Gold ETFs: Wenn es im Tresor eng wird
Gold ETFs: Wenn es im Tresor eng wird
Von Dr. Bernd Heim
Rohstoff-Giganten (11.12.09) - Nachdem der Goldpreis in diesem Jahr neue Hochs erreicht hat, stieg auch das Interesse der Anleger am Erwerb des gelben Metalls deutlich. Das spüren auch die Gold ETFs. Die Züricher Kantonalbank (ZKB) legt drei börsengehandelte Gold Fonds, die so genannten Exchange Traded Funds (ETF) auf. Sie werden in Franken, US Dollar und Euro angeboten und zählen zu den ältesten ihrer Art. Ende November war das Volumen der Fonds auf 5,7 Mrd. Franken angeschwollen. Das war fast doppelt so viel wie im November 2008 als auf dem Höhepunkt der Finanzkrise bereits massiv Gold und Silber von den Anlegern erworben wurden.
In den Tresoren der Züricher Kantonalbank lagern inzwischen 150 Tonnen Gold und 1.715 Tonnen Silber. Da Silber von den Investoren ebenfalls stark nachgefragt wurde, haben sich auch hier die physischen Einlagerungen deutlich erhöht. Die eigenen Lagerkapazitäten reichen inzwischen nicht mehr und die ZKB sah sich ob der großen Nachfrage gezwungen, bei der SIX SIS in Olten weiteren Tresorraum anzumieten.
In Olten lagert auch das Gold des von Julius Bär/Swiss & Global Asset Management aufgelegten Gold ETFs. Er hat ein Volumen von 2,5 Mrd. Dollar, sodass derzeit 64 Tonnen Gold eingelagert werden müssen. Damit übersteigt die aktuelle Lagermenge jene aus dem Vorjahr bei Julius Bär um den Faktor 16! Die nummerierten Barren stapeln sich in einer doppelwandigen SIS Tresoranlage, die im Grundwasser der Aare schwimmt.
Die Gefahr der Dritt- und Sammelverwahrung
Der Gold ETF der Credit Suisse, der unter dem Namen Xmtch emittiert wurde, kommt ebenfalls bereits auf ein Volumen von 1,3 Mrd. Dollar. Das ist insofern erstaunlich, als dieser Fonds erst am 6. Oktober 2009 lanciert wurde. Das Gold, immerhin ein kleiner Berg von 36 Tonnen lagert im Uetlihof-Tresor in Zürich. Dort ist Platz für 100 Tonnen. Es könnte also auch dort schon bald eng werden, wenn der Fonds weiterhin diesen starken Zuspruch von Seiten der Anleger erfährt.
Bei der Credit Suisse rechnet man damit, dass man schon bald externen Lagerraum wird anmieten müssen. Im Fondsprospekt hat sich die Bank deshalb die Option offen gelassen, dass auch eine Dritt- und Sammelverwahrung des physischen Goldes möglich ist. Das hat zur Folge, dass die Fondsleitung am hinterlegten Gold nicht mehr das alleinige Eigentum und schon gar nicht Besitzer der Barren ist, sondern nur noch ein Miteigentum hat. Für den Anleger wird es also immer schwerer zu kontrollieren, ob das vermeintlich gekaufte Gold und Silber auch wirklich vorhanden ist und wo genau es lagert.