht schnell genug gearbeitet, wär der Russe früher gekommen als ihr Kunde.
Nur diese Preissteigerungen wären eindeutig inflationär. Damit ist also der Beweis erbracht, dass die Federal Reserve mittel- bis langfristig die Schulden der USA "monetisiert".
Also nichts anderes macht als jeder andere Staat, der die Notenpresse zur Deckung seiner Defizite heranzieht. Und je exzessiver dies geschieht, desto schlimmer werden die zukünftigen Folgen für den Geldwert sein.
Die Mortgage-Backed-Securities sind ja auch nur ein Teil des Ganzen. Die gehaltenen US-Staatsanleihen wird sich die Federal Reserve, genausowenig wie Japan oder China in Cash auszahlen lassen können, sondern sie wird dauerhafte Roll-Overs -bei Fälligkeit der alten Anleihen- akzeptieren müssen.
http://www.cbo.gov/ftpdocs/104xx/doc10454/08-2009-MBR.pdf
http://www.reuters.com/article/ousiv/idUSTRE57K2N820090821
Klar....die Wirtschaft wird wachsen, aber um niedrige Zinsen auch dauerhaft vertreten zu können, bleiben weiterhin "Risiken" vorhanden. Rhetorische Freiräume eben.....
Ich bin erstaunt darüber, wie offensichtlich die ganze Sache ist.
Das Ganze wird meines Erachtens letztendlich für den Geldwert aller Währungen katastrophal enden.
Aber schauen wir mal.
Israeli Central Bank Is First To Raise Rates
The Bank of Israel recently announced a hike to 0.75%; while still disturbingly close to ZIRP levels, this is significant as the first rate increase from a central bank. Given the Bank of Israel's history as a "fastboat" central bank (as compared to the cruiseliner Fed or iceberg ECB), reacting with "first-mover" advantage on the macro cycle, this is a potentially interesting leading indicator for growth. With inflation expectations close to absolute lows (without hitting that dreaded deflationary spiral), this introduces a lot of potential upside on the short end of the yield curve for many countries. On USDISL specifically, this is a pretty strong indication for a bearish channel especially after the recent termination of daily open market interventions by the Bank of Israel.
aus:
http://www.zerohedge.com/article/israeli-central-bank-first-raise-rates
http://www.bankisrael.gov.il/press/eng/090824/090824b.htm
http://www.haaretz.com/hasen/spages/1109916.html
Ich sehe nicht, welchen Zusammenhang es zwischen der Notenbankpolitik der Bank of Israel und der zukünftigen Entwicklung der Leitzinsen anderer Notenbanken gibt.
Ein Haushaltsdefizit von 17.3 Milliarden Shekel -ca. 4.3 Milliarden US-$- für das erste Halbjahr ist nominal etwas ganz anderes, als die gigantische Summe von 800 Milliarden US-$ im selben Zeitraum in den USA.
Ich bleibe bei meiner These.
Die USA -wie auch andere hochverschuldete Industriestaaten- werden sich ganz gewiss nicht ihre Schulden durch steigende Leitzinsen verteuern lassen und damit noch mehr Spannung in die ohnehin schon angespannte Finanzlage bringen.
Ein viertel Prozentpunkt von einer Billion $ sind 2.5 Milliarden $. Folgerichtig 25 Milliarden bei zehn Billionen.
US-Präsident reißt das größte Loch ins Budget der US-Nachkriegsgeschichte.
Washington, 25. August 2009 - In der Weltwirtschaftskrise häuft US-Präsident Barack Obama voraussichtlich das größte Haushaltsdefizit der Nachkriegsgeschichte an. Die US-Regierung rechnet für das laufende Fiskaljahr 2008/09 per 30. September mit einem Rekordfehlbetrag von 1,58 Bill. Dollar (1.103 Mrd. Euro), wie die Rechnungsstelle des Präsidialamtes am Dienstag mitteilte. Dies entspricht 11,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Derart hoch war der Anteil am BIP noch nie seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Zugleich sehen Obamas Haushaltsexperten dieses Jahr schwarz für den Arbeitsmarkt: Die Quote werde Ende 2009 auf zehn Prozent steigen und auch Anfang nächsten Jahres auf diesem Niveau verharren. Erst im weiteren Verlauf von 2010 sei mit einer Entspannung am Arbeitsmarkt zu rechnen, prognostizieren die Experten des Budgetamtes.
