Finanztransaktionssteuer - Deutschland
Mit der Abgeltungssteuer wurde auf den 01.01.2009 in Deutschland eine faire und praktikable Besteuerung von Kapitalerträgen aus unterschiedlichen Anlageklassen eingeführt. Der Versuch der EU nun die Kapitalmärkte stärker an die Realwirtschaft zu kopplen ist nachvollziehbar, untergräbt jedoch auch in erheblichen Teilen die Finanzierung von Finanzgeschäften.
Mit dem Ansässigkeitsprinzip wird jeder Händler (privat oder institutionell) innerhalb der EU (mit Wohnort oder Firmensitz) der angedachten Steuergrundlage unterworfen.
Für mich als junger Börsianer würde/wird damit die bisherige Ertragsgrundlage zum Unterhalt- und Vermögensaufbau quasi entzogen. Ungleich dessen habe ich noch horrende Verlustvorträge offen. In den bisherigen EU Papieren und Handlungsvorschlägen bleibt das Thema Altverluste unberücksichtigt. Die Ausgestaltung bleibt soweit mit wenigen Vorgaben den Ländern überlassen.
Ich meine das derzeit ca. 35.000-50.000 private Händler allein in Deutschland Kurzfristgeschäfte tätigen. Eine Abfrage EU-weit über alle privaten Händler wäre mit dem Ziel, eine Petition einzureichen interessant.
http://www.europarl.europa.eu/aboutparliament/de/00533cec74/Petitions.html
Es würde mich eine Diskussion sehr interessieren wie hierzu die Einschätzungen und Meinungen vertreten sind.
Grüße
Dokumentensammlung unter:
http://ec.europa.eu/taxation_customs/taxation/other_taxes/financial_sector/index_de.htm
http://europa.eu/rapid/press-release_IP-11-1085_de.htm?locale=de
@ pullPUSH [#1]
Private Trader stellen die Kollateralschäden dieser völlig unwirksamen und nutzlosen Steuer dar.
Besteuert werden nur die, die ihren Wohnsitz nicht verlagern können, oder wollen.
Institutionelle Trader tun dies einfach.
Ich werde meine kurzfristigen Aktivitäten weiter zurückfahren, und mich wieder auf Langfrist, und Hedging konzentrieren.
@ pullPUSH [#1]
Wenn ich richtig gelesen habe, dann ist Währungshandel ausgeschlossen. Also Forex geht noch.
@ scorpion260 [#2]
@ gautama2 [#3]
Überrascht mich das es nicht mehr Reaktionen auf das Thema gibt.
@ scorpi,
du hast schon recht - denn Profis ist es wurscht, die machen die Globale Steuergestaltung mit einer Armada von Int. Steuerexperten. Und wir Privaten werdens erneut hinnehmen, sofern die Steuer überhaupt EU-Verfassungsrechtssicher kommt.
Grüße
P.S: ich wende mich mal in ruhiger Minuten schriftlich an die Branchenverbände um eine Einschätzung zu erhalten wenngleich schon viele Stellungnahmen und Positionspapiere veröffentlicht wurden.
@ pullPUSH [#4]
Beschwerde bei der EU-Kommission: Deutschlands Banken torpedieren Transaktionsteuern
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-banken-torpedieren-finanztransaktionsteuern-a-938618.html
http://www.welt.de/wirtschaft/article122875675/Banken-wettern-gegen-drohende-Transaktionssteuer.html
Grüße
@ pullPUSH [#4]
"Überrascht mich das es nicht mehr Reaktionen auf das Thema gibt."
Das Thema war vor 2 Jahren akut. Da war die Frage wie man persönlich darauf reagieren kann. Heute kann man nurnoch hoffen.