Gold: Manipulative Berichterstattung
Gold: Plötzlich wird die Berichterstattung deutlich negativer
Von Dr. Bernd Heim
gevestor.de (22.12.09) - Noch Anfang Dezember wurden die Edelmetalle medial in den Himmel gelobt, doch jetzt, da die Korrektur an den Edelmetallmärkten eingesetzt hat, gibt es Schelte ohne Ende. Eine besonders verfälschende Darstellung kam mit dem reißerischen Titel: "Gold kein guter Langzeitschutz" daher. Im Untertitel hieß es: "Da Gold keine Zinsen abwirft, eignet es sich wenig als langfristige Investition."
Im Artikel selbst wurde dann folgende Rechnung aufgemacht: Hätte ein Anleger 1980 auf dem Höhepunkt der damaligen Goldhausse gekauft, hätte er trotz des starken Goldpreisanstieges in den letzten Jahren immer noch weniger Geld als wenn er sein Kapital auf einem Sparbuch mit bescheidener Verzinsung gelassen hätte. Mit Staatspapieren wäre im gleichen Zeitraum eine Rendite von 1.100% möglich gewesen, ein Investment in den S&P 500 Aktienindex hätte bei reinvestierten Dividenden sogar 2.200% Rendite gebracht.
Bei solchen Zahlen liegt natürlich für jeden Anleger sichtbar auf der Hand, dass Gold ein ziemlich schlechtes Investment sein muss. Anschließend wird dann auch unbekümmert geschlussfolgert, dass Gold nur eine Anlage für notorische Katastrophen- und Weltuntergangspropheten sei und da der Weltuntergang bekanntlich noch aussteht, kann sich jeder Leser selbst dazu denken, dass man von Gold und Silber am besten auch weiterhin die Finger lässt.
Mit der Auswahl des Zeitraums wird manipuliert
Es ist schade, dass die Berichterstattung zu den Edelmetallen immer so manipulativ ausfallen muss. Manipuliert wird vor allem durch die Auswahl des Zeitraums. 1980/1982 war das Gold oben und die Aktien unten. Ist es da wirklich verwunderlich, dass die Rendite vom Gold deutlich hinter der der Standardaktien aus dem S&P 500 Index zurückbleibt.
Ganz anders wird das Bild, wenn man den Zeitraum 1970 oder erst im Jahr 1999/2000 beginnen lässt. Damals war das Gold unten und die Aktien oben. Wer 1999/2000 Gold kaufte, hat sein Geld in US Dollar grob vervierfacht und in Euro zumindest verdoppelt, wer damals in den S&P 500 Index investierte oder DAX Aktien kaufte, sitzt heute immer noch auf unschönen Verlusten und selbst mit reinvestierten Dividenden sind die traumhaften 2.200% Rendite völlig illusorisch.
Dabei geht man mit den Aktienkäufern jener Jahre noch recht vorsichtig um, wenn man nur den S&P 500 Index auswählt. Beim Nasdaq oder gar beim Neuen Markt wären die Verluste noch höher und auch S&P 500 sowie DAX stehen heute wieder deutlich tiefer als im März 2000.
Lassen Sie sich deshalb nicht von Manipulateuren auf falsche Gedanken bringen. Solange die gegenwärtige Krise sich vor allem als eine Geld- und Finanzkrise darstellt, sind Sie weiterhin gut beraten zumindest einen Teil Ihres Vermögens außerhalb der Geldwerte, also beispielsweise in den Edelmetallen, zu halten. Gold und Silber gehören deshalb gerade jetzt in jedes Depot ? am besten in physischer Form.
(Quelle: http://www.gevestor.de)
@ Richard Ebert [#1]
"Von Dr. Bernd Heim "
wenn man das so liest kann man sich gar nicht vorstellen, das der Autor irgendwo promoviert wurde.
Er hat Tatsachen aufgezeigt. Jeder Journalist oder Verkäufer oder Forumsteilnehmer beleuchtet sie so, wie sie ihm in den Kram passen.
Die Investmentindustrie sucht sich auch die passenden Vergleichszeiträume und der Tipdienst weist auf die 3 (von vielen Hundert) Empfehlungen hin, die am besten gelaufen sind.
Wir müssen uns halt eigene Gedanken machen, weil es doch nur um den eigenen Geldbeutel geht.
Kennst Du einen, der in "nachhaltig erfolgreicher Tipgebung" promoviert hat? Vielleicht ist Dr.Heim gelernter Biologe oder Altphilologe. Wenn er es bis zum Chefredakteur gebracht hat, ist er wohl nicht schlechter als die meisten seiner Journalisten-Kollegen.
MfG
hw
@ rodeonrwdeo [#2]
Mir ging es um die Manipulationen bei der Auswahl der Vergleichszeiträume - je nachdem was der Verkäufer damit aussagen möchte.
Ob der Autor einen Titel hat ist mir völlig gleichgültig, besonders nach den Ereignissen in der Finanzbranchen in den letzten Jahren (Milliarden-Vernichter).
Mir ist nicht bekannt dass Dr. Heim als Verkäufer für Edelmetall tätig ist. Und selbst wenn er es wäre sind die von ihm genannten Hinweise nicht weniger aussagekräftig. Wie Hardworker schon schreibt, sind wir für das Denken noch immer selbst verantwortlich.
@ Richard Ebert [#4]
Mir ging es auch nicht darum welchen Titel der Verfasser hat.
Seine Aussage, dass die Wahl von Vergleichzeiträumen Einfluss auf das Ergebnis hat erschien und erscheint mir keine besonders neue und erwähnenswerte Aussage.