Konjunkturpaket belastet Budget
Obama erbte von seinem Vorgänger George W. Bush ein Defizit von mehr als einer Billion Dollar. Zudem belastet das auf zwei Jahre angelegte Konjunkturpaket über 787 Mrd. Dollar das Budget. "Es wird zu den obersten Prioritäten der Regierung zählen, die Defizite in den Griff zu bekommen", versicherte Budgetamt-Direktor Peter Orszag.
Zunächst hatte die Regierung ein Mega-Defizit von 1,84 Bill. veranschlagt. 250 Mrd. Dollar wurden nun jedoch wieder herausgerechnet. Die Rücklagen waren vorsorglich für weitere Bankenrettungen vorgesehen, die aus Sicht der Regierung nun nicht mehr nötig sind. Die republikanische Opposition wittert jedoch Tricksereien. "Die niedrigere Schätzung basiert doch nur darauf, dass die Regierung ihre Annahmen frisiert hat", sagte der Wirtschaftsexperte Douglas Holtz-Eakin, der den unterlegenen republikanischen Präsidentschaftsbewerber John McCain bei seiner Kampagne unterstützt hatte.
Opposition geht auf die Barrikaden
Die Opposition hatte bereits den Zeitpunkt der Veröffentlichung der Zahlen scharf kritisiert, da Obama sie in die Parlamentsferien verlegt hatte. Zugleich sorgte der US-Präsident mit der Nachricht für Schlagzeilen, dass US-Notenbankchef Ben Bernanke eine zweite Amtszeit erhalten soll und drängte die Meldungen über das Defizit damit in den Hintergrund.
Nach den Vorhersagen der Regierung werden sich die Haushaltsdefizite binnen zehn Jahren auf rund neun Bill. Dollar summieren. Die Haushaltsexperten Obamas waren bisher davon ausgegangen, dass sich ein Fehlbetrag von 7,1 Bill. Dollar ergeben würde. Mit dem neuen Zahlenwerk nähern sich die Haushaltsexperten Obamas den Schätzungen der parteiunabhängigen Rechnungsstelle des US-Kongresses (CBO) an, die in ihrer aktuellen Prognose 7,14 Bill. veranschlagt. Bisher war sie von 9,1 Bill. Dollar ausgegangen. Sie geht bei ihren Berechnungen davon aus, dass die Anfang des Jahrzehnts eingeleiteten Steuersenkungen in den nächsten Jahren auslaufen werden. Die Rechnungsstelle des Präsidialamtes erwartet hingegen, dass einige der Steuersenkungen trotz der angespannten Haushaltslage bestehen bleiben können.
(Quelle: http://www.oe24.at/wirtschaft/USA-machen-Rekord-Defizit-0519832.ece)
http://www.cbo.gov/ftpdocs/105xx/doc10521/budgetprojections.pdf
http://www.cbo.gov/ftpdocs/99xx/doc9958/01-08-Outlook_Testimony.pdf
Na dann, Mahlzeit.......
Ich kann mir das Schmunzeln nicht verkneifen, wenn ich beispielsweise in der FAZ oder anderen Zeitungen in diversen Artikeln lese, dass "Analysten" die Aktienmärkte derzeit als überbewertet ansehen und sie krampfhaft versuchen, mit Lehrbuchmethoden eine Ausnahmesituation realistisch zu bewerten.
Aber hier liegt meines Erachtens auch deren Fehler. Realistisch kann man die jetzige Situation überhaupt nicht bewerten. Man muss das Ganze in einer abstrakten Sichtweise sehen.
Solange genügend künstlich hergestelltes Geld in die Wirtschaft fliesst, wird diese auch gut laufen und durch die dadurch auch grösser werdenden Bilanzen der einzelnen Gesellschaften die Aktienmärkte anheizen.
Dieser Geldballon kann allerdings verständlicherweise nur in einem zeitlich begrenzten Masse bis zu seinem Maximum aufgepumpt werden.
Versucht man ihn darüberhinaus weiter aufzublähen, wird er platzen.
@ Paljusevic, Franjo [#19]
Ich habe heute wie letztens besprochen meine Puts gekauft..die 1000 Euro ist es mir wert.
Übrigens Franjo das mit der Unterbewertung der Aktienmärkte schreibst du jetzt schon knapp 2 Jahre hier.Seit dem haben sie die meisten Aktienmärkte zwischendurch mehr als halbiert gehabt. Banken bei denen noch nix passiert ist sind mehr als 90 % gefallen.
