Gehälter sinken im Aufschwung
Berlin - Die Löhne von Geringverdienern sind seit der Jahrtausendwende rapide gesunken. Beschäftigte in den unteren Einkommensgruppen hatten im vorigen Jahr 16 bis 22 Prozent weniger in der Tasche als im Jahr 2000. Auch Menschen mit mittlerem Gehalt mussten deutliche Einbußen hinnehmen.
Zitat aus dem genannten Artikel, Hervorhebung von mir:
"In den untersten drei Einkommensgruppen sind die Nettolöhne preisbereinigt um 16 bis 22 Prozent gesunken. Beschäftigte in der höchsten Einkommensgruppe verbuchten dagegen ein leichtes Plus von knapp einem Prozent."
Bei einer Inflationsrate von "nur" 2.5% ergibt sich durch den Zinseszinseffekt ein jährlicher Kaufkraftverlust von 15%. Das ist erst der Anfang. Wir stehen vor einer massiven Vermögensumverteilung, nicht nur in den untersten Einkommensgruppen.
Zitat Karl Marx:
"Die totale Abhängigkeit der Arbeiter, die außer ihrer Arbeitskraft nichts besitzen, was sie verkaufen könnten, führt zu deren Ausbeutung, da die Kapitaleigentümer (Kapitalisten) den Arbeitern den von ihnen im Produktionsprozess erwirtschafteten Mehrwert in Form des Profits aus den verkauften Erzeugnissen vorenthalten."
-Zitatende-
@ Paljusevic, Franjo [#3]
besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.
Das Zitat ist ein Paradebeispiel für die Marx'schen Irrtümer, die die Geldproduktionsmaschinerie des Staates verkannt haben. Marx hat in einer Zeit der Anpassungsprobleme der Frühindustrialisierung mit einem hohen Bevölkerungswachstum in den Ballungsgebieten geschrieben. Was ist daran richtig im Jahr 2011? Was ist heute ein "Arbeiter" - ein Ungelernter, der seine Schulzeit kiffend verbracht hat oder ein Lagerarbeiter mit Fachausbildung und Häuschen im Ruhrpott? Was ist mit dem immateriellen "Mehrwert der verkauften Erzeugnisse": Plasma-Fernseher, Computer, Internet, DACIA Geländewagen für 7000,-, Schnitzel für 2,99,-. Wurde das dem "Arbeiter" auch vom Kapitaleigentümer vorenthalten?
Fragt sich verwundert Berliner.
@ Berlinerredux [#5]
Sitzt du schon wieder auf einem imaginären Vulkan?
[#3] sagt doch nichts anderes als, dass die "Dummen" von der Arbeit leben und die "Schlauen" von den "Dummen". Und das stimmt in gewisser Weise, wie ich finde, zumindest, so lange die persönlichen Eigeninteressen die Vorherrschaft haben.
Und Arbeiter ist man ja nicht, weil man in der Jugend gekifft hat! Sorry aber ich kenne niemanden, der nicht in der Jugend gekifft hat...
Sondern Arbeiter ist man, weil man sich die nötige Bildung, durch eine Anzahl an verschiedenster Faktoren nicht aneignen konnte. Dazu zählt zB das soziale Milieu des Elternhauses und das hat nix mit Kiffen und XTC Technoparties zu tun.
Ich kenn den Marx nur oberflächlich, aber was mir immer aufgefallen ist, dass das Problem [#3] mit "Kapitaltransfer" - sag ich mal so - gelöst werden soll. Es ist aber ein sozial-Bildungsproblem, kein "Kaptalverschiebungsproblem". Grundsätzlich. Ob die "Mehrwertbeteiligung" schon mit deinen Beispielen abgedeckt ist?
@ Berlinerredux [#2]
Bei einer Inflationsrate von "nur" 2.5% ergibt sich durch den Zinseszinseffekt ein jährlicher Kaufkraftverlust von 15%.
Verstehe ich nicht. Müsste man nicht rechnen 1,025^10 = 1,28 = 28% Preissteigerung. Preisbereinigt 16-22% gesunken hieße dann doch 128% x 78-84% also etwa 0-7,5% nominale Lohnsteigerung unter der Annahme, dass die Inflation konstant 2,5% p.a. auf 10 Jahre war.