Richard Ebert
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Handelsplattformen: Chi-X und Turquoise gegen Deutsche Börse

Investmentbanken greifen Börsen an

Financial Times Deutschland, FTD (13.02.08) - Investmentbanken und Hedge-Fonds greifen mit zwei neuen Initiativen die etablierten Derivatebörsen in den USA und Europa an. Mit "Four Seasons" und "Projekt Rainbow" sollen 2008 zwei neue Handelsplattform-Projekte entstehen, heißt es in Finanzkreisen - ausgereift sind die Pläne aber noch nicht.

Allerdings könnte noch diese Woche der Aufbau der europäischen Derivateplattform "Rainbow" Fortschritte machen: Das Londoner Abwicklungshaus LCH Clearnet will sich entscheiden, ob es mit dem Finanzkonsortium zusammenarbeitet. "Wir werden dieses Thema auf der Aufsichtsratssitzung behandeln", sagte eine LCH-Sprecherin der FTD.

Damit wächst die Zahl der geplanten außerbörslichen Plattformen für Aktien und Derivate auf sechs. Noch ist unsicher, ob die Pläne der Banken über das Projektniveau hinauskommen und sie Platzhirschen wie der London Stock Exchange (LSE), der Deutschen Börse oder der Chicago Mercantile Exchange (CME) Marktanteile abnehmen können. Jean-François Théodore, Vizechef der transatlantischen Börse NYSE Euronext, gibt sich jedenfalls gelassen. Er sieht seine Derivatetochter Liffe gerüstet für Angriffe. Ziel aller Projekte ist es in jedem Fall, die arrivierten Börsen zu Gebührensenkungen zu zwingen. Die FTD stellt die Projekte im Einzelnen vor.

"Projekt Rainbow"

Beim "Projekt Rainbow" plant ein Konsortium aus Barclays, Deutsche Bank, Goldman Sachs, JP Morgan, UBS, MF Global und NewEdge den Betrieb einer Handelsplattform in London vor allem für Futures auf kurzfristige Zinssätze - eine Domäne der Liffe. Das Konsortium will mit dem Wertpapierabwicklungshaus LCH Clearnet zusammenarbeiten. Es gehört zu 67,5 Prozent Finanzdienstleistern, die über die hohen Handels- und Abwicklungsgebühren der Derivatebörsen verärgert sind. Da jedoch LCH bereits mit der Liffe kooperiert, besteht ein Interessenkonflikt.

"Projekt Four Seasons"

Das in den USA wird von Vermögensverwaltern, Technologieanbietern und Investmentbanken unterstützt. Dabei sind unter anderem Credit Suisse, Deutsche Bank und Citadel. Die neue Börse soll das Monopol der Terminbörse CME beim Terminhandel mit US-Staatsanleihen knacken. Die CME verleibte sich unlängst den ortsansässigen Rivalen CBOT ein und ist seitdem die größte Derivatebörse der Welt.

"Projekt Turquoise"

Dem Konsortium des gehören BNP Paribas, Citigroup, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Morgan Stanley, Société Générale und UBS an. Die Banken wollten ursprünglich ab November 2007 eine Aktienhandelsplattform betreiben, die der LSE und der Deutschen Börse Konkurrenz machen soll. Die lange Suche nach dem richtigen Führungspersonal, Technologie- und Abwicklungspartnern verzögerte den Start jedoch. Nun ist dieser auf Herbst 2008 terminiert.

Chi-x

Mit der außerbörslichen Aktienplattform Chi-x machen die Investmentbanken seit Kurzem ihrer eigenen Initiative "Turquoise" Konkurrenz. Betreiber der Börse, die bereits seit April 2007 am Markt ist, ist Instinet Europe, eine Tochter des japanischen Brokerhauses Nomura. Das Konsortium aus BNP Paribas, Citigroup, Credit Suisse, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Morgan Stanley, Société Générale und UBS übernahm im Januar einen Minderheitsanteil an Chi-x. Am Freitag kündigte Instinet-Europe-Chef Tony Mackay zudem an, dass Chi-x außer in Großbritannien auch in Kanada und Australien aktiv wird.

SWX Europe

Die Londoner Tochter der Schweizer Börse, SWX Europe, will mit NYFIX, einem Anbieter für Handelssysteme, bis Herbst einen Blockhandelsservice für große Orders aufbauen. Sie bieten damit den anonymen Aktienhandel an, bei dem Kauf- und Verkaufsaufträge vor Abschluss unsichtbar sind. Noch hat das Projekt keinen Namen, doch das Ziel ist klar: "Unsere Strategie ist es, die neueste Technologie anzubieten und ein Preismodell, das den Kunden Kosten spart", sagte SWX-Europe-Chef Lee Hodgkinson. Damit will er Turquoise und Chi-x Paroli bieten.

Equiduct

Die Börse Berlin will im April mit ihrer Tochter Equiduct mit der Berechnung und Verbreitung eines "besten Preises" für rund 800 der liquidesten europäischen Aktien beginnen. Das neue Handelsmodell soll Mitte 2008 starten. Die Hauptmerkmale des Konzepts sind neben der Preisberechnung die freie Auswahl zwischen den drei wichtigsten europäischen Clearing- und Settlement-Partnern.

(Quelle: http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/services/nachrichten/ftd/UB/316710.html)

Geschrieben von Richard Ebert am
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Chi-X Europe Extends Trading Services To Italian Stocks

15/10/08 - Chi-X® Europe Limited, operator of the largest pan-European equity multilateral trading facility (MTF), today announced that it is successfully trading, clearing and settling five of the top component stocks of the Italian S&P MIB40 index, and plans to introduce the remainder of the index’s components later in the month. The first stocks available for trading on Chi-X Europe are:

* Enel SpA
* ENI SpA
* Fiat SpA
* Intesa Sanpaolo SpA
* UniCredit SpA

“Since launching some eighteen months ago we have introduced trading services for many of Europe’s most heavily-traded equities and are pleased to extend coverage to these Italian names,” commented Peter Randall, CEO of Chi-X Europe Limited. “Chi-X Europe participants continue to enjoy price improvement and lower trading costs, and we remain committed to providing the European trading community with the benefits of our faster, cheaper and smarter model.”

Trades in these stocks will be cleared through Fortis’ European Multilateral Clearing Facility (EMCF) and will be settled in Monti Titoli (Italian Central Securities Depository), and will be fully fungible with trades in these stocks transacted on the primary market.

Overall trading, clearing and settlement costs for Italian securities through the Chi-X Europe and EMCF infrastructure are anticipated to be 0.11bps*, which, based on published data, is significantly less expensive than via the current market infrastructure.

Die Realtimekurse von Chi-X finden Sie auf der Startseite von TerminmarktWelt.de

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Chi-X scheint sich sehr schnell etabliert zu haben.

Gesamtumsatz KW 3 Euro 11,789,581,037

http://www.chi-x.com/news/top10%20stocks%20week03-09.pdf

Richard Ebert
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Chi-X Europe ist zwei Jahre alt und erfreut sich wachsender Marktanteile

institutional-money.com / kb (30.03.09) - Chi-X Europe, die nach eigenen Angaben größte alternative Handelsplattform (MTF - multilateral trading facility) in Europa, feiert heute ihren zweiten Geburtstag. Zu Anfang bot man den Handel in Aktien des DAX und AEX mit Central Counterparty Services durch EMCF (European Multilateral Clearing Facility NV) an, seitdem hat man die Palette an gehandelten Aktien und Indizes deutlich erweitert und zur Liquidität in den Märkten, verbunden mit Kostensenkungen im Handel beigetragen. Aktuell handelt man mehr als 900 Aktien aus 18 Indizes in 13 europäischen Märkten über das anonyme "Central Limit Order Book".

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.institutional-money.com/cms/news/uebersicht/artikel/chi-x-europe-ist-zwei-jahre-alt-und-erfreut-sich-wachsender-marktanteile/?tx_ttnews[backPid]=11&cHash=d899bcd3f3=)

Richard Ebert
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Im Handelsblatt liest sich die Lage ganz anders:

Preiskampf unter Börsen

Von Udo Rettberg

Handelsblatt, Frankfurt (01.04.09) - Die Umsätze mit alternativen Handelsplattformen brechen ein und erzeugen weltweit einen harten Wettbewerb unter den Börsen. Der Preiskampf hat bereits begonnen - am Ende könnten nur wenige Wettbewerber übrig bleiben. Profitieren könnten ausgerechnet die traditionellen Wertpapierbörsen.

Alternative Handelssysteme, die im harten Wettbewerb mit traditionellen Wertpapierbörsen stehen, haben einen neuen Preiskampf entfacht.

(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/preiskampf-unter-boersen;2222565;0)

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