Nichts für ungut, aber du kannst ehemaliges Jugoslawien nicht mit USA vergleichen.
Viel Erfolg limitup, aber ich glaube Du wärst mit den 5800er Calls besser gefahren. Bis jetzt -gerechnet seit unserem diesbezüglich letzten Posting- hättest Du schon gut 800 Euro damit verdient (bei einem Einsatz von 1000 Euro).
Gab es vor 2 Jahren schon die massive Lockerung der Notenbankpolitik, die gigantische Ausweitung des Haushaltsdefizits, das Kaufen von Staatsanleihen durch die Notenbank der USA ?
All das sind Fakten, die es vor 2 Jahren noch nicht gab. Heute schon und es wird meines Erachtens fiskalpolitisch noch schlimmer werden. Und in der Folge wird die Notenpresse immer wieder als Rettungsanker in Anspruch genommen werden.
Wie soll es denn in solch einem Umfeld -das sich gravierend von dem vor 2 Jahren unterscheidet- zu fallenden oder gar crashenden Aktienmärkten kommen. Wo ist denn der befürchtete Rentencrash ? Alle Indikatoren sprächen doch dafür. Solange allerdings Nachfrage nach Staatsanleihen besteht -auch wenn sie künstlich ist- wird es keinen Rentencrash und damit keinen Zinsanstieg geben.
Die Finanzpolitik Jugoslawiens, oder eines anderen klassischen Hyperinflationslandes ist sicherlich nicht mit der hochentwickelter Industriestaaten zu vergleichen. Aber es gibt doch auffällige Parallelen in der Praxis der Geldbeschaffung in Zeiten leerer Staatskassen.
Wenn man die Notenpresse für die Deckung von Haushaltslöchern in Anspruch nimmt, kann man sehr wohl die Hyperinflationsländer mit hochentwickelten Industriestaaten vergleichen und hieraus erhebliche Risiken für den Geldwert deuten.
Übrigens, die schändliche und idiotische Vorgehensweise der damals verantwortlichen "Politiker" einzelner grösserer Teilrepubliken Jugoslawiens, hat dem Land einen langeanhaltenden internationalen Makel eingebracht.
Leben Anleiheanleger hinter dem Mond?
Die Anleihenrenditen fallen trotz besserer Konjunkturdaten und steigender Aktienkurse. Verstehen die Rentenanleger nicht, dass die Anleihenrendite von drei Prozent am Aktienmarkt in einer Woche verdient sein kann?
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Das-Kapital-Leben-Anleiheanleger-hinter-dem-Mond/558611.html
@ Paljusevic, Franjo [#16]
"4.3 Milliarden US-$- für das erste Halbjahr ist nominal etwas ganz anderes, als die gigantische Summe von 800 Milliarden US-$ im selben Zeitraum in den USA."
Was kann man aus diesen, Ihren absoluten Zahlen ablesen?
so viel wie den täglichen Angaben zu den Neuerkrankungen an Schweinegrippe.
Interessant ist doch in beiden Fällen eine vernünftige Bezugsgrösse.
Bei den Schulden z.B. das BSP und auch mal ein Blick auf die Gesamtverschuldung.
Und bei der Schweinegrippe mal eine Zahl wie viele Personen den sonst so jeden Tag an irgendwas erkranken.
Ich bin keines Falls der Meinung die hohen Schulden und die Geldschöpfung sei kein Problem. Auch stimme ich Ihnen zu, dass es Inflation geben kann wenn die Geldmenge nicht bei Zeiten wieder zurückgefahren wird. Aber die USA werden sicher nicht Kollabieren wie ein bankrotter ehemals sozialistischer Balkanstaat.
@ rodeonrwdeo [#23]
Und bei der Schweinegrippe mal eine Zahl wie viele Personen den sonst so jeden Tag an irgendwas erkranken.
Genau, absolut richtig.
Sehe ich ebenso. Ich kann mich einfach des Gedankens nicht erwehren das die ganze Geschichte künstlich hochgefahren wird und sich ein paar wenige eine goldenen Nase verdienen.
Man muss alles nur oft genung wiedeholen, dann glaubt es die Masse auch.
Ich habe volles Verständnis für Eure Meinungen, nur ist ab einem gewissen Mass wirklich das Ende der Kredit-Fahnenstange erreicht.
Es gibt einfach ab einem bestimmten Punkt -von dem ich glaube, dass wir ihn in den nächsten 5 Jahren erreichen werden- gar nicht mehr so viel freies Kapital um noch ein paar Dekaden auf Pump zu leben.
Und was wird dann zwangsläufig passieren ?
Das Niveau des hohen Lebensstandards der letzten Jahrzehnte wird zwangsläufig gesenkt werden müssen, da es letztendlich nicht mehr finanzierbar sein wird.
Die SFR Jugoslawien hatte auch ihre goldenen Zeiten. Das waren die 1960er/1970er Jahre, als Kredite in das Land flossen und als führender Staat der blockfreien Nationen internationales Ansehen genossen hat.
Wohlgemerkt, goldene Zeiten auf Pump, die das Schuldenkonto der SFRJ bis 1980 auf über 20 Milliarden "damalige" US-$ anwachsen liess.
Schmerzlich wurde es dann ab Anfang der 1980er Jahre, als es daran ging, die Schulden zurückzuführen, ohne neue aufnehmen zu können. Als Resultat fiel in den folgenden 10 Jahren der Lebensstandard breiter Bevölkerungsschichten aufgrund des immer schnelleren Wertverfalls der heimischen Währung rapide ab und die Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung wuchs.
Letztendlich hatten es dann idiotische Bauernfänger leicht an die Macht zu kommen und Teile des quasi schon ruinierten Landes, dann auch noch in einen "vermeidbaren" Bürgerkrieg zu stürzen.
Die wirtschaftlich "goldenen 1960er/1970er Jahre" gab es übrigens auch im gesamten Ostblock.
Sollte es hier im Forum Leser aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Thüringen oder Sachsen geben, werden diese doch zustimmen können, dass die DDR während der 1960er/1970er Jahre wirtschaftlich an der Spitze des Ostblocks stand und mit den höchsten Lebensstandard unter den Warschauer-Vertragsstaaten hatte.
Dies änderte sich aber auch rapide mit Beginn der 1980er Jahre.
Letztendlich ist es doch so, dass jedem Individuum -Staat, Unternehmen oder Privatperson- das über seine Verhältnisse bzw. dauernd defizitär lebt irgendwann das Geld ausgeht und es darüberhinaus keine weiteren Kredite mehr bekommen kann.
Und wie es aussieht wenn man definitiv Pleite ist, brauche ich wohl nicht näher zu erläutern.
http://www.bstu.bund.de/cln_043/nn_925658/DE/MfS-DDR-Geschichte/Revolutionskalender/Oktober-1989/Dokumentenseiten/30-Oktober__d/30__okt__01__text.html__nnn=true
@ Paljusevic, Franjo [#25]
welche Antwort gibt Ihr langer Text auf meine Frage in # 24 ?
Ich kann keinen Zusammenhang erkennen. Aber vielleicht können mir ja die "zufriedenen" Bewohner der DDR in 60 -70 ziger Jahren den Zusammenhang erklären.
Ein kleines Beispiel:
Mittleres Netto-Jahreseinkommen einer Privatperson
20.000,- Euro
Gesamtverschuldung 20.000,- = 100 % des Netto-Jahreseinkommens.
Soweit, sogut.....
Aus dem Netto-Jahreseinkommen müssen allerdings "leider noch" Miete, Lebenshaltungskosten etc. beglichen werden. Die dann noch übrigbleibende Summe kann für die Kredittilgung verwandt werden.
Mir stellt sich nun die Frage, ob die Privatperson wirklich die Schulden auch bei marginal steigendem Netto-Jahreseinkommen unbegrenzt erhöhen kann, oder ob es nicht doch viel wahrscheinlicher ist, dass ab einem bestimmten Punkt die maximale Verschuldungsobergrenze erreicht ist.
Es ist bei Staaten nicht anders.
Wir reden bei der Staatsverschuldung der USA von der gigantischen Summe von 11.000 Milliarden US-$, was ungefähr dem 5-fachen des Gesamt-BSP Deutschlands entspricht.
Ich bin einmal gespannt, ob eine weitere Verschuldung -die unbestritten fortgesetzt werden wird- wirklich keinerlei Auswirkungen auf den Geldwert haben wird.
@ Paljusevic, Franjo [#27]
"Es ist bei Staaten nicht anders."
Doch, Franjo, das ist bei Staaten schon anders. Darum sind Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft zwei unterschiedliche Themen und Studiengänge.
Der Unterschied ist, daß Deine Privatperson die Absicht hat, die Schulden irgendwann abzutragen. Spätestens am Lebensende möchte sie normalerweise nicht ein Erbe hinterlassen, was man nur ausschlagen kann. Und meist ist der Zeithorizont noch viel kürzer. Bei Unternehmen ist es schon ein wenig anders, aber ähnlich. Investitionen und Kredite dafür müssen sich in absehbarer Zeit rechnen.
Ein Staat hat hingegen kein Lebensende. (Zumindest keines, mit dem er selbst rechnet). Wenn ein Staat einen Hafen baut oder eine Autobahn, oder Windkraft fördert oder Existenzgründungen, kommt man mit Retabilitätsbetrachtungen nicht wirklich weit. Der Grund ist, daß der Staat bei sowas versucht, etwas auf volkswirtschaftlicher Ebene zu verändern. Ob das von Erfolg gekrönt ist oder nicht, kann man im vorhinein nicht so zuverlässig ausrechnen, wie den Cash Flow aus einem Marktsegment, oder Gehalt und Abzahlungsraten einer Privatperson.
Natürlich ist klar, daß nicht alle Staatsausgaben, nicht mal die meisten, von dieser Art sind. Aber es ist häufig so, daß man mit der Vorstellung in die Irre läuft, wenn man Regeln, die für einen Privathaushalt oder ein kleines Unternehmen sinnvoll sind, auf eine ganze Volkwirtschaft anwendet.
@ Paljusevic, Franjo [#27]
ist so schwierig die Schulden ins Verhältnis zum BSP zu setzten? Es hat den Anschein, dass Sie das Wort gigantisch leichter schreiben können.
11 Tera(10^12) $ sind das ca. 1,2 Fache des US BSP. nun ja nicht gerade wenig aber für jemanden der die schlagkräftigste Militärmaschine global gesehen hat und die Weltmeere weitgehend kontrolliert, wenn er denn will, auch kein wirkliches Problem.
Ein Staat hat hingegen kein Lebensende. (Zumindest keines, mit dem er selbst rechnet).
Dann hätte es also global gesehen in den letzten 100 Jahren keinerlei verschuldungsbedingten Währungsschnitte bzw. Währungsreformen geben dürfen. Mir sind bis heute nur die USA bekannt, in denen es keine offizielle Währungsreform gab.
ist so schwierig die Schulden ins Verhältnis zum BSP zu setzten? Es hat den Anschein, dass Sie das Wort gigantisch leichter schreiben können.
Richtig.
Nur stellt sich mir als volkswirtschaftlichem Laien die Frage, ob das BSP der USA -die auf Kapitalimporte angewiesen sind- wirklich die Berechnungsgrundlage für eine weitere problemlose Verschuldung sein kann.
Ich stimme mit Ihnen darin überein, dass die USA als stärkste militärische Macht der Welt letztendlich den Hebel in der Hand hat und im äussersten Fall die Schulden dann eh keine Rolle mehr spielen.
Aber solange dies nicht der Fall ist und alles seinen normalen Gang geht, bleibt meines Erachtens die Finanzierung bzw. Refinanzierung der USA ein Hauptproblem, das sich -da es durch die Markteingriffe der Zentralbank auf den Kapitalmärkten nicht durch höhere Zinsen ersichtlich ist- in einer zukünftigen Geldentwertung zeigen wird, die den Preis für sämtliche Sachwerte ganz automatisch aufblähen wird.
Die Zukunft wird zeigen wer mit seiner Einschätzung richtig lag.
@ Paljusevic, Franjo [#30]
Ich habe nicht gesagt, daß nicht auch Staaten zu viele Schulden machen können. Ich will nur darauf hindeuten, daß man bei der Frage "was ist zu viel" auf volkswirtschaftlicher Ebene nicht die gleichen Maßstäbe anlegen darf, die für Privatleute und Privatunternehmen gelten. Beispielsweise ist aus den letzten 30 Jahren hinlänglich bekannt, daß es kein einziger Staat geschafft hat, seinen Haushalt durch Ausgabenbeschränkung auszugleichen, wie es Privatleute und Unternehmen tun. Einige Staaten haben aber Überschüsse erzielt, indem sie Wachtum und damit Steuermehreinnahmen erzeugt haben. Das läßt sich nicht auf den privaten Sektor übertragen.