Gold: Warum werden die 1.000 Dollar nicht geschafft ?
Warum Gold die 1000-Dollar-Hürde nicht schafft
Von Marc Badertscher
Bazonline.ch (06.03.09) - Alle wollen Gold. Doch Hedgefunds und Goldproduzenten reden im Markt ein entscheidendes Wörtchen mit.
Peter Munk ist 82 und Präsident des weltgrössten Minenkonzerns Barrick. Er weiss alles über Gold. Er sagt: «Die Zeiten für Gold könnten nicht besser sein.»
Natürlich gehen Munk diese Worte leicht von den Lippen: Steigt der Goldpreis, legen auch die Gewinne für die Minenkonzerne zu. Aber der Doyen der Branche hat Argumente: Die Angst ums übriggebliebene Vermögen, der zähe Börsencrash und die drohende Inflation: «Man wäre ein Dummkopf, wenn man die emotionale Schockwirkung der Krise auf die Menschen nicht sehen würde», sagt Munk auf einer Roadshow in Zürich. Da wollen die Leute das verbliebene Vermögen fühlen, da will man Handfestes.
Die Folgen in der Schweiz: Laut Barrick sind Goldschmelzen vollständig ausgelastet: «24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche», erzählt der Finanzchef. Früher sei ein Teil des hier geschmolzenen Goldes ins Ausland verkauft worden. Heute bleibe alles restlos da.
Der Goldpreis hat in den letzten Wochen zugelegt und zeitweise wie vor Monaten wieder die 1000-Dollar-Marke pro Unze erreicht. Warum nur 1000? Warum steigt der Preis angesichts der Angst nicht innert kurzer Zeit darüber?
Gold erzielte gute Rendite
Cash. Für Hedge-Funds und private Investoren ist es eng geworden. Sie kämpfen noch immer mit Liquiditätssorgen, müssen ihre Anlagen zu Geld machen. Doch jetzt – möglicherweise nahe am Tiefpunkt – Aktien verkaufen? Da liegt es für viele näher, sich zumindest von einem Teil des Goldes zu trennen. Immerhin hat man darauf zuletzt eine gute Rendite erzielt.
Schmuck. 75 Prozent des geförderten Goldes wird in der Schmuckproduktion verbraucht. Auch wenn sich einige Leute jetzt Schmuck als sichere Anlage zulegen, so dürfte der gedämpfte Hunger auf Luxus in der Krise doch überwiegen. Wegen der nachlassende Nachfrage kaufen auch die Produzenten weniger Gold ein.
In den letzten Tagen fiel der Goldpreis auf 900 Dollar zurück, am Freitag wurde für eine Unze 939 Dollar verlangt. Peter Munk bleibt trotzdem bei seinen Prognosen. Die Krise habe die Spielregeln grundlegend verändert. Er sagt: «Besser, man gewöhnt sich rasch daran.»
@ Richard Ebert [#1]
Aus markttechnischer Sicht könnte der Grund, warum Gold sich beim Überwinden der 1000er-Marke schwer tut, darin liegen, dass der Monatszyklus sich derzeit in einer Abschwungphase befindet. Bei Ausbildung eines oberen zyklischen Wendepunktes kommt es in der Regel zu einer Verschiebung der Angebots-/Nachfrageverhältnisse zu Lasten der Nachfrage (Distributionsphase), so dass es in der folgenden Abschwungphase in Abhängigkeit des übergeordneten Trends bzw. Zyklus (hier: Quartalszyklus) ggf. zu mehr oder minder stärkeren Kursrückgängen kommen kann. Innerhalb des abwärts gerichteten Monatszyklus befindet sich Gold jedoch im Rahmen einer nach oben gerichteten Korrekturbewegung in einem aufwärts gerichteten Wochenzyklus.
Weil die aktuelle Finanzkrise einfach keine 1000 USD hergibt. Die Panik scheint derzeit nur an den Aktien- und Anleihemärkten "gespielt" zu werden.
Das Kuriosum wird meines Erachtens erst noch kommen.
Sollte die globale Wirtschaft aufgrund der massiven Kapitalflutungen in den nächsten Monaten wieder Fuss fassen und für den Markt akzeptable Daten liefern, dürften dann aufgelöste "Save-Haven"-Positionen den Goldpreis auf Talfahrt schicken.
Allerdings ist das Inflationsgespenst im Goldpreis nicht "voll" berücksichtigt. Damit will ich sagen, dass erst nach einer gewissen Zeit "stabilen Wirtschaftens", die Inflationsgefahren den Goldpreis wieder richtig nach oben hieven werden und aufgrund der dann aktiven Geldblase nicht nur die 1000 sondern auch die 2000 USD schneller als irgendjemand heute für möglich halten kann geknackt werden können.
Im übrigen trifft dies dann auch für die Aktienmärkte zu, da die Geldblase auch automatisch die Unternehmensbilanzen aufblähen wird.
Die aktuelle Baisse fusst auf dünnen Umsätzen. Ist das eine wahre Baisse ?
Peter Munk und Nathaniel Rothschild gehören übrigens zu den grössten Investoren im montenegrinischen Touristikbereich. Das aber nur nebenbei.
http://portomontenegro.com/
@ Paljusevic, Franjo [#3]
"Sollte die globale Wirtschaft aufgrund der massiven Kapitalflutungen in den nächsten Monaten wieder Fuss fassen und für den Markt akzeptable Daten liefern, dürften dann aufgelöste "Save-Haven"-Positionen den Goldpreis auf Talfahrt schicken.
Allerdings ist das Inflationsgespenst im Goldpreis nicht "voll" berücksichtigt. Damit will ich sagen, dass erst nach einer gewissen Zeit "stabilen Wirtschaftens", die Inflationsgefahren den Goldpreis wieder richtig nach oben hieven werden und aufgrund der dann aktiven Geldblase nicht nur die 1000 sondern auch die 2000 USD schneller als irgendjemand heute für möglich halten kann geknackt werden können."
Da stimme ich Ihnen voll zu. In meinem Bekanntenkereis haben sich viele Gold als "Notnagel" angeschafft. Derweilen purzeln die Aktien nur so den Berg hinunter. Bei die 1.000 $ Marke bleibt derzeit eine "psychologische" Schwelle.
Heutiger FAZ-Artikel über Peter Munk´s aktuelles Bauprojekt.
http://www.faz.net/s/Rub5C3A58B4511B49148E54275F4B025915/Doc~E8555CD203FCB4836B520B69C0EB115C3~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed