Richard Ebert
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Gold: Massive Veränderungen am physischen Markt im 1. Halbjahr

Massive Veränderungen am physischen Goldmarkt im 1. Halbjahr 2009

Von Dr. Bernd Heim

Gevestor.de (21.09.09) - Zu Beginn der neuen Woche möchte ich mit Ihnen einen kurzen Blick auf die Entwicklung am physischen Goldmarkt werfen. Hier ergaben sich in 2009 deutliche Veränderungen zu den Vorjahren.

Das erste Halbjahr 2009 war von starken Veränderungen am physischen Goldmarkt geprägt. Als Industriemetall wird das Gold anders als Silber so gut wie nicht benötigt. Die Nachfrage aus der Industrie nach Gold ist daher stets schwach und zu vernachlässigen gewesen. Getragen wurde die Goldnachfrage immer von Anlegern, die Gold als Vermögensabsicherung kaufen und der Schmuckindustrie. Diese beiden Käufergruppen bestimmen in der Regel den physischen Goldmarkt. Das war auch im 1. Halbjahr 2009 nicht anders. Allerdings gab es bedeutende Verschiebungen.

Normalerweise ist die Schmuckindustrie der stärkere Abnehmer und innerhalb der Goldkäufe für die Schmuckherstellung nimmt Indien einen besonderen Platz ein. Blickt man nur auf die Käufe der Schmuckindustrie, dann ist Gold ein klassisches Wohlstandsmetall: Geht es den Menschen gut, wird mehr Schmuck verkauft, droht eine wirtschaftliche Krise sparen die Menschen und sie sparen sehr schnell und sehr leicht beim Kauf von Schmuck. Auf der anderen Seite wird alter Schmuck als Altgold verkauft, was weiteren Druck auf den Goldpreis auszuüben pflegt.

Im ersten Halbjahr 2009 ging die Schmucknachfrage dramatisch zurück. Besonders im 1. Quartal drängten die Käufe zu Anlagezwecken die Käufe der Schmuckindustrie weit in den Hintergrund. Im 2. Quartal schien sich die Lage wieder etwas zu normalisieren, der Anteil der Schmuckindustrie an den physischen Käufen stieg um 18 Prozentpunkte auf 56% an und lag damit wieder nahe dem Durchschnitt.

Im 2. Quartal wurde deutlich weniger Altgold eingeschmolzen

Deutlich zurückgegangen sind im 2. Quartal die physischen Käufe der Anleger. An dieser Stelle sind vor allem die ETFs zu nennen. Es waren diese im Vergleich zum 1. Quartal stark rückläufigen Investmentkäufe, die dazu führten, dass für Gold für Schmuck wieder zu einem höheren Prozentsatz nachgefragt wurde. Mit anderen Worten: Die Käufe der Schmuckindustrie verharrten auch im 2. Quartal deutlich unter den Vorjahren. Andererseits: Trotz dieser Nachfrageschwäche zeigte sich der Goldpreis erstaunlich stabil.

Das lag vor allem am reduzierten Angebot. Die Notenbanken hielten sich mit ihren Verkäufen stark zurück und es wurden 200 Tonnen weniger Altgold eingeschmolzen. Da der Goldpreis im zweiten Quartal kaum niedriger war als im ersten, könnte das geringere Altgoldaufkommen darauf hindeuten, dass die Privatanleger, die sich von ihrem Gold trennen wollten, dies weitgehend getan haben. Wer jetzt noch Gold hält, kann es sich entweder leisten und/oder lagert das Gold vor allem aus strategischen Gesichtspunkten als Vermögensschutz.

(Quelle: http://www.gevestor.de)